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Koehler-Ruprecht

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octopussy

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Re: Koehler-Ruprecht

BeitragFr 27. Mai 2011, 21:54

Bernd Schulz hat geschrieben:Der Koehler-Ruprecht-Stil gefällt mir im Vergleich zum üblichen Pfälzer Fruchtkisch schon sehr gut...

Herrlich, diese Pauschalurteile ;), ich glaube, aber ich weiß, wie du es meinst. Aber im Ernst, Bernd, mir sagt der Koehler-Ruprecht-Stil in der Pfalz auch sehr zu, wenn nicht am meisten. Aber "üblicher Pfälzer Fruchtkitsch" ist mir persönlich zu pauschal. Viele Rieslinge und Weißburgunder von z.B. Friedrich und Fritz Becker, Jürgen Leiner, dem Weingut Karl Schäfer, Siener, Knipser und Rings sprechen aus meiner Sicht eine andere Sprache. Und ist denn Frucht immer kitschig?
Beste Grüße, Stephan
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Bernd Schulz

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Re: Koehler-Ruprecht

BeitragFr 27. Mai 2011, 22:58

Hallo Stephan,

nein, Frucht ist nicht immer kitschig. Und im Hinblick auf Leiner, Siener und Schäfer bin ich durchaus deiner Meinung (Rings kenne ich nicht, die Weißen von Knipser kenne ich kaum); mit Odinsthal oder Henninger IV fallen mir sogar noch mehr Erzeuger ein, die sich jenseits der fröhlichen Einheitsfrucht bewegen.

Tatsache ist jedoch, dass ich immer noch nicht weiß, welchen Winzer ich bei meinem geplanten Sommerurlaub im Herzen der Mittelhaardt (Neustadt-Königsbach) eigentlich heimsuchen soll. Im näheren Umkreis sehe ich bislang nur Nobelputtiken (Christmann, Müller-Catoir), die für mich als alten Geizer :mrgreen: nicht wirklich als Ziel dienen können - oder eben die üblichen Pfälzer Gelbfruchtwinzer. Deren Produkte kann ich durchaus auch mal genießen, ohne dass es mich direkt schüttelt, aber eine ganze Woche möchte ich arroganterweise nicht mit dieser Easy-Drinking-Stilistik bestreiten, ganz abgesehen von den Mitbringseln für den Keller daheim....

An der Mittelmosel geht es mir da schon anders. Da gibt es etliche Erzeuger, die ich unter qualitativen UND preislichen Aspekten gerne regelmäßiger besuchen/kennenlernen würde, wenn ich im Kurzurlaub überhaupt die Zeit dazu hätte!

Beste Grüße

Bernd
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dylan

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Re: Koehler-Ruprecht

BeitragSa 28. Mai 2011, 08:31

Bernd Schulz hat geschrieben: Im näheren Umkreis sehe ich bislang nur Nobelputtiken (Christmann, Müller-Catoir), die für mich als alten Geizer :mrgreen: nicht wirklich als Ziel dienen können


Hallo Bernd,

das GG von MC kostet mit 24,50 Euro nicht mal so viel wie die teuerste Spätlese deines erklärten Lieblingswinzers. Der Haardter Riesling 09 für 10 Euro und die Spätlesen Herrenletten und Bürgergarten 09 zu 16 Euro sind in jedem Fall einen Versuch wert. Die Weine von MC sind nach meinem Empfinden eher auf der eleganten Seite beheimatet, jedenfalls für pfälzer Verhältnisse.

Beste Grüsse

dylan
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harti

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Re: Koehler-Ruprecht

BeitragSa 28. Mai 2011, 10:42

octopussy hat geschrieben:
Bernd Schulz hat geschrieben:Der Koehler-Ruprecht-Stil gefällt mir im Vergleich zum üblichen Pfälzer Fruchtkisch schon sehr gut...

