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Philipp Kuhn

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Barrique-Haus

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Philipp Kuhn

BeitragDo 13. Feb 2014, 08:51

http://barriquehaus.de/2014/02/barrique ... ng-zum-91/

Das Weingut Philipp Kuhn in Laumersheim (Nordpfalz) gehört sicherlich nicht mehr zu den unbekanntesten Erzeugern in Deutschland. Sowohl unzählige Auszeichnungen und Siegerweine als auch die Tatsache, dass die Weine in den besten Restaurants genauso wie in hippen Weinbars zu finden sind, sprechen dafür, dass hier jemand ein richtig gutes Händchen hat. Philipp Kuhn übernahm mit 20 Jahren 1992 die Verantwortung für den Betrieb. Heute gehört er mit Recht zu den allerbesten Weinmachern Deutschlands.

Bewirtschaftet werden etwas über 20 Hektar, die zur einen Hälfte mit Rotwein und zur anderen Hälfte mit Weißwein bepflanzt sind. Der Schwerpunkt liegt auf Spätburgunder, Riesling (grandiose „Grosse Gewächse“!) und den weißen Burgundersorten. Jedoch verfügt er gleichzeitig über eine große Anzahl nationaler wie internationaler Rebsorten. So ist es nicht verwunderlich, dass für diese Region seltene Besonderheiten wie Viognier, Blaufränkisch oder auch Sangiovese zu entdecken sind. Der Ausbau erfolgt reinsortig oder in Form von Cuvées. Hier liegt eine der Stärken von Philipp Kuhn und ein Grund für seinen Erfolg. Er schafft es, jeden Wein in hervorragender Qualität –je nach Kategorie und Anspruch – in die Flasche zu bringen. Respekt! Dem Kunden steht ein breites Angebot bester Weine zur Auswahl und letztendlich ist für jeden Geschmack etwas dabei.

Bei Philipp Kuhn wird stets von Hand geerntet, oftmals in mehreren Lesedurchgängen, um die allerbeste Qualität zu gewährleisten. Die Weine werden traditionell und schonend verarbeitet, teilweise spielen Spontangärung oder verlängerte Maischestandzeiten eine wichtige Rolle. Der naturnahe, umweltschonende Weinbau steht im Mittelpunkt. Nachhaltigkeit ist im Weingut ein zentrales Thema. Philipp Kuhn ist Gründungsmitglied des neuen Nachhaltigkeitssiegels für Weinbau „Fair and Green“. Ein sehr spannendes Projekt, das Nachhaltigkeit als Gesamtkonzept sieht. Dazu gehört neben der biologischen Nachhaltigkeit auch die soziale sowie wirtschaftliche Nachhaltigkeit. Eine völlig richtige und konsequente Weiterentwicklung der Bio-Bewegung, die eben Fragen wie faire Löhne, Erhalt der Kulturlandschaft oder soziales Engagement nicht beantwortet. Sehr Löblich auch der Ansatz, die eigenen Kriterien ständig weiter zu entwickeln und anzupassen. Genauso werden verschiedene Wege der Zielerreichung diskutiert und akzeptiert. Mit dieser Mitgliedschaft nimmt Philipp Kuhn eine weitere Vorbildfunktion ein, die sein Weingut sowieso schon bei sehr vielen jungen Winzertalenten, die er selbst z.T. ausbildete (bspw. Jürgen Krebs), inne hat.

Die heutigen beiden Spätburgunder zeigen einen internationalen Stil mit pfälzischer Bodenerdung. Es sind keine puristischen, säurebetonten, tiefgründigen und mit spielerischer, ja filigraner Leichtigkeit versehene Vertreter, sondern kraftvolle, warme, fruchtige und neuholzbetonte Kandidaten. Sehr gekonnt gemacht, das rauchig-röstige Holz ist stets präsent, dabei jedoch durchlässig. Es gibt sowohl der reifen, teils überreifen Frucht als auch der deutlichen Mineralität (Bodenprägung) den nötigen Freiraum. Am Gaumen zeigen sie sich sanft und gefühlvoll mit feinsten Gerbstoffen, das Barrique perfekt integriert. Eine eigene Stilistik die sicherlich über einiges an Reifepotential verfügt. Gerade der „Kirschgarten“ braucht noch etwas Zeit.
Viele Grüße
Das Barrique-Haus

http://barriquehaus.de/
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mixalhs

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Re: Philipp Kuhn

BeitragDo 13. Feb 2014, 10:23

Auch ich habe mit den Großen Gewächsen von Philipp Kuhn gute Erfahrungen gemacht.

