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Vorstellung / Fragen / (Rot)-Weinempfehlungen

Was Sie schon immer über Wein wissen wollten, aber nie zu fragen wagten
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Shindo

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Vorstellung / Fragen / (Rot)-Weinempfehlungen

BeitragMo 12. Aug 2019, 23:03

Hallo Zusammen,

Ich heiße Michael, bin 32 Jahre und komme aus der Nähe von Mainz.

Mit Wein beschäftige ich mich erst seit kurzem, da ich eigentlich bisher eher bei Single Malts oder Cognac hängen geblieben bin. Rotwein mag ich trotzdem, auch wenn bisher fast nur Supermarktware meine Kehle runtergeflossen ist.

Da ich beim Whisky gemerkt habe, was alles so möglich ist, wenn man über den Supermarkt mal hinaus ist, möchte ich bei Rotwein auch den nächsten Schritt gehen. Leider gestaltet es sich für mich als Anfänger sehr schwer irgendwo. Bei Scotch Malt gibt es eine Überschaubare Anzahl an Regionen mit gewissen charakteristiken, bei Rotwein gibt es 100.000ende Gebiete und Sortern. Ich versuch es trotzdem mal:

Welche Trauben mag ich bislang:
Syrah/Shiraz
Cabernet Sauvignon
Teilweise Pinot Noir (schmeckt meiner Frau, da leichter/fruchtiger eher)
(Barolo)* *später dazu ein paar Infos

Welche Art von Rotwein: Schwer/Volumen/Dunkel/Langer Abgang - Tannine / Holz (vlt von Whiskylagerung mag ich Holzfaßreife sehr) - gewisse Säure auch.

Vielleicht ist das nicht das typische anfängergebiet sich mit so "Bomben" zu beschäftigen ?

nun zum Barolo*:

Mein Vater hat vor vlt 8 Jahren einen Barolo zu Weihnachten aufgemacht (er hatte den mal durch Zufall bekommen sagt er) Die ersten zwei Gläser waren sauer und man hatte das Gefühl nur Holz zu schmecken. 1-2 Stunden später habe ich mich nochmal an ein Glas getraut.....es war unm mich geschehen. NIE mehr habe ich solch einen GENIALEN Wein getrunken...das war Kraft, und auf einmal war die Säure und das Holz so perfekt eingebunden und erst die intensive Frucht die ich schmecken konnte habe ich nie mehr bei anderen Weinen schmecken können....

...neulich kam ich mit ihm nochmal auf das Thema Rotwein damals zu Weihnachten...es war wohl eine Flasche für 150€ ca. damals. Wir konnten uns noch beide an das Bunte Etikett erinnern. Es muss zu 99% ein Barolo aus dem Hause: Roberto Voerzio Barolo La Serra gewesen sein.

Nun habe ich folgendes "Problem" so eine Flasche werde ich mir wohl nie mehr (zumindest nicht in absehbarer Zeit) leisten. Trotzdem denk ich mir bei den ganzen Supermarktweinen für 5-8€ jedesmal "naja, geht so"

Nie bekommt man diese Tiefe und intensiven Geschmack wie bei den Barolo damals.


kommen wir vlt mal zu den Weinempfehlungen:
komme ich mit 10€ die Flasche schon in Bereiche wo die Schweren Rotweinbomben richtig gut werden? ist das Für euch Profis jetzt einfach so ne lahme Anfängerpreisklasse und ihr sagt: "unter 30€ gibts nix gescheitetes so auf die Art? Weil 30€ für Wein wäre mir aktuell noch zu viel.

bei 10-15 € könnte ich mich mit anfreunden, alle 2-3 Wochen mal ne Flasche zu holen. Oder irre ich mich und es gibt für 5-8€ schon sau gute Weine, die man vlt 10 Jahre liegen lassen kann und die dann noch besser werden (Lagerungspotential)?

Mein Problem ist: Wo anfangen, da das Thema Rotwein so komplex ist.

