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Bordeaux-Runde Frankfurt und/oder Korkgeld-Restaurants Ffm.

Berichte von Verkostungen mit Weinen aus mehreren Ländern/Regionen (sonst bitte im Länderforum einstellen)
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duhart09

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Re: Bordeaux-Runde Frankfurt und/oder Korkgeld-Restaurants F

BeitragFr 31. Mai 2013, 13:54

Ich hoffe ja, daß Jan-Henning (mit seiner immer rund einen Punkt strengeren Bewertungsnorm) hier doch noch seine Notizen zu unserer St. Emilion 1998er-Probe einstellt. Dann kann er auch gleich weitermachen und zu Mittwochabend etwas schreiben. Da haben wir uns nämlich in kleiner Runde (zu viert) in einem Frankfurter Restaurant getroffen und eine etwas weniger thematisch gebundene Probe veranstaltet. Motto war Bordeaux - Demis.

Ist aber doch - was die Weine angeht: für mich vielfach erstaunlich - schön ausgefallen.

Also, es gab jeweils aus der Halben...

...im ersten Flight:

Ch. La Louviere 2001: Nase von Pumpernickel und Schwarzkirsch, letztere auch am Gaumen dieses samtig weichen und sehr harmonischer Tropfens. Aber letztlich nicht sehr komplex, dennoch ein tolles PLV! 17+ P.

Ch. Moulin Haut Laroque 2006: Nase offenbart wenig, am Gaumen tanninbetont mit markanter Säure. Wenig überraschend zeigt sich der Wein recht verschlossen bis auf eine schöne Süße und Marzipan-/Bittermandelnote. Wird im Glas nach ein paar Minuten weicher und hat bestimmt schönes Potential. 17-18 P.

...im zweiten Flight eine kleine Vertikale, die viel Spaß machte:

Ch. Lagrange (St. Julien) 1989: Noch ziemlich dunkle Farbe, aber leicht wässriger Rand. Schöne, klassische Nase, am Gaumen anfänglich Cabernet-Paprika, dann dunkle Kirschen, leicht erdig, ungemein rund und schön, ein phantastischer Trinkspaß! Der Wein wirkt bei aller Harmonie vielleicht wegen seiner Konzentration auf mich jünger. Parker hatte eine Trinkreife bis 2012 prognostiziert, aber selbst hier aus der Halben sind da bestimmt noch etliche Jahre mehr drin. 19 P. von mir und ich glaube für alle vier Teilnehmer "Wine of the night"!

Ch. Lagrange (St. Julien) 2001: Mittleres Dunkelrot und eine massive Kuhstall-Nase, später tritt noch etwas Lakritz zur Nase hinzu. Auch hier zeigt sich der Cabernet am Gaumen, aber weniger stark als beim 89er. Die für das Weingut aus meiner Erinnerung heraus typische Karamelligkeit, Cremigkeit ist auch bei diesem sehr charmanten Wein ausgeprägt. Haben wir an diesem Abend ein Glück! 18-19 P.

Ch. Lagrange (St. Julien) 2004: Der Karamellton beherrscht hier schon die Nase, dann sind aber auch Süße und rote Kirsche zu vernehmen. Am Gaumen sehr samtig und Eindrücke von Schwarzwälder Kirsche und dann nach einer Weile auch noch von roten Johannisbeeren, sicherlich ein sehr interessanter Wein, aber der Charme des 01ers überwiegt für mich doch knapp, aber 18+ P. sind ja immer noch ein Wort. Ein toller Flight und eine gute Erinnerung daran, dass man eigentlich viel öfter Lagrange trinken sollte, zumal die Weine ja "im Peergroup-Vergleich" doch recht erschwinglich geblieben sind.

