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Terassenmosel

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Ralf Gundlach

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Terassenmosel

BeitragDo 28. Jun 2012, 20:45

Es sind schon ein paar interessante Rieslinge im diverse Winzer Thread gelandet, z.B. von Knebel, und irgendwie sind sie anders als die Klassiker von der Mittelmosel, die Terassenmoselweine, Grund genug einen neuen Thread aufzumachen, denn vor allem in Winningen gibt es eine Menge guter Winzer, abgesehen vom Platzhirsch H-L, im Nebendorf Kobern-Gondorf, das sich den Uhlen mit den Winnigern teilt (ja, es gibt auch den Koberner Uhlen,der an den Winninger Uhlen angrenzt), gibt es das Weingut Dötsch-Haupt, von dem ich früher, also vor 6-7 Jahren öfters was getrunken habe (gute Qualität, günstige Kurse gleich Beuteschema eines spätberufenen Studenten :P ), interessant finde ich die Philosophie von Martin Dötsch: die Weine kommen erst in den Verkauf, wenn sie trinkreif sind, das belegt der erste Wein aus der Lieferung, den ich im Glas habe, der 2008er Kobener Schloßberg Kabinett trocken, der eine AP von 011 hat, riecht nach gerösteten Brot und Quitte, am Gaumen schlank, mit straffer, aber gut integrierter Säure, es zeigen sich Zitrusnoten, Quitte und leichte Kräuternoten, kein Ausgeburt an Komplexität und Substanz, sondern ein wunderbar erfrischender, unkomplizierter Riesling mit gerade mal 10,5% Alkohol, genau der richtige Terassenwein für den baldigen Sommer, 84-85 Punkte, kostet 4,80 Euro und ist absolut empfehlenswert

Gruß

Ralf
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Ralf Gundlach

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Re: Terassenmosel

BeitragFr 29. Jun 2012, 20:39

Heute im Glas die 2008er Koberner Weißenberg Spätlese trocken von Dötsch-Haupt, die insgesamt etwas mehr Substanz aufweist als der Schloßberg Kabinett, am Gaumen Zitrus- und Grapefruitnoten, mineralisch, die knackige Säure wieder perfekt eingebunden, eine leichte Eleganz blitzt auf, der Abgang könnte allerdings länger sein, 85 Punkte, kostet 6,50 Euro, erstaunlicherweise früher abgefüllt als der Kabinett aus dem Schloßberg (AP von 010),
interessant finde ich, dass Martin Dötsch den 2010er Jahrgang komplett im Fass verkauft hat, weil er die Rieslinge seiner Philosophie nach ( er strebt "bekömmliche" Rieslinge an) hätte entsäuern müssen, und das wollte er nicht, konsequent, wenn auch schade.

Gruß

Ralf
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Ralf Gundlach

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Re: Terassenmosel

BeitragDi 17. Jul 2012, 23:46

Ein positives Erlebnis ist sicher die 2008er Koberner Uhlen Spätlese trocken von Dötsch-Haupt, riecht nach "herben" Pfirsichen, am Gaumen mit mehr Substanz als der Weißenberg, Holunderblüten, Wildkräuter und etwas Pfirsich zeigen sich, die Säure ist perfekt eingebunden und verleiht dem Uhlen Spiel, gut strukturiert, ein schöner Riesling, der etwas mehr auf der kraftvolleren Seite steht, ohne ansatzweise schwerfällig zu sein, 87-88 Punkte, kostet 9 Euro
P.S. Bernd Schulz hat seine Notizen zu Dötsch-Haupt bei diverse Winzer eingestellt, die Notizen von den Roten (von mir) stehen bei "erwähnenswerte Rotweine".

Gruß

Ralf
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Ralf Gundlach

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Re: Terassenmosel

BeitragDo 16. Aug 2012, 20:42

Nachdem ich vom 2011er Grauschiefer etwas enttäuscht war ( zu ruppige Säure, insgesamt nicht stimmig, vielleicht braucht er noch Zeit ) gefällt mir der 2011er Calmont Qba vom Weingut Reinhold Franzen aus Bremm deutlich besser, in der Nase offenbart der Wein einen feinen Pfirsichgeruch, am Gaumen ist das kein leichtes Möselchen, sondern ein kräftiger, wenn auch wohlproportionierter Geselle, sehr mineralisch, begleitet durch herbe Pfirsich- und etwas Zitrusnoten, die nicht zu heftige Säure wirkt schon gut eingebunden, ganz leicht cremig, wirkt irgendwie wie ein kleines GG ( das ist positiv gemeint ), klasse Leistung, 87-88 Punkte, kostet 11,50 Euro

