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Burgund 2016

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glauer

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Re: Burgund 2016

BeitragDo 5. Sep 2019, 16:04

EThC hat geschrieben:
AmonA hat geschrieben:Noch bemerkenswert: die Weinflasche war mit einem Kunststoffkorken "Ardeaseal" (http://www.ardeaseal.com) verschlossen - hatte ich vorher noch nie gesehen!

...was es alles gibt! Aber irgendwie kann ich mich bis jetzt nicht mit denjenigen der neuen Verschlüsse anfreunden, bei denen der Wein in Kontakt mit Kunststoff steht. Zumal, wenn nicht genannt wird, um welchen Kunststoff es sich handelt...


Diese "Korken" bei Carillon machen mich auch etwas nervös. Zumindest mittel- bis langfristig.

Der einfache Le Vieux Clos aus 2016 ist in der Tat grossartig. Gegenüber dem regulären Bourgogne eine deutliche Steigerung und sehr sehr viel Wein fürs Geld.
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UlliB

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Re: Burgund 2016

BeitragDo 5. Sep 2019, 16:47

EThC hat geschrieben: Aber irgendwie kann ich mich bis jetzt nicht mit denjenigen der neuen Verschlüsse anfreunden, bei denen der Wein in Kontakt mit Kunststoff steht.

Da wird's dann allerdings echt schwierig: bei praktisch allen "neuen Verschlüssen" (von denen einige nicht mehr ganz so neu sind) steht der Wein in Kontakt mit Kunststoff.

Schrauber und Kronkorken / Stainless Cap: das Dichtelement ist hier immer Kunststoff, im preisgünstigen Bereich geschäumtes PE, im höherwertigen Bereich Saran (PVdC) oder eine Saran/Zinn-Folie, oder Kompositfolien aus Lagen mehrerer unterschiedlicher Kunsststoffe. Jedenfalls ist der Wein bei liegender Lagerung immer im direkten Kontakt mit Kunststoff.

Glasverschluss / Vinolok: auch hier dichtet nicht Glas auf Glas (dazu müsste man Flasche und Verschluss wie bei Laborglaswaren einschleifen, was viel zu teuer wäre); das tatsächliche Dichtelement ist hier ein Kunststoffring aus PVdC. Die Kontaktfläche zum Wein ist zwar geringer als beim Schrauber, aber eben auch nicht null.

Konglomeratstopfen / DIAM etc.: die Korkschnipsel sind mit Kunststoffen agglomeriert. Von DIAM gibt es allerdings auch eine Variante, bei der mit natürlichen Wachsen und Harzen gearbeitet wird.

Diverse Plastikzapfen: entfallen offensichtlich.

Eigentlich bleibt da für Dich nur der Naturkorken als Alternative. Wobei, so "natürlich" ist der heute auch nicht mehr. Die weitaus meisten Korken werden heute zur Verbesserung der Maschinengängigkeit silikonisiert, und im Hochpreisbereich zur Erhöhung der mechanischen Stabilität und Reduktion von Oberflächenunregelmäßigkeiten vorher noch mit einer dünnen Schicht PE versehen. Das sieht dann immer noch Natur aus, aber der Wein kommt halt auch hier mit synthetischen Polymeren in direkten Kontakt.

Gruß
Ulli
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olifant

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Re: Burgund 2016

BeitragDo 5. Sep 2019, 16:51

... hallo Ulli, grade ist mein ganz ähnliches Statement, allerdings bei weitem flapsiger formuliert im Datenorkus verschwunden.

Kunststoffe aller Orten, nur man ist sich dessen nicht ständig bewusst. Auch sensorisch, ausser TCA bei Original, erscheint mir dies immer mehr als Gefühls-, denn Geschmackssache.
Grüsse

Ralf
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EThC

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Re: Burgund 2016

BeitragDo 5. Sep 2019, 16:59

UlliB hat geschrieben:Schrauber und Kronkorken / Stainless Cap: das Dichtelement ist hier immer Kunststoff

...ich muß zugeben, daß ich mich diesbezüglich noch nicht näher mit Materialkunde befaßt habe, aber irgendwie bin ich immer davon ausgegangen, daß die Metallfolie in den (meisten) Schraubern nicht nochmal ein extra Coating hat.
Ich bin jetzt auch kein grundsätzlicher Kunststoff-Verächter, aber wenn man halt nicht weiß, was exakt verwendet wird, bleibt halt immer ein Restzweifel übrig, ob nicht doch irgendwelche Weichmacher etc. verwendet werden...
Viele Grüße
Erich