...im dritten Flight dann:

Ch. Beausejour-Becot 1979: Noch erstaunlich dunkel, aber mit hellem Rand. Interessante Nase mit Brotkruste und Toastaromen und einer gewissen Chili-Note, einer der Mittrinker (bzw. hier Mitriecher) erkennt Paprika edelsüß und hat damit absolut Recht. Am Gaumen ist das Alter zu spüren, der Wein hat seine beste Zeit hinter sich und schmeckt etwas ledrig, aber nicht schlecht und sehr interessant. Natürlich ein ziemlicher Kontrast zu den anderen Weinen des Abends, vielleicht noch 17P.?

Ch. Poujeaux 1998: An der Nase erst nach kräftigem Schwenken ein Eindruck von Weide(?), am Gaumen ein ganz leicht käsiger Eindruck. Das klingt jetzt vielleicht schlimmer als es ist, denn der Wein ist absolut keine Qual, sondern im Gegenteil ein schöner und gereifter Bordeaux mit ebenfalls 17 P.

Domaine de l'Eglise 2005: Hier läßt die Notizendisziplin deutlich nach, aber der Wein zeigt sich auch ziemlich verschlossen. 17 P.(?)

Die Weine wurden übrigens alle nicht dekantiert, sondern zu Beginn der Probe aufgezogen.

Zu den abschließenden drei Süßweinen habe ich mir dann nichts mehr notiert.

Damit geht die Frankfurter Bordeaux-Runde wohl in die Sommerpause (mit Plänen für eine Weinlagenprobe und natürlich gemeinsames Grillen), es sei denn, das April-Wetter hält weiter an und bringt uns doch noch spontan auf ein paar rote Bordeaux' zusammen...
Uli
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duhart09

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Re: Bordeaux-Runde Frankfurt und/oder Korkgeld-Restaurants F

BeitragSo 11. Aug 2013, 10:05

Der Herbst rückt näher und wir visieren unsere nächste Probe für den 2. Oktober an - tolles Thema und schon ein ordentliches Line Up dafür: Pauillac 2000! Geplant: Haut Bages Liberal, Batailley, Haut-Batailley, Clerc Milon, Grand Puy Lacoste, Pontet Canet, Lynch Bages, Pichon Baron. Ein/zwei Plätze hätten wir noch frei, bei Interesse bitte per PM melden! Toll wäre natürlich, wenn Du noch eine passende Flasche (nicht gerade Premier Cru) aufbieten könntest, ist aber nicht Bedingung. Konditionen: Cost Sharing auf Basis aktueller Preise, und das Restaurant nimmt für vier Gänge, Kaffee, Wasser und Korkgeld ca. 80 Euro/Nase.

Gruß
Uli
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duhart09

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Re: Bordeaux-Runde Frankfurt und/oder Korkgeld-Restaurants F

BeitragFr 16. Aug 2013, 16:36

...und voll (ausgebucht) für den 2. Oktober.
Uli
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duhart09

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Re: Bordeaux-Runde Frankfurt und/oder Korkgeld-Restaurants F

BeitragSo 15. Sep 2013, 20:00

Gestern abend haben wir uns nun im kleinen Kreis (zu viert) wieder zu einer weiteren Demi-Runde im Hessischen Hof getroffen und zehn halbe Bordeaux-Flaschen in vier Flights probiert:

Erster Flight:
1997 d'Armailhac:
reife, etwas trüffelige Nase. Am Gaumen leicht, harmonisch, klassisch, Kirschfrucht. Noch gut trinkbar. 16-17 P.

2007 Sociando Mallet:
Pfeffrig-würzige Nase, leichter Stallton. Ein einfacher, aber solider Bordeaux-Spaß. Im Abgang Säure und Alkohol. Wie der Flight-Partner defintiv eher ein Essensbegleiter als ein Solist. Knappe 17 P.

Zweiter Flight:
2004 Les Ormes de Pez:
Für mich gemeinsam mit Wein Nummer zehn der verschlossenste Wein des Abends. Am Gaumen ein bißchen Paprika, mehr habe ich da kaum identifizieren können. Später am Abend wurde er ein bißchen zugänglicher. Keine Bewertung.

