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Weinbruderschaften

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Weinzelmännchen

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Re: Weinbruderschaften

BeitragDi 1. Mär 2011, 09:14

austria_traveller hat geschrieben:Servus Daniel,
Glaube ich nicht!
Ich meine jetzt nicht, dass die Anwesenden ihre Frauen mitbringen können, sondern dass interessierte Damen auch beitreten können. Kann mir nicht vostellen, dass alle Interessierten Weintrinkerinnen überparfumiert, laut kommunizierend an den Weinverkostungen teilnehmen würden.


Lieber Gerald!
Unglaublich, aber wahr! Du bist gerne einmal eingeladen :lol: (unparfumiert und schweigend ;) ).
MvG
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Daniel
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Gerald

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Re: Weinbruderschaften

BeitragDi 1. Mär 2011, 09:17

Hallo,

ich würde das auch so wie Gerhard sehen. An Wein interessierte Frauen werden sich hier bestimmt entsprechend zurückhalten - nicht zuletzt aus eigenem Interesse, da sie ja wegen dem Wein gekommen sind, oder?

Bei einer Veranstaltung einer Weinbruderschaft war ich noch nie, aber z.B. bei Jahrgangspräsentationen oder Ähnlichem gibt es auch genug Männer, die ihr penetrantes Rasierwasser unbedingt allen anderen vorführen wollen oder sich sogar - z.B. auf der Dachterrasse oder im Innenhof des Weingutes - genüsslich ihre Zigarette oder Zigarre anzünden, während man daneben versucht, die Nuancen des Weines zu erfassen :evil:

Grüße,
Gerald
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susa

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Re: Weinbruderschaften

BeitragDi 1. Mär 2011, 09:27

Was spricht eigentlich dagegen, dass sich Weinbruderschaften auch mal runderneuern; inzwischen ist diese Message sogar bei uns auf'm platten Land bei den Schützenvereinen angekommen, dass die Zeiten von streng getrennten Damen- und Herrenaktivitäten vorbei sind. Selbst im Fußball pfeifen ja inzwischen schon Damen die erste Liga oder Champions League. Also wieso nennt man das nicht Weinclub oder Weinzirkel und ist für alle Geschlechter offen.

Und die Sache mit dem Geräusch- und Duftpegel will ich jetzt mal geflissentlich überlesen haben.

lieben Gruß
susa
Red wine with fish. Well, that should have told me something.
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Weinzelmännchen

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Re: Weinbruderschaften

BeitragDi 1. Mär 2011, 09:31

Liebe G's!

Ich zweifle, ob die Mehrzahl der Damen wirklich wegens des Weines kommt oder doch wegen der Möglichkeit, die Gattin eines anderen Weinbruders "in geselliger Runde" zu treffen.

Richtig ist natürlich auch, dass "Pitralon-Brüder" dem Weingenuss zumindest genau so abhold sind wie "Chanel-Nr 5-Ladies"; und Qualmen geht überhaupt nicht!
MvG
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Daniel
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Gerald

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Re: Weinbruderschaften

BeitragDi 1. Mär 2011, 09:39

Ich zweifle, ob die Mehrzahl der Damen wirklich wegens des Weines kommt oder doch wegen der Möglichkeit, die Gattin eines anderen Weinbruders "in geselliger Runde" zu treffen.


wie schon gesagt, der "gesellige" Aspekt ist leider woanders auch zu finden. Beim Wachauer Weinfrühling sieht man es immer wieder, dass die Leute ersuchen, doch einen deutlich größeren "Probeschluck" eingeschenkt zu bekommen. Und dass bei Winzern, wo es nicht nur Baguettescheiben, sondern deftige Brote etc. gibt, viel mehr Menschen herumstehen, ist auch der Normalfall. Es ist nunmal so, dass nur ein Teil der Leute ausschließlich zum quasi-wissenschaftlichen Beurteilen des neuen Jahrgangs kommen, die Mehrzahl sieht das wohl eher als eine Art Heurigenbesuch ...

