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Südtirol - die Rotweine

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olifant

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Re: Südtirol - die Rotweine

BeitragFr 15. Sep 2017, 10:06

... gestern im Glas ...

Rot 2013, Weingut Baron Widmann - Kurtatsch, Cuvee Cabernet - Merlot

hier äussert sich der Qualitätsunterschied zur '13 Rungg - Cuvee der Traminer deutlich ... wo der '13 Rungg nur mit Dichte, gewisser Kraft, reifer Frucht und samtigen Tannin glänzte, besticht Widmans fein gearbeiteter Rot des gleichen Jahrgangs zusätzlich mit sehr harmonischer Struktur und Eleganz im Aromenspiel, die Dichte resultiert aus der Aromatik und nicht aus der Konzentration - insgesamt beim '13 Jahrgang im Vergleich einen deutlichen Tacken besser - 17-17,5/20 op
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Ralf
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Jürgen

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Re: Südtirol - die Rotweine

BeitragMi 4. Okt 2017, 10:31

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Ein Wein der so richtig Spaß gemacht hat :-)
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olifant

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Re: Südtirol - die Rotweine

BeitragMi 4. Okt 2017, 17:44

Ja, das tun Sie die Roten aus dem Jahr 2011, Spaß machen ;) , mit der m.M. nach jahrgangstypischen Eigenart "schmelzig bei moderater Säure"
Allg. ziemlich g e i l e Merlot in diesem Jahr. Der Anteil im Campan liegt bei immerhin 70%, oder?
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Ralf
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Jürgen

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Re: Südtirol - die Rotweine

BeitragMi 4. Okt 2017, 19:08

olifant hat geschrieben: Der Anteil im Campan liegt bei immerhin 70%, oder?

Stimmt. Ich muss mal nach einem Cassiano aus 2011 in meinem Keller suchen. Ich weiß, daß ich mehrere Jahrgänge habe. Ich muss sie nur finden ;)
Vom Lieselehof habe ich mir dieses Jahr einen Feldherr 2011 mitgebracht. Von dem weiß ich wo er ist :)
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robertz

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Re: Südtirol - die Rotweine

BeitragDo 5. Okt 2017, 21:47

Habe seit langem wieder einen Roten aus Südtirol geöffnet, es war der Lagrein Riserva 2007 von Muri Gries:

sehr dunkles rubingranat mit dichtem schwarzen Kern, wirkt unfiltriert, hat aber kein Depot; fruchtig-würzige Nase, Kirschlikör, Rumtopf, dahinter grüne Kräuterwürze, etwas grüne Nadelaromen, ein wenig kühler dunkler Rauch; dichter Gaumen, deutliches feinkörniges Tannin trocknet am Ende etwas aus, eingebundene Säure, etwas laktische dunkle Beerenfrucht, deutliche eher braune Kräuteraromen, wirkt mehrschichtig aber insgesamt etwas breit mit kraftvollem Körper, schöne mittlere Länge, klingt feinherb aus (Schwarzkische), etwa 88 RPunkte

schön, macht Spaß zwischendurch zu Kosten und Trinken, mehr aber auch nicht

LG, Robert
Vergeblich klopft, wer ohne Wein ist, an der Musen Pforte. ;)
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olifant

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Re: Südtirol - die Rotweine

BeitragDi 17. Okt 2017, 12:00

Hallo Robert,

allgemein hat mir der komplette Jahrgang '07 in Rot, ausser vlt. Merlot / Merlot-Cuvees, eher wenig gefallen. Anfangs fette Fruchtphase, danach dominierte lange mächtiges, aber nicht unbedingt feines Tannin, mit der Reife dann eher Spannungsarm. Da gibt es sicher bessere Jahre.

Aktuell habe ich die Lagrein, obwohl ich ja ausgesprochen Südtirol-Affin bin, aber etwas aus den Augen verloren.
Vv hatte anscheinend etwas Gutes von Muri im Glas http://www.vvwine.ch/2017/10/kraft-und-finesse-sudtirol-lagrein.html

Inzwischen würde ich die Lagrein, auch die Riserva, eher etwas jünger trinken, und nicht darauf setzen, dass sich alles grossartig entwickelt. Der Reiz liegt m.E. beim Lagrein durchaus in der unverwechselbar 'wilden' Frucht - gereift muss er sich dann mit vielen anderen Roten vergleichen - in der Jugend ist das aber ein Alleinstellungsmerkmal.
Und wie immer bestätigen Ausnahmen die Regel ;)
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Ralf
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olifant

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Re: Südtirol - die Rotweine

BeitragMo 23. Okt 2017, 09:20

... gestern im Glas ...