2004 Leoville Barton:
Nase: Vor allem Lakritz. Am Gaumen Beerenfrüchte, sehr konzentriert, ein massiver Körper. Wurde mit etwas Luft immer schöner und runder und war glaube ich im Konsens "Wine of the Night". 18-19 P.

2005 Gloria:
Nase: Himbeer und Lakritz, sehr schön. Am Gaumen dominierte Kirsche. Wurde mit der Zeit immer schöner und präsentierte sich gegen Ende des Abends schmeichlerisch weich. Für mich die positive Überraschung des Abends und euphorische 18-19 P.

Dritter Flight: eine Mini-Vertikale
2003 Phelan Segur:
Alkohol. Nase. Am Gaumen blind als der 03er zu identizifizeren: Heiß und alkoholisch, aber dabei nicht zu anstrengend, er scheint das irgendwie einzufangen und bietet hedonistisches Trinkvergnügen ohne zu hohe Komplexität. 18+ P.

2004 Phelan Segur:
Eine leicht vanillige Nase, auch rote Johannisbeeren. Am Gaumen softer als der 03er, Beeren, reif, harmonisch. 18+ P.

2006 Phelan Segur:
Interessanste Nase: Rumtopf, Korinthen, kräftig PUmpernickel. Am Gaumen stören die noch etwas pelzigen Tannine, der Wein ist noch ziemlich zu, bei 06 auch plausibel. Der Nase wegen vielleicht 18 P.?

Vierter Flight:
2000 Pibran:
Seltsame Nase, muffig, Paprika und vor allem Dosenmandarinen(!). Die Mandarinen finden sich - etwas weniger metallisch - auch am Gaumen wieder zusammen mit einer Bittersüße. Sehr seltsam und auch nach Nachprobieren nicht mein Fall. 13 P.

1995 Pontet Canet:
Die Enttäuschung des Abends, da völlig vernagelt. Ebenfalls eine etwas muffige Nase (oder war ich da noch Pibran-geschädigt?) mit etwas Kirsche. Wirkte am Gaumen noch sehr, sehr jung und kräftig, ansonsten konnte ich da nicht viel identifizieren. Bleibt abzuwarten. Keine Bewertung.

Zum Abschluß gab es in den plüschigen Sofas der Lobby versinkend noch eine schöne Leitz-Berg Roseneck 2009er-Spätlese, danke, Henning!
Uli
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duhart09

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Re: Bordeaux-Runde Frankfurt und/oder Korkgeld-Restaurants F

BeitragMi 9. Okt 2013, 23:19

Auch wenn das hier dank meiner schreibmuffeligen Mitverkoster in einen Monolog auszuarten droht, möchte ich doch kurz von unserer Pauillac 2000er-Probe vor einer Woche berichten, die wir wieder bei Döpfner's im Maingau abgehalten haben, wo wir mit sehr gutem Essen und (gewohnt) herzlichem Service verwöhnt wurden (Coq au Vin vom Stubenküken, Seeteufel auf Rotweinrisotto, Lammstelze,...).

Wir haben doch elf verschiedene 2000er aus Pauillac zusammengekriegt, dabei aber auf die Premier Crus aus naheliegenden Gründen verzichtet. Ansonsten war aber eigentlich so ziemlich alles mit Rang und Namen dabei... die Vorfreude war groß, für mich waren Lynch Bages und Pichon Baron jeweils die ersten Flaschen von den damals subskribierten Flaschen und auf die war ich natürlich besonders gespannt!

Alle Flaschen (ich meine mit Ausnahme des ersten Flights) wurden dekantiert.

1. Flight:

Lynch Moussas 2000
Ein unerwartet toller Auftakt! Etwas aufgehellter Rand, eine fruchtige, etwas florale Cassis-Nase, am Gaumen ungemein rund, schön gereift und mit etwas Luft an Komplexität gewinnend. Rote Johannisbeere, Kirschfrucht und von mir 18 P.