Ich will das gar nicht kritisieren, die Winzer leben sicherlich nicht schlecht davon. Und wenn man schon ein bisschen getrunken hat, kauft man schnell ein paar Kisten Wein (auch wenn man sich gar nicht mehr erinnern kann, wie er überhaupt geschmeckt hat ;) ) ...

Grüße,
Gerald
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thvins

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Re: Weinbruderschaften

BeitragDi 1. Mär 2011, 10:19

Hallo allerseits,

ich denke, es gibt da ganz einfach noch die andere Welt da draußen, wo nicht Weinfreaks, die in Foren schreiben, präsent sind und miteinander diskutieren (egal ob Männlein oder Weiblein), sondern der "gemeine Weintrinker"... Diese Leute gehen natürlich anders heran wie wir... :shock: :lol: , da ist für den Herren nach vier Weinen eine Zigarette genau so wichtig wie für die Frauen das Parfüm, mit dem sie neben dir stehen.

Sie, die Mitglieder der Spezies "gemeiner Weintrinker" (wieder geschlechterneutral) verkosten ja auch nicht in dem Sinne wie wir, bestenfalls probieren sie, bis sie ihren Wein gefunden haben - und dann trinken sie. Um der Gemütlichkeit wegen auch in größeren Gruppen. Und in einer Veranstaltung, wo diese zelebrierte "Gemütlichkeit" im Vordergrund steht, auf Weinfesten, in Kulturveranstaltungen etc. nehme ich das den Leuten auch keinesfalls krumm, denn sie sorgen kräftig für Umsatz und wenn ihnen der Wein schmeckt, soll es dem Winzer oder Händler recht sein.

Anders als bei ausgewiesenen Weinproben, die oft wirklich männerdominiert sind, erlebe ich auf derart Veranstaltungen oft eine Frauendominanz. Und je intellektueller das Publikum, desto mehr wird seitens der Frauen auch nach "Trockenem Roten" verlangt.
Es schmecken dann meist die Weine, die vom Preis-Genuss-Verhältnis her am ehesten verkraftbar sind (und davon lieber ein Glas mehr) oder wer nicht so aufs Geld gucken muss, der trinkt sich dann auch oft an den Weinen fest, die auch in Verkostungsrunden richtig gut abgeschnitten haben.

Na und dann ist diese Frau, die mir gegenüber dann bemerkt:"Ich trinke nur gern, aber Ahnung habe ich keine" dann sehr positiv gerührt, wenn ich ihr sage:"Doch, Ihnen schmeckt der gleiche Wein, der letztens bei einer Blindverkostung sehr gut abgeschnitten hat"...

Wenn ihr dann noch jemand zwischendrin den Dornfelder anbietet, der bislang das Nonplusultra war, dann werden schon mal neue Welten vermessen...

Einerseits hat es also beim "gemeinen Weintrinker" jede Menge Potential (wenn auch nicht immer das Geld, dies ausleben zu können), andererseits muss man da wirklich vielleicht strikter trennen. Wer auf Party geht, der "brezelt sich auf". Weinbruderschaftstreffen mit Frauen = Weinparty... Generell sehe ich die Bruderschaften vielleicht doch eher der Gemütlichkeit und des einen Glases mehr verpflichtet als einer Verkosterunde, die Weine bewerten und darüber schreiben will.

Beides jedoch ist wichtig.
Beste Grüße

Torsten

http://www.torsten-hammer-priorat-guide.com
jetzt mit richtiger Startseite...
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austria_traveller

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Re: Weinbruderschaften

BeitragDi 1. Mär 2011, 10:36

thvins hat geschrieben:Sie, die Mitglieder der Spezies "gemeiner Weintrinker" (wieder geschlechterneutral) verkosten ja auch nicht in dem Sinne wie wir, bestenfalls probieren sie, bis sie ihren Wein gefunden haben - und dann trinken sie.

