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Re: Koehler-Ruprecht

BeitragVerfasst: Mi 28. Jun 2017, 22:38
von Bernd Schulz
Der 2015er Muskateller-Kabinett (nicht in "trocken") verführt mich dagegen kaum zu einer Nachbestellung:

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Ganz nett, aber aus dieser Sorte (die neben der Scheurebe zu meinen heimlichen Lieben gehört) müsste ein Spitzenweingut in einem guten Jahr eigentlich noch mehr herausholen können! Vielleicht hätte man den Wein etwas früher lesen und dann trocken ausbauen sollen.... :?: :?:

Naja, auch Toperzeuger können nicht immer alles hundertprozentig perfekt machen!

Herzliche Grüße

Bernd

Re: Koehler-Ruprecht

BeitragVerfasst: So 6. Aug 2017, 23:02
von Weinschlumpf
K-R 2008 Kallstadter Saumagen Riesling Auslese R trocken

Gestern Abend getrunken. Meine VKN aus 2015 kann ich (nach inzwischen mehr als 12 getrunkenen Flaschen) erneut bestätigen:

Weinschlumpf hat geschrieben:
Feine kräutrig-reduktive Nase. In Nase und Gaumen zeigt sich bereits viel Würze und im Hintergrund eine undefinierte Frucht, die sich aber über die Zeit zunehmend in Richtung Birne und schwarze Johannisbeere entwickelt und auch an Präsenz zunimmt. Im Vordergrund spielen jedoch auch noch heute am zweiten Abend eher die kräutrigen Aromen von Kamillentee, Limettenschale und Zitronenmelisse. Die Säure ist wunderbar eingebunden und verhilft der (auch im Vergleich nur Spätlese R aus 2008) beeindruckend druckvollen Auslese ein herrliches Spiel. Minuten langer vielschichtiger Abgang. Ich denke, das in dem Wein trotz aller Präsenz noch Entwicklungspotential steckt. 95+.


Einfach ein grandioser Riesling!

Viele Grüße

Nikolai

Re: Koehler-Ruprecht

BeitragVerfasst: Fr 15. Sep 2017, 21:46
von Bradetti
Heute abend im Glas, auch die

2008 Kallstadter Saumagen Riesling Auslese "R"

Der Wein braucht Luft. 4h in offener Flasche.
Recht zurückhaltende Nase nach Kräutern, und ist das ein Hauch Sauerkraut mit Stachelbeere?? Aber irgendwie auch dunkle Frucht (Nikolai, mit deiner Johannisbeere könnte das passen.) mit leichter Rauch-Note.
Ein Schwenk im Glas lässt sofort die Nasenflügel flattern. Sehr intensives Bouquet nun und jetzt ist Zitronenmelisse und leichte Brennessel (?) dabei sowie weiße und gelbe Frucht - schwierig zu beschreiben diese Fruchtaromen, aber herrlich. Dann im Glas lehnt sich der Wein wieder zurück, ein Schwenk dann und die Post geht wieder ab.
Ich glaube ich habe noch nie einen trockenen Weißwein im Glas gehabt, der so fett am Glas runter läuft - Kirchenfenster par excellence!
Am Gaumen fließt die Auslese sehr weich ein, schöne Viskosität.
Die Säure ist präsent, aber nicht überfordernd.
Sie trägt die Naseneindrücke zusammen mit mineralischer Note weiter und zeigt dann einen langen Abgang, in dem der Wein regelrecht vibriert, immer wieder andere Eindrücke zeigend.
Hallt nach und hallt nach und hallt nach....
Weiß nicht ob der Wein mit weiterer Reife noch besser wird, ich fand ihn jetzt sehr stimmig und balanciert mit Kraft und Zug. Nie zu weit in die Breite gehend sondern man hat den Eindruck, dass die vielen verschiedenen Noten durch einen schmalen Flaschenhals gedrückt werden und dann etwas voluminös werden, aber eben nie zu breit sondern fokussiert bleibend. Wow. Das ist kein Schmusekätzchen. Der Wein will Aufmerksamkeit und nicht so nebenher getrunken werden. Wird über den Abend auch mit jedem Glas besser!
War meine einzige Flasche und die ist jetzt leer :lol: :( . Also wie sich der Wein über mehrere Tage entwickelt, kann ich nicht sagen, aber wäre definitiv interessant! Mit der 2009er und 2011er Auslese R bin ich etwas besser aufgestellt.
95 Punkte