Gekauft habe ich den Riesling aus dem Kirschgarten 2009 und 2010 (letzterer hat mir besonders gut gefallen), außerdem den Weißburgunder aus dem Kirschgarten 2012, der sich im September 2013 neben den IMHO überholzten Weißweinen von Seeger und den Großen Gewächsen von Salwey deutlich angenehmer, runder und - mit leichter Mandelnote plus gelbem Obst - sehr sortentypisch präsentierte.

Ebenfalls gefallen hat mir der Pinot Noir aus dem Kirschgarten 2010, den ich zwar nicht gekauft habe, der sich aber neben den etwas wuchtigen 2011ern anderer Weingüter in geradezu burgundischer Eleganz präsentierte. Ich habe allerdings "nur" 91/92 notiert, werte im Durchschnitt aber auch deutlich konservativer als das Barriquehaus.
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MeisterTakuan

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Re: Philipp Kuhn

BeitragMi 19. Feb 2014, 17:40

habe am Wochenende den 2009 Luitmar getrunken. Einfach klasse. Zwar überdeckt die Holznote die sehr gute Zusammenstellung der Rebsorten noch zu sehr, aber in 1-2 Jahren dann ...

Viele Grüße
Ralf
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octopussy

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Re: Philipp Kuhn

BeitragMo 24. Feb 2014, 22:38

Ich hau jetzt mal ein provokatives und übertriebenes Statement raus: Sauvignon Blanc aus Deutschland ist (Ausnahmen bestätigen wie immer die Regel) jedenfalls aktuell die größte Geldverschwendung in der Weinwelt. Vor zwei, drei Jahren und auch danach habe ich ein paar probiert: Kuhn, Knipser, Wedenbornhof, Zeter, usw. Jung waren die alle fein. Diejenigen Flaschen, von denen ich mir eine aufbewahrt habe, haben dann aber gezeigt, was wirklich dahinter steckt. Nämlich sehr wenig. Bestes Beispiel ist der 2009 Sauvignon Blanc QbA Trocken von Philipp Kuhn, ein dünnes Wässerchen, das mich an die schlimmsten Supermarkt-Pinot-Grigio Zeiten erinnert. Ich frage mich wirklich, wie ein Wein so wenig Geschmack haben kann. Auch hier habe ich mich aber jung von den frisch agrumigen Aromen und der Kohlensäure blenden lassen. Aber mal ehrlich: bis die Rebanlagen ein vernünftiges Alter erreicht haben, lasse ich die Finger von Sauvignon Blanc aus Deutschland.

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Beste Grüße, Stephan
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Bernd Schulz

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Re: Philipp Kuhn

BeitragMo 24. Feb 2014, 23:21

Ich hau jetzt mal ein provokatives und übertriebenes Statement raus: Sauvignon Blanc aus Deutschland ist (Ausnahmen bestätigen wie immer die Regel) jedenfalls aktuell die größte Geldverschwendung in der Weinwelt.


Dieses provokative und übetriebene Statement bekräftige ich gerne - aber ich lege ganz dreist noch ein Brikett drauf und behaupte, dass es sich beim Sauvignon Blanc weltweit (Ausnahmen bestätigen wie immer die Regel :twisted: ) um eine massiv überschätzte Rebe handelt. Der St. Valentin aus Eppan hat mich jedenfalls genauso wenig überzeugt wie irgendein preisgekrönter, aber für meine Begriffe hauptsächlich nach Gurkenfass schmeckender Sancerre von Henri Bourgeois, und auch das im Barrique ausgebaute Flagschiff von Melcher/Schloss Gamlitz machte seinerzeit keine herausragende Figur...

Die Sorte ist in punkto Geschmackstiefe und Lagerfähigkeit meistens schlichtweg nicht so gut wie ihr Ruf!

Dann doch lieber Schadonnäh! Oder (als deutsche Alternative :mrgreen: ) Scheurebe!

