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von Racknitz

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Olaf Nikolai

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Re: von Racknitz

BeitragDi 31. Mär 2020, 01:36

"2011 vom Vulkangestein

"Streng handselektierte Trauben aus den Grand Cru Lagen Königsfels, Niederhäuser Klamm und Traiser Rotenfels. Reife am Stock bis Mitte Oktober, spontan im Edelstahltank vergoren, 9 monatige Lagerung auf der Hefe."

PLV-Knaller des Abends. Zeigte eine ganz spezielle Mineralität, die einen sofort an den "Morstein" von Wittmann&Keller erinnert. Duft von schwarzen Johannisbeeren. Tolles Säuregerüst, rassig und sehr stimmig. Echt ein Hammer-Teil für 13 Euro. KAUFEN"

Über den Wein ist ja ne Menge geschrieben worden,
Heute zur Revision:
v.Racknitz, auf Vulkangestein gewachsen, 2011, Nahe, 13% , Schrauber. :!:
Fettes geiles Teil. Das Alter merkt man nicht an, packt locker nochmals 10 Jahre. Kühl dekantiert in GGG. Danke nochmals an vorgenannten Kritiker auf dessen Empfehlung ich im Dutzend eingekauft habe. Heute besser denn je. Neben Cassis auch Ananas, Sternfucht, Säure und Mineralität. Abendfüllend. Unglaubliches PLV.
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mixalhs

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Re: von Racknitz

BeitragDi 31. Mär 2020, 09:38

Dem schließe ich mich voll und ganz an. Ich sollte mal wieder eine Flasche öffnen (drei oder vier habe ich noch).

Bild

Herzliche Grüße

Michael
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Olaf Nikolai

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Re: von Racknitz

BeitragMo 6. Apr 2020, 22:19

Sag ich doch. Ich bin recht froh der Empfehlung von Martin Zwick seinerzeit gefolgt zu sein. Volltreffer.
Martin Zwicks Empfehlungen haben sich sich meiner Sicht wiederholt mehr als bestätigt. Vielen Dank an denselben auch nochmals.
P.S: (off topic) Dass der Produttori normale 2016 ein top Stoff ist, wusste ich auch so. ;)
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amateur des vins

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Re: von Racknitz

BeitragSa 26. Dez 2020, 23:41

Meine allerletzte Flasche von Matthias Adams' Weinen hatte ich für einen bei uns eher raren Moment verbuddelt: Er empfahl die Kombination mit Reh, und das wollte ich doch zu gerne einmal ausprobieren. Es handelt sich um

von Racknitz, Odernheimer Kloster Disibodenberg 2006
              Riesling Auslese Alte Reben


Vorher nicht klar war mir der Restzucker von knapp 56 g/l (die Expertise ließ sich auf meinem Tablet nicht lesen). Dennoch hat der Wein 12,5 % (@Ulli: Wie geht nochmal die Abschätzung des Zielalkoholgehaltes bei völligem Durchgären?), was mich an einen etwas trockeneren gesellen denken ließ.

Die Robe ist dunkelgold-/hellbernsteinfarben.
Die Nase ist üppig: Met (ohne den Alkohol), Mango, aber auch kräuterwürzig (Basilikum, etwas Thymian) sowie Mineralik. Das erinnert geschmacklich ein wenig an blauen Schiefer, obgleich die Disibodenberger Schichten Ton-Schiefer sind. Und ist da ein wenig großes, altes Holz? Laut Expertise erfolgte die Gärung in Stahl.
[+10'] Am Gaumen schon prononciert süß, aber keineswegs klebrig. Dazu trägt auch die schöne, aber unauffällige Säure von 7,5 g/l bei. Tolle Mineralik! Frucht hier eher Quitte und gelbe Mirabelle. Im Abgang, mit etwas Verzögerung, kommt die Kräuterwürze "mit Turbo" zurück.

Exzellenter Wein, und sehr spannend!