Gruß

Ralf
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Bernd Schulz

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Re: Terassenmosel

BeitragMo 10. Mär 2014, 23:03

Das Weingut Fries in Winningen zählt nicht gerade zu denjenigen Erzeugern, die in der Foren- und Bloglandschaft häufiger Erwähnung finden. Im Rahmen von Recherchen für einen kleinen Wanderführer mit Weintipps habe habe ich den Betrieb vor etlichen Jahren besucht - und war von den dort vorgefundenen Weinen positiv überrascht. Ein paar Flaschen habe ich damals auch gekauft; eine der letzten ihrer Art war heute abend fällig:

Bild

Der GM vergab seinerzeit 87 Punkte. Ich lege jetzt gerne noch zwei Pünktchen drauf, denn diese Auslese hat sich hervorragend gehalten, wirkt ausgesprochen typisch für die Terrassenmosel und kompensiert die fehlende Finesse einigermaßen mit einem Geschmacksbild, in welchem sich süße, saure und herbe Komponenten so rund ineinanderfügen, dass viel Trinkfreude aufkommt.

Beste Grüße

Bernd
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Ralf Gundlach

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Re: Terassenmosel

BeitragFr 26. Feb 2016, 20:25

Heute im Glas: 2013 Riesling trocken von der Leyen Lubentiushof, würzige Spontinase, am Gaumen dominieren mediterane Kräuter und Mineralität, Frucht hält sich im Hintergrund (Orange), sehr feine Säure, deutlich stoffiger als ein Mittelmöselchen, ein absolut "präziser", gebietstypischer Terassenmoselriesling, sicher nicht hochgradig komplex, aber da passt alles ineinander, für die Preisklasse ( 12 Euro ) wirklich gut, 87-88 Punkte

Gruß

Ralf
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Ralf Gundlach

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Re: Terassenmosel

BeitragFr 26. Feb 2016, 21:54

Zum Vergleich habe ich noch den 2013 Gondorfer Gäns vom Lubentiushof aufgemacht, das ist auf den " von der Leyen" einfach noch eins drauf, etwas mehr Frucht, dadurch noch ausgewogener, mehr Substanz, komplexer, mehr Länge, toll, 90 Punkte

Gruß

Ralf
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Ralf Gundlach

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Re: Terassenmosel

BeitragMi 27. Apr 2016, 18:08

Anscheinend fährt das Weingut Freiherr von Heddesdorf eine andere Stilistik als der Lubentiushof, zumindest die 2012 Winninger Brückstüch Spätlese feinherb geht eher Richtung Heymann-Löwenstein, in der Nase typisch Terassenmosel-Kräuter, am Gaumen zeigt der Riesling, wo es hingehen soll, kräftiger, voller Körper, Kräuter, etwas Pfirsich, Boytritis, die sich auch im Abgang mit einem (für mich) erträglichen Bitterton zeigt, passende durchaus feine Säure, die den Körper im "Zaum" hält, leicht alkoholisch wirkend, es fehlt an Komplexität, die Stilistik ist nicht mein Ding, aber im Großen und Ganzen ist das durchaus stimmig, die 86 Punkte im GM passen

Gruß

Ralf
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Bernd Schulz

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Re: Terassenmosel

BeitragMi 27. Apr 2016, 23:05

Gerade habe ich den gleichen Riesling wie Ralf aufgezogen, und sowohl in der Beschreibung wie auch in der Bewertung bin ich weitestgehend bei ihm (mit der kleinen Einschränkung, dass ich die Bitternoten erst einmal nicht auf Botrytis zurückführen würde, wobei ich mich da auch täuschen kann):

Bild

Der substanzstarke Wein erinnert mich in der Tat nicht wenig an Löwensteins Röttgen aus dem einen oder anderen Jahrgang. Wenn er noch etwas feiner gestrickt wäre, würde ich ihn als ziemlich großen Wurf bezeichnen. Um einen für die Terrassenmosel sehr typischen und mit einiger Freude zu trinkenden Riesling handelt es sich aber auf jeden Fall.

Das Weingut Freiherr von Heddesdorff habe ich 2003 besucht, und die damals verkosteten bzw. auch gekauften Produkte (das werden wohl 2001er oder 2002er gewesen sein) habe ich ganz anders (nämlich deutlich schlanker, aber auch deutlich beliebiger) in Erinnerung. Keine Ahnung, ob mich die Erinnerung trügt, oder ob sich der Stil des Hauses inzwischen signifikant geändert hat..... :?:

Viele Grüße

Bernd
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Bernd Schulz

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Re: Terassenmosel

BeitragDo 28. Apr 2016, 22:32

Interessanterweise finde ich den einfachen feinherben Qualitätswein von gleichen Erzeuger aus dem nämlichen Jahrgang noch eine Spur schöner als die feinherbe Spätlese:

Bild

Das ist ein sehr gutes Beispiel dafür, dass der nominell hochwertigere und "dickere" Wein nicht zwangsläufig der bessere sein muss!

Herzliche Grüße

Bernd
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