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Koehler-Ruprecht

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Michl

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Re: Koehler-Ruprecht

BeitragDi 22. Dez 2015, 19:51

Bei deutschem Spätburgunder habe ich häufig den Eindruck, dass mehr die Absicht des Winzers als ein authentischer Wein im Glas ist. Bei burgundischem Pinot Noir verhält es sich tendenziell umgekehrt. Vielleicht liegt das primär an der etwas anstrengenden Säure, die gerade viele Burgunder im "unteren" Bereich kennzeichnet, dass ich diese Weine als "ehrlicher" wahrnehme, vielleicht am häufig fehlenden Fett, ich weiß nicht... Gerade habe ich diesen Spätburgunder von Koehler-Ruprecht im Glas und für mich ist das so typisch Burgund (Saint-Aubin am ehesten). Vielleicht hatte ich noch nie einen Spätburgunder, der so im besten Sinn bäuerlich-einfach-unverstellt daherkam. Ich erinnere auch keinen deutschen Spätburgunder, der dabei so schlank daherkam (außer mit wesentlich größerer Feinheit). Wer die schlanke Einfachheit der durch Kraft verstellten Einfachheit vorziehen kann, liegt hier genau richtig. Eine gewisse Kernigkeit muss man jedoch hinnehmen/wertschätzen können:

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Für mich ist das der erste Koehler-Ruprecht Spätburgunder. Vor einigen Jahren hatte ich ab und an Pinots der Philippi-Reihe im Glas. Immer sehr gut, aber doch deutlich holzlastig. Hier ist das Holz kaum wahrnehmbar...
Viele Grüße

Michl
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Weinschlumpf

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Re: Koehler-Ruprecht

BeitragMi 23. Dez 2015, 22:00

Hallo zusammen,

gestern am Nachmittag sind wir in der Heimat angekommen, Auto ausgeladen und gleich ab in den Weinkeller, in dem die meisten meiner Schätze lagern. Gleich in der erstbesten Kiste lag eine Flasche Riesling Saumagen Auslese R 2008, die da eigentlich nix zu suchen hatte. Ok, Jahrgang 2008 war somit schon mal gesetzt. Die Wahl der beiden weiteren Partner fiel auf Abtserde und Morstein von Keller, deren Kisten noch allesamt jungfräulich waren...und so wurden drei Korken gezogen....

Direkt nach dem Öffnen war die Abtserde am offensten. der Saumagen war noch von Gäraromen überlagert und der Morstein war recht verschlossen.
Nach einer guten Stunde hatte sich nur der Saumagen überhaupt verändert und zwar deutlich zum Positiven:

Feine kräutrig-reduktive Nase. In Nase und Gaumen zeigt sich bereits viel Würze und im Hintergrund eine undefinierte Frucht, die sich aber über die Zeit zunehmend in Richtung Birne und schwarze Johannisbeere entwickelt und auch an Präsenz zunimmt. Im Vordergrund spielen jedoch auch noch heute am zweiten Abend eher die kräutrigen Aromen von Kamillentee, Limettenschale und Zitronenmelisse. Die Säure ist wunderbar eingebunden und verhilft der (auch im Vergleich nur Spätlese R aus 2008) beeindruckend druckvollen Auslese ein herrliches Spiel. Minuten langer vielschichtiger Abgang. Ich denke, das in dem Wein trotz aller Präsenz noch Entwicklungspotential steckt. 95+.

Viele Grüße und frohe weinseelige Festtage

Niko

PS: Erwähnt werden muss, dass heute auch die Abtserde und Morstein (riesen Potential) deutlich zugelegt haben und die Abtserde jetzt mindestens auf Augenhöhe mit dem Saumagen liegt. Aber dazu ggf. mehr an anderer Stelle.
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Michl

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Re: Koehler-Ruprecht

BeitragDi 19. Jan 2016, 19:33

Koehler-Ruprecht Spätburgunder Kabinett trocken 2012:

Gestern geöffnet, dann nur geschockt: übelster Nagellackton, im Mund viel zu viel nicht integriertes Holz, stechende Säure und dann noch ein Zuckerschwanz. Untrinkbar. Aber vielleicht hilft ein Tag an der Luft? Nix war's... Heute genauso übel.
Kennt jemand den Wein? War das nur eine schlechte Flasche? Ging vollständig in den Ausguss!
Viele Grüße

Michl
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Jürgen

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Re: Koehler-Ruprecht

BeitragMo 11. Apr 2016, 11:52

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Weinschlumpf

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Re: Koehler-Ruprecht

BeitragMi 4. Mai 2016, 22:22

Hallo zusammen,

nach fast 2,5 Monaten verbringen wir das lange Wochenende endlich mal wieder in unserer Pfälzer Heimat. Gleich in den Keller geflitzt (dort befindet sich der Großteil meiner Weinsammlung) und 5 Pullen ausgewählt, die über die nächsten Tage parallel getrunken werden. Beim Öffnen des Kühlschranks stelle ich zu meiner Überraschung fest, das dort noch eine halb-volle Flasche 2008er Saumagen Auslese R befindet. Da der Wein fast 10 Wochen offen ist, hätte ich im Leben nicht gedacht, dass er noch mit Genuß getrunken werden kann...IRRTUM!! Zunächst etwas verhaltene Nase, aber bei 5C ist das ja kein Wunder..Kaum wird der Wein wärmer, strömt ein intensiver Duft von Birne und Kamillentee aus dem Glas. Auch am Gaumen ist er keineswegs gezehrt, sondern begeistert mit viel Spiel und schönen reduktiven Noten. Klar, nicht mehr ganz auf dem Niveau, das er in den Tagen nach dem Entkorken gezeigt hat. Aber trotzdem sehe ich ihn bei 93-94 Punkten. Chapeau!

Viele Grüße

Niko
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amateur des vins

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Re: Koehler-Ruprecht

BeitragDo 5. Mai 2016, 05:42

Nach 10 Wochen reduktiv? Teufelszeug! :D
Besten Gruß, Karsten
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Weinschlumpf

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Re: Koehler-Ruprecht

BeitragDo 5. Mai 2016, 11:00

amateur des vins hat geschrieben:Nach 10 Wochen reduktiv? Teufelszeug! :D


Ja, das ist echt ein Teufelszeug! Diese grünlich-reduktiven Noten wie bei einem guten Meursault von Coche oder Roulot waren noch fast so präsent wie vor 10 Wochen..Der Weine wurde im Glas übrigens immer besser! Meine Frau konnte es auch kaum glauben :shock:
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Jürgen

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Re: Koehler-Ruprecht

BeitragDo 12. Mai 2016, 18:24

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Die nächste Flasche trinke ich nicht so früh und schnell und wahrscheinlich dekantiert. Über einen Abend wurde der Wein immer besser.
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Michl

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Re: Koehler-Ruprecht

BeitragSa 28. Mai 2016, 19:09

Der Wein zeigt mal wieder, wie sehr sich das Warten bei K-R lohnt. Ist jetzt voll auf der Höhe! Erstaunlich auch, der mächtige Körper bei relativ zurückhaltender Säure. Das ist kein 2010er-Säuremonster!

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Viele Grüße

Michl
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Michl

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Re: Koehler-Ruprecht

BeitragSa 16. Jul 2016, 18:42

Heute die 10er Spätlese im Glas. Großartig! Jetzt voll auf der Höhe. Wer hat, dem sei aktuell der Kabinett oder die Spätlese sehr empfohlen.

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Viele Grüße

Michl
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