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Re: Südtirol - die Rotweine

BeitragVerfasst: Di 19. Nov 2019, 19:53
von amateur des vins
EThC hat geschrieben:Zumindest zu Prof. Zierocks Zeiten waren da auch beim roten Skythos noch eine ganze Latte an griechischen, im gemischten Satz angebauten Rebsorten drin, so wurde es mir jedenfalls in der Bozener Enoteca erzählt, in der ich meine weißen Dolomytos und Ampelographos gekauft habe. Ob das nach seinem Tod so fortgeführt wurde, weiß ich nicht.
Das habe ich auch im Kopf, aber ich finde keinerlei Angaben dazu - auch nicht auf dem "Beipackzettel" der Prader Vinothek.
EThC hat geschrieben:Wie auch immer, klingt nach ziemlich viel Spaß im Glas! :D
Oh ja! 8-) :ugeek:

Re: Südtirol - die Rotweine

BeitragVerfasst: Mi 4. Dez 2019, 11:00
von olifant
... gestern im Glas ...

Hexenbichler Vernatsch 2018, KG Tramin - Tramin

glänzendes transparentes Mittelrot; feinfruchtige rote Beeren-Nase, dazu Veilchen und ein leichter Mandelton; am Gaumen korrespondierend zur Nase, angenehmer Frucht, Veilchen, Mandelton, feines dezentes spürbares Tannin, sehr gut balanzierte Säure, für Vernatsch sehr schön strukturiert, harmonisch, gewisse Tiefe, unkompliziert aber animierend; mittellanger - langer ausgewogener animierender Abgang auf Frucht und gewisses Tanin 16,5-17/20 op

Ein im besten Sinn unkomplizierter Vernatsch. Hat sich nun beruhigt und ist eine einem guten ersten Trinkstadium.

Re: Südtirol - die Rotweine

BeitragVerfasst: Sa 18. Jan 2020, 20:28
von EThC
...solche Dickweine sind eigentlich gar nicht mehr meine Baustelle, aber ab und zu, wenn's in erster Linie um die Bettschwere geht, doch mal ganz nett:

Bild

Re: Südtirol - die Rotweine

BeitragVerfasst: Di 21. Jan 2020, 18:29
von olifant
olifant hat geschrieben:... gestern im Glas ...

Campill 2011, Pranzegg - Bozen, Vinoloc-Verschluss
dunkles leicht trübes Rubinrot; blau-rotfruchtig, wild-würzig, erdige Nase mit mineralischen Anklängen und einem floral-welken Bukett im Hintergrund; am Gaumen gutes Mittelgewicht, dichte wild-aromatische würzige Frucht korrespondierend zur Nase, (... das "wild" kann man wörtlich nehmen, das geht in Richtung Goudron, Teer,...), welk-florale Noten, kräftiges angereiftes Tannin, sehr schöne Säurebalance, gute recht kräftige Struktur, intensiv und recht druckvoll, "verdampft" im Glas - sprich: schluck und wech..; langer intensiv aromatischer wild-würziger Abgang mit welk-animalischen Nachhall - 17,5(+)/20 op


... vor ein paar Tagen im Glas, diese nun fast 3 Jahre alte VKN könnte fast so stehen bleiben, einzig die Wildheit ist ein wenig zu Gunsten grösserer Harmonie und mehr Schliff gewichen, was aber keinesfalls Unvorteilhaft ist, ... Bewertung, dann einen Tick höher 17,5 - 18 / 20 op

Re: Südtirol - die Rotweine

BeitragVerfasst: Di 21. Jan 2020, 18:38
von olifant
... zu den Feiertagen im Glas ...

Istante 2005 Rosso IGT, Franz Haas - Montan

dunkles semi-opakes Rubinrot; anspringend duftig-fruchtige Nase mit vollreifen blauen und schwarzen würzigen Früchten (Brombeere, Pflaumen), dazu dezent zurückhaltendedles Holz und feine Gewürznoten; am Gaumen viel Extrakt, dichte reifaromatische Frucht ohne jeglichen Hitze- oder Alterston, verwoben mit sehr zurückhaltenden und feinen Holznoten, etwas Milchkaffee und dezent oriental. Gewürzen, engmaschige fein gerundete seidige Tannine, die perfekt ausbalanzierte Säure, schönes Reifestadium, schöne Tiefe und Komplexität, trotz Kraft und Dichte leicht zu trinken, animierend; langer - sehr langer dichter komplexer Abgang, Nachhall auf Frucht und Holz/Gewürz - 17,5-18/20op

Tolle Bordeaux-Cuveé, sehr empfehlenswerter Jahrgang.

Re: Südtirol - die Rotweine

BeitragVerfasst: Mo 27. Jan 2020, 11:06
von olifant
... gestern im Glas ...