Herrlich, diese Pauschalurteile ;), ich glaube, aber ich weiß, wie du es meinst. Aber im Ernst, Bernd, mir sagt der Koehler-Ruprecht-Stil in der Pfalz auch sehr zu, wenn nicht am meisten. Aber "üblicher Pfälzer Fruchtkitsch" ist mir persönlich zu pauschal. Viele Rieslinge und Weißburgunder von z.B. Friedrich und Fritz Becker, Jürgen Leiner, dem Weingut Karl Schäfer, Siener, Knipser und Rings sprechen aus meiner Sicht eine andere Sprache. Und ist denn Frucht immer kitschig?

Hallo Stephan,

seit meinen Besuch im letzten Jahr bin ich Fan des Weingutes Siener: Kompromisslose Weine mit deutlicher Bodenprägung. Die 2010er Rieslinge weisen auch im trockenen Bereich Säurewerte von bis zu 10 g/l auf, was ich angesichts der allgemeinen Tendenz zu säurearmen, süßekaschierten Rieslingen sehr positiv werte. Ob mein Magen diese Säurewerte verträgt, muss ich allerdings noch ausprobieren ;) .

Grüße

Hartmut
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fafnir

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Re: Koehler-Ruprecht

BeitragSa 28. Mai 2011, 12:34

irgendwo in unserem weinlager mußte doch eine flasche davon existieren, glaubten wir uns zu erinnern.die hatten wir vor jahren geschenkt bekommen und wohl deshalb in die abteilung "patientenweine" einsortiert. die weine aus dieser ecke gehören meist nicht gerade zu unseren favoriten und bleiben somit oft weit über die zeit liegen....

nun wird der 2oo4er saumagen riesling auslese r trocken von koehler ruprecht von vielen verkostern derart gelobt, daß wir uns selbst unser urteil bilden wollten und die flasche zum vergleich mit einem unserer lieblinge, dem 98er ürziger würzgarten,riesling auslese trocken von jos.christoffel jr. entkorkten.


der immerhin 6 jahre ältere ürziger spulte ein ganzes feuerwerk an würze,brillanter säure,tänzerischer leichtigkeit ab, ein wahrer schiefer-nurejew.

der saumagen, tja, damit konnten wir leider nur wenig anfangen.wir suchten vergebens nach dem bukett, nicht einmal korkig kam er uns vor, im geschmack erinnerte er uns an altes holzfass,sehr altes holzfass.dumpf und irgendwie ohne aussage. den gleichen eindruck hatten wir auch am nächsten tagen, als wir dem wein eine zweite chance geben wollten. immerhin konnte er da wenigstens im abgang seine rieslingsäure passabel unter beweis stellen.genuß stellen wir uns aber anders vor und werden mal schön, was die pfalz anbelangt, den bürklins und den bassermanns die treue halten.


gruß aus dem weinparadies

may
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Bernd Schulz

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Re: Koehler-Ruprecht

BeitragSo 29. Mai 2011, 21:52

das GG von MC kostet mit 24,50 Euro nicht mal so viel wie die teuerste Spätlese deines erklärten Lieblingswinzers...


Das ist zwar richtig, ändert aber nichts daran, dass mir - wenn wir schon Äpfel und Birnen vergleichen :D - die weniger teuren trockenen Spätlesen meines erklärten Lieblingswinzers ( z.b. Paradies* 09 á 12 Euro) immer noch deutlich spannender vorkommen als die trockenen Müller-Catoir-Spitzen, die ich aus den letzten Jahrgängen probiert habe (das aktuelle GG kenne ich zugebenermassen nicht). Mir hilft es am Ende wenig, wenn GG auf dem Etikett steht...

Die Weine von MC sind nach meinem Empfinden eher auf der eleganten Seite beheimatet, jedenfalls für pfälzer Verhältnisse.


Ja, auch das stimmt, wobei mit der Eleganz gleichzeitig eine gewisse Langeweile verbunden ist. :mrgreen:

Müller-Catoir gehört für mich - ganz im Gegensatz zu Koehler-Ruprecht - inzwischen zu den wirklich uninteressanten unter den namhaften Betrieben. Für das, was die Produkte an individuellem Ausdruck bieten, sind sie mir klar zu teuer. Hier bezahlt man einen deutlichen Legendenaufschlag.

