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Wageck

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Der Wein-Schwede

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Re: Wageck

BeitragDo 14. Feb 2019, 01:13

Hallo Karsten,

wie würdest Du die beiden Wagecker Ch im Vergleich zu Rebholz Ch R 2015 einordnen/punkten?

Den Ch R 2015 habe ich neulich auf 87 Punkte abgestuft, den Wageck Kalkmergel gebe ich normalweise um die 88-89 Punkte und den Sülzner Weg um die 90 Punkte.

Der Sülznerweg ist der beste Chardonnay ich in Deutschland im Bereich 20-25 Euro gefunden habe. Im Bereich 10-15 Euro ist der Knewitz Holzfass der Nr 1 (oder Wageck Kalkmergel). Im Bereich oberhalb 25 Euro sind es Huber, Ziereisen und Knewitz.
Huber ist für mich absoluter Spitzenreiter (weil er so viele hervorragende Chardonnays macht).
Andere ich probiert habe sind Jülg, Phillip Kuhn, H. Schlumberger, von Winning, Hofmann, Bischel, Zeter, Manz, Porzelt, Klumpp, Lisa Bunn, Bremer, Bernhard Koch, Knab, R & C Schneider (habe wahrscheinlich noch einige vergessen…)

Viele Grüsse

Rolf
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amateur des vins

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Re: Wageck

BeitragDo 14. Feb 2019, 02:14

Der Wein-Schwede hat geschrieben:wie würdest Du die beiden Wagecker Ch im Vergleich zu Rebholz Ch R 2015 einordnen/punkten?
Schwer zu sagen - meine letzte Notiz zum Rebholz ist schon 2 Jahre alt, liest sich allerdings deutlich begeisterter, als die jetzt zu Wageck. Ich habe von den beiden noch einen kleinen Rest für morgen. Es bietet sich an, mal wieder einen 15er Rebholz aufzuziehen. :ugeek:
Der Wein-Schwede hat geschrieben:Der Sülznerweg ist der beste Chardonnay ich in Deutschland im Bereich 20-25 Euro gefunden habe. Im Bereich 10-15 Euro ist der Knewitz Holzfass der Nr 1 (oder Wageck Kalkmergel). Im Bereich oberhalb 25 Euro sind es Huber, Ziereisen und Knewitz.
Huber ist für mich absoluter Spitzenreiter (weil er so viele hervorragende Chardonnays macht).
Huber - selbst wenn man seine Chardonnays mag :twisted: - ist ja inzwischen schon sportlich bepreist, selbst die Alten Reben. Im Bereich um 25 € mag das mit Wageck stimmen. Allerdings muß der Sülzener Weg dort mit z.B. Joblot konkurrieren, und da gewinnt er zwar nach Säure :roll:, verliert aber deutlich in puncto Balance. 8-)
Besten Gruß, Karsten
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amateur des vins

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Re: Wageck

BeitragDo 14. Feb 2019, 23:29

Der Wein-Schwede hat geschrieben:wie würdest Du die beiden Wagecker Ch im Vergleich zu Rebholz Ch R 2015 einordnen/punkten?
Habe heute Mittag Rebholz Ch R 15 aufgezogen und abends gegen die Reste der Wageck 16 von gestern verkostet. Für mich spielt der Rebholz eine ganze Liga über den Wagecks.

Die Wagecks sind beileibe nicht schlecht, sogar gut. Aber für meinen Geschmack sind sie etwas bemüht auf Säure getrimmt, und das geht auf Kosten der Balance. Es ist in Relation zur Säure einfach nicht die Substanz für ein ausgewogenes Gesamtbild da. Weniger auf die Spitze getrieben, hätte womöglich ein ausgewogeneres Resultat ergeben.

Der Kalkmergel hat sich bis heute sogar noch harmonisiert, ist aber etwas linear. Der Sülzener Weg hat von allen dreien bei weitem die intensivste Nase. Er wirkt dabei allerdings ungestüm und unharmonisch, und ich bin nicht sicher, daß sich das auswächst, denn im Verlauf des Tages ist er deutlich disjunkter und schräger geworden. Potential ja, Harmonie nein, und zuviel Fokus auf der Säure für meinen Geschmack, und keine adäquate Substanz.

Wie souverän dagegen der Rebholz! Nicht so laut in der Nase, aber komplex und vielschichtig. Am Gaumen durchaus knackige Säure, gefühlt kaum weniger, aber nicht so vorlaut wie bei den Wagecks. Am Gaumen deutlich komplexer/vielschichtiger; die Substanz bietet hier einen angemessenen Gegenpol für die Säure. Alles ist ausgewogen, ohne lasch oder langweilig zu sein.