Das erinnert mich so stark an eine Weinverkostung beim Weinhändler mV, wo ich Freunde mitgehabt habe, ... wir (oder besser gesagt ich) wollten verkosten, aber die Jungs haben sich dann auf einen Wein eingeschossen und los ging's :o.
Seit dem gehe ich wieder solo auf Weinverkostungen ...
Beste Grüße
Gerhard aus Wien
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Weinzelmännchen

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Re: Weinbruderschaften

BeitragDi 1. Mär 2011, 12:00

Liebe Forianer!

By the way: Ist es euch schon aufgefallen, dass in diesem Thread ca 1 1/2 Monate Stillstand herrschte. Und dann dieser neue Schwung! Ein echtes Kompliment an unsere Forianer!

P.S.:
Meine Frau, die sehr weinaffin ist, geht sehr ungern zu Weinbruderschaftstreffen. Begründung: Ihr seid so langweilig, nicht einmal unterhalten kann man sich richtig. Mein Konter: Aber das ist ja eine Weinverkostung und kein Wirtshausbesuch. Ihr abschließendes Statement: Weiß ich eh. Wenn ich aber schon mal mit dir ohne Kinder einen Abend verbringen kann, will ich unter Leute und mich unterhalten. Ich: Schweigen
MvG
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Daniel
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Jürgen

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Re: Weinbruderschaften

BeitragDi 1. Mär 2011, 12:51

Ich habe letzen Monat in eine Weinbruderschaft reingeschnuppert mit dem Fazit, daß das nichts für mich ist. Es gibt viele Gründe die dagegen sprechen und bestimmt auch manche dafür. Ganz entscheidend war für mich aber die Auswahl der Weine. Dort wurde ein riesen Brimbamborium um Weine gemacht, die ich zu Hause niemals trinken würde, da sie mir einfach zu schlecht sind.
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BuschWein

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Re: Weinbruderschaften

BeitragDi 1. Mär 2011, 13:13

Ich empfinde die unterschiedliche Wahrnehmung von Frauen und Männern in einer Weinrunde als sehr interessant. Ich bin kein Mitglied einer Weinbruderschaft und würde das genauso wenig sein wollen, wie Mitglied einer Burschenschaft, reine Männerbünde halte ich nicht nur für anachronistisch sondern auch tendenziell für langweilig.

Aber wir veranstalten bei uns regelmäßig Weinproben mit Essen, die für die Teilnehmer (unsere Kunden, also fachhandelsafine Menschen) neben dem Interesse an neuen Weinen auch ein netter genussvoller Abend sind. Bei den Veranstaltungen halten sich Männer und Frauen ziemlich die Wage. Ich kann da nicht feststellen, dass die Männer weniger laut wären als die Damen, eher im Gegenteil, schließlich haben Männer meist das lautere Organ.

Ich stelle aber auch einen gewissen Unterschied im Verhalten der Generationen fest, bei den älteren 60+ überlassen die Frauen den Männern fast immer die Wertung der Weine, während jüngere Frauen ein höheres "eigenes" Weinintresse zeigen. Geruchsbelästigung durch Parfum und Rasierwasser halten sich auch ziemlich die Wage, was aber vielleicht auch daran liegt, dass die Teilnehmer bei uns Freitag Abend meist von der Arbeit kommen, sprich sich nicht unbedingt noch zuhause "frisch" gemacht haben.

Ich kenne neben unseren geschäftlichen Proben aber auch Weinproben mit Weinfreunden, auch da sehe ich nicht, dass Männer leiser wären, was richtig ist, sie streiten sich häufiger zum Thema der Verkostung, bei den Damen kann es auch mal ums Zwischenmenschliche gehen. Sprich Frauen gehen in der Tendenz eher weniger verbissen an das Thema Wein heran, was ich als angenehm ampfinde.
Armin
www.gutsweine.com

Dumme Menschen machen immer den gleichen Fehler, intelligente immer Neue ;)
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