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Chianti (in allen Variationen)

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Segla

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Re: Chianti (in allen Variationen)

BeitragSo 24. Feb 2019, 20:59

Hallo,
Galloni hat ganz aktuell Bewertungen 15/16 für das Chianti Gebiet veröffentlicht. Mit etwas Wehmut habe ich 100 Punkte für einen meiner absoluten lieblings Toskaner zur Kenntnis genommen. La Ricolma 2015 wird mit glatten 100 Punkten geadelt. Einerseits Bestätigung einer langen Liebe, andererseits vermutlich das Aus für die Zukunft. Der La Ricolma ist irgendwie immer unter dem Radar gelaufen, und war bis jetzt für 30,- bis 40,- zu haben. Das ist bei einer Produktion von 5-6000 Flaschen vermutlich vorbei. Ganz nebenbei, ein ebenfalls 100% Merlot Masseto hat in 2015 "nur" 99 Punkte erhalten. Ich hasse diese blöden Punkte...
Gruß Segla
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olifant

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Re: Chianti (in allen Variationen)

BeitragFr 15. Mär 2019, 15:16

Mai 2013:
Chianti Riserva Rufina 2009, Castello di Nipozzano (Frescobaldi) - Nipozzano
dunkles glänzendes Rubinrot; dunkelrot-fruchtig mit Wildkirsche und Holunder, leicht orientalische Würze und ein Tick Vanille; am Gaumen mittelgewichtige, Kirsch-Holunderfrucht korrespondierend zur Nase, Gewürznoten, wieder ein Tick Vanille, eher sehniges Tannin, leicht nachtrocknend, gut eingebundene Säure, etwas rustikal mit gewisser Tiefe; mittellanger-langer Abgang mit saftiger Frucht und etwas trocknendem Tannin - 16/20 op


... vor Kurzem im Glas ...

Nipozzano 2009 Chianti Rufinà Riserva, Castello di Nipozzano (Frescobaldi) - Nipozzano, NK, 90% Sangiovese, 10% zugelassene Komplementärrebsorten (Malvasia Nera, Colorino, Merlot,Cabernet Sauvignon)

noch immer dunkles opakes Rubin mit bräunlicher Randaufhellung; gereifte dunkelrote, würzige Stein- und Beerenfrucht, Tabak, altes Holz, gewisse Blütennoten (sehr schön! Veilchen / Flieder); am Gaumen durchaus kräftig und dicht, (weit) gereifte würzige Frucht korrespondierend zur Nase, leicht Rumtopfig, Leder und Tabak, "altes Holz" (Noten wie "altes grosses Fass" - lag aber 24 Monate im Barrique 2./3. Belegung und damit sicher nicht im grossen Fass; ... die Assoziationen die dem Kopf entspringen), geschmeidig gereifte runde Tannine, Säure hält sich bedeckt im Hintergrund, ist jedoch mehr als ausreichend vorhanden, angenehm zu trinken, wirkt aber für mich schon leicht über dem Zenith; langer Abgang auf gereifte Frucht und rundes Tannin - 16,5-17/20 op

Als rel. Jungspund hat er mir noch nicht ganz so gefallen, inzwischen für meinen Geschmack fast schon zu weit gereift - nun gut, die jetzigen Flasche(n) sind vom Sekundärmarkt aus unbekannter Lagerung, war wohl kein optimales Lager. Dennoch unterm Strich ein Exemplar, dass geschmacklich recht typische Riservaprägung ausweist - was beim Jungwein m.E. selten so wirkt, der meist eher wie eine ausbaubetonte Annata daherkommt.
Interessant sind die Fassnoten, die weniger an Barrique, als an grosses altes Fass erinnern. Sehr schön die Blütennoten in der Nase, (die ich aber eigentlich nur bei diesem Jahrgang in dieser Intensität wahrnehme).
Grüsse

Ralf
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Créot

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Re: Chianti (in allen Variationen)

BeitragFr 15. Mär 2019, 16:05

Danke für die Notiz, Ralf,
ich habe 2-3 Flaschen 2013er. Die lasse ich dann noch ein wenig zu.

Grüße
Stefan
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olifant

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Re: Chianti (in allen Variationen)

BeitragFr 3. Mai 2019, 12:49

VKN aus 2014
olifant hat geschrieben:
Casanuova di Nittardi Chianti Classico 2005, Fattoria Nittardi - Castellina in Chianti, Cuvée Sangiovese 97%, Canaiolo Nero 3%

dunkles, transparentes Rubinrot; dunkelrot-fruchtige Kirsch-/Beerennase, erdig-würzige Noten, Fassnoten; am Gaumen kräftiges Mittelgewicht mit angenehmen Spiel, leicht herbe würzige Kirsch-/Beerennoten, Fassnoten ('gebrauchtes Fass' - nicht Barrique), etwas Goudron/Lakritz der mit Belüftung verfliegt, angenehme reife leicht sandige Tannine, gute kräftige Säure, gute Balance und Spiel, guter Trinkfluss; mittellanger-langer Abgang auf herbe Frucht/Tannin - 16,5-17/20 op


Inzwischen zeigt sich der Wein als wunderbar gereifte Annata, die noch immer eine gewisse äusserst angenehme Rustikalität besitzt und noch immer deutliche Reserven zeigt.
Die Nase hat sich nicht grossartig geändert, jedoch kommt hier und am Gaumen ein sehr schöner gewinnender Veilchenton hinzu. Statt Goudron ist nun eher feine Oliventapenade und die Tannine sind noch kräftig ohne allzu fein zu wirken, sehr stimmiges in sich ruhendes Gesamtpaket; der Abgang zeigt sich nun deutlich länger. Sehr schön zu trinken, als Essensbegleiter wie als Solist 17-17,5/20.
Das die Nittardis laglebig sind war mir ohnehin bekannt, aber eine dearartige Steigerung, auch hinsichtlich des eher klassischen Jahrgangs 2005 hätte ich nicht unbedingt für möglich gehalten.
Grüsse

Ralf
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