Habt Ihr zB Syrah / Barolo die Preis / Leistung im unteren Preissegment sind die man einfach probiert haben muss? Also so Art klassiker, wo fast jeder sagt: Ja, der schmeckt jedem der Syrah mag. Ich glaube (Barolo wird sowieso schwer für "kleines" Geld)

Falls ihr noch Infos benötigt, fragt ... hoffe ich war nicht zu wirr mit meinen BHeschreibungen :-)
Will mich da reinfuchsen und einfach ein paar tolle Weine finden, wo ich dann vlt 20stk. für viele Jahre lagern kann, um lange spaß an tollen Tropfen zu haben.

Grüße

Michael
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Bernd Schulz

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Re: Vorstellung / Fragen / (Rot)-Weinempfehlungen

BeitragDi 13. Aug 2019, 08:41

Shindo hat geschrieben:Trotzdem denk ich mir bei den ganzen Supermarktweinen für 5-8€ jedesmal "naja, geht so"


Tipp eins: Vergiss den Supermarkt. Wenn die dort angebotenen Weine einigermaßen ordentlich sind, sind sie meistens überteuert. Ausnahmen bestätigen die Regel.

Shindo hat geschrieben:komme ich mit 10€ die Flasche schon in Bereiche wo die Schweren Rotweinbomben richtig gut werden?


Für 8 - 10 Euro bekommst du im gut sortierten Fachhandel schon kraftvolle Rotweine von erfreulicher Qualität. Tipp zwei: Bestelle dir mal ein paar Flaschen bei einem der besten Versandhändler, zum Beispiel bei Pinard de Picard! Konkrete Weine, die in dein vorläufiges ;) Beuteschema passen könnten, wären zum Beispiel der Beaucastel Cotes du Rhone Reserve, der Boudau Les Clos, der Saint Cosme Cotes du Rhone, der Fondreche Le Rouge, der Plan Pegau....

Herzliche Grüße

Bernd
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maha

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Re: Vorstellung / Fragen / (Rot)-Weinempfehlungen

BeitragDi 13. Aug 2019, 09:21

Moin und herzlich willkommen im Forum.

Ich komme auch ursprünglichen vom Single Malt (alter Bowmore Fan :-)), da kann ich Deine Vorliebe für wuchtige Rotweine gut nachvollziehen. Mir ging es ganz genau so.

Barolo in der Preisklasse würde ich nicht versuchen. Es gibt zwar ein paar „billig“ Barolos von Aldi oder Lidl, aber damit gewöhnst Du Dir Deine neue Leidenschaft eher wieder ab.
Evtl. Kann Dir einer unserer Italien Experten was nettes aus dem Barbaresco oder Brunello empfehlen, aber das wird in der 10 EUR Klasse auch eher schwierig

Bernd hat schon einige gute Tipps genannt. Schau Dich in der südlichen Rhone mal um, bei den bekannten Händlern (PdP, Lobenberg, etc.)
Der Guigal Cote du Rhone ist da auch ein guter Einstieg und immer eine solide Bank. Châteauneuf fangen auch eher bei 20 EUR an, entspricht aber auch Deinem Beuteschema

Ich würde Dir raten Dich auch mal im Priorat umzuschauen. 10 EUR ist da auch eher schwierig, aber zwischen 15 und 20 solltest Du da was schönes finden. Nicht zwingend Syrah, aber Deiner Stilistik entsprechend. (Z.B. Pardelasses von Aixala Alcait, Ferral / Empit von Celler Castellet)
Unser Forums-Priorat Experte (Thorsten Hammer aka Thvins) kann Dir hier sicher ein nettes Einsteiger Paket schnüren

In DE fällt mir hier spontan noch der Mano Negra von Kuhn ein (13,50 bei Belvini)

In AT geht der Trend wohl in letzter Zeit auch Richtung Wuchtbrummen (zumindest dem letzten FB Post von Sam Hofschuster nach zu urteilen ;-)). Evtl. Kann hier einer unserer Österreicher ein paar Tipps geben.

Auf jeden Fall kann ich den Tipp von Bernd nur bestätigen, lass die Finger von den Supermarkt Marmeladen.

Generell würde ich sagen, ist der Sprung von 10 EUR auf 25-30 EUR schon gewaltig. Ich vermute Du wirst nicht lange in der 10 EUR Range bleiben wollen ;-)

Viel Spass beim stöbern und berichte mal bitte ab und zu von Deinen Erfahrungen.