Für mich ist der Rebholz der deutlich interessantere Wein, selbst in anbetracht des Preises. Daß Rebholz ausgewiesen bio ist, ist für mich noch ein plus. (Wie ist das bei Wageck? Die Homepage gibt keine Auskunft darüber.) Vom PGV ist der Kalkmergel (halber Preis des Rebholz!) ähnlich anzusiedeln, macht mir aber absolut viel weniger Spaß. Der Sülzener Weg fällt für mich deutlich ab: zu gewollt. Hier wäre es interessant, ein gereiftes Exemplar kosten zu können.
Besten Gruß, Karsten
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Der Wein-Schwede

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Re: Wageck

BeitragFr 15. Feb 2019, 00:49

Hallo Karsten,

vielen Dank für Diene letzten Notizen.
Ich kann jetzt wirklich verstehen warum Du z.B. nicht Huber magst. Ich glaube unsere Geschmecker sind doch sehr verschieden. Der Rebholz Ch R 2015 hat mir bis vor einem Jahr ziemlich gut geschmeckt, doch nie hervorragend, dafür zu breit und unfokuziert, aber jetzt diese Woche ist für mich die letzte Frische vom Wein nicht mehr zu finden.
Die Flasche habe ich vor zwei Jahren direkt ab Hof Rebolz in Siebeldingen geholt und danach bei 12 Grad gelagert, die Lagerbedingungen sollten für den Wein ideal sein. Ich habe den Ch R 2015 jetzt 6 oder 7 mal getrunken, und am besten war er bei der Verkostung bei Rebolz vor zwei Jahren, danach jedes Mal langsam abwärts. :? :(
Nach meiner Meinung ist der Ch R 2017 ein ordentlicher Schritt nach oben Qualitätsmässig, hat mir sehr gut gefallen, aber für 34 Euro kein Nachkauf... :|

Wageck Chardonnays sind für mich den schönen Mittelweg, straff aber nicht scharf und sauer, konzentriert und mineralisch, lagerfähig. Huber und Knewitz haben im Verhältnis zu Wageck Turbo auf die Säure aufgedreht.. :!:
Huber doch definitiv konzentrierter als Knewitz. Die Komplexität (Gewürze) bei Huber Chardonnays ist für mich unübertroffen im Vergleich mit alle anderen deutsche Chardonnays ich probiert habe.
Der Ziereisen Chardonnay Hardt 2014 kann vielleicht damit konkurrieren, ein sehr schöner Chardonnay.

Als Notiz über den Wageck Ch Sülznerweg, die Erntemengen dieses Weines liegen normal im Bereich 25-30 Hektoliter/ha. Das ist kompromisslose Weinherstellung. :!:
Es gibt noch eine Stufe höher - den Chardonnay Geisberg, aber kostet 35 Euro. Jährliche Produktion 300 Flaschen!

Viele Grüsse
Rolf
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dylan

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Re: Wageck

BeitragDo 21. Mär 2019, 22:07

Während andere sich mit dem Silvaner von Keller vergnügten, hatte ich meine Erstbegegnung mit einem Chardonnay von Wageck.

Chardonnay Sülzner Weg 2014

Anfänglich sehr diskrete Nase, die mit zunehmender Verweildauer im Glas etwas aufmacht, zitrische Noten, etwas Rauch und minimal vanillig.
Auch am Gaumen spielt der Fassausbau nur eine untergrordnete Rolle. Die Strunktur wird von der prononcierten Säure dominiert.
Kaum Frucht, am ehesten noch etwas Melone und unreife Birne, das Holz ist sehr gut integriert, nicht zuletzt bedingt durch die Säure guter Trinkfluss.
Das ist alles ganz in Ordnung, löst bei mir keinen Nachkaufreflex aus, zumindest nicht zu dem ab Hof zu zahlenden Preis von ca. 22 €. (87-88 P)

Grüße

dylan
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Herr S.

