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Restaurantempfehlungen

zu teuer, zu billig, zu gut, zu schlecht
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Invest

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Re: Restaurantempfehlungen

BeitragFr 5. Apr 2019, 13:06

Ich würd den Rebstock wählen, abends, gegenüber vom Adler. Bodenständige feine badische Küche wie Ochsenmaulsalat oder Kalbsnierchen mit wechselndem Tagesgericht. Zwar wird man dort keinen 96er Mouton auf der Weinkarte finden, doch schlecht sortiert ist es dennoch nicht. Holzbank-Ambiente in der Gaststube mit durchaus lauschigem Innenhof draussen. Gutes PLV, Reservierung empfohlen.

Gruss
Christian
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UlliB

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Re: Restaurantempfehlungen

BeitragFr 5. Apr 2019, 13:24

Invest hat geschrieben:Ich würd den Rebstock wählen, abends, gegenüber vom Adler. Bodenständige feine badische Küche wie Ochsenmaulsalat oder Kalbsnierchen mit wechselndem Tagesgericht. Zwar wird man dort keinen 96er Mouton auf der Weinkarte finden, doch schlecht sortiert ist es dennoch nicht. Holzbank-Ambiente in der Gaststube mit durchaus lauschigem Innenhof draussen. Gutes PLV, Reservierung empfohlen.

Ich kenne den Rebstock sehr gut, das ist eine Standard-Anlaufstelle, wenn wir im Kaiserstuhl sind. Der Rebstock ist die dépendance vom Schwarzen Adler, gewissermasen dessen Bistro, im Dorfkneipen-Stil. Mittags kann man da häufiger Fritz Keller selber beim Essen treffen. Die letzten paar Male, wo wir da waren, war die Küchenleistung allerdings extrem schwankend: von absolut grandios (so dass ich es gegenüber im Schwarzen Adler nicht mal ansatzweise reklamiert hätte) bis hin zur Kantinenfraß-Qualität habe ich dort schon alles erlebt. Es hängt wohl davon ab, wer da gerade kocht. Ein safe bet für ein großartiges kulinarisches Erlebnis ist das jedenfalls nicht.

Gruß
Ulli
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Invest

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Re: Restaurantempfehlungen

BeitragFr 5. Apr 2019, 14:20

Hallo Ulli,

auf der sicheren Seite ist man im Rebstock m.E. mit den Gerichten auf der Karte, die schon seit vielen Jahren unverändert gleich sind. Ich nehme immer Ochsenmaulsalat und Kalbsnierchen in Pommery Senf Sauce und habe da noch nie einen Reinfall erlebt. Bei den Gerichten, die je nach Marktlage auf der Tafel angeschrieben sind, kann es sicherlich schon einmal zu heftigen Qualitätsschwankungen kommen. Aber ganz klar, hier kann man keine Sterneküche erwarten, sondern bodenständige badische Kost. Die Weinkarte ist dennoch sehr gut aufgestellt und fragen kostet auch nichts. ;-)

Karsten ist ja nur einen Tag dort und das noch ohne Auto. Wie man da nach Oberbergen kommen will, ist mir nicht ganz klar. Er sollte sich beim nächsten Mal eine ganze Woche Zeit nehmen und dabei das Fahrrad nicht vergessen. Die Gegend inkl. des Elsass' ist wunderschön und lohnt das Entdecken und Rumtreiben. Abends geht's dann für die Anstrengungen des Tages als Belohnung in eines dieser Lokale. Das sorgt für viel Glücksgefühle! Frühjahr und Oktober ist die beste Zeit. Ich hätt gerad schon wieder Lust, aber es geht anstatt, als kleiner Trost, an den Gardasee. ;-) :mrgreen:

Viele Grüsse
Christian
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amateur des vins

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Re: Restaurantempfehlungen

BeitragFr 5. Apr 2019, 15:28

Invest hat geschrieben:Karsten ist ja nur einen Tag dort und das noch ohne Auto. Wie man da nach Oberbergen kommen will, ist mir nicht ganz klar.
Mir auch nicht. Und Sulzburg als Ziel würde es kaum erleichtern. :D
Deshalb ist "ohne Auto" zwar mein Wunsch, aber vielleicht geht es ja nicht ohne... Obwohl - Ulli schrieb was von "Bushaltestelle". [*]
(Ich hab' halt einfach keine Lust, Samstagfrüh mit Termindruck einen Mietwagen abgeben zu müssen, und das vielleicht noch an einem anderen Ort als dem optimalen. Außerdem macht Autofahren eh' keinen Spaß.)