Gruss
Marko

PS: wir haben eine kleine aber feine Weinrunde in FFM die sich hauptsächlich mit Bordeaux beschäftigt, aber manchmal auch artfremd. Wenn ich Dich da mal auf den Verteiler setzen soll, schick mir doch bitte eine kurze PN. Die Weine die wir hier verkosten sind aber eher 1-2 Preisklassen höher anzusiedeln
Der schönste Sport ist der Weintransport!
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Muellimov

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Re: Vorstellung / Fragen / (Rot)-Weinempfehlungen

BeitragDi 13. Aug 2019, 17:29

Wenn es darum geht, den eigenen Geschmack noch zu "finden", dann solltest Du möglichst viel probieren. Aus meiner Sicht bietet sich da ein Kauf von Weinen aus Restpostenlisten geradezu an, gerade dann, wenn man (noch) nicht allzu viele finanzielle Mittel hat.

Bspw. hier aktuell bei Lobenberg, der ein wirklich gutes und breit gefächertes Sortiment hat:
https://www.gute-weine.de/sale/?tx_auws ... rch_result

Suche Dir ein paar einzelne Flaschen aus. Eventuell mit den von Dir bereits bevorzugten Rebsorten. Oder etwas breiter, um den Horizont zu weiten. Danach wirst Du eher ein Gefühl dafür entwickeln, welche Qualitätsunterschiede die einzelnen Preisregionen aufweisen und ob Dir teurere Weine den Preis wert sind.
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austria_traveller

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Re: Vorstellung / Fragen / (Rot)-Weinempfehlungen

BeitragDi 13. Aug 2019, 19:16

Also ich bin von der Restpostenkiste jetzt nicht so sehr überzeigt - aber gut.
Für Weine aus der südlichen Rhone kann ich diesen kleinen Händler hier empfehlen:
https://www.vandermeulen-wein.de/FRANKREICH/suedliche-RHONE:::362_373.html?MODsid=864c8bf7301af3d9afa54a8dbcca5e00
Beste Grüße
Gerhard aus Wien
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Shindo

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Re: Vorstellung / Fragen / (Rot)-Weinempfehlungen

BeitragDi 13. Aug 2019, 20:32

Hallo,

Vielen Dank Euch schonmal für die schnellen Rückmeldungen.

Es wurden viele Weine aus der Rhone Region genannt (da ist ja Syrah gut beheimatet, wie ich bisher gelesen habe) da tobe ich mich mal aus. Die vorgeschlagenen Weine liegen ja alle so im 10€ Segment und lesen sich sehr fein von der Beschreibung.

Wie verhält es sich denn mit Lagerpotential von so 10€ Weinen?
Also bspw. Schmeckt mir jetzt so ein oben genannter rhone wein total gut und ich kauf 10 Flaschen für den Keller... ist das dann auch schon so eine qualitätsstufe, dass der Wein in ein paar Jahren dann qualitativ noch weiter ist und im Handel mehr kosten würde? Oder ist das bei 10€ noch null von Bedeutung und wird erst bei jetzt schon teureren Flaschen evtl sich lohnen?

Nochmal zum Barolo. Ab wann machen die denn Spaß? Vlt mal zu Weihnachten als Idee. Gibt es vergleichbare Traubensorteb die in die Richtung nebbiolo gehen aber günstiger sind, da nicht aus dem barolo Gebiet?

Wie kann ich mich zum Thema Wein gut einlesen? Irgend ein super Buch oder Internet? (Klar hier im Forum stöbern, aber da ist vieles noch fachchinesisch)


Grüße
Michael
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austria_traveller

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Re: Vorstellung / Fragen / (Rot)-Weinempfehlungen

BeitragMi 14. Aug 2019, 06:50

Guten Morgen,
Shindo hat geschrieben:Wie verhält es sich denn mit Lagerpotential von so 10€ Weinen?