Cabernet Riserva DOC 2009, Weingut H. Lentsch - Branzoll, NK

dunkles transparentes Rubinrot; erdige Würze, angedrückte Jostabeeren, etwas grüne blättrige Noten, etwas kräuteriges Unterholz, mineralische Anklänge; am Gaumen dichtes Mittelgewicht, erdig-würzige Jostabeerenfrucht, feuchter Stein, zerriebene Blätter, nochmals erdig-mineralische Noten, reifes aber dennoch leicht raues "rustikales" Tannin, sehr schön integrierte Säure, erdig-rau, zupackend, schöner Trinkfluss; langer Abgang korrespondierend zum Gaumeneindruck, angenehmes Frucht-Säure-Tanninspiel, vegetal-frischer Nachhall - 17/20 op

Ein in seiner Art inzwischen fast ausgestorbener Vetreter eines ehrichen süffigen Cabernet mit den früher für Südtirol so typischen grünen Noten im Gepäck - jedoch so gearbeitet, dass dies für mich keinen Makel, sondern den Reiz des Weins ausmacht - ehrliche Winzerkunst.

P.S. Der Wein ist alles andere als ein rauer Geselle, sondern im Kern feingliedrig und fast schon mit eleganten Anklängen, aber eben mit einer gewissen grün-herben Aromatik in der Geschmackspalette.
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Ralf
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olifant

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Re: Südtirol - die Rotweine

BeitragDi 14. Nov 2017, 14:12

... vor kurzem im Glas ...

Riserva Mazzon Pinot Nero 2009, Hofstätter - Tramin

dunkles transparentes Kirschrot, feiner Wasserrand; reduzierte noch recht unentwickelte Kirschfrucht-/Preiselbeernase, etwas feines Holz und Gewürz; am Gaumen mittelgewichtig, aromatisch von noch deutlich reduzierter / unentwickelter würziger roter Frucht dominiert, dazu feines bestens integriertes Holz, leicht heller Tabak und beginnende feine Gewürznoten, kräftiges präsentes, noch kaum gereiftes Tannin, sehr schöne Säurebalance, etwas belegter Gaumeneindruck, trinkt sich trotz der Unentwickeltheit recht gut; langer leicht belegter Abgang auf Tannin und etwas Frucht sowie beginnende oriental. Gewürznoten - 17(++)/20op

Acht Jahre und noch kaum entwickelt .... braucht entweder noch sehr sehr viel Luft, die er bei mir trotzdem nicht bekam :lol: , oder aber geschätzte 3-5 Jahre Geduld.
Sollte sich bis dann zu einem sehr schönen Mazzoner Pinot Nero (Blauburgunder) entwickeln - der letzte Schluck war wie so oft der Beste und lies erahnen, dass das noch etwas sehr Gutes wird.
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Ralf
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olifant

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Re: Südtirol - die Rotweine

BeitragDi 14. Nov 2017, 14:51

... vor kurzem im Glas ...

Fass No.9 Vernatsch 2016, KG Girlan - Girlan

transparentes Mittelrot; duftige würzige Rotfrucht (Erdbeere, Kirsche, Himbeere), dazu duftige florale Noten (Veilchen) mit leichtem Mandelton; mittlere Dichte, beschwingter geschmeidiger Ansatz, würzige rotfruchtige Aromen halten sich die Waage mit verspielten Blüten-, Würz- und Mandelnote, sanftes geschmeidiges Tannin, sehr schön eingepasste Säure, sehr harmonisch und sehr süffig; langer Abgang auf fruchtige leicht würzige und florale Noten, sehr animierend - 17-17,5/20 op

Jetzt schon optimal zu trinken - einer der schönsten klassischen Vernatsch die ich aus diesem Jahrgang bisher im Glas hatte, sowie m.M. der beste Fass No. 9 der letzten paar Jahre - beschwingt, unbeschwert, vergnüglich.

Und was noch Erwähnung finden sollte: Vernatsch passt sehr gut zu würziger chinesisch - asiatischer Küche, kommt auch mit Schärfe und extremeren Aromen gut zurecht. Einfach mal ausprobieren.
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Ralf
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Re: Südtirol - die Rotweine

BeitragDi 14. Nov 2017, 16:51

olifant hat geschrieben:Jetzt schon optimal zu trinken - einer der schönsten klassischen Vernatsch die ich aus diesem Jahrgang bisher im Glas hatte, sowie m.M. der beste Fass No. 9 der letzten paar Jahre - beschwingt, unbeschwert, vergnüglich.


Hmm, es ist schon einige Jahre her, daß ich genau diesen Wein (Jahrgang weiß ich nicht mehr) mal als Marinaden-Zusatz verwendet habe. Zu was anderem war er jedenfalls nach meinem Geschmack damals nicht zu gebrauchen, war jedenfalls reichlich belanglos. Irgendwann habe ich dann nochmal einen 2012er geschenkt bekommen, der harrt nun aufgrund der vorherigen Erfahrung in der Kochweinecke aus...

Jetzt stelle ich mir angesichts deiner VKN die Frage: Hat sich das 9er Faß in den letzten (ca. 10) Jahren so deutlich nach vorne entwickelt oder ist das schlicht und einfach nicht mein Wein... :?:
Viele Grüße
Erich


NOVINOPHOBIE ist die Angst davor, daß der Wein ausgeht...
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