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Bordeaux-Runde Frankfurt und/oder Korkgeld-Restaurants Ffm.

Berichte von Verkostungen mit Weinen aus mehreren Ländern/Regionen (sonst bitte im Länderforum einstellen)
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duhart09

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Re: Bordeaux-Runde Frankfurt und/oder Korkgeld-Restaurants F

BeitragDi 12. Feb 2013, 08:56

Lieber Gerhard,

das ist erfreulich.

Ich schicke Dir eine PN.

Wir sind bisher zu dritt bzw. inkl. meiner Frau zu viert, und wenn das mit Gerhard klappt, hätten wir danach noch ein Plätzchen frei. 9. März, 19 Uhr in Ffm. zentral bei uns zuhause - Thema Pauillac 2003 (bei Käse und Brot).

Gruß
Uli
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Desmirail

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Re: Bordeaux-Runde Frankfurt und/oder Korkgeld-Restaurants F

BeitragDi 12. Feb 2013, 09:01

Interesse hätte ich auch. Frankfurt liegt noch in erreichbarer Nähe. Schick mir doch bitte eine BM bzgl. des letzten freien Platz.
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Deep And House
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duhart09

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Re: Bordeaux-Runde Frankfurt und/oder Korkgeld-Restaurants F

BeitragMi 13. Feb 2013, 14:57

ghr und Desmirail,

ich habe Euch PNs geschickt. Essen nicht so weit von Ffm., das ist für eine solche Probe ja mal eine Ansage...

Gruß
Uli
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duhart09

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Re: Bordeaux-Runde Frankfurt und/oder Korkgeld-Restaurants F

BeitragSo 10. Mär 2013, 17:46

Gestern endlich der Auftakt für unsere Frankfurter Bordeaux-Runde, wir waren zu siebt bei Brot und Käse und im Schnitt glaube ich angenehm überrascht von den Pauillacs 2003, die Thema der Runde waren. Zu manchen Weinen hätte ich mir mehr Notizen machen sollen, gerade gegen Schluß.

Die Weine hatten wir eine Stunde vor Beginn der Runde geöffnet (d.h. waren ca. ein bis fünf Stunden vor Genuss geöffnet worden), sie aber nicht dekantiert oder doppelt dekantiert. Bei manchen war das auch ganz gut, andere hätten mehr Luft vertragen.

Batailley 2003:
Klassischer Pauillac, vielleicht noch etwas jung, aber durchaus schön zu trinken, leicht mineralische Noten (17 P.)

Grand Puy Lacoste 2003:
Hier half schon etwas Luft im Glas, der Wein öffnete sich, wirkte harmonisch, rund und zeigte etwas Süße, aber (noch?) vergleichsweise wenig Komplexität (18 P.).

Clerc Milon 2003:
Seeehr spannender Wein! Animalische Nase, filigraner und in Andeutungen Komplexität versprechender Genuß, derzeit aber noch etwas zu. Jetzt 18 P., aber was da durch schimmerte, spricht für deutlich mehr (Potentialwertung 19 P.)

Duhart Milon 2003:
Was für ein hedonistischer Tropfen! Begeisterte mich ungemein. Eine absolut betörendes Parfüm, hier konnte man erst mal eine Viertelstunde lang glücklich nur schnuppern: Kaffee, Schokolade, Korinthen. Am Gaumen dann schon ordentliche, ins Marzipanige reichende Süße, Reife, aber auch Teer und ganz ordentlich Power. Hier muß man mit dem Genuß sicher nicht mehr unbedingt warten – einfach geiles Zeug ! (19 P.)

Pontet Canet 2003:
Schade, hier habe ich auch zu wenig aufgeschrieben. Nase leicht alkoholisch, Lakritz. Ein bulliger Wein, mit solidem, aber auch jetzt nicht störendem Tanningerüst, der ein ungleich längeres Leben vor sich haben dürfte. Beeren, Teer, sehr konzentriert (19 P.)