Das sollte für ein paar Jahre auch kein Problem sein. Ausschlaggebend für die Haltbarkeit ist aber nicht der Preis, sondern die Art der Vinifizierung und die Rebsorten. Aber wenn er dir total gut schmeckt hält er sowieso nicht zu lange ;)

Shindo hat geschrieben:Nochmal zum Barolo. Ab wann machen die denn Spaß?

Du solltest dich nicht zu sehr auf bekannte Namen versteifen. Geh die Sache locker an und trink dich mal ein bischen ein. Es ist wichtig, dass du (gerade zu Anfang) einen Überblick bekommst - spezialisieren kannst du dich später noch genug. Da weist du in aller Regel auch schon, was dir schmeckt und was nicht.
Beste Grüße
Gerhard aus Wien
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amateur des vins

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Re: Vorstellung / Fragen / (Rot)-Weinempfehlungen

BeitragMi 14. Aug 2019, 07:28

/disclaimer
Ich trinke sehr wenig Nebbiolo, und Weine der Kategorie La Serra sind auch bei mir die Ausnahme. Auch kenne ich Voerzios Stilistik nicht, und kann nicht sagen, ob sein La Serra für mich eine "Wuchtbrumme" wäre.

Aber da Du mehrfach nach Lagerpotential fragtest, möchte ich zu bedenken geben:
Der typische Verlauf einer Weinleidenschaft beginnt mit "Bomben" oder "Wuchtbrummen", und entwickelt sich hin zu feineren, eleganteren Weinen. Das ist keine Frage der Qualität, sondern der präferierten Stilistik.

Wenn Du Dir Weine einer bestimmten Stilistik in den Keller legst, könnte es also sein, daß sie Dir in ein paar Jahren garnicht mehr so sehr gefallen. Klar, La Serra bekommst Du sicher verkauft, und wahrscheinlich mit Gewinn. Aber bei "kleinen" Weinen dürfte das schwierig sein.

Aber klar, irgendwo fängt man eben an. Und zu Beginn lagert man i.d.R. auch nicht gleich Dutzende Flaschen ein.

Viel Spaß auf dem Weg zum Weinfreak! :ugeek:
Zuletzt geändert von amateur des vins am Mi 14. Aug 2019, 19:41, insgesamt 2-mal geändert.
Besten Gruß, Karsten
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EThC

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Re: Vorstellung / Fragen / (Rot)-Weinempfehlungen

BeitragMi 14. Aug 2019, 09:51

amateur des vins hat geschrieben:Der typische Verlauf einer Weinleidenschaft beginnt mit "Bomben" oder "Wuchtbrummen", und entwickelt sich hin zu feineren, eleganteren Weinen.

...das kann ich für mich auch klar so bestätigen!

Besser erst mal mittelfristig denken! Wenn man's aktuell eher wuchtig mag, bieten sich für relativ kleines Geld ggf. die Ripassos aus dem Veneto oder die Appassimentos aus Apulien an. Die Sachen sind auch im Bereich < 10 Euronen oft durchaus schön gemacht, wenn man auf Wumms steht, mir ist das mittlerweile aber schon zuviel Macho-Wein... (s.o.)
Auch in Österreich gibt's aus dem Burgenland viele recht gehaltvolle Rote unter der oben genannten Preisschwelle, die aber im Vergleich zu den o.g. Wuchtbrummen deutlich "flüssiger" daher kommen. Weninger oder "Die Winzerei" haben da sehr schöne Sachen. Es gibt da auch einige aussagekräftige VKN's in verkostungsnotizen.net , man kann da auch schön nach Gebieten etc. filtern. Einfach mal stöbern...
Viele Grüße
Erich


NOVINOPHOBIE ist die Angst davor, daß der Wein ausgeht...
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amateur des vins

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Re: Vorstellung / Fragen / (Rot)-Weinempfehlungen

BeitragMi 14. Aug 2019, 10:12

EThC hat geschrieben:Es gibt da auch einige aussagekräftige VKN's in verkostungsnotizen.net , man kann da auch schön nach Gebieten etc. filtern. Einfach mal stöbern...
Das wär' doch mal was! Filterkriterium "Stilistik" in VKN, zwischen 1.0 wie Wuchtbrumme und -1.0 wie Elfennektar. :mrgreen:
Besten Gruß, Karsten
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