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Best Bottle zum Lamm

Berichte von Verkostungen mit Weinen aus mehreren Ländern/Regionen (sonst bitte im Länderforum einstellen)
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maha

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Best Bottle zum Lamm

BeitragMo 30. Aug 2021, 17:38

Moin.

Seit langer langer Zeit haben sich endlich wieder einige Weinnerds live versammelt um ein paar gute Flaschen zu vernichten. Dazu gab's hervorragendes Lamm vom Grill.

Weil's so ein Spaß gemacht hat, ohne Notizen, aus dem Kopf:
Alle Weine kamen blind ins Glas

Vorweg
Steenberg 1682 Pinot Noir Brut Rosé Sekt, n.v. (SA)
Fruchtige Bubbles, Pinot war erkennbar, schönes, nicht aufdringliches Fruchtextrakt, das mehr Süße vorgaugelt als vorhanden war. Passt aber zum Rest. Ein sehr schöner Schäumer

Perrier Jouet Belle Epoque, 2012 (FR)
Brioche und Hefeteig, frische Säure, viel Extrakt dahinter. Sehr lang und im vergleich zum Sekt eher auf der kargeren Seite. Auch das gefällt!

Dann gab's zwei Reste aus einer zuvorigen Verkostung:
Carsten Saalwächter, Silvaner Alte Reben, 2019 (DE)
Carstens Brot und Butter Wein. Er soll die Weinguts Philosophie präsentieren. Und das macht er mit bravour! Apfel und Quitte, Säure auf den Punkt, ordentliche Länge und trinkfluß, laser scharf. Chapeau

Carsten Saalwächter, Chardonnay, 2019 (DE)
Reduktiv, Schießpulver, dahinter Zug ohne Ende. Klar wie ein Gebirgsbach. Zweifelsohne als Chardonnay zu erkennen. Blind wäre man wahrscheinlich im Meursault aber mit ordentlich Krawall im Glas, ich denke Karsten könnte sich in dem Stadium damit eher schwer tun. Das wäre eher was für Rolf ;-)
Hammer Wein und mit riesen Potential! Nicht nur der Wein, auch der Winzer!

Der Erste Weißwein Flight:
Lang, Grüner Veltliner, Riede Steiner Schreck, V, 2013 (AT)
Ich hab eh wenig Erfahrung mit der Rebsorte, und dann noch gereift, das war sehr spannend. Die Reife Noten sehr präsent. Blind war ich bei nem gereiften Chenin. Voller Körper, wuchtiger Antritt, schöne, gelbe, Frucht. Das typische Pfefferl fehlt komplett, etwas Säure hatte gefehlt. Aber super interessant.

Huber Chardonnay Bienenberg, 2015 (DE)
Das ist natürlich was ganz anderes. Macht auch noch richtig Krawall im Glas, aber anders als der Saalwächter Chardonnay mit mehr Tiefe und majestätischer. Sind ja auch ein paar Jahre Unterschied. Aber im Gegensatz zum 14er etwas ruhiger. Das ist imho Weltklasse Chardonnay Kino und ich hab das bisher noch nicht viel besser getrunken. Immer noch Feuerstein, etwas Reduktion aber auch schon mit einer aristokratischen Eleganz die Ihresgleichen sucht. Aber ich bin auch bekennender Huber Fanboy. Karsten, das könnte Dir schon eher gefallen.

Weiter geht's mit ner Reihe Roten:
Ducru Beaucaillou 2001 und Leoville Las Cases 2001 (FR)
Beide sofort im BDX verortet, den Leo allerdings zunächst nicht in St. Julien - eher rechtes Ufer oder aus einem wärmeren Jahr. Beide groß, voll in der Sekundär-Phase mit hervorragender reifer, dunker Frucht. Die Tannine Butterweich aber dennoch Stabilität gebend. Geiler BDX Flight!

Dann ging's an die Rhone:
Guigal, La Turque, 2002 (FR)
In der Nase zunächst nicht der burner, für mich sehr tertiär, nasses Laub und feuchtes Holz. Im Mund dann aber wunderbar und gar nicht tertär. Filligrane Frucht, wunderschöne Harmonie, die Balance passt und die Länge geht ewig. Hmmm, wie schön.

Grange Des Peres, 2009 (FR)
Was für ein Monument an Wein. Leider hat sich der Besitzer das Leben genommen :( , und die Preise dafür gehen durch die Decke. Aber der Wein ist geil. Voll in your face und jugendlich wie die junge Fa. Die Frucht schon fast likörig macht er im Flight den Lala Methusalem komplett platt. Das strotzt nur so vor Kraft und wird mit einer schönen Säure noch weiter katapultiert. Mag gar nicht mehr aufhören zu Enden. Aber das war auch nicht der Anspruch. Beide Weine stehen für sich. Der Grange hat noch ein laaanges Leben vor sich.

Ab nach unten ins Südafrikanische:
Anthonij Rupert, 2012 (SA), sowie Meerlust Rubicon 1998 (SA)
Beide als BDX Blends identifiziert und beide groß! Der Meerlust muss super gelagert worden sein, denn den Altersunterschied merkte man ihm kaum an. Ich wage die These, die beiden hätten den obigen BDX Flight ordentlich aufgemischt und ich bin mir nicht sicher ob sie den einen oder anderen sogar auch versägt hätten. Klar, der 12er hatte etwas mehr Muckis, aber Chapeau was die Kollegen hier auf die Flasche gebracht haben. Man sollte sich mehr mit SA beschäftigen

Aus der Reihe hinterher:
Mollydooker Enchanted Path, 2011 (AUS)
Zum Schluss gibt's noch mal ordentlich auf die Zwölf von nem Aussie. Und der bedient alle Schubladen die man im McLaren Vale nur öffnen kann. Großkampfshiraz at its best. Immer mitten in die Fr***, aber dabei recht freundlich. Ich mag's ja :-)

Breuer, Berg Schlossberg, 2011 (DE)
Der Phenotyp des Rheingau Reisling. Leider schwand die Konzentration etwas, aber der ist gerade im optimalen Trinkfenster.

Zum Dessert:
Johannishof, Rüdesheimer Berg Rottland Beerenauslese, 2011(DE)
Lecker Schmackofatz zum Finale Furioso. Mehr weiß ich nich mehr ;)

Was für ein grandioser Abend :!: Neben der Tatsache dass man sich endlich wieder mal live und in Farbe getroffen hat, haben ausnahmslos alle Weine performed. Und das auf einem grandiosen Niveau, das ich so bei einer Best Bottle noch selten erlebt hab.
Danke an alle die das möglich gemacht haben.

Gruss
Marko
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Re: Best Bottle zum Lamm

BeitragMo 30. Aug 2021, 18:11

Goiles Zeuch sauft ihr da, Marko! Also, überwiegend... :P

Saalwächters weiße 2019er hatte ich vor zwei Monaten, gucksu viewtopic.php?f=50&t=5420&start=30#p145030
Du hast recht, der Chardonnay ist nicht für mich. An Meursault habe ich dabei allerdings überhaupt nicht gedacht.

Huber 2015 weiß hatte ich genau einmal im Glas, meine ich. Ja, das ist der Jahrgang (von denen, die ich kenne), der mir die wenigsten Probleme bereitet.

Ist aber alles egal; wichtig ist, daß ihr Spaß hattet! 8-)
Besten Gruß, Karsten

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