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Die fabelhafte Welt des Bieres

Alles was interessant ist, aber keinen direkten Bezug zu Wein hat
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olifant

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Re: Die fabelhafte Welt des Bieres

BeitragFr 26. Jul 2019, 13:43

EThC hat geschrieben:.... Aber eben auch nur in Kleinstmengen, da die Lagerfähigkeit -gegenüber Wein vor allem- ja doch recht begrenzt ist. Da haben die Biere aus den kleinen, alten Brauereien klar das Nachsehen, die halten halt doch deutlich weniger lang als die aus den hochsterilen neuen Industriebrauereien...


... Das sehen manche Brauer deutlich anders. In einem Interview von Georg Schneider (Schneider Weisse Kehlheim), gab dieser zu Protokoll, dass er manche Biere die er für den Amerikanischen Markt abfüllt hier nicht verkehrsfähig sind. Es handelt sich um Reserve-Biere die mehrere Monate (Jahre) Flaschenlager erhalten, wobei die Lagerzeit deutlich länger ist, als das maximale MHD das in D für Bier ausgewiesen werden darf :shock:

Gerade bei Obergärigen Bieren (bspw. Weizen, IPA, etc.) die mit Hefe abgefüllt werden muss das MHD gar nichts aussagen - es muss aus rechtlichen Gründen auf's Etikett. Probier's aus ;)
Grüsse

Ralf
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EThC

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Re: Die fabelhafte Welt des Bieres

BeitragFr 26. Jul 2019, 14:19

Hallo Ralf,
meine Erfahrung ist grob die, daß je kleiner und älter die Brauerei ist, desto weniger lang hält das Bier. Teils auch deutlich weniger lang, als auf der Flasche ausgewiesen. Manche geschmacklich supergute Biere aus Oberfranken kaufe ich daher nur für den sofortigen Genuß, bereits nach drei bis vier Wochen bauen die Sachen merklich ab. Wundert mich auch nicht weiter, wenn man sich diese historischen Brauereien mal näher ansieht. Was da so alles in die offenen Gärbecken von den alten Gewölben aus 'reinfallen kann...
Bei einer Brauerei in Niederbayern war's z.B. früher auch so, daß der Braumeister immer dann, wenn das Bier "lack" wurde, mal wieder nach seinen Kompressoren für die Abfüllanlage gesehen hat, da kam dann immer ein bißchen Öl mit. Aber keine Sorge: die haben heute ölfreie Schrauben...
Dafür haben die Sachen dann in der Regel auch mehr Kanten als die Industriebiere, rührt wohl letztlich von dem Quäntchen Dreck her, das da so den Weg ins Bier findet. Ganz früher -als ich noch Weißbier getrunken habe- hat mir auch das Erdinger ganz gut geschmeckt. Irgendwann mochte ich's gar nicht mehr, ich konnte aber nicht so genau sagen warum. Erst später habe ich dann mitbekommen, daß die Brauerei in der Zeit ihre neue -damals höchstmoderne- Produktionsstätte außerhalb Erdings in Betrieb genommen hat...
Viele Grüße
Erich


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Bernd Schulz

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Re: Die fabelhafte Welt des Bieres

BeitragFr 26. Jul 2019, 19:00

EThC hat geschrieben:Kult und Qualität, das muß nicht unbedingt was miteinander zu tun haben.


Das ist mir schon klar ;). Aber ich verfüge ja ebenso wie du über einigermaßen intakte Geschmacksknospen, und die sagen mir, dass in diesem Fall durchaus ein gewisser Zusammenhang zwischen Kult und Qualität bestehen könnte. Probiere doch einfach noch mal ein Helles oder ein Weizen von Augustiner! Die Biere wirken vollmundiger und komplexer als die meisten Konkurrenzprodukte der größeren bayrischen Brauereien. --

Für heute steht erneut Bier im Kühlschrank. Zunächst wird es ein bleifreies Störtebeker ("Frei-Bier"), welches ich noch nicht kenne, geben. Danach habe ich die Wahl zwischen besagtem Augustiner Weizen, einem Störtebeker Kellerbier 1402 (mir bereits bekannt und als lecker empfunden) sowie einem belgischen Val Dieu Blonde. Mal schauen, worauf es hinausläuft....vielleicht ja auch auf alle 4 Flaschen.... :oops:

Herzliche Grüße

Bernd
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Bernd Schulz

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Re: Die fabelhafte Welt des Bieres

BeitragFr 26. Jul 2019, 23:33

Das alkoholfreie Bier von Störtebeker wirkt ziemlich stark gehopft und deshalb angenehm herb. In seiner Liga spielt es für meinen Geschmack ähnlich weit oben mit wie das alkoholfreie Riedenburger.

