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Weingut Holger Koch

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anonymouse

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Re: Weingut Holger Koch

BeitragFr 26. Okt 2018, 10:47

Hm, interessant. Ich habe den Wein vorgestern auch bekommen und werde ihn wohl in drei Wochen aufmachen. Aufgefallen ist mir, dass der Herrenstück Chardonnay nicht ab Gut verkauft zu werden scheint. Das große Gewächs vom Chardonnay hatte ich vor ein paar Monaten und fand das auch ziemlich geglückt (im Vergleich zu den zeitgleich aufgetischten Knewitz Reserve und Hard von Ziereisen schien er völlig schwerelos), allerdings, insbesondere relativ zum Preis, auch nicht ganz auf dem Niveau des Grauburgunder GG.
Wir haben aber gar keine Pistolen, unterbrach ihn Momo bekümmert.
Dann machen wir es eben ohne Pistolen, antwortete Gigi großartig.
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amateur des vins

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Re: Weingut Holger Koch

BeitragDi 6. Nov 2018, 20:58

Letztens trudelten dann endlich die langerwarteten 2017er ein, und ich habe sie nach und nach angetestet:

Holger Koch, Chardonnay *** 2017
Holger Koch, Grauburgunder *** 2017
Holger Koch, Weißburgunder *** 2017

Vor allem auf den erstmals vorgestellten Chardonnay war ich gespannt, weshalb der auch als erster dran glauben mußte. Bei meinen ersten Begegnungen mit Holger-Koch-Weinen gewann ich den Eindruck, sehr knackige Säure sei charakteristisch. Mittlerweile habe ich eher den Eindruck, daß Harmonie und Trinkbarkeit im Vordergrund stehen. Die Weine machen alle viel Spaß und sind auch ganz und gar nicht langweilig oder breit. Aber wer auf der Suche nach karger Spannung oder abgefahrener Schrägheit ist, wird eher woanders fündig.

Der Chardonnay ist dicht und voll, bei sehr leichter Reduktion. Auf der Hefe bis zur Abfüllung im Juni. Ich finde leichten, wohldosierten Holzeinsatz und gelbe Frucht, z.B. Quitte, Sanddorn (ja, LOB!) u.a.m.. Am Gaumen extrem trinkanimierend, irgendwo in der Mitte zwischen cremig und straff. Sehr schöne Säure, kraftvoll-mild. Süffelt sich ruck-zuck weg, ohne banal zu sein; Mme. Amatrice war begeistert. In die Kategorie "Chardonnay wie im Burgund" gehört er aber eher nicht.

Der Grauburgunder hat einen ganz leichten Rosaschimmer im satten Gelb: 50% 2 Tage Maischestandzeit, das zeigt sich und verleiht ihm Spannung. In der Nase deutlich karger und auch verhaltener als der Chardonnay, aber unterschwellig kraftvoll. Er zeigt sich eher weißfruchtig, mit einer winzigen Prise heller roter Früchte, aber sonst ziemlich mineralisch. Am Gaumen kraftvoll und dicht, sehr gut trinkbar, aber nicht ganz so animierend süffig wie der Chardonnay. Etwas präsentere Säure und v.a. im Abgang recht ausgeprägte Herbheit.

Zum Weißburgunder habe ich mir fast nichts notiert: Rebsortentypisch; sehr zugänglich, "süffig" und leicht restsüß wirkend.

Die Zugänglichkeit aller drei Weine ist bemerkenswert: Aufziehen und Spaß haben. Da muß nichts belüftet werden, und jahrelang warten muß man auch nicht. "Easy Drinking" von seiner besten Seite. Der Chardonnay ist gelungen, entspricht aber nicht meinem derzeitigen Beuteschema, dem von Mme. Amatrice dafür umso mehr, also alles gut! Von diesen dreien fand ich den GB am interessantesten, und ob der Chardonnay den höheren Preis von 25,--€ im Vergleich zu den 18,50 von WB und GB, und auch im Vergleich zu anderen Chardonnays, wert ist, muß man sehen. Der Basiswein von Bernard Moreau z.B. für fast dasselbe Geld war für mich letztens deutlich interessanter und auch lebendiger.
Besten Gruß, Karsten
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anonymouse

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Re: Weingut Holger Koch

BeitragFr 7. Dez 2018, 19:32

Ich hatte den Chardonnay Herrenstück inzwischen auch im Glas. Leider scheine ich beim Handywechsel ein paar Notizen verloren zu haben, aber so aus dem Gedächtnis kann ich den generellen Eindruck bestätigen - an eingemachte Gelbfrüchte im Zuckerwasser erinnere ich mich jetzt nicht, doch ich fand den Wein ebenfalls ordentlich, aber vergleichsweise enttäuschend. 87 Punkte passen da gut. Ich weiß auch noch, dass ich mehrfach geprüft habe, ob ich nicht versehentlich den Weißburgunder aufgemacht habe, weil er so eine Mischung aus weißen/gelben Früchten, Blumen und Würze bot. Naja. Wird trotzdem erstmal die nächsten Jahre probiert.

Letzte Woche gab es auch noch den Pinot Noir * (2011) und den Pinot Noir *** (2015) und ich war von beiden begeistert. Notizen auch weg, aber beide leicht gekühlt und direkt aus der Flasche sehr zugänglich (hatte vor dem Kauf beim Weingut gefragt, was gerade in einem guten Stadium ist) - kühle Frucht, würzig, saftig und das Holz komplett im Hintergrund. Vor allem der *** war allen sehr sympathisch, mit dunklerer Frucht und mehr Würze und Substanz, ohne an jeglicher Eleganz zu verlieren. In Punkten so 90 (*) und 92-93 (***).