Lynch Bages 2003:
Hier hätte Dekantieren vermutlich am ehesten gelohnt. Klassische, Cabernet-betonte Nase und erst nach einiger Zeit im Glas Anzeichen von Tabak, Würze und Komplexität, sonst doch recht zu (18+ P.?)

Pichon Baron 2003:
Massive Beerennase. Am Gaumen komplex und füllig, vieles allerdings nur andeutend, hier fehlt definitiv Luft. Teer und dunkle Beeren, massiv und bestimmt noch viiiiel Zeit vor sich habend (mit Potential 19-20 P.). War wohl für die Meisten "Wine of the Night".

Fazit: für den sofortigen Genuß ist der Duhart kaum zu schlagen, die meisten anderen Kandidaten sprechen nicht für die These, dass 2003er mit der Hitze nicht fertig würden, austrocknen und einen frühen Tod erleiden könnten sprich schnell getrunken werden müssten. Auch der teils kritisierte Mangel an Frucht bzw. die Dominanz von Hitze und Alkohol hat sich für mich nicht bestätigt.

Wir hatten auch ein paar schöne Piraten/Weine außer der Reihe:
Batailley 1979 (blind): Linkes Ufer und mindestens zwanzig Jahre alt waren noch zu ahnen. Reife, Paprika-dominierte Cabernet-Noten, sehr harmonisch, für mich 17 bis 18 P.
Weingut J. Pfleger Goldberg Claret 2008 (Bordeaux Blend aus CS, Merlot und CF): interessant, aber doch anders als Bordeaux. Für mich recht merlotlastig, schokoladig. Haben wir (habe ich??) dann auch gleich glücklich mit der von Claudia mitgebrachten Zotter "Monte Limar"-Schokolade kombiniert. Keine P.-Bewertung
Doisy Daene 2009 zum Abschluß: hier traue ich mir mangels ausreichender Sauternes-Erfahrungen kein Urteil zu, aber ich fand den Wein einen wunderbaren Abschluß!

Ein schöner Auftakt für unsere Runde, ich hoffe sehr, dass das nicht wieder einschläft. Dank an alle Beteiligten! Manuel, hoffentlich bist Du beim nächsten Mal mit dabei, und ein Fläschchen Pauillac 03er holen wir dann bei Gelegenheit nach!

Gruß
Uli
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graves

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Re: Bordeaux-Runde Frankfurt und/oder Korkgeld-Restaurants F

BeitragDo 14. Mär 2013, 19:10

duhart09 hat geschrieben:Gestern endlich der Auftakt für unsere Frankfurter Bordeaux-Runde, wir waren zu siebt bei Brot und Käse und im Schnitt glaube ich angenehm überrascht von den Pauillacs 2003, die Thema der Runde waren. Zu manchen Weinen hätte ich mir mehr Notizen machen sollen, gerade gegen Schluß.

Die Weine hatten wir eine Stunde vor Beginn der Runde geöffnet (d.h. waren ca. ein bis fünf Stunden vor Genuss geöffnet worden), sie aber nicht dekantiert oder doppelt dekantiert. Bei manchen war das auch ganz gut, andere hätten mehr Luft vertragen.

Batailley 2003:
Klassischer Pauillac, vielleicht noch etwas jung, aber durchaus schön zu trinken, leicht mineralische Noten (17 P.)

Grand Puy Lacoste 2003:
Hier half schon etwas Luft im Glas, der Wein öffnete sich, wirkte harmonisch, rund und zeigte etwas Süße, aber (noch?) vergleichsweise wenig Komplexität (18 P.).

Clerc Milon 2003:
Seeehr spannender Wein! Animalische Nase, filigraner und in Andeutungen Komplexität versprechender Genuß, derzeit aber noch etwas zu. Jetzt 18 P., aber was da durch schimmerte, spricht für deutlich mehr (Potentialwertung 19 P.)