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Re: Wageck

BeitragMo 29. Apr 2019, 16:29

Moin moin,

am Wochenende ergab sich die Möglichkeit, den Wein-Schweden alias Rolf zusammen mit der Wageck'schen Kollektion kennenzulernen. De facto also ein no-brainer. Rolf wird bestimmt auch noch etwas schreiben, daher fasse ich mich kurz: tolle Weine!
Die Chardonnays als auch der Sauvignon blanc fumé leben von ihrer griffigen Struktur (dieser Terminus kam Rolf und mir spontan in den Sinn), getragen jeweils von einer prägnanten Säure und mit komplexem Aromenspiel an Gaumenn und/oder im Duft. Gerade die Chardonnays können bzw. müssen (im oberen Segment) Zeit bekommen, sich vollständig zu entfalten.
Die Pinots sind ebenfalls klasse, finessenreich und von wunderbarer Struktur. Gerade von den noch verfügbaren 15er-Lagenweinen (Burgweg: eher dunkel und muskulös ohne jede Schwere; Goldberg: filigraner, sogar dezent florale nach Rosenwasser) werde ich nochmal nachlegen).
Auch klasse: die Portugieser Reserve mit viel Saftigkeit und toller Struktur (für einen Portugieser), die Cuvee Wilhelm dicht und kräftig, die Reserve dagegen recht verschlossen, kühl in der Anmutung und mit viel Potential.
Durchweg eine tolle Kollektion!

Viele Grüße,
Björn
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"Tout homme a droit à vingt quatre heures de liberté par jour"
(Wandspruch im "Het Goudblommeke in Papier")
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Der Wein-Schwede

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Re: Wageck

BeitragMo 29. Apr 2019, 22:12

Herr S. hat geschrieben:am Wochenende ergab sich die Möglichkeit, den Wein-Schweden alias Rolf zusammen mit der Wageck'schen Kollektion kennenzulernen.
Hallo Björn,
es war sehr nett Dich und Deine Familie zu treffen!
Und sehr interessante Diskussionen zusammen mit Dir und Thomas Pfaffmann.

Eine sehr schöne Veranstaltung wieder bei Wageck-Pfaffmann. Am Tag sehr gute Verkostungsmöglichkeiten, gutes Essen (Caterer) und am Abend ein Party mit einem Live Rock-Band!
Die Pfaffmann's bieten wirklich eine schöne pfälziche Gastfreundlichkeit an!

Für mich war es hauptsächslich eine Vergnügungsreise - kenne die Wageck Weine schon seit früher. Auf dem Grund habe ich keine Notizen gemacht, und werde hier keine detalierte Bewertungen schreiben.
Herr S. hat geschrieben:Die Chardonnays als auch der Sauvignon blanc fumé leben von ihrer griffigen Struktur (dieser Terminus kam Rolf und mir spontan in den Sinn), getragen jeweils von einer prägnanten Säure und mit komplexem Aromenspiel an Gaumenn und/oder im Duft. Gerade die Chardonnays können bzw. müssen (im oberen Segment) Zeit bekommen, sich vollständig zu entfalten.
Das kann ich zustimmen, die "Chardonnay-Treppe", Kalkmergel (Ortswein) - Sülznerweg (Lagenwein) - Geisberg (der beste Lagenwein), zeigen alle eine ähnliche Stilistik mit ein bisschen pflanzlichen Fenschel/Kräuternoten, Zitrus-Schalen eher als Gelbfrucht, gute Salzigkeit, kraftvolle aber keine sauer-scharfe Säure und eine sehr gute Gerbstoffstruktur.
Wenn man auf die "Treppe" hochklettert steigen die Dichte, Struktur und Mineralität. Für mich persöhnlich sind die 2016er sehr gelungen.
Herr S. hat geschrieben:Die Pinots sind ebenfalls klasse, finessenreich und von wunderbarer Struktur. Gerade von den noch verfügbaren 15er-Lagenweinen (Burgweg: eher dunkel und muskulös ohne jede Schwere; Goldberg: filigraner, sogar dezent florale nach Rosenwasser) werde ich nochmal nachlegen).
Diese Beschreibung kann ich 100%-ig bestätigen. Der SB Goldberg ist der hell-kirschige Wein mit klarer Kalkmineralität, und der Burgweg der dunklere und kraftvollere. Beide Französische PN Klone, Lehmboden auf Kalksteinfels und ein Winzer der Côte d'Dor als Vorbild sieht - kein Wunder dass diese PN Weine "burgundisch" sind.
Mein Favorit ist der Burgweg.
Auch gut zu wissen: Im Mittenfeld (Ortswein SB "Kalkmergel") ist ein solider Spätburgunder, aber der Qualitätssprung zu den Lagenweinen ist sehr gross. In dieser Preisklasse 30 Euro (wie Goldberg und Burgweg) befinden sich recht viele Deutsche Spätburgunder und für mich heisst der Masstab dann immer Bernhard Huber Alte Reben, und da können die meisten in der Qualität nicht mithalten. Diese zwei Wageck-Weine können es.
Vielleicht auch der Pinot Noir von Shelter Winery und der Pinot Noir HE Reserve von Bernhard Koch - aber diese letzten sind nicht so Französisch.

Viele Grüsse
Rolf
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