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Extreme Weinvarianz

Was Sie schon immer über Wein wissen wollten, aber nie zu fragen wagten
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OsCor

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Extreme Weinvarianz

BeitragMi 25. Dez 2019, 20:57

Ich schiebe diese Frage jetzt schon einige Tage vor mir her, weil ich mich einfach nicht getraut habe, sie hier zu stellen:
Bei einem unserer regelmäßigen Einkäufe bei der Metro habe ich mal im Vorbeigehen (eigentlich kaufe ich schon lange keine Weine mehr bei der Metro) einen Rosato mitgenommen, um zu testen, ob er als alltäglicher Essensbegleitwein taugt.
Der Test verlief durchaus zufriedenstellend: Schön trocken und ausreichend Säure.
Beim nächsten Einkauf habe ich deshalb einen Karton mitgenommen. Das waren leider 6 Flaschen zuviel. Der Wein ist vom Etikett her absolut identisch mit der Testflasche (auch der Barcode ist identisch), aber der Wein ist unerträglich süß. Bei der zweiten Flasche (ich dachte an einen Flaschenfehler, zumal er verkorkt war) hatte ich beim ersten Schluck den Eindruck von Kohlensäure.
Ok, habe ich gedacht, gibst du deinem Anteil an Schwabenblut nach und trinkst ihn stark verdünnt als Schorle. Aber selbst bei einem Verhältnis von 1:5 schmeckt das wie Limo.

Kann da ein Lagerungsschaden aufgetreten sein oder wie kann man das erklären?

Gruß
Oswald
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EThC

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Re: Extreme Weinvarianz

BeitragDo 26. Dez 2019, 11:55

...ein "Lagerschaden" ist das m.E. nicht. Viele günstigere Italiener werden einfach unter einer Handels-Marke vertrieben, dabei kann der Flascheninhalt durchaus aus verschiedenen Quellen stammen, auch wenn das gleiche Etikett verwendet wird. Deshalb tippe ich einfach auf eine andere Abfüllung, ist bei solchen Sachen wie Lotto spielen. Hast Du mal nach einer Lot-Nummer auf dem Rückenetikett geschaut? Da könnte sich eine abweichende Quelle / Abfüllung manifestieren.
Viele Grüße
Erich


NOVINOPHOBIE ist die Angst davor, daß der Wein ausgeht...
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OsCor

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Re: Extreme Weinvarianz

BeitragDo 26. Dez 2019, 12:41

Hallo Erich,

es ist quasi bis auf die „letzte Kommastelle” alles identisch. Sowas habe ich auch noch nie erlebt und ich werde sicher beim Verkäufer vorstellig werden.
Wenn es nur Nuancen gewesen wären - kein Problem. Aber wenn eine Verdünnung der Größenordnung 1:5 und mehr so süß schmeckt, dass eine 1:1-Schorle mit normal restsüßem Wein dagegen wie Essig anmutet, kann was nicht stimmen.

Gruß
Oswald
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small talk

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Re: Extreme Weinvarianz

BeitragFr 3. Jul 2020, 09:49

‚günstige‘ Weine werden vor der Abfüllung oft gesüßt um sie ‚gefälliger‘ zu machen. Der Zucker ‚täuscht‘ auch über einige ‚Fehlerchen‘ hinweg.
- Diese Praxis ist in Frankreich verboten… Médoc hat weniger als 3 g Restsüße. Einmal habe ich einen Wein (Moulin de Lestagne) mit 1,4 g Restsüße abgefüllt und machte mir schon Sorgen. -
Weiter wäre zu vermuten, dass der Zucker vor der Abfüllung nicht hinreichend verteilt war. So ließen sich die unterschiedlichen Gehalte in den Flaschen erklären. Kohlensäure könnte dann durch Nachgärung entstanden sein.
… sind aber alles nur Vermutungen…

Beste Grüße aus Médoc
Stefan
Die Wahrheit liebt es, sich zu verstecken.
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OsCor

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Re: Extreme Weinvarianz

BeitragFr 3. Jul 2020, 11:27

Als ich Ende 70-er Jahre beruflich nach München ging, waren die heimischen (badischen) Weine sehr häufig für mich zu süß. Es war für mich deshalb eine große Erleichterung, dass es in München kein Problem war, schöne trockene italienische Weißweine zu bekommen. Ich kann mich nicht erinnern, jemals versehentlich was unerwünscht Süßes erwischt zu haben. Man kann sich also schon vorstellen, wie ungläubig ich angesichts dieser Plörre war - nach der absolut akzeptablen Probeflasche eine Woche vorher.
Der Wein wurde auch anstandslos zurückgenommen. Ob das bei der Metro intern irgendwelche Folgen hatte, weiß ich nicht. Meinen Versuch, telefonisch ein wenig nachzuhaken, habe ich angesichts des offensichtlichen Desinteresses der Gesprächspartner ziemlich schnell aufgegeben; die Zeit war mir zu schade.

Gruß
Oswald
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Lars Dragl

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Re: Extreme Weinvarianz

BeitragFr 3. Jul 2020, 18:47

Hallo Oswald!

Vor Jahren habe ich mir mal u.a. eine Kiste süßen Kabinett von der Mosel (Weins-Prüm) mitgenommen. Zuhause hatte ich dann aber einen trockenen Wein im Glas. Er war schlicht falsche etikettiert worden. Mir wurde Ersatz geschickt. So etwas darf eigentlich nicht vorkommen und doch passiert es anscheinend.

Grüße

Lars

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