Duhart Milon 2003:
Was für ein hedonistischer Tropfen! Begeisterte mich ungemein. Eine absolut betörendes Parfüm, hier konnte man erst mal eine Viertelstunde lang glücklich nur schnuppern: Kaffee, Schokolade, Korinthen. Am Gaumen dann schon ordentliche, ins Marzipanige reichende Süße, Reife, aber auch Teer und ganz ordentlich Power. Hier muß man mit dem Genuß sicher nicht mehr unbedingt warten – einfach geiles Zeug ! (19 P.)

Pontet Canet 2003:
Schade, hier habe ich auch zu wenig aufgeschrieben. Nase leicht alkoholisch, Lakritz. Ein bulliger Wein, mit solidem, aber auch jetzt nicht störendem Tanningerüst, der ein ungleich längeres Leben vor sich haben dürfte. Beeren, Teer, sehr konzentriert (19 P.)

Lynch Bages 2003:
Hier hätte Dekantieren vermutlich am ehesten gelohnt. Klassische, Cabernet-betonte Nase und erst nach einiger Zeit im Glas Anzeichen von Tabak, Würze und Komplexität, sonst doch recht zu (18+ P.?)

Pichon Baron 2003:
Massive Beerennase. Am Gaumen komplex und füllig, vieles allerdings nur andeutend, hier fehlt definitiv Luft. Teer und dunkle Beeren, massiv und bestimmt noch viiiiel Zeit vor sich habend (mit Potential 19-20 P.). War wohl für die Meisten "Wine of the Night".

Fazit: für den sofortigen Genuß ist der Duhart kaum zu schlagen, die meisten anderen Kandidaten sprechen nicht für die These, dass 2003er mit der Hitze nicht fertig würden, austrocknen und einen frühen Tod erleiden könnten sprich schnell getrunken werden müssten. Auch der teils kritisierte Mangel an Frucht bzw. die Dominanz von Hitze und Alkohol hat sich für mich nicht bestätigt.

Wir hatten auch ein paar schöne Piraten/Weine außer der Reihe:
Batailley 1979 (blind): Linkes Ufer und mindestens zwanzig Jahre alt waren noch zu ahnen. Reife, Paprika-dominierte Cabernet-Noten, sehr harmonisch, für mich 17 bis 18 P.
Weingut J. Pfleger Goldberg Claret 2008 (Bordeaux Blend aus CS, Merlot und CF): interessant, aber doch anders als Bordeaux. Für mich recht merlotlastig, schokoladig. Haben wir (habe ich??) dann auch gleich glücklich mit der von Claudia mitgebrachten Zotter "Monte Limar"-Schokolade kombiniert. Keine P.-Bewertung
Doisy Daene 2009 zum Abschluß: hier traue ich mir mangels ausreichender Sauternes-Erfahrungen kein Urteil zu, aber ich fand den Wein einen wunderbaren Abschluß!

Ein schöner Auftakt für unsere Runde, ich hoffe sehr, dass das nicht wieder einschläft. Dank an alle Beteiligten! Manuel, hoffentlich bist Du beim nächsten Mal mit dabei, und ein Fläschchen Pauillac 03er holen wir dann bei Gelegenheit nach!

Gruß


Kopie des Beitrags im Forum Bordeaux 2003

Es war eine wunderbare Probe, die Uli initiiert und ausgerichtet hat. Und es war ein toller Pilot der Frankfurter Bordeaux-Runde, die zu gegebener Zeit wohl auch mal "ein Stock, ein Hut, ein Regenschirm" spielen, und andere Weine zum Thema machen wird. Es macht Spaß auf (viel) mehr.