*duck und weg*

Bernd
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port_ellen

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Re: Philipp Kuhn

BeitragDi 25. Feb 2014, 01:25

na ja, das aromengeprotze einer scheurebe ist auch nicht jedermanns sache.

und da gibt es solche und solche: eine fuhrmann (weingut pfeffingen) spätlese (trocken oder süss) schmeckt auch nach 10 jahren noch; die kalkstein spätlese 2011 trocken vom seehof (heute geöffnet) hatte allenfalls in der nase noch entfernt scheurebe aroma, gleiches phänomen wie der beschriebene sauvignon. gilt auch für den 2011 seehof gutsriesling, der schmeckt nach nichts mehr.

was mich zu dem punkt bringt: es darf auch mal einfach lecker schmecken und kann dann auch weggetrunken werden.

gruss, m
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Heri

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Re: Philipp Kuhn

BeitragDi 25. Feb 2014, 09:43

Für viele Weingüter ist Sauvignon Blanc heutzutage die Cash-Cow wie vor 20 Jahren der Dornfelder. Mit den gleichen Erscheinungen: die Standortwahl spielt keine Rolle und die Erträge sind zu hoch.
Andererseits werden jahrzehntealte Scheurebeanlagen gerodet, weil der Name der Rebe für die breite Schicht der Konsumenten nicht mehr hip genug ist.

Ein weiteres Gegenargument zum Sauvignon Blanc : die Scheurebe Trocken vom Weingut Weegmüller.

Grüsse

Heri
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octopussy

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Re: Philipp Kuhn

BeitragDi 25. Feb 2014, 10:08

Heri hat geschrieben:Für viele Weingüter ist Sauvignon Blanc heutzutage die Cash-Cow wie vor 20 Jahren der Dornfelder. Mit den gleichen Erscheinungen: die Standortwahl spielt keine Rolle und die Erträge sind zu hoch.

Der Eindruck entsteht bei mir auch. Nach allem sind die SBs vieler VDP-Weingüter auch nicht billig, gerade für einen Wein, der schon drei oder vier Monate nach der Ernte auf der Flasche ist.

port_ellen hat geschrieben:was mich zu dem punkt bringt: es darf auch mal einfach lecker schmecken und kann dann auch weggetrunken werden.

Das ist natürlich richtig. Und ich muss schon sagen, dass der Kuhn SB oder auch der Knipser SB jung durchaus attraktiv schmecken. Je mehr Wein ich trinke, desto weniger Reiz üben auf mich allerdings junge Weißweine zum Wegschlotzen aus, deren Reiz vor allem von kräftig Kohlensäure und knackiger Primärfrucht herrührt. Aber das ist Geschmackssache.
Beste Grüße, Stephan
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mixalhs

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Re: Philipp Kuhn

BeitragDi 25. Feb 2014, 10:52

octopussy hat geschrieben:Und ich muss schon sagen, dass der Kuhn SB oder auch der Knipser SB jung durchaus attraktiv schmecken. Je mehr Wein ich trinke, desto weniger Reiz üben auf mich allerdings junge Weißweine zum Wegschlotzen aus, deren Reiz vor allem von kräftig Kohlensäure und knackiger Primärfrucht herrührt. Aber das ist Geschmackssache.


Geht mir ähnlich. Für mich sind das wunderbare Partyweine: preislich OK, unkompliziert, ohne banal zu sein, und mit - jung getrunken - mit großem Spaßfaktor.
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mha71

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Re: Philipp Kuhn

BeitragDi 25. Feb 2014, 11:35

Würde die meisten Aussagen bzgl. SB aus Deutschland hier unterschreiben.
Sauvignon Blanc aus D. ist oft ein typischer 'In-your-Face'-Wein, bei dem einen die Aromen aus dem Glas geradezu anspringen. Ähnliches gilt für einige von mir verkostete SB's aus Neuseeland. Wobei ich keinesfalls behaupten kann, hier einen allgemeingültigen Überblick zu besitzen..
Und mittlerweile finde ich diese Weine auch nicht mehr so spannend, zumal die Preise für einen 'Mal eben so wegschlotzen'-Wein zumindest bei den bekannteren Gütern (Knipser z.b.) schon recht hoch sind. Für 10 € bekomme ich dann tlw. schon sehr ernsthaften Riesling bei Gütern aus der 2. Reihe, welcher mir persönlich mehr zusagt.

Neulich habe ich aber mal einen Pouilly Fumé von Serge Dagueneau probiert, und der gefiel mir dann wieder sehr gut - der war vor allem nicht so 'laut' wie es oft die deutschen (oder auch neuseel.) Varianten dieser Rebsorte sind, sondern in allem eher zurückhaltend, aber trotzdem mit Tiefe versehen. Ob der gut reifen kann, ist die 2. Frage, kann ich nicht beantworten (war eine 2012'er-Flasche...)...
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