[+1d] Wenn überhaupt, heute noch kräuterwürziger!
Besten Gruß, Karsten
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brownelephant204

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Re: von Racknitz

BeitragMi 10. Mär 2021, 22:23

Falls jemand Interesse an der Hermannshöhle 2012 von Racknitz hat, gerne melden. Hab noch ein paar Flaschen über :-)
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mixalhs

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Re: von Racknitz

BeitragMi 5. Mai 2021, 00:07

Heute mal wieder im Glas:

Riesling Vulkangestein 2011 von von Racknitz (Nahe)

"Auch 'ten years after' ist das ein ganz wunderbarer Wein, und ich habe den Eindruck, dass er immer besser wird. Ich finde, dass das definitiv auf GG-Niveau ist. In der Nase habe ich eine Spur von Schießpulver/Feuerstein, am Gaumen dito, dazu verhaltene gelbe Frucht und etwas Zitrus, dann oben am Gaumen auch eine Spur Süße. Leichte und harmonisch eingebundene Phenolik, die den Abgang deutlich verlängert. Packende Säure, ebenfalls perfekt eingebunden. Zwar hatte ich damals reichlich eingekauft, aber diese ist meine vorletzte Flasche. Schade! 92/93"

Matthias Adams hat damals ein Riesending rausgehauen, nicht schlechter als alle seine Lagenweine, und nun fast zehn Jahre nach der Lese ist das jetzt definitiv GG-Niveau. Ich bin total geflasht, freue mich, dass ich damals, 2013 war das wohl, reichlich gekauft und eingelagert habe - zum Preis von 13€. Das war etwas günstiger als die üblichen Verdächtigen aus der ersten Liga der VdP-Ortsweine (etwa KPKs "von der Fels" und DWs "Porphyr") und damit marktgerecht kalkuliert, aber bezogen auf das Preisgenussverhältnis einfach unschlagbar.

Leider gibt es das Weingut nicht mehr und daher auch keine aktuellen Weine. Sehr schade!
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austria_traveller

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Re: von Racknitz

BeitragMi 5. Mai 2021, 15:25

mixalhs hat geschrieben:Leider gibt es das Weingut nicht mehr und daher auch keine aktuellen Weine. Sehr schade!

Im Google findet sich aber noch eines.
Oder ist das ein Anderes ?
Beste Grüße
Gerhard aus Wien
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UlliB

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Re: von Racknitz

BeitragMi 5. Mai 2021, 16:45

austria_traveller hat geschrieben:
mixalhs hat geschrieben:Leider gibt es das Weingut nicht mehr und daher auch keine aktuellen Weine. Sehr schade!

Im Google findet sich aber noch eines.
Oder ist das ein Anderes ?

Ne, aber geh da mal auf die Homepage... das Gut ist erloschen, als Resultat eines "Scheidungskriegs", das muss so etwa 2018 (oder erst 2019?) gewesen sein. Weinberge verkauft, Gerätschaften verkauft, das Ex-Ehepaar macht jetzt irgend was anderes.

Gruß
Ulli
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joern_ribu

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Re: von Racknitz

BeitragMi 5. Mai 2021, 16:55

austria_traveller hat geschrieben:
mixalhs hat geschrieben:Leider gibt es das Weingut nicht mehr und daher auch keine aktuellen Weine. Sehr schade!

Im Google findet sich aber noch eines.
Oder ist das ein Anderes ?


Ich war auch überrascht, hatte es bis dato noch nicht mitbekommen und habe nach Internetquellen gesucht, die etwas mehr Aufschluss geben. Viel gefunden, außer diesem Artikel von Captain Cork, habe ich nicht.

https://www.captaincork.com/paket-was-von-racknitz-blieb

Aber es ist ja letztlich auch Privatsache und geht uns im Detail nichts an. So wie ich es verstanden habe, sind die Weinberge an diverse Winzer verkauft worden. Wer sich da die besten Lagen gesichert hat, wäre aber schon ganz interessant zu wissen, einfach um zu sehen was neue Eigentümer daraus machen.
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Salute - und immer einen guten Wein im Glas wünscht

Jörn
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miromo

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Re: von Racknitz

BeitragMi 5. Mai 2021, 21:24

Matthias Adams lebt wohl wieder in Berlin. Seine ganzen verbliebenen Flaschen aus dem racknitzschen Wirken schlummern in einem Keller irgendwo in Berlin. Matthias Adams ist derzeit auf der Suche nach einem Neueinstieg, bislang hat ihm aber noch nichts zugesagt. Das alles meinte neulich ein Berliner Weinhändler zu mir, der ihn persönlich kennt.