Doch zum Thema des Abends und dieses Unterforums: Bordeaux 2003 - zehn Jahre danach

Wie Uli schon beschrieben hat, waren sich alle 6 Verkoster (darunter 3 Vollblut- und zwei Halbblut-Laien) recht einig. Aber es gab Nuancen in der Wertschätzung der Kandidaten, weshalb ich auch meine Einschätzung beitragen möchte. Anbei zunächst die Kandidaten in der Übersicht:

1235

Batailley 2003:
Der Wein gefiel mir gut, erfüllte jedoch nicht meine Erwartung ohne sie jedoch zu enttäuschen. Die Farbe hat zum Rand hin schon etwas nachgelassen. Präsente Tannine lassen aber auf weiteres Alterungspotential schließen. Kräftiger Antritt am Gaumen, kernig. Aber mit einer Süße ausgestattet, die ich gemeinhin nicht so schätze. 16 Punkte

Grand Puy Lacoste 2003:
Ganz anders. Tiefe Farbe. Bereits schön eingebundene Tannine. Vielleicht auch von vornherein eher auf der tannin-armen Seite. Sehr intensive Nase. Fleischiges, rotfruchtiges Mundgefühl, dass den Wein jung anmuten lässt und alles zusammenführt. Schön aber nicht groß. 17 Punkte

Clerc Milon 2003:
Filigranes Bouquet. Auch am Gaumen zurückhaltend. Insgesamt auf leisen Sohlen unterwegs. Assoziation von blauen Beeren. Gegen Ende des Abends an Vielschichtigkeit und Intensität zunehmend und einen kleinen Vorgeschmack auf die Zukunft zeigend. Für mich derzeit 17 Punkte, kann aber 18 Punkte erreichen

Duhart Milon 2003:
Wunderbare Nase mit einer ausgeprägten Graphit-Note. Ebenfalls die Assoziation Marzipan wahrnehmend. Mit intensiver Geschmacksfülle Druck am Gaumen machend aber dabei eine Klarheit aufweisend, dass der Wein nicht satt macht. Derzeit so viel Freude bereitend, dass es schwer fallen wird, den kleinen Bestand zu schonen. 18 Punkte

Pontet Canet 2003:
Wunderbarer Wein mit einer die Klassik pointierenden Nase. Sehr intensiv in jeder Beziehung. In Aroma, Tannin aber auch im Alkohol jenseits der Masse. Dabei keineswegs plump oder derb, sondern auch Finesse zeigend. Von den degustierten Kandidaten der ungestüme und am jüngsten wirkende. Sehr vielversprechend aber angesichts des Tanninlevels für mich derzeit noch nicht in der Genussphase. 18 Punkte

Lynch Bages 2003:
Interessante Nase von grüner Paprika und leichter Chilli-Note. Am Gaumen eher schlapp. Der Wein zeigte sich kaum, enttäuschte fast ein wenig. Daher kaum Notizen. Kein Flaschenfehler erkennbar. Er scheint eher in einer schwachen Phase und verschlossen zu sein. Keine Bewertung.

Pichon Baron 2003:
Best of Show. Wunderbare Aromatik. Sehr lecker, trinkig und dabei ungemein elegant. Präsente aber dennoch sehr bekömmliche, weiche Tannine. Schönes Tannin-Säure-Süße-Spiel. Mundfüllend. Im Nachhinein schade, dass es der letzte Wein war. Die eine oder andere Nuance ist sicherlich etwas untergegangen. Wäre da nicht der dreistellige Preis, müsste man ihn Kistenweise einlagern. 19 Punkte.

Insgesamt eine sehr gelungene Probe, deren hohe Durchschnittspunktzahl von 17/18 Punkten sowohl für das Niveau des Jahrgangs bzw. der Jahrgangsvertreter also auch die Qualität der Flaschen spricht.
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duhart09

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Re: Bordeaux-Runde Frankfurt und/oder Korkgeld-Restaurants F

BeitragSa 16. Mär 2013, 21:03

Beim Vergleich der beiden Bewertungen drängt sich wieder mal die Frage nach den Bewertungsschemata auf... Jan-Henning punktet ja im relativen Vergleich praktisch identisch, nur niveaumäßig insgesamt einen Punkt tiefer. Wie auch immer man seine Meßskala "eicht": Duhart aktuell und Pontet Canet waren fraglos große Weine... (und der Pichon Baron ohnehin).