Ich war übrigens während der Schwarz-Ära schon mal vor Ort. Damals präsentierten sich wenigstens die Weine auf herausragendem Niveau; die sagenhaft lieblose (und nicht nur mich/uns betreffende) Kundenabfertigung jedoch erweckte gewiss nicht den Wunsch, einen Besuch im Hause Catoir zu wiederholen: Man saß irgendwo in einer großen Halle an einem langen Tisch und bekam die gewünschte Nummer aus der Preisliste von einer neutral-mürrischen Angestellten in einer Art Schnapsgläschen serviert - Freude hat das nicht im Allergeringsten gemacht.

Dezent offtopische Grüße sendet

Bernd
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Weinschlumpf

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Re: Koehler-Ruprecht

BeitragSo 29. Mai 2011, 23:08

fafnir hat geschrieben:irgendwo in unserem weinlager mußte doch eine flasche davon existieren, glaubten wir uns zu erinnern.die hatten wir vor jahren geschenkt bekommen und wohl deshalb in die abteilung "patientenweine" einsortiert. may



Hallo,

die 2004er Auslese R vor Jahren geschenkt bekommen? Der Wein ist erst seit Spätsommer/Herbst letzten Jahres vom Weingut freigegeben worden. Da muss es sich um einen anderen Wein handeln, oder?

Viele Grüße

Nikolai

der sich schon auf das nächste Wochenende im "Weinparadies" freut :D
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fafnir

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Re: Koehler-Ruprecht

BeitragMo 30. Mai 2011, 15:30

nein, nein, lieber weinschlumpf. das war schon der richtige wein. aber wir bekommen derart viele mehr oder weniger gute flaschen geschenkt, daß man das empfangsdatum schon mal verwechseln kann.


nichts für ungut, wir lieben die pfälzer wein auch trotz des 2oo4er saumagens...


gruß aus dem weinparadies


may
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octopussy

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Re: Koehler-Ruprecht

BeitragSo 19. Jun 2011, 09:01

Gestern Abend zur Piccata Milanese (Kombination ok) und zur Einstimmung auf die diesjährige BRN gab es meine letzte Flasche 2004 Kallstadter Steinacker Weißer Burgunder Spätlese Trocken. Die letzte vor ca. einem Jahr getrunkene Flasche fand ich ungefähr so gut wie diese, fand den Wein damals aber etwas säurearm. Die Säure war jetzt aber wieder präsenter. Die Zeitlosigkeit der Koehler-Ruprecht Weine beeindruckt mich immer wieder.

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Beste Grüße, Stephan
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octopussy

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Re: Koehler-Ruprecht

BeitragDi 9. Aug 2011, 21:46

Seit gestern offen: der 2007 Kallstadter Saumagen Riesling Kabinett Trocken. Vor ca. einem Jahr war ich noch etwas begeisterter von diesem Wein, der sich wieder ein wenig verschlossen zu haben scheint. Das Gefühl der vollen Trinkreife hat man jedenfalls nicht mal ansatzweise. Der Überraschungseffekt an den Koehler Ruprecht Rieslingen gefällt mir jedenfalls ziemlich gut. Interessant war auch, wie sich der Wein zu verschiedenen Käsen macht, hier einem Fleur d'Olivet mit Salbei, einer Torta di Peghera (das ist ein Käse aus der Taleggio-Gegend), einem Robiola tre latti und einem Morbier. Mit dem sehr käsigen Morbier hat er nicht so gut harmoniert, da die Bitternoten pointiert wurden. Der frische und säuerliche Robiloa war da schon besser, die beste Kombination ergab sich aber mit der sehr salzigen Torta di Peghera, da der eigentlich furztrockene Riesling durch die Salzigkeit des Käses plötzlich schöne fruchtsüße Aromen entwickelte. Hier die Notiz zum Wein:

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Beste Grüße, Stephan
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