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Die Traditionsbetriebe der Mittelhaardt

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Michl

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Re: Die Traditionsbetriebe der Mittelhaardt

BeitragSo 1. Nov 2015, 19:49

Auch Fruchtnasen können hervorragend sein. Beim 2012er Jahrgang hatte Sven Klundts Kastanienbusch für mich das beste PGV. Das hier ist für mich bisher mit weitem Abstand das beste PGV in 2014, vielleicht sogar ein grandioses (wobei der Genuss durch den mehr als bescheuerten Namen etwas leidet :lol: )

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Ich habe noch nie in einer VKN den Begriff salzig verwendet, er schien mir nie wirklich passen und manchmal auch gewollt, hier fasst er das zusammen, was von jedem Schluck während des herausragenden Nachklangs bleibt (10-15 Sek sind nicht übertrieben). Großer Kauftipp!
Viele Grüße

Michl
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Bernd Schulz

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Re: Die Traditionsbetriebe der Mittelhaardt

BeitragDi 10. Nov 2015, 00:36

Mit den Weinen aus dem Hause Weegmüller habe ich ja schon bei meinem Besuch des Weinguts vor gut vier Jahren positive Erfahrungen gemacht. Diese Auslese (die nach meiner Einschätzung hart an der Grenze zur BA liegt) bestätigt meine alles in allem sehr guten Eindrücke:

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Das ist ein hervorragender Süßwein, der eben nicht nur plump süß auftritt, sondern hinter dem puren Zucker noch genug andere Geschmacksebenen zeigt. Die kleine Flasche habe ich mit außerordentlich viel Genuss geleert - und insofern bleibt Weegmüller für mich eine ausgesprochen interessante Adresse, wenn es um die Mittelhaardt geht.

Einmal mehr zeigten sich bei diesem äußerst reintönig und nach wie vor sehr frisch wirkenden Tropfen auch die Vorteile des Schraubers, den ich nicht nur bei kleineren Weinen für die mit großem Abstand bessere Wahl gegenüber der ollen Baumrinde halte!

Viele Grüße

Bernd
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Ralf Gundlach

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Re: Die Traditionsbetriebe der Mittelhaardt

BeitragFr 1. Apr 2016, 20:11

Ein Roter vom Weingut Pfeffingen: 2011 Auriga, eine Cuvee aus 40% Spätburgunder und 60% Cabernet Dorsa, Nase nach Mon Cheri und Zedern, am Gaumen Brombeeren, Veilchen, Mon Cheri, hat ordentlich Power , aber man schmeckt auch deutlich das Holz heraus, die Power und die Frucht bringt das aber weitgehenst ins Gleichgewicht, richtig trocken ausgebaut, das ist nicht unbedingt die Stilistik, die ich mag (habe ich auch nicht erwartet bei 14,5 Umdrehungen), aber alles ist in sich durchaus stimmig.... Jubelstürme werden es trotzdem nicht, 86 Punkte

Gruß

Ralf
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Bernd Schulz

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Re: Die Traditionsbetriebe der Mittelhaardt

BeitragMo 18. Apr 2016, 22:20

Den "Auriga" 2011 habe ich jetzt auch im Glas:

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Es ist auf jeden Fall interessant, zu schmecken, was für ein Rotweintyp inzwischen (wenigstens in manchen Jahren) auch hierzulande auf die Flasche gebracht werden kann. Ich kann den "Auriga" auch gut trinken, die Flasche wird schon leer werden :mrgreen: :oops:, aber trotzdem bewerte ich den Wein noch etwas niedriger als Ralf. Der Stil ist mir einfach zu plump und zu vordergründig, es fehlt hinten und vorne an Eleganz und an Authentizität. Unterm Strich gehört das für mich in die Kategorie Weine, die die Welt nicht braucht.

Herzliche Grüße

Bernd
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Bernd Schulz

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Re: Die Traditionsbetriebe der Mittelhaardt

BeitragDi 28. Jun 2016, 23:22

So, den 2015er Gutsriesling von Karl Schaefer habe ich jetzt auch im Glas:

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In seiner Preisklasse ist das fraglos ein sehr guter trockener Riesling, der mir deutlich besser gefällt als z.b. :mrgreen: der 2014er von Bürklin-Wolf. Ein massiver Nachkaufreflex stellt sich bei mir trotzdem nicht ein; für um die zwei Euro mehr bekomme ich bei Erzeugern wie Martin Müllen oder Lisa Bunn trockene Rieslinge, die mich noch einmal deutlich stärker anfixen. Aber trotzdem ziehe ich meinen Hut vor einem VDP-Betrieb, der seinen offenkundig sehr sorgfältig gemachten Gutsriesling immer noch zum konsumentenfreundlichen Kurs von 7 Euro verkauft. Schöner Wein, sehr fairer Preis - Chapeau!