Für unser nächstes Treffen haben wir uns nun auf den 20. April (19 Uhr) geeinigt, wobei der genaue Ort (in Frankfurt) noch nicht feststeht. Allerdings wird die Frequenz unserer Treffen sich nicht auf einen Sechs-Wochen-Rhythmus einpendeln, das wäre zuviel. Bot sich halt diesmal terminlich an. Fände vier oder vielleicht fünf Treffen im Jahr schön. Thema soll diesmal "1998 rechtes Ufer" sein. Bei Interesse bitte PN an mich, je nach Veranstaltungsort evtl. aber nur noch Warteliste. Wie gehabt auf Costsharing-Basis und je nach Location mit Brot & Käse oder Essen im Restaurant.

Gruß
Uli
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graves

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Re: Bordeaux-Runde Frankfurt und/oder Korkgeld-Restaurants F

BeitragSo 17. Mär 2013, 20:06

duhart09 hat geschrieben:Beim Vergleich der beiden Bewertungen drängt sich wieder mal die Frage nach den Bewertungsschemata auf... Jan-Henning punktet ja im relativen Vergleich praktisch identisch, nur niveaumäßig insgesamt einen Punkt tiefer. Wie auch immer man seine Meßskala "eicht": Duhart aktuell und Pontet Canet waren fraglos große Weine... (und der Pichon Baron ohnehin).


Hallo Uli,

völlig korrekt, deshalb hatte ich auch zu Anfang meines Beitrags geschrieben, dass wir uns "ziemlich einig" waren. Das bezog sich a) auf das allgemein hohe Niveau der Probe und b) die Einschätzung der Rangfolge der Weine untereinander.

BG, JH
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BuschWein

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Re: Bordeaux-Runde Frankfurt und/oder Korkgeld-Restaurants F

BeitragMo 18. Mär 2013, 14:05

Wenn Ihr am 20. April Lust habt vor den schweren Bordeaux-Weinen ein paar junge deutsche Weißweine aus 2012 zu probieren könnt Ihr Euch vorher schon bei unserer Hausmesse in Frankfurt treffen:
http://www.gutsweine.com/gutsweine/p20110.php?s_idtermin=28
Neben den Weinen des neuen Jahrgangs wird es natürlich auch noch einige ältere Weiß- und Rotweine von unseren Deutschen Winzern zu probieren geben. ;)
Armin
www.gutsweine.com

Dumme Menschen machen immer den gleichen Fehler, intelligente immer Neue ;)
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duhart09

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Re: Bordeaux-Runde Frankfurt und/oder Korkgeld-Restaurants F

BeitragDo 11. Apr 2013, 08:23

20. April 19.30 Uhr: St. Emilion 1998-Probe in Ffm.-Sachsenhausen

Wir haben noch ein, zwei Plätze frei. wie gehabt auf Cost Sharing-Basis zzgl. 80 Euro seitens des Restaurants für ein Viergangmenü, Wasser, Kaffee und Korkgeld. Bei Interesse bitte PN an mich!

Gruß
Uli
Uli
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duhart09

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Re: Bordeaux-Runde Frankfurt und/oder Korkgeld-Restaurants F

BeitragSo 21. Apr 2013, 19:05

Gestern fand nun unsere St. Emilion 1998-Probe im Restaurant Döpfner's im Maingau-Hotel in Ffm.-Sachsenhausen statt.

Zu sechst haben wir uns in drei Flights die folgenden Weine vorgenommen (undekantiert, direkt aus der Flasche):

Erster Flight:

Clos de l'Oratoire 1998:Nase von Kaffee und Röstaromen, etwas Lakritz. Sehr samtige Konsistenz, "wie ein Plüschsofa", reif, ein komplexes Aromenspiel am Gaumen mit Würze und etwas Pfeffer. Schöner Auftakt mit 18+ P.