Nach dem ebenfalls deutlich hopfenbetonen Störtebeker-Kellerbier, welches ich aufgrund seines komplexeren Geschmacksbilds jedem Pils vorziehe, gab es das Val-Dieu Blonde, ein angenehmes, mit dezenten Zitrusaromen und einer leichten Süße aufwartendes Getränk, welches mir heute abend gut geschmeckt, aber mich nicht unbedingt vom Stuhl gerissen hat. Davon habe ich jetzt noch fünf weitere Flaschen, die mir ein zufriedener belgischer Kunde netterweise geschenkt hat. Naja, im Vergleich zu der Flasche Aldi-Amarone, die ich vor ein paar Wochen von einer anderen Kundin erhalten habe, war der Sixpack Val-Dieu schon das bessere Mitbringsel..... ;)

Herzliche Grüße

Bernd
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EThC

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Re: Die fabelhafte Welt des Bieres

BeitragSa 27. Jul 2019, 01:08

Bernd Schulz hat geschrieben:Probiere doch einfach noch mal ein Helles oder ein Weizen von Augustiner!

Ok, werd' ich zu gegebener Zeit mal beherzigen, ist aber gerade keine akute Baustelle von mir... :D
Viele Grüße
Erich


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Ostbelgier

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Re: Die fabelhafte Welt des Bieres

BeitragDi 30. Jul 2019, 20:00

Hier geht es um ein Bier für die Lateiner unter uns: Lupulus Organicus. Ein Bio-zertifizietes helles Bier aus dem sehr hübschen Dorf Gouvy nahe der luxemburgischen Grenze im belgischen Teil der Eifel, auch bekannt für sein jährliches Musikfestival.
Ein helles Bier mit organic hops, blond, mit ordentlichen 8,5 Umdrehungen. Nach 15 Minuten im Glas sehr hopfiger Duft, am Gaumen kräftig, fast sahnige Konsistenz, enorm lecker und in null komma nix leer.

-Bernd: Du wirst vermutlich das Gegenteil behaupten, aber belgische Spezialbiere erfordern ein passendes Glas, um ihre ganze Schönheit zu zeigen. Das gilt in der Tat auch für das auch von mir sehr geschätzte Val-Dieu.

Viele Grüße

Markus
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Ostbelgier

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Re: Die fabelhafte Welt des Bieres

BeitragMi 31. Jul 2019, 18:58

Hallo zusammen,

heute gibt es ein Bier von der Sprachgrenze: Ploegsteert: Queue de Charrue, ein blondes Bier aus der Gegend südlich von Ypern in Flandern, aber nur rund 5 Kilometer von Frankreich entfernt. 6,6 Vol. % im Grimbergen-Universalglas schon nach rund 8-10 Minuten perfekt trinkreif. Mit einer deutlichen Gerstennote im Duft, rund und nicht zu kräftig, aber ernst zu nehmen. Insgesamt sehr lecker.
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Bernd Schulz

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Re: Die fabelhafte Welt des Bieres

BeitragMi 31. Jul 2019, 19:19

Ostbelgier hat geschrieben:-Bernd: Du wirst vermutlich das Gegenteil behaupten, aber belgische Spezialbiere erfordern ein passendes Glas, um ihre ganze Schönheit zu zeigen. Das gilt in der Tat auch für das auch von mir sehr geschätzte Val-Dieu.


Man merkt, dass du mich schon länger kennst :mrgreen: : In der Tat mag ich gerade beim Bier keine großen Gläser. Das gilt nicht nur für belgische Spezialbiere, sondern auch für deutsche Weinzenbiere, denen man für meinen Geschmack nichts Schlimmeres antun kann, als sie in die typischen Halbliterhumpen zu schütten. Darin werden sie binnen kurzer Frist schal und warm.

Bei mir hat sich gerade fürs Bier das INAO-Glas ;) bestens bewährt.

Herzliche Grüße

Bernd
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Ostbelgier

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Re: Die fabelhafte Welt des Bieres

BeitragMi 31. Jul 2019, 19:50

Hallo Bernd,

schau mal: wie Du weisst, werden die meisten belgischen Biere in Flaschen von 0,33 l verkauft, ansonsten gibt es die großen Flaschen von 0,75l. Das ist jeweils die Menge für 1 Person oder 2 Personen - sprich 1 oder 2 Gläser. Was bedeutet, dass das klassische Spezialbierglas ebenfalls 0,33 l Inhalt hat. Da würde ich nun nicht von Humpen reden, zumal diese Gläser oft sehr speziell geformt sind, um eben Rechnung zu tragen für die Besonderheiten dieser Biere wie die teils heftige Nachgärung in der Flasche. Glaub' mir, wenn Du Dir die Zeit nimmst, einem solchen Bier 15 Minuten im Glas zu geben, um sich zu beruhigen, wird dies ein Aha-Erlebnis auslösen, ähnlich wie das erste Dekantieren eines 50jährigen Rieslings ;) . Es wäre mir eine Freude, Dich mit 1,2 solchen Spezialgläsern zu versorgen, damit Du das mal ausprobieren kannst.

Herzliche Grüße

Markus
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Bernd Schulz

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Re: Die fabelhafte Welt des Bieres

BeitragMi 31. Jul 2019, 19:56

Hallo Markus,

ein solches Spezialglas (von Duvel) besitze ich, aber ich habe es seit Jahren nicht mehr genutzt. Wenn du darauf bestehst, probiere ich es demnächst noch mal mit einem Val Dieu (4 Flaschen davon habe ich noch) aus....

Bei Gelegenheit machen wir mal eine Bierprobe!

Herzliche Grüße

Bernd
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