Viele Grüße

Bernd
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Bernd Schulz

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Re: Die Traditionsbetriebe der Mittelhaardt

BeitragDi 5. Jul 2016, 22:08

Heute abend befindet sich der 2015er Ortsriesling von Schaefer in meinem Glas:

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Tja - obwohl ich jeweils identisch gepunktet habe, kommt der Gutsriesling meinen persönlichen Vorlieben eher entgegen und ist auch noch 2 Euro günstiger. Und die gefällige Art des "Sonnentropfens" überrascht mich ein wenig - die Schaefer-Weine, die ich früher schon mal getrunken habe, waren in einem strengeren Stil gehalten! Liegt es am Jahrgang, oder hat der Betrieb eine etwas andere Richtung eingeschlagen?

Herzliche Grüße

Bernd
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Michl

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Re: Die Traditionsbetriebe der Mittelhaardt

BeitragMo 25. Jul 2016, 19:17

Was für ein schöner Alltagsriesling, der mir auch deshalb besonders gefällt, weil er mal nicht auf Stein bzw. Mineralität getrimmt ist, sondern einfach nur fruchtig ist, und dennoch Linie und Kontur zeigt, schlank bleibt und vor allem hohen Trinkfluss erzeugt. Richtig gelungen!

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Viele Grüße

Michl
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Bernd Schulz

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Re: Die Traditionsbetriebe der Mittelhaardt

BeitragDi 26. Jul 2016, 22:49

Michl, ein paar ältere Mosbacher-Rieslinge (vornehmlich 2005er) schlummern noch in den Schlüften meines Kellers. Früher war das Weingut für mich eine absolute Bank; in den letzten Jahren habe ich es dann weitestgehend aus den Augen verloren. Ich vermute aber, dass es gegenwärtig in diesem Forum zu Unrecht vernachlässigt wird und freue mich darüber, mal wieder eine VKN zu einem seiner Rieslinge lesen zu können! ---

Im Glas liegt gerade noch einmal der 2015er Gutsriesling von Schaefer. Ich bleibe bei meiner weiter oben zu lesenden Einschätzung, wobei ich einmal mehr feststelle, dass ich trotz des fairen Preises überhaupt keinen Nachkaufreflex verspüre. Die 2015er, die ich neulich bei Kröber erstanden habe - sorry dafür, dass ich schon wieder darauf herumreite :oops: - wirken auf mich einfach spannender, desgleichen die "kleineren" 2015er von Weingart...und insofern bleibt das Bessere einfach der Feind des Guten. Gut ist er, dieser Gutsriesling, aber am Ende schmeckt er dann doch vergleichsweise etwas limonadig-beliebig. Dass ich drei Flaschen davon erstanden habe, bereue ich nicht, aber weiteren Nachschub benötige ich ganz gewiss nicht zu meinem Glück.

Herzliche Grüße

Bernd
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Herr S.

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Re: Die Traditionsbetriebe der Mittelhaardt

BeitragMi 27. Jul 2016, 09:29

Hallo Bernd,

ich habe auch noch jede Menge Mosbacher, v.a. GGs, im Keller, allerdings erst ab 2007. Und ja, das Weingut ist meiner unmaßgeblichen Meinung nach immer noch eine Bank in Sachen Pfälzer Riesling. Mal schauen, vielleicht schaffe ich es demnächst mal wieder eine Flasche anzutesten.

Viele Grüße,
Björn
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(Wandspruch im "Het Goudblommeke in Papier")
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Ralf Gundlach

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Re: Die Traditionsbetriebe der Mittelhaardt

BeitragDo 28. Jul 2016, 19:34

Von Karl Schäfer bin ich nach dem Gutsriesling und dem "Sonnentropfen" auch etwas enttäuscht, wenn das die neue Stilistik des Weingutes ist, wird es nur eines unter vielen in der Pfalz sein, Gutsriesling des Jahres beim Berlincup hin oder her, Schäfer-Weine waren vorher kompromissloser und richtig trocken, schade, wenn diese beiden probierten Rieslinge für den neuen Stil stehen, gut, aber austauschbar, vor allem der Sonnentropfen war doch arg "hübsch" viniviziert,

Gruß

Ralf
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