NOVINOPHOBIE ist die Angst davor, daß der Wein ausgeht...
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Ostbelgier

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Re: Burgund 2016

BeitragSo 6. Okt 2019, 17:58

Hallo zusammen,

die Domäne Creusefond aus dem schönen Auxey-Duresses hat mich vollkommen überzeugt mit seiner Leistung. Ein reines Familienunternehmen, 12 ha, 3 Generationen, Ausbau nach Old-School-Methoden. Bei den Weißweinen den Auxey-Duresses extrem ungehobelt und kraftvoll, fast ungestüm, der Meursault dagegen eher geschliffen und fein. Ein Bourgogne Rouge 2018, unfertig und ungestüm, und aus 2016 ein Monthelie sowie ein Auxey-Duresses in Rot zu 13 Euro. Dieser war jetzt ein echter Knüller zum Perlhuhn in Sahnesauce mit Totentrompeten, sehr diskret und vornehm, stellt seine Schönheit ganz in den Dienst, das Perlhuhn perfekt zu begleiten. Ich musste an Gerald Moore denken, der Fischer-Dieskau genial begleitete, ohne sich selbst in den Vordergrund zu spielen.

Viele Grüße

Markus
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amateur des vins

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Re: Burgund 2016

BeitragMi 23. Okt 2019, 16:47

Nachtrag von vor 3 Wochen:

Sarrazin, Mercurey 1er Cru Les Croichots 2016

Schwarzkirsche, Cranberry, ein wenig Wacholder und Unterholz. Easy Drinking im positiven Sinn. Nicht allzu komplex oder tief, aber doch mit einer gewissen Ernsthaftigkeit.

Sarrazin zuverlässig wie fast immer.
Besten Gruß, Karsten
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Ostbelgier

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Re: Burgund 2016

BeitragSa 26. Okt 2019, 17:45

Nach einigen abstinenten Tagen gabs heute zur Entenkeule einen echten, kleinen, Klassiker:
Bourgogne Rouge Vielles Vignes 2016 von der allseits geschätzten Domäne Joseph Voillot aus Volnay. Dieser Wein zeigt mir wieder mal, warum ich verückt bin nach bezahlbaren und schönen Burgundern, auch wenn man dafür auf einem Minenfeld herumlaufen muss. Dieser hier zeigt eine klare und lichte Pinotfarbe, feinen Duft nach gutem Leder, Kirsche und etwas Cassis. Natürlich hat der Wein noch etwas Tannin, ich würde ihn altersmässig auch noch auf seine Jugend taxieren. Dennoch extrem fein am Gaumen, mir kommt's vor wie flüssige Seide. Angenehme 13 Vol.%, einiger Tiefgang für seinen bescheidenen Rang. Kein Riese im Nachhall, aber schön persistent. Ist jeden Cent seiner 14 Euro wert.

Viele Grüße

Markus
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vanvelsen

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Re: Burgund 2016

BeitragSa 2. Nov 2019, 08:33

Liebe Burgunderfans

Vor gut einer Woche durfte ich im Rahmen der von Martel organisierten Jahres-Horizontalen die 5 Grand Crus der DRC aus 2016 verkosten. Und damit sind wir bereits beim Punkt: Drei der acht DRC Grand Crus aus 2016 wurden nicht resp. nur in Kleinstmengen produziert. Die Lagen Montrachet, Échézeaux und Grands-Échézeaux waren 2016 stark vom Frühlingsfrost betroffen, so dass nur rund 10% der normalen Erntemenge eingefahren werden konnte.

Den Montrachet 2016 wird es lediglich als gemeinschaftlich produzierten Wein geben, zu welchem die verschiedenen Besitzer von Reben in der Lage Montrachet ihre Mini-Ernte beitragen. Ich kann mir vorstellen, dass dieser einmalige «Special Cru» preislich in äusserst interessante Dimensionen vorstossen wird… Die ebenfalls verschwindend kleinen Erntemengen aus den Lagen Échézeaux und Grands-Échézeaux wurden bei DRC zwar zu Wein verarbeitet, doch dieser wurde ausschliesslich in Magnum-Flaschen gefüllt, die gemäss den Aussagen von Aubert de Villaine auf der Domaine bleiben werden.

Meine Notizen zu den Weinen findet man hier: https://vvwine.ch/2019/11/die-5-grand-c ... nee-conti/

Mein persönlicher Favorit war wie oft der RSV welcher praktisch auf Augenhöhe mit La Tâche und Romanée-Conti lag. Viel Spass beim Lesen.

Gruss,

Adrian
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