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Burgund 2013

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Käfi

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Re: Burgund 2013

BeitragSo 1. Jul 2018, 22:34

2013 Pierre Boisson Auxey-Duresses 1er Cru Pinot Noir

Die Nase ist zum reinlegen. Dunkle Kirsche, süßlich, Gewürze, sehr tief und komplex, "vieldimensional", man taucht förmlich ein.
Gaumen kann leider nicht ganz mithalten. Schöne Säurestruktur, weich-kerniges Tannin, wenig Frucht, dafür sehr kalkig und mineralisch. Auch hier, keinerlei Erfahrung mit roten Burgundern, gefällt mir aber ganz gut. Der im Parallelthread gepostete Ermitage (der mich von der Nase sehr, vom Gaumen immerhin etwas, an diesen hier erinnert), gefällt mir aber deutlich besser.
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EThC

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Re: Burgund 2013

BeitragDo 30. Aug 2018, 16:28

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...alles drin, alles dran, was man sich von Chardonnay aus der Ecke so vorstellt...
Viele Grüße
Erich


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Re: Burgund 2013

BeitragSa 13. Okt 2018, 16:53

Vor kurzem im Glas und zusammen mit dem Bourgogne Blanc 2015 probiert:

Bachelet-Monnot, Puligny-Montracher 1er Cru Les Referts 2013 (13,5%)

Bachelet-Monnot kannte ich bisher nur von der in den Pauly-Saal verlegten Hausmesse von Passion Vin. Vor allem ein 1er Puligny (an den konkreten Wein kann ich mich nicht erinnern) hat mich beeindruckt, aber aus irgendwelchen Gründen - Preis mag eine Rolle gespielt haben, habe ich das nicht weiter verfolgt.

Goldgelb im Glas. In der Nase sehr leicht reduziert, leichter als der Bourgogne Blanc (was am Alter liegen dürfte). Dichter, dunkler, tiefer als dieser, aber auch etwas weniger preisgebend.

[+10'] Am Gaumen viel frische Orange. Fast ölige Textur. Säure zunächst vom Extrakt überdeckt und mild, kommt dann aber im Abgang kraftvoll-seidig.

Einer der Weine, die ich nicht "auseinandernehmen" kann - und zwar weil sie mich emotional so berühren, daß das in den Hintergrund tritt. Dieser Wein war großartig! Etwas überraschend zugänglich und in perfekter Balance, aber auch mit viel Zeit.
Besten Gruß, Karsten
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EThC

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Re: Burgund 2013

BeitragMo 28. Jan 2019, 15:57

...für den Preis zumindest in der aktuellen Kondition deutlich zu teuer, ich würde auch nicht wetten wollen, ob der Wein jemals "preiswert" werden wird...

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Erich


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Michl

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Re: Burgund 2013

BeitragFr 12. Jul 2019, 17:47

Derart bodenständig ausgebaute Spätburgunder, wie den folgenden, kriegt man in Dtl. eigentlich nicht. Entweder sind sie überambitioniert ausgebaut (Holz!), zu spät gelesen oder aber dünn. Gerade im Einstiegsbereich findet man im Burgund aber immer wieder extrem trinkanimierende Weine, die wunderbar als Essensbegleiter dienen, gerade auch zu ganz einfacher, herzhafter, auch kalter Küche. Diese Weine sind aufgrund ihrer Säurestruktur sicherlich nicht jedermanns Sache, mir gefallen sie sehr.

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Michl
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Der Wein-Schwede

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Re: Burgund 2013

BeitragFr 12. Jul 2019, 19:09

Ah... Philippe et Vincent Lécheneaut,
freut mich - war einer meiner Favoritenwinzern.

Habe öfters besucht, sehr freundliche und bodenständige Personen (trotz grosser internationaler Erfolg). Die Brüder wurden schon Anfang der 90er Jahren von Robert Parker grossgeschrieben.
Habe auch einmal bei einem Besuch bei Domaine Michel Magnien (Morey-St-Denis) erwähnt dass ich Domaine Lécheneaut sehr gut finde - seine Antwort: "Oui, ils sont les vrais Vignerons"!
(Magnien war auch eine Topp-Adresse - ist wahrscheinlich noch heute)

Ich kann definitiv den Nuits-St-Georges Les Damodes von Lécheneaut empfehlen, so auch den Chambolle-Musigny (Ortswein).
Habe damals ca. 100 FFR bezahlt, was die heute kosten kenne ich nicht.