Re: Koehler-Ruprecht

BeitragVerfasst: Fr 15. Sep 2017, 22:36
von nahebub
hallo bradetti, hast du Lust eine 2008er AL R gegen eine 2009 AL R zu tauschen. bei mir verhält es sich nämlich umgekehrt, 2008er AL R habe ich noch einige, 2009er AL R leider nur eine. Interesse?

Re: Koehler-Ruprecht

BeitragVerfasst: Sa 16. Sep 2017, 09:54
von Bradetti
nahebub hat geschrieben:hallo bradetti, hast du Lust eine 2008er AL R gegen eine 2009 AL R zu tauschen. bei mir verhält es sich nämlich umgekehrt, 2008er AL R habe ich noch einige, 2009er AL R leider nur eine. Interesse?

Naja, mit "etwas besser aufgestellt" heißt 3 Flaschen. Die würde ich gerne über die Zeit probieren und vergleichen. Sorry....

Re: Koehler-Ruprecht

BeitragVerfasst: Sa 16. Sep 2017, 18:41
von nahebub
kein problem. macht sinn, die 3 flaschen in ihrem verlauf über die zeit zu beobachten.

Re: Koehler-Ruprecht

BeitragVerfasst: Fr 22. Sep 2017, 20:06
von Michl
Gerade habe ich den 12er Kabinett trocken aus dem Saumagen im Glas und bin jetzt, nach 1,5 Stunden, ganz ergriffen von dem Wein. Nach dem Öffnen war ich etwas enttäuscht, ziemlich brav kam der Wein daher, sehr harmonisch zwar, aber eben auch fast beliebig. Blind hätte ich vielleicht sogar aufgrund einer gewissen Stachelbeer-Kräuterigkeit auf Grünhaus getippt. Je länger der Wein offen ist, umso faszinierender nimmt er jedoch Fahrt auf. Und jetzt habe ich einen Wein mit einem fast dramatischen Heilkräuterspiel vor mir. Weinintellektuell ist das 'mal wieder eine Begegnung, die in dieser Form mir nur K.-R. bietet. Der Wein singt, aber man hört ihn nur, wenn man aufmerksam ist. Das ist kein Blender, der mit Gewalt einen einnehmen will, er zeigt vielmehr hintergründige Zurückhaltung, nimmt einen aber völlig gefangen, wenn man sich auf sein vibrierendes Schauspiel einlässt. Immer tiefer zieht er einen in seine Abgründe hinein. Doch dann, kurz abgelenkt, hat man einfach wieder einen phantastisch trinkigen Wein im Glas, der nur herzlich erscheint. Großartiger Weincharakter. Eigentlich trinke ich wegen Weinen wie diesem Wein!

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Re: Koehler-Ruprecht

BeitragVerfasst: Mo 2. Okt 2017, 08:24
von Jürgen
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Ich freue mich sehr, daß ich weitere fünf Flaschen von dem Sekt im Keller habe :-)

Re: Koehler-Ruprecht

BeitragVerfasst: Mo 16. Okt 2017, 09:28
von m_arcon
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Re: Koehler-Ruprecht

BeitragVerfasst: Di 13. Feb 2018, 22:00
von Bradetti
Gestern und heute mal wieder einen K-R im Glas

2014 Kallstadter Saumagen Riesling Spätlese trocken

Der Wein braucht Luft, dann zeigt die Nase weiße Frucht, leichte Tropik und Kräuter (z.B. Thymian).
Am Gaumen läuft der Wein recht soft ein. Ähnliche Noten wie in der Nase. Hinzu gesellt sich Zitrus, Steine und leichte Tee-Aromatik.

Die Säure ist präsent und trägt die Aromen in eine relativ barocke Breite, die den langen Abgang einläutet.
Sehr intensiv in der Aromatik.
91 Punkte