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Chardonnay-Probe in Potsdam am 29.04.2019

Berichte von Verkostungen mit Weinen aus mehreren Ländern/Regionen (sonst bitte im Länderforum einstellen)
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amateur des vins

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Re: Chardonnay-Probe in Potsdam am 29.04.2019

BeitragMi 1. Mai 2019, 15:16

Gerald hat geschrieben:
amateur des vins hat geschrieben:
EThC hat geschrieben:...ich dachte erst, das Ganze wäre eine Ankündigung, weil das Datum ja in der Zukunft liegt... ;)
Nee, da habe ich mit dem zu langen Betreff die Foren-Software in's Schleudern gebracht: die hat am Ende "019" abgeschnitten...


ich schätze, Erich meint schon das ganze Datum im Titel

"Chardonnay-Probe in der Theaterklause Potsdam am 29.05.2019"
Achso! :lol: Ja, war ja ein Monatswechsel inzwischen, da kann man schonmal durcheinanderkommen. ;)

Um die Verwirrung zu maximieren, habe ich die Betreffzeilen korrigiert, wo ich konnte. :idea:
Zuletzt geändert von amateur des vins am Mi 1. Mai 2019, 15:33, insgesamt 1-mal geändert.
Besten Gruß, Karsten
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amateur des vins

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Re: Chardonnay-Probe in Potsdam am 29.04.2019

BeitragMi 1. Mai 2019, 15:33

Fazit:

Es hat sich schon bestätigt, daß Huber und Knewitz tolle Chardonnays machen, die qualitativ den Vergleich nicht zu scheuen brauchen. Stilistisch jedoch, und das habe ich eher bestätigt gefunden, sind sie sehr auf die reduktiv-saure Spitze getrieben. Ob das so gewollt ist, oder doch daran liegt, daß die Winzer noch in der Findungsphase sind - who knows? Jedenfalls sind sie eher eindrucksvoll als subtil.

Die feineren Weine kamen von von Carillon und Tement, Chanin und Joblot. Auch Rebholz und Breuer platzen nicht so mit der Tür in's Haus, erzielen aber dennoch sehr schöne Ergebnisse.

Noch eine persönliche Anmerkung zum Boillot: Auf den war ich besonders gespannt. Als teuerster Wein der Probe hat er mich nicht ganz überzeugt, obwohl er außer Konkurrenz eine beeindruckende Aufholjagd zeigte. Er war weniger schwefelig als in meiner Erinnerung (wahrscheinlich hat Huber meinen Bezugspunkt inzwischen verschoben). Aber auch wenn klar ist, daß die letzten paar Prozentpunkte Qualität stets überproportional zu Buche schlagen: In dieser Tagesform darf das PGV angezweifelt werden.


Schön war's! Danke nochmal an alle beteiligten. Wäre toll, wenn der eine oder andere auch noch ein paar Eindrücke hinterlassen würde!
Zuletzt geändert von amateur des vins am Mi 1. Mai 2019, 16:05, insgesamt 2-mal geändert.
Besten Gruß, Karsten
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Der Wein-Schwede

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Re: Chardonnay-Probe in Potsdam am 29.04.2019

BeitragMi 1. Mai 2019, 15:33

amateur des vins hat geschrieben:19 - Rebholz, Chardonnay R '15
etwas reduziert
keine Frucht; leicht- bis mittelgewichtig
War das der 2015er? Ich habe den Wein öfters getrunken und diese Beschreibung stimmt mit meinen Endrücken gar nicht. Bei mir keine Reduktion aber viel Gelbfrucht "Apriko".
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amateur des vins

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Re: Chardonnay-Probe in Potsdam am 29.04.2019

BeitragMi 1. Mai 2019, 15:42

Der Wein-Schwede hat geschrieben:
amateur des vins hat geschrieben:19 - Rebholz, Chardonnay R '15
etwas reduziert
keine Frucht; leicht- bis mittelgewichtig
War das der 2015er? Ich habe den Wein öfters getrunken und diese Beschreibung stimmt mit meinen Endrücken gar nicht. Bei mir keine Reduktion aber viel Gelbfrucht "Apriko".
Ja, das war er, und ja, das schreibst Du immer. Aber alles unter Knewitz nimmst Du doch garnicht mehr wahr, und erst bei Huber geht es so richtig los. :P

Aber Spaß beiseite: "Etwas" ist wirklich sehr wenig. Zudem war es der letzte Wein in einer langen Reihe, und er hatte einen extrem schweren Stand nach den beiden davor, wie ich mehrfach erwähnte. Du mußt das im Kontext sehen und darfst nicht jedes Wort auf die Goldwaage legen. Mich hat z.B. im Nachhinein irritiert, keine deutlichen Kräuter bemerkt zu haben. Ich sehe nochmal nach, aber ich meine, "viel Gelbfrucht Apriko" hatten meine 15er alle nicht.
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amateur des vins

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Re: Chardonnay-Probe in Potsdam am 29.04.2019

BeitragMi 1. Mai 2019, 15:53

Ich habe nochmal zum Rebholz Ch. R '15 nachgelesen:

am 28.01.2017:
Goldgelb; klar.
Nase: Wow! Ausbau dezent erkennbar. Frisch! Quitte, sehr reife Zitrone, weißer Pfirsich, Grapefruit/Pomelo. Komplex, tief, spannend!
Gaumen: Deutlich Zitrus. weich; viel weniger Druck als nach der Nase erwartet. Dennoch nicht ohne Kraft, auch wenn die Anmutung eher "schlank" ist. Schon relativ zugänglich. Ganz leichte Bitternote sehr spät im Abgang. Sehr gelungen!

am 14.02.2019: Forums-Link

Und dann hatte ich ihn noch einmal, aber finde keine Notiz.