Ch. Quinault L'Enclos 1998:
Leicht alkoholdominierte Nase, am Gaumen dunkle Beeren, Eisen, spontan recht begeisternd. Baut aber im Glas schnell ab und wird dünner mit Wasser und Alkohol, muss dringend getrunken werden. Erst 18, dann 17 P. mit absteigender Tendenz.

Zweiter Flight:

Ch. Ferrand-Lartigue 1998:
Eher leichterer Zeigenosse, solide, aber etwas beliebig. Rote Beeren, 17 P.

Ch. Dassault 1998:
Völlig anderer Wein mit einer animalischen Nase, am gaumen eher Würze Richtung Curry als Beeren, jünger wirkend mit ziemlichem Grip, aber auch einer spürbaren alkoholischen Note. Irgendwie wenig typisch für einen St. Emilion, 17 bis 18 P.

Furioses Finale mit drittem Flight:

Ch. Pavie-Macquin 1998:
Nase mit leichter Paprika-/Cabernet-Dominanz, nach einigen Minuten rieche ich auch Chorizo. Am Gaumen ebenfalls sehr weich, etwas ledrig, helle Beeren, ein faszinierend schöner Wein. Für mich 18 bis 19 P. und ich glaube, andere Mittrinker waren noch begeisterter.

Ch. Troplong-Mondot 1998:
Nase ebenfalls erst recht alkoholisch, dann bananig, was sich am Gaumen bestätigt. Ändert sich mit Luft noch permanent und zweigt dann eine starker Kräuteraromatik. Kann leider einen Teil meiner Notizen hierzu nicht mehr entziffern... 18 bis 19 P.

Ch. Figeac 1998:
Anfänglich mit einer krassen Kuhstall-Nase, die später Richtung Maggi-Würze variiert. An leicht buttrigen Teig erinnernd, wie einer der Mittrinker feststellt und damit den Nagel auf den Kopf trifft. Gewinnt mit mehr Luft spürbar an Komplexität, dunkle Beeren, etwas Vanille, Banane, aber auch Johannisbeere. Maul voll Wein und ein Chamäleon im Glas, aber im Januar hatte mich der Wein noch mehr begeistert und auch einen etwas abweichenden Eindruck gemacht, obwohl beide Flaschen aus gleicher (sehr seriösen) Quelle stammend - siehe Notiz im 1998er Thread vom 20.01.13. Heute aber immer noch 19 P. und für mich der geheimnisvollste der verkosteten Weine.

Fazit: Meine Eindruck der verkosteten Weine, die man wohl schon alle als gut trinkreif bezeichnen kann, korrelierte doch sehr mit den heute aufgerufenen Preisen. PLV-Sieger war wohl noch am ehesten der Clos de l'Oratoire. Dass es ein verdammt schöner Abend war, lag aber nicht nur an den Weinen und den Leuten (wir waren zu sechst). Soviel Schleichwerbung soll erlaubt sein: Vom Team um Herrn Döpfner wurden wir herzlich betreut und herzhaft verköstigt - mit gepökelten Schweinebäckchen auf Linsengemüse und Röstkartoffeln, Tagliarini mit gebratenen Garnelen und gelber Paprikasauce, Lammrücken Provencale auf Artischocken-Bohnengemüse und Thymianbuchteln sowie zum süßen Abschluß mit Creme Brulee mit marinierten Orangenfilets - alles zu einem für Frankfurter Verhältnisse wirklich fairen Preis inkl. Wasser und Korkgeld.

Und sollten denn als "Experten" in Anbetracht einer in Kürze stattfindenden Veranstaltung des Hauses gleich noch eine (nicht berechnete) Flasche Ch. Beauregard (Pomerol) 1988 beurteilen, zu der ich mir vermerkt habe: Nase von hellen Beeren und Leder, am Gaumen weich, sehr klassisch, harmonisch-elegant, 17-18 P.
Uli
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