Haut Bages Liberal 2000
Dunkle Farbe, rotbeerig dominierte Nase, am Gaumen ebenfalls Kirsche. Im Vergleich zu seinem Gegenüber noch deutlich weniger gereift wirkend, die Tannine noch präsenter und mit einem ganz leichten Bitterton. Gefiel mir anfangs nicht so, mit etwas Luft dann würziger und etwas Pilzgeschmack(?) und schließlich auch 18 P.

2. Flight:

Batailley 2000
Mitteldunkle Farbe und leicht wässriger Rand. Sehr schön würzige Nase mit etwas Cassis. Am Gaumen nicht ganz so beeindruckend, hier vor allem Kirsche und rote Beeren, mit Luft dann aber auch Zigarrenkiste und immer schöner und intensiver werdend. Hielt ihn zunächst für den schwächsten der bislang verkosteten Weine, aber die Entwicklung im Glas überzeugte dann zusehends! 18+ P.

Haut-Batailley 2000
Dunkel, zunächst sehr verschlossen und erst nach viel Geschwenke überhaupt etwas, das man als Nase bezeichnen könnte, nämlich diese geliebte Pauillac-Süße! Am Gaumen ganz klassischer Pauillac, eher leise als laut, rotbeerig, harmonisch, elegant und rund, ein toller Wein! 18+ P.

3. Flight:

Pichon Baron 2000
Dunkles Rubinrot, Aromen von Lakritz, dunklen Beeren und der eben genannten Pauillac-Süße strömen in die Nase - zum Totriechen! Am Gaumen dann ein ganzer Strauß an dunklen Beeren, vor allem Brombeere, und viel offener als Lynch Bages (s.u.). Langer Abgang. Ein Traum von einem Wein, für mich wirklich nahe der Perfektion! 19-20 P. und in der Runde wohl unser Wine of the Night!

Pichon Lalande 2000
Mitteldunkle Farbe, eine erstaunliche Nase von Kuhstall (aber nicht unangenehm, verfliegt nur allmählich Richtung animalische Note), etwas grüner Paprika und Morcheln. Die grüne Paprika zeigt sich auch am Gaumen, aber in nicht-ruppiger, charmanter Weise. Auch etwas Stachelbeer oder ähnlich saures neben typischem Pauillac-Geschmack. Faszinierend und vielschichtig, für mich aber unter Genußgesichtspunkten weniger reizvoll als der Baron. 19 P.

Lynch Bages 2000
Wie sehr war ich auf diesen Wein gespannt, wo ich doch ein alter Lynch Bages-Fan bin und die Kritiken ja auch überragend ausfallen. Und? Also: noch sehr dunkel, eine tolle Nase mit roten Beeren, perfekt balanciert mit typischer Pauillac-Würze. Am Gaumen zwar ebenfalls ganz harmonisch wirkend, aber doch noch deutlich verschlossener. Der Wein deutet viel an, aber immer nur ganz kurz. Alles Schwenken hilft nichts, er will sich mir einfach noch nicht wirklich offenbaren. Ein Versprechen für die Zukunft, von mir völlig unneutral mit 19+P. geadelt, ich bin überzeugt, dass da noch wirklich Großes kommt!

4. Flight: Nun hatten es die beiden nächsten Weine natürlich etwas schwer...

Clerc Milon 2000
Mitteldunkle und matte Farbe. Erstaunlich alkoholische Nase mit schönem Cabernet-Paprika-Ton und leicht stallig (aber nicht so heftig wie die Comtesse zuvor). Kirsche und Maraschino am Gaumen. 18 bis 18+P.

Duhart Milon 2000
Mitteldunkle, aber glänzendere Farbe. Schöne Bleistift-Nase. Am Gaumen ist der erste Eindruck ganz weich und elegant, was über die Zeit immer schöner wird und ein Aromenprofil, dass etwas Richtung Burgunder tendiert. Doch recht anders als die Weine zuvor, aber sehr schön! 18+P., im direkten Vergleich mit dem Clerc eben doch der Wein, von dem ich mir gerne noch ein kleines Schlückchen nachgieße...