Du hast recht, von Reduktion habe ich nichts geschrieben. Ich vermute die Wahrnehmung muß dem Kontrast zu den vorhergehenden Weinen geschuldet sein.
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Der Wein-Schwede

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Re: Chardonnay-Probe in Potsdam am 29.04.2019

BeitragMi 1. Mai 2019, 16:33

amateur des vins hat geschrieben:Aber alles unter Knewitz nimmst Du doch garnicht mehr wahr, und erst bei Huber geht es so richtig los. :P
Nein, so ist es nicht. Wenn ich einen Knewitz alleine hat, finde ich ihn sehr schön. Es ist nur dass wenn ein Huber da neben/parallell kommt, landet der Knewitz im Schatten weil der Huber so viel kräftiger ist.
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mixalhs

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Re: Chardonnay-Probe in Potsdam am 29.04.2019

BeitragMi 1. Mai 2019, 16:42

Die beiden Sekte am Anfang waren:

Roederer BdB 2008

Robert Moncuit, BdB "Cuvée perpétuelle" extra brut (Weine von 2006 bis 2012, degorgiert 12/2017)
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mixalhs

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Re: Chardonnay-Probe in Potsdam am 29.04.2019

BeitragDo 2. Mai 2019, 07:48

Hier ganz kurz meine Eindrücke:

Unter den Weinen aus Deutschland waren Hubers Bienenberg 2015, Knewitz' Reserve 2015 und Rebholz' R 2015 sehr gut und konnten mit den guten Burgundern mithalten. Knewitz hätte ich nicht unbedingt für einen Wein aus Deutschland gehalten. Huber war sehr auffällig und markant, hatte von allem viel, aber nicht zu viel: Säure, Frucht und Holz. Rebholz hatte das Problem, dass er am Ende der Probe als Wein Nr. 19, nach einem oxidierten Wein und Breuers 2002er, der mit Toffeenoten, Dulce di leche und IMHO auch etwas Halva und Mastix deutlich aus dem Rahmen fiel, doch eher unauffällig daherkam.

Tements Grassnitzberg 2015 und Bren Nacidos Chanin 2014 waren tolle Piraten, die mit den guten Burgundern mithalten konnten. Der Kalifornier machte auch eine sehr gute Figur zum Spargel mit Roastbeef. Ein Ausfall war Papargyrious Ca c'est correct 2016, bei dem ich vermute, dass er ein paar Tage auf den Schalen lag. Da ist deutliche Gerbsäure, die den Wein in diesem Feld unverwechselbar machte. Alternative Erklärungen wären Brett oder ein fehlerhafter DIAM-Verschluss. Weder auf der Seite des Weinguts noch auf der Seite des deutschen Importeurs finden sich Angaben über eventuelle Maischestandzeiten. Ich werde mal eine Mail an Yannis Papargyriou schicken.

Schwach waren Ziereisens Hard 2014 (Honig, fast parfümiert wirkend) und Wittmanns S 2006 (Haselnuss, restsüß wirkend).

Mein Bourgogne Blanc 2010 von Boisson-Vadet schlug sich sehr gut und hielt auch dem Essen sehr gut stand. Für mich einer der Besten, aber leider meine allerletzte Flasche. Marc Moreys Cailleret 2008, den ich vor ein paar Monaten noch mit 93 bewertet hatte, wirkte etwas zu gefällig mit Karamell- und Hongnoten und landete irgendwo im Mittelfeld. David Morets Gouttes d'Or 2010 war oxidiert. Keine Ahnung, woher das kommt: Premox war eigentlich ein Problem der zweiten Hälfte der 1990er und sollte 2010 erledigt gewesen sein. Zu Hause habe ich noch eine letzte Flasche, die ich demnächst mal öffnen werde.

Carillons Puligny Montrachet 1er Cru 2015 (sehr schlank, geradlinig und fokussiert, aber noch sehr jung) war einer meiner Favoriten, ebenso Joblots Givry 1er Cru Mademoiselle 2016 (Birne, Quitte, tolle Nase, mittlere Säure). Boillots 1er Cru Les Gevrières 2012 landete dagegen im Mittelfeld (viel gelbe Frucht, Eindruck von viel Alkohol, mir zu plakativ).
Zuletzt geändert von mixalhs am Do 2. Mai 2019, 08:59, insgesamt 1-mal geändert.
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amateur des vins

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Re: Chardonnay-Probe in Potsdam am 29.04.2019

BeitragDo 2. Mai 2019, 08:11

Danke, Michael! Ich lese große Übereinstimmung zwischen uns. Shocking! :)

Hattest Du den Boillot nochmal zum oder nach dem Essen?
Besten Gruß, Karsten
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