Brenntal Merlot DOC 2009, KG Kurtatsch - Kurtatsch, NK

glänzendes dichtes Rubinrot mit fast opaken Kern; Heidelbeeren, Aachener Pflümli, Bromberen, orientalische Gewürznoten, feines Holz; am Gaumen kräftiges Mittelgewicht, klare, sauberegereifte würzige Frucht korrespondierend zur Nase, trotz aromatischer Dichte ohne Aufdringlichkeiten, mit etwas Luft sehr aromatisch-balsamische Frucht- und Würznoten, der Holzeinfluss, oriental. Gewürznoten und feines Holz mit sehr dezent Vanille, ist bestens integriert, kräftiges samtig gereiftes reifes sehr gutes Tannin, optimale Balance, sauber, klar und mit Tiefe und Trinkfluss; langer Abgang - sehr langer Abgang auf Frucht, Würze und Tannin, angenehm lang auf feine Frucht mit Gewürznoten ausklingend - 17,5/20 op

Sehr schönes modernes Merlot-Kino für den Winterabend.

Re: Südtirol - die Rotweine

BeitragVerfasst: So 16. Feb 2020, 22:31
von Gast1
Guten Abend,

der Sommelier hatte noch ein Glas in der Flasche, zum probieren,

WG Unterganzner
Composition Reif 2017
15% Alk.

Glänzend dunkel rubinrot, Nase kann ich mich nicht mehr erinnern, am Gaumen dunkle Herzkirschen, samtig, kühl, Zartbitterschokolade, merkbares Toasting, was jedoch nicht die Harmonie des Weines zerstört, sondern eine weitere Dimension verleiht. In der Liga eines sehr guten Pomerols, nicht ganz die Klasse des La Conseillante 2016, dennoch für Südtirol gross! 93+ Pkte.

Christian

Re: Südtirol - die Rotweine

BeitragVerfasst: Fr 20. Mär 2020, 14:27
von olifant
... die letzten Tage im Glas ...

Kirchhügel Cabernet Riserva 2012, KG Kurtatsch - Kurtatsch, NK

dunkles Rubinrot; dunkelrote, blaue und schwarze Beeren, etwas Pflaume/Zwetschke, erdige Würze, etwas Lakritz; am Gaumen Dicht und Konzentriert, würziger Beerenmix, etwas kräuterig-minzig und erdig-lakritzige Würze, mit Luftzufuhr verliert sich der Lakritzton, dann deutlich würzig-fruchtbetont und sehr gute Tiefe, anfangs noch sprödes leicht abweisendes Tannin, dann mit 1 Tag Luft ein dichter Samtteppich der dennoch schönen Grip bietet, direkt nach dem Öffnen noch etwas aus der Spur, später dichte Struktur mit perfekt balanzierte Säure, Tiefe, harmonisch; langer Abgang mit dunkel-erdiger Frucht und samtigen Tannin - 17,5(+)/20 op

Am Anfang der Trinkreife, direkt nach dem Öffnen noch etwas aus der Spur, in der Art, dass man sich fragt ob das noch wird, mit zunehmend Luft und vorallem nach einem Tag in der geöff. Flasche ein richtig dichter, angenehmer dennoch nicht zu üppiger Proto-Cabernet mit Herkunfts-Touch.
Keine Eile geboten, allgemein nach wie vor ein sehr gutes PGV für die Kirchhügel-Cabernet ab Hof.
I.d.R. ist der Cab.-Kirchhügel mit einer ca. 1-jährigen (sauleckeren) Fruchtphase gesegnet um sich dann für 4-6 Jahre nach Freigabe zurückzuziehen, dieser Jahrgang beginnt sich jetzt allmählich zu öffnen.

Re: Südtirol - die Rotweine

BeitragVerfasst: Fr 20. Mär 2020, 17:31
von EThC
olifant hat geschrieben:I.d.R. ist der Cab.-Kirchhügel mit einer ca. 1-jährigen (sauleckeren) Fruchtphase gesegnet um sich dann für 4-6 Jahre nach Freigabe zurückzuziehen, dieser Jahrgang beginnt sich jetzt allmählich zu öffnen.

...ist mir schon klar, daß meine 15er aktuell wahrscheinlich im Tiefschlaf sind... :lol:

Re: Südtirol - die Rotweine

BeitragVerfasst: Mo 11. Mai 2020, 09:50
von olifant
... am WE ohne grosses Aufhebens ins Glas ...

Le Petit 2018 Mitterberg Blauburgunder IGT, Stachelburg / Baron v. Kripp - Partschins, pnp, NK, bio (Bioland), 11,5% Alc., 100 % Pinot Nero (Blauburgunder)

eher farbintensiver Rosé als Rotwein, heller als viele Vernatsch - helles transparentes Kirschrot; Kirsche und Preiselbeere, mineralisch-kalkige Noten; am Gaumen leichtes Mittelgewicht, fast ein "roter" Weisswein, frische knackige rote Frucht, viel mineralisch-steinige Anklänge, das (gute) Tannin gibt gerade den erforderlichen Gripp, erfrischende angenehm eingebundene Säure, enormer Zug am Gaumen; mittellanger Abgang auf frische rote Frucht mit leichtem Tannin - 16/20 op

Einfach ein sehr schöner Terrassenwein, der Trinkspass liegt deutlich höher als die Bewertung dies auszudrücken vermag. im Moment mein klarer Sommer-Spasswein-Favorit ;)