5. Flight: Ließ mich ratlos zurück. Ich habe die Kumquats in unserem Dessert, dass wir vor diesem letzten Flight genossen hatten, schwer im Verdacht, aber sicher forderten auch die zuvor genossenen Weine ihren Tribut und ich bin ja nur ein begeisterter Amateur und kein professioneller Verkoster.

Pontet Canet 2000
Recht dunkle Farbe, in der Nase Lack (Fehler oder Folge besagter Kumquats?). Am Gaumen für mich komplett vernagelt, ansonsten recht feingliedrige Tannine und eine feine Konsistenz. ?? P.

Grand Puy Lacoste 2000
Mitteldunkle Farbe und leider ein ganz übler Böckser. Pure Gemüsebrühe in der Nase und am Gaumen ?? P. Echt schade, zumal ich den Wein vor gut drei Jahren schon einmal mit viel Genuß probiert hatte, aber so geht's halt...

Insgesamt eine tolle Probe, aber eben auch mit Enttäuschungen (der frustrierende letzte Flight) bzw. der Erkenntnis, dass bei einigen Weinen eben leider doch noch etwas Geduld angesagt ist. Überraschung des Abends war für mich die hohe und konsistente Qualität der nicht ganz so teuren Weine aus den ersten beiden Flights (insbes. der Lynch Moussas als PLV-Sieger), obwohl das ja eigentlich auch dem Ruf des Jahrgangs entspricht. Es dann aber so eindrucksvoll zu erleben ist klasse...

Bei unserer nächsten großen Probe in zwo Monaten wollen wir uns dann mit den linksufrigen 2002ern beschäftigen und zwischendurch schauen wir mal, ob wir noch eine "Demi-Runde" einlegen...

Gruß
Uli
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Mr. Figeac

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Re: Bordeaux-Runde Frankfurt und/oder Korkgeld-Restaurants F

BeitragMo 21. Okt 2013, 14:17

Lieber Uli,

versprochen ist versprochen. Anbei meine (unaufbereiteten) Verkostungsnotizen von unserer Paulliac 2000 Probe.
Was soll ich sagen - es war herrlich!


Paulliac 2000 am 02.10.2013

Lynch Moussas - Stallnote, tierisch, Himbeere, rote Paprika, Schw. Johannisbeere, Lorbeer, metallisch, aber auch floral, Karamell, leichte Anis Noten, etwas dünn und nicht optimal ausgewogen, ein Tick zuviel Säure 88 - 89 P

Haut Bages Liberal - Leichte Korknote, Pilz, Dunkle Beeren, Harz, Waldboden, Currynuancen, sehr ausgewogen, hat noch etwas Potential. 90 - 91 P

Batailley - Schw. Johannisbeere, Leder, Brombeer, Bonbon, Marzipan, Sandelholz, Erde, nasse Zigarre 93 P

Haut Batailley - gerösteter Toast, Holz, schwarze Früchte, feine Süße, leicht Klebstoff, Menthol, schwarzer Pfeffer, Chili, Schwarzkirsche / Schattenmorelle, Curry, unglaublich ausgewogen, toller Wein! kann noch 95 P

Comtesse - Leder, Tabak, Brombeere, helle Fruchtaromen, Marmelade, Röstaromen, Wacholder, leichte Nelke, sehr ausladend in der Struktur, aber fast zu weit, am Ende cremige Süße, Karamell, weihnachtlich, mir persönlich am Anfang etwas zu weitläufig und unstrukturiert im Mund, konzentriert sich dann aber am Ende und läuft in eine endlos cremige Süße 97 P

Baron - Unglaublich filigrane Aromen, leichtes Menthol, Erde, leichter Tabak, Brombeere, Toastbrot, Karamell, Harz, Pilz, super ausgewogen, weich, cremig strukturiert. 98 P