Zwischen Weihnachten und Silvester wird's den Reserve 2011 geben, mal gespannt.
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Bernd Schulz

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Re: Weingut Holger Koch

BeitragMi 19. Dez 2018, 22:48

Die kleinen Spätburgunder von Holger Koch beeindrucken mich immer wieder mit ihrem guten PLV:

Bild

Angesichts eines Preises von knapp 10 Euro gibt es da für mich nichts zu moppern. Mag sein, dass andere den Wein eher "dünn" finden, aber mir schmeckt er in seiner kühlen und transparenten Art ausgesprochen gut. Obwohl er nicht besonders "deutsch" wirkt, fehlt ihm die Struppigkeit, die mir viele burgundische Burgunder aus der untersten Preisklasse ziemlich verleidet.

Herzliche Grüße

Bernd
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vanvelsen

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Re: Weingut Holger Koch

BeitragSo 13. Jan 2019, 16:55

Vor kurzem im Glas, ein Chardonnay 2017 GG von Holger Koch. Der Wein präsentierte sich ausgesprochen schön.
https://vvwine.ch/2019/01/chardonnay-20 ... lger-koch/

Wie sind eure Erfahrungen mit Koch's Weissen?

Gruss,

Adrian
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amateur des vins

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Re: Weingut Holger Koch

BeitragSo 13. Jan 2019, 17:04

vanvelsen hat geschrieben:Wie sind eure Erfahrungen mit Koch's Weissen?
Ich liebe die ***!
Auf den Chardonnay hatte ich mich sehr gefreut, fand ihn gut gemacht und nett, aber etwas easy drinking.
Besten Gruß, Karsten
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anonymouse

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Re: Weingut Holger Koch

BeitragDi 22. Jan 2019, 20:27

Zu meinen Lieblingsweinen gehören die *** ebenfalls, aber auch der Herrenstück Weißburgunder zählt dazu, der hat in guten Jahren frisch gefüllt einen so phänomenalen Trinkfluss (#niagaratrinkfluss), dass man sich schon gut Mühe geben muss, um 12 Euro besser zu investieren.

Weihnachten wurde bei mir weitestgehend von Holger Koch begleitet. Erstmal gab es den 2012er WB Herrenstück, der sich nach sechs Jahren tadellos präsentiert hat (Frucht bis auf etwas Orangenschale weitesgehend Stein und Sahne gewichen, immer noch spritzig und griffig) und dem ein Jahr mehr vielleicht sogar noch besser gestanden hätte. Auch der WB *** 2013 ist glänzend gealtert, zeigte sich federleicht und sanft, aber zur gleichen Zeit cremig und klar konturiert. Der GB *** von 2015 kam erst sehr schmeichelnd, rund und nahtlos daher, hat aber dann zunehmend an Struktur zugelegt - wer weiß wo mehr Zeit und Luft hingeführt hätten, aber er hat der Schwester zu gut gefallen, als dass man das hätte rausfinden können. Alle drei haben sich auch, wie eigentlich alle Weine von Holger Koch bisher, als ausgezeichnete Essensbegleiter erwiesen.

(Den 2011er Pinot Noir * gab es auch noch - der lag eher auf der fruchtigen Seite, die Frucht war allerdings sehr schön kühl, rot wie dunkel, mit nur ein wenig Würze im Hintergrund. Elegant kann man das sicher nennen, war in jedem Fall perfekt als Reparaturwein nach einem durchwachsenen Ausflug in die Mosel und als Wein für den Koch am nächsten Tag.)
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Georg R.

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Re: Weingut Holger Koch

BeitragSo 3. Feb 2019, 22:56

Pinot Noir * 2017

Farblich eher auf der hellen Seite, in der Nase hui ist das fein.
Das setzt sich auch am Gaumen fort, elegant, feinsaftig, sehr komplex.
Das Holz scheint perfekt eingebunden.
Bei diesem noch jungen Wein passt jetzt schon alles zusammen - ein Genuß.
Es hat einiges an Überwindung gekostet, die Flasche nicht gleich ganz zu leeren.

Wenn ich so überlege, ist das vielleicht der schönste Pinot aus Deutschland,
den ich in dieser Preisklasse (23€) bisher im Glas hatte.

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Aus lauter Euphorie gleich den 17er Pinot Noir *** aufgezogen.

Doch das war definitiv noch zu früh.
Dichter und tiefer als der kleine Bruder, die Aromen jedoch noch etwas zurückhaltender.
Auch das Holz ist noch präsent, der Wein wurde zudem mit 30% Rappen vergoren.
Ich kann mir aber gut vorstellen, daß der nach 5 oder mehr Jahren zu großer Form aufläuft.


Das waren meine ersten Roten aus 17, und die Prognose aus dem Salwey Thread "17 ist wieder ein großes Rotweinjahr" hat sich schon das erste Mal bestätigt.

Gruß
Georg
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Michl

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Re: Weingut Holger Koch

BeitragMo 4. Feb 2019, 11:12

Ich hatte gestern den ganz einfachen Spätburgunder aus 2015 im Glas. Für gute 9 Euro war das ganz großartig: leicht, süffig, aber ohne jegliche Banalität. Seltsamerweise hatte ich die klassengleiche Abfüllung für Pdp vor längerer Zeit zweimal ganz anders erlebt.
Viele Grüße

Michl
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Georg R.

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Re: Weingut Holger Koch

BeitragMi 6. Feb 2019, 23:00

Hallo Michl,

ich gehe diesen Sonderabfüllungen aus dem Wege seit ich weiß, daß mancher Wein lediglich umbenannt wird
und das Kind mit neuem Namen dann zweifuffzich mehr kostet...

Gruß
Georg
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