__________
[*] Das erinnert mich an die Geschichte, als wir in der Schottischen Halbpampa über zwei Stunden auf den überfälligen Bus warteten. Bis wir herausfanden, daß die Haltestelle stillgelegt war (es war ihr nicht anzusehen). Wir sind dann mit einem Monteur nach Newcastle getrampt, ich zwischen seinen Werkzeugen hockend, und haben die Fähre in Newcastle gerade noch so erwischt.
Besten Gruß, Karsten
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amateur des vins

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Re: Restaurantempfehlungen

BeitragFr 5. Apr 2019, 15:38

amateur des vins hat geschrieben:Mir auch nicht. Und Sulzburg als Ziel würde es kaum erleichtern. :D
Deshalb ist "ohne Auto" zwar mein Wunsch, aber vielleicht geht es ja nicht ohne... Obwohl - Ulli schrieb was von "Bushaltestelle".
Och, geht eigentlich: Guugl Mäpps sagt mit Öffis nach Sulzburg 40' jede Stunde. Das ist im grünen Bereich. Und Bad Krozingen ist ja quasi auf dem Weg.

Das wird! 8-)
Besten Gruß, Karsten
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UlliB

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Re: Restaurantempfehlungen

BeitragFr 5. Apr 2019, 15:51

amateur des vins hat geschrieben:Och, geht eigentlich: Guugl Mäpps sagt mit Öffis nach Sulzburg 40' jede Stunde. Das ist im grünen Bereich. Und Bad Krozingen ist ja quasi auf dem Weg.

In Bad Krozingen gibt es einen Bahnhof, der liegt an der Bahn-Hauptstrecke von Freiburg nach Basel, und wird von Freiburg aus quasi im S-Bahn-Takt angefahren. Und von dort sind es mit dem Taxi nach Schmidhofen ein paar Minuten. Nach Sulzburg dann noch ein paar Minuten mehr, aber angesichts der dort zu erwartenden Rechnung dürften die Taxikosten völlig irrelevant sein.

Auch Oberbergen ginge mit Bahn & Co. Das wäre allerdings zugegebenermaßen ein wenig komplizierter.

Gruß
Ulli
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Schönibert

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Re: Restaurantempfehlungen

BeitragMi 17. Apr 2019, 21:54

Frankfurt: Bidlabu, Ex-Koch vom Weinsinn, sympathisch-ehrlicher Betreiber, sympathische, ehrliche Weine, sehr klein, sehr laut, macht aber glücklich.
Viele Grüße,
Euer Schöni
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amateur des vins

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Re: Restaurantempfehlungen

BeitragMi 3. Jul 2019, 11:41

Es wurde im Mai übrigens Douce Steiner. Das war schon sehr gut und gehört sicher zu den Top10 meiner Restauranterlebnisse. Ich will garnicht aufrechnen, aber klar (wenn auch nicht sehr viel) besser war nur das Sonnora. Ein wenig überrascht war ich, wie durch und durch französisch die Gesamterfahrung ist, inklusive Französischen Personals. Erfreulich hingegen, daß mir regionale bezahlbare Weine empfohlen wurden, obwohl sich auf der sehr umfangreichen und bestens sortierten Weinkarte auch die Crème de la Crème Frankreichs fand:
'89 Romanée Saint-Vivant à 4000 € (war der teuerste iirc)
'00 Latour und Lafite à 1200 €
'00 Haut-Brion à 680 €
'86 VCC à 440 € (Schnäppchenalarm! :lol: )

Ich hatte zum Fisch- und Meeresfrüchte-Menü
'16 Weingut Heinemann Chardonnay Scherzinger Batzenberg Alte Reben Kabinett trocken (½ Flasche)
(Eher straff-mineralisch, ganz leichte Reduktion, sehr dezentes Holz, sehr "burgundisch" - gut!) und
'17 Mario Burkhart Rarus Sauvignon Blanc vom Muschelkalk (½ Flasche)
(Nicht plakativ pi de chat, aber auch nicht NZL-Fruchtcocktail, etwas "restgrün" harmoniert nicht gut mit der Süße des Orangen-Ingwer-Suds, aber guter Wein)
Beide Erzeuger waren mir komplett unbekannt. Die erste Empfehlung war auf den Punkt, beim zweiten Wein haben wir zusammen gegrübelt und die Kombi war dann nicht perfekt. Das lag aber auch daran, daß ich gerne zwei halbe Flaschen haben wollte.