Lynch Bages - Menthol, tierisch, Holz, Trüffel, Vick Kirsch Bonbons, Erde, Nuss, Kirschwasser, grüne Paprika, sehr sehr lang. Hat noch deutliches Potential 96 P

Clerc Milon - Etwas undefiniert, fruchtig, saftig, Holz, Milcheis,

Duhard Milon - Menthol, Nasses Handtuch, Klebstoff, Wacholder, Cassis, Tabak, Chili, Pilz, Edelfäule, erinnert an ein Burgunderbouquett, wunderbar fließend. feine filigrane Säure. Rosine, 96 P +

Pontet Canet: Extrem jung, kaum Alterungserscheinungen, würzige Nase, Lack, Kleber, grüne Aromen. grüne Paprika, leicht stechend. Tannine noch extrem präsent. Dieser Wein kann noch deutlich zulegen 88 P +

Grand Puy Lacoste - Gemüsebrühe, - - - - - -- - - kaputt - ohne Wertung

Viele Grüße und bis zur nächsten genialen Veranstaltung.

Mr. Figeac
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Mr. Figeac

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Re: Bordeaux-Runde Frankfurt und/oder Korkgeld-Restaurants F

BeitragSa 30. Nov 2013, 15:39

Es geht weiter. Heute Abend findet eine weitere Bordeaux Session der Frankfurter Bordeaux Runde mit dem Thema "linkes Ufer 2002" statt. Bevor es aber dazu kommt noch einige Notizen der kürzlich abgehaltenen sehr begeisternden Batailley Vertikale:

2008: Cassis, Vanille, Menthol, Leder, Holz, leicht Tabak, Curry, Wacholder, nasser Waldboden, leichte schöne Süße, Lehm,
cremig, deutliche Säure (hält lange) - vielleicht ein Tick zuviel, geschmeidig,
90P

2000: Pilz, Leder, Tabak, wenig Frucht, tierische Noten, Curry, leicht kompottig, leichte Anflüge von Gemüsebrühe, super Wein, wunderbar ausgeglichen und geschmeidig, voll, etwas wenig Frucht und Süße. Auch am Gaumen herrlich kompottige Noten. Zedernholz, Tabak. 93 P

2005: Cassis, Leder, leichtes Menthol, subtile, milde Frucht, Kalk, schön ausgewogen, dunkel, erdig am Gaumen, trotzdem leichte subtile schöne Frucht und Süße, deutlich dunkler als 2003
sensationeller Wein - kann noch lange 95 P

2009: Vanille, Caramell, Lakritz, Wacholder, Menthol, Schwarze Joh. Kräuter, Thymian, Creme Brulee, Panna Cotta , unglaublich ausgewogen, sehr strukturiert, wahnsinniger Abgang, dichte dicke Brühe, herrliche Frucht, sehr sehr sehr viel Potential!!! 96 P +

2003: Tabak, Leder, Gewürznelke, Schiefer, Pflaume, Cassis, Waldboden, Erde, feine Süße, Lakritz, Kaffee, Milchschokolade, Chilinoten am Gaumen, herrliche Ausgewogenheit, schöner Extrakt, Tannine sind kurz vor dem Abgang im Rückraum immer noch sehr präsent und halten den Wein herrlich am Ende der Zunge fest. opulent, süß, verschwenderisch 94 P

1996: Leder, Erde, Tabak, Minze, tierische Noten, tierische Noten, Pferdesattel, nochmals Leder Leder Leder, Menthol, fast Klebstoff, Wacholder, Holz, am Gaumen, herrliche Süße, ausgewogen, noch stark präsente Tannine, 95 P

1990: Champignon, Leder, Tabak, Erde, leichte Gemüsebrühe, nussig, Erdbeermarmelade, ebenfalls tierische Noten, Fell, Moschos, immer noch präsent, stark gealtert, aber noch gute Säure, die einen schönen Kiel durch den Wein gibt, 91 P (ehemals mehr)