Die eigentliche Trennung von Luise von Racknitz vollzog sich in 2015. Damals entstand auch der Nahegauer Landwein auf dem Weingut Teschke, als man angesichts der Trennung sich darauf einigte das ausgezeichnete 2015er Lesegut der Toplage Schloss Böckelheimer Königsfeld getrennt zu lesen. Matthias Adams hat seine Partie bei dem befreundeten Weingut Teschke ausgebaut. Das war wohl der letzte Wein aus der Hand von Matthias Adams.

Ich hatte vor ein paar Jahren die Racknitzschen Weine hier im Forum ungerechtfertigter Weise gedisst. Die waren damals wohl in einer schwierigen Umbruchphase. Jedenfalls hatte ich noch eine Flasche 2012er Vulkanstein im Keller liegen gelassen, die ich Jahre später dann getrunken habe und wo mir schlagartig klar war, dass diese Weine Reifezeit brauchen. Könnte mir heute noch in den Allerwertesten beißen für meine Fehleinschätzung. Habe danach versucht am Markt noch Racknitzsche Weine zu bekommen. Im Netz gibt es wohl noch einige Weine aus der Adams-Ära. Hingegen habe ich außer einem 2015er Vulkangestein aus der Nach-Adams-Ära nichts mehr gefunden. Auch die Weinliste auf der Webseite des Weingutes führt außer dem 2015er Vulkangestein nur ältere Sache. Da die Liste aber auch schon über 4 Jahre alt ist und der Betrieb 2018 gänzlich eingestellt wurde, vermute ich mal, dass seit 2015 nicht mehr viel passiert ist. Besagter Weinhändler meinte auch, dass die Weine der Post-Adams-Weine nicht lohnenswert wären.

Es ist jammerschade, dass Herr Adams nicht mehr sein Talent walten lässt. Zwei kürzlich verkostete gereifte Exemplare haben mir mal wieder vor Augen geführt, was einem da verloren gegangen ist:

Von Racknitz Hermannshöhle 2009
Mittleres Goldgelb, Nase: eher verhalten, komplex- mineralisch, leicht rauchig, ein Hauch Tabak und sehr eigene wermutlastige Kräuternoten überlagern die Frucht (reife Zitrone und Nashi-Birne,) daneben Unterholz und dezente Honig- und Firnnoten, trotzdem wirkt der Wein sehr frisch.
Am Gaumen cremig-füllig straff und phenolisch, auch wieder sehr mineralisch nur wenig Altersnoten, unterholzige, fast schon anisartige Kräurigkeit, die Säure ist sehr reif, aber in Verbindung mit der Phenolik des Weines ergibt sich viel Druck und Länge, der Gaumen wird intensiv in Beschlag genommen, die richtige Menge an Exktraktsüße als Gegengewicht zur Mineralik und Phenolik des Weines, im Abgang leicht unterholzig und würzig-kräutrig, spielt lange mit dem Gaumen und hat in meinen Augen noch einige Jährchen vor sich

Hervorragend auch der
Traiser Rotenfels 2006
Prächtiges orangegold, Nase vollkommen anders als die Hermannshöhle, sehr fruchtgepägt, eine Melange von Boytrits und satt-reifen Tropen- und Südfrüchten, Aprikose, Papaya, Mango, Kumquat, sehr herbstlich auch leicht rauchig.
Am Gaumen vollreif, mürbe herbstliche Gelb und Orangefrucht, füllig, warm-würziger Abgang mit schon leicht moosigen Anklängen, beileibe nicht die Mineralität der Hermannshöhle aber herrlich gereift. Letztes Jahr bin ich im Spätsommer einmal um den Rotenfels gewandert um abends oben auf dem Gipfel den phantastischen Sonnenuntergang über dem Nahetal mitzuerleben. Dieser Wein hätte zu diesem Augenblick perfekt gepasst!
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