Viele Grüsse
Rolf
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Michl

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Re: Burgund 2013

BeitragSa 13. Jul 2019, 11:13

Lieber Rolf,

ich weiß nicht, ob ich in deinem Fall jetzt Eulen nach Athen trage, dir das also alles bekannt ist, aber bei Kierdorf bekommst du mit den besten Überblick über das aktuelle Preisgefüge für Burgunder in Deutschland (jedoch ohne Lécheneaut). Die Preise spiegeln nach meinem Empfinden sogar die jeweilige Nachfrage nach den Jahrgängen. Natürlich ist Burgund mittlerweile teuer, dennoch war ich im Einstiegsbereich gar nicht so häufig enttäuscht, wie nach der "Minenfeld-Theorie" zu erwarten gewesen wäre. Sie stimmt für mich allenfalls, wenn man vom deutschen Spätburgunder her kommt und einen extraktsüßen, nicht zu säurestarken, gerne holzlastigen Wein erwartet und mit kernigen Noten Probleme hat. Tendeziell bepunkte ich diese Weine im Schnitt zwar vielleicht etwas höher, als die französischen Einstiegsweine, charakterlich gefallen mir die burgundischen Vertreter aber häufig deutlich besser und Punkte sind eben nicht der Maßstab für die jeweilige Qualität des Weines. Er muss zur Situation passen. Vielleicht findest du dort ja auch etwas, das dich mal wieder reizt.
Burgund ist für mich - aber das habe ich ja schon in anderen Zusammenhängen gesagt - nicht zu ersetzen, insbesondere vielleicht sogar in weiß. Ich kenne und schätze mittlerweile nicht wenige deutsche Chadonnays, aber eben nur für ihre Eigenart. Im direkten Vergleich kommen für mich die wenigsten ans Burgund ran. Und Marko (war es, glaube ich, auf eurer Probe) hat den entscheidenen Grund für mich wunderbar auf den Punkt gebracht: Es sind tendenziell lautere Weine. Müsste ich mich entscheiden, würde ich mich in den mir zugänglichen Preisklassen immer für Burgund entscheiden.
Viele Grüße

Michl
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Re: Burgund 2013

BeitragSa 13. Jul 2019, 12:05

Michl hat geschrieben:ich weiß nicht, ob ich in deinem Fall jetzt Eulen nach Athen trage, dir das also alles bekannt ist, aber bei Kierdorf bekommst du mit den besten Überblick über das aktuelle Preisgefüge für Burgunder in Deutschland
Mir gegenüber hat Rolf Kierdorf jedenfalls mehrfach erwähnt. ;)
Michl hat geschrieben:Und Marko (war es, glaube ich, auf eurer Probe) hat den entscheidenen Grund für mich wunderbar auf den Punkt gebracht: Es sind tendenziell lautere Weine.
Ich habe, wenn ich mich recht erinnere, den Begriff in die Runde geworfen, und er wurde aufgegriffen. Ein gewisser Konsens diesbezüglich scheint also zu herrschen, bei der Charakterisierung mehr noch als bei der Bewertung. Auch der "Krawall im Glas", den ich Huber zuschreibe, stößt ja nicht auf großen Widerspruch.
Michl hat geschrieben:Müsste ich mich entscheiden, würde ich mich in den mir zugänglichen Preisklassen immer für Burgund entscheiden.
Ich würde nicht sagen immer, aber weitgehend stimme ich mit Deiner Charakterisierung und Vorliebe überein. Übrigens auch und gerade nach unserer Probe, bei deren Bewertung ich, denke ich, doch signifikant von der Mehrheit abwich. :ugeek:
Besten Gruß, Karsten
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Der Wein-Schwede

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Re: Burgund 2013

BeitragSa 13. Jul 2019, 12:44

Michl hat geschrieben:Lieber Rolf,

ich weiß nicht, ob ich in deinem Fall jetzt Eulen nach Athen trage, dir das also alles bekannt ist, aber bei Kierdorf bekommst du mit