Flasche: deutlich besser, viel präsenter, ausgewogenen, stoffliger, deutlich weniger Alterungstendenzen, auf einem sehr guten Niveau 93 - 94P

2004: Cassis, Menthol, Bleistift, Eisen, Orangeat / Orangenaromen, Unterholz, Matsch, am Gaumen ausgewogen. gute Säure, aber etwas dominant, es fehlt an Körper, etwas einsilbig 92 P

1995: Cassis, Leder, Tabak, dunkle Aromen, Erde, Magenbrot, etwas wenig Gehalt, einseitig, trotzdem schöner Wein 92 P

1982: Sensationell!!! Feine Süße, unglaubliche Ausgewogenheit, Nase, Leder, Tabak aber immer noch Frucht, Bonbons, Vanille, Karamell, Pumpernickel, Marmite (englischer Brotaufstrich), Pilz, wahnsinnige 94 P und für das Alter 96 P
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duhart09

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Re: Bordeaux-Runde Frankfurt und/oder Korkgeld-Restaurants F

BeitragSo 19. Jan 2014, 13:14

Nach langer Sendepause ein kurzer Nachtrag zur am 30. Nov. 2013 abgehaltenen 2002er-Probe (linkes Ufer). Zwar konnte ich selber krankheitsbedingt leider nicht teilnehmen, aber da die schreibfaulen Weinfreunde sich hier ja nicht äußern, will ich wenigstens kurz das Feedback wiedergeben. Wine of the Night wurde der Leoville Barton 2002, gelobt wurden aber auch die mutmaßlich teureren Palmer und Cos d' Estournel sowie Calon Segur. Ferner waren noch Leoville Poyferre, Montrose, Pichon Baron, du Tertre und Pontet Canet mit von der Partie, wobei letztere beiden wohl eher enttäuschend ausfielen (dabei hatte ich selber vor ein paar Monaten den Pontet Canet 2002 sehr schön im Glas gehabt). Mehr als dieses "Ranking" kann ich nicht berichten, da müßten die Teilnehmer schon selber ran...

Gruß
Uli
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duhart09

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Re: Bordeaux-Runde Frankfurt und/oder Korkgeld-Restaurants F

BeitragSo 19. Jan 2014, 13:23

Für unsere Altweinprobe (Bordeaux) am Abend des 1. Feb. 2014 in Ffm. haben wir noch ein paar wenige Plätze frei!

Kosten pro Teilnehmer ca. 100 Euro, je nach endgültiger Teilnehmerzahl. Dazu kommen ca. 80 Euro für das Vier-Gänge-Menü inkl. Wasser, Kaffee und Korkgeld des Restaurants. Wie auch bisher: das Ganze ist nicht-kommerziell und der Spaß an der Freud' steht im Vordergrund.

Geplantes Line-Up:

1955 Château d'Issan (Bremer Händlerabfüllung)
1959 Château Bel-Air Côtes de Bourg (Bremer Händlerabfüllung)
1967 Château L'Evangile
1967 Château Cos d'Estournel
1967 Vieux Château Bourgneuf (Französische Händlerabfüllung)
1970 Vieux Château Certan
1975 Château Lascombes
1975 Château Brane-Cantenac
1975 Château Pavie
1978 Château Duhart-Milon
1978 Château Angélus
1978 Château Pichon-Longueville Baron
1983 Château de Fieuzal
1983 Château Brane-Cantenac
1983 Château Palmer
1952 Unknown Loupiac (weiss-süß)

Interessenten melden sich bitte schnellstens per E-mail bei bdx.runde.ffm@gmail.com (@Admin: ich hoffe, das Nennen der Mail-Adresse ist ok? Sonst bitte per PN).