Übrigens gibt es keine Weinbegleitung, was manche Kommentatoren in einschlägigen Portalen zur Abwertung veranlaßte. Aber die Auswahl halber Flaschen ist beachtlich, und so hatte ich auch als Einzelgast kein Problem, auch ohne den Wilberforce zu geben... :mrgreen:
Besten Gruß, Karsten
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amateur des vins

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Re: Restaurantempfehlungen

BeitragMi 3. Jul 2019, 12:22

Wir bedauerten schon sehr, als unser langjähriges Lieblingsrestaurant Alt Luxemburg im letzten Jahr schloß. Unser "Ersatz", wenn auch ganz anders vom Stil und Niveau, war das Glügk, und auch das hat jetzt kurzfristig geschlossen.

Da kam es gerade recht, daß nach einigen Wirren Wannemachers langjähriges Personal Oliver (Service) und Felix (Küche) doch noch ihren Plan vom eigenen Restaurant umsetzen konnten und Anfang Juni das Bob & Thoms eröffneten. (Die vorläufige Homepage wird gerade überarbeitet und wird demnächst auch die Karten ausweisen.)

Im leicht verschlafenen, aber angenehm ruhigen Schöneberger Kiez gelegen, ist das Ambiente reduziert, ja fast etwas unterkühlt. Die vorne gelegene Holzterasse lädt zum Draußensitzen ein. Olivers Service ist ebenso charmant und aufmerksam wie eh und je. Und die Küche?

Es gibt drei 4-Gänge-Menüs:
Vegetarisch à 45 €
"Kontemporär" à 60 €
Klassisch à 75 € (u.a. mit Entenleberpastete und Hummercrèmesuppe)
Alle Gerichte gibt es auch à la carte, und Gänge lassen sich auch austauschen(?).

Wir hatten das mittlere Menü. Ich will es garnicht auseinandernehmen; nur soviel: Dieses Restaurant ist der legitime Nachfolger des Alt Luxemburg! Das Menükonzept wurde in etwa beibehalten, und die Küche ist auf demselben hohen technischen Level - kein Wunder, hatte Felix doch auch im Alt Luxemburg schon teilweise freie Hand. Nur kommt jetzt eine dezente Experimentierfreude hinzu, die dem doch sehr gediegenen Alt Luxemburg abging. Uns kommt das sehr entgegen!

Wir haben sehr, sehr gut gegessen und werden sicher häufiger dorthingehen, auch wenn es für uns nicht mehr so günstig gelegen ist. Es würde mich nicht wundern, wenn über kurz oder lang ein Stern vergeben würde (obwohl ich das überhaupt nicht brauche; im Gegenteil: lieber ohne bei gleicher Qualität ;)). Auch Wannemacher hatte ja weiter auf Sterneniveau gekocht, ging allerdings keine Moden mit und fiel damit wohl durch's Raster. Das darf hier von uns aus gerne auch so sein.

Die beiden machen das übrigens komplett zu zweit, ohne jede Aushilfen! Da ist verständlich, daß sie nur rund 12 Plätze anbieten, auch wenn für deutlich mehr Platz wäre. Hier ist also Wachstumspotential. Richtig groß werden wollen sie allerdings nicht, gerne aber überregional bekannt.

Die Weinkarte hat ein paar schöne Positionen, ist aber schon sehr kurz. Oliver hat mir allerdings gleich das Korkgeld von 30 € angeboten. Ob das allen offensteht, oder ich da einen Stammkundenbonus habe, kann ich nicht sagen. Es steht allen offen, gegen ein Korkgeld von 30 € eigenen Wein mitzubringen. Aufgrund der knappen Weinkarte werde ich aber bald darauf zurückkommen.

/disclaimer
Wir sind nicht verschwippt, und haben auch keinerlei geschäftliche Interessen. Der Laden trifft nur einfach genau unseren Geschmack, im wörtlichen wie im übertragenen Sinn.
Besten Gruß, Karsten
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Gerlach

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Re: Restaurantempfehlungen

BeitragFr 16. Aug 2019, 21:33

Hier eine retrospektive Empfehlung, sie kommt also zeitlich zu spät. Gleichwohl ist sie eine Erinnerung wert, vor allem , wenn sie so kenntnisreich und gelungen formuliert wird, wie in dem beigefügten Artikel des Berliner "Tagesspiegel" (einer kulinarisch-gastronomisch hervorragenden Zeitung). So ein Lokal gibt es mittlerweile nicht mehr - ich merke daran, wie alt ich werde:
https://www.tagesspiegel.de/themen/genu ... 85890.html
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