Gruß
Uli
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Re: Bordeaux-Runde Frankfurt und/oder Korkgeld-Restaurants F

BeitragSa 8. Mär 2014, 16:43

Sehr spannend war eine kleine St. Emilion 2003er-Probe, die fünf Mitglieder unserer Frankfurter Bx-Runde im Hessischen Hof letzten Samstag abgehalten haben. Verkostet wurden sechs Weine "pop and pour" (wobei alle Weine zu Beginn entkorkt wurden).

Erster Flight:

Ch. Gigault "Viva" (Cotes de Blaye) 2003:
Na ja, fast St. Emilion, 90% Merlot und 10% Cabernet Franc sollen dort wachsen, wobei lt. Jeff Leve der "Viva" of fast 100% Merlot sei. Ich glaubte, der müsse nun auch allmählich wirklich getrunken werden. PLV-Sieger des Abends, da waren sich alle einig! Eine sehr schöne Nase, Richtung Maraschino reichendes Kirsch-Aroma und leicht verbrannt riechend. Am Gaumen weniger intensive Frucht, zunächst Eisen und etwas Gummi, mit Luft aber immer schöner werdend. Man merkt aber die Hitze des Jahrgangs. Hält sicher noch einige Jahre gut durch. 17-18 P.

Ch. Bellefont-Belcier 2003:
Massive Kuhmist-Nase, am Gaumen ist davon nichts zu spüren. Ganz weicher, harmonischer und typischer St. Emilion. Ebenfalls 17-18 P.

Zweiter Flight:

Ch. Beau Sejour-Becot 2003:
Merlot-Nase mit etwas Würzigkeit. Erster Eindruck am Gaumen: der ist fertig. Irgendwie knochig, spitze Säure, Gummi, seltsam. Immerhin etwas Himbeere. Kommt da etwa doch noch was? Von mir 16 P. - aber in der Runde sehr kontrovers beurteilt. Toll fand ihn wohl keiner, aber darüber, ob der Wein fertig sei (wie ich meinte), herrschte völlige Uneinigkeit.

Ch. Troplong-Mondot 2003:
Ähnlich enttäuschend aus meiner Sicht bzw. kontrovers in der Runde (tot oder nur zu?). In der Nase Maggi und Pfeffer, am Gaumen nach meinem Eindruck eher sauer, adstringierend und absterbend. Schwächliche 16 bis 17 P. Meine beiden restlichen Flaschen davon gehen wohl eher zu Ebay (oder will jemand?)

Dritter Flight:

Ch. Pavie-Macquin 2003:
Endlich wurde es richtig schön mit unserer Probe, der zweite Flight hatte mich schon ziemlich frustriert, wo ich doch das Probenthema selber initiiert hatte. In der Nase etwas Lakritz und vor allem Himbeere. Am Gaumen viel besser strukturiert alles alle Weine davor. Etwas Säure, rote Beeren, ein leichter Würzton, Komplexität, Chili-Noten und Grip. Legt im Glas noch beständig zu. Sehr versöhnliche 18 bis 19 P. von mir.

Ch. Pavie 2003:
Nominell (Parker-seitig und preislich) der "beste" Wein des Abends und diese Erwartung wurde auch tatsächlich erfüllt. Die dunkelste Farbe aller sechs Weine und die erhabenste Nase mit Pumpernickel und Trüffel. Am Gaumen klar die massivste Konzentration zeigend, plüschig weich, etwas Minze und viel dunkle Beeren. Sehr schön, aber leider eben auch teuer. 19 P. und ganz weit davon entfernt, auseinander zu fallen.

Das Ganze hat trotz meines Stimmungsdurchhängers im zweiten Flight Spaß gemacht und zum Teil doch ziemlich überrascht. 2003 ist in Bordeaux offenbar wirklich extrem heterogen ausgefallen, wenn ich da so an unsere Pauillac-Verkostung und andere zwischenzeitlich getrunkene Weine denke...

Anfang April geht es in unserer Runde dann mit einer Pauillac 1995/96-Verkostung weiter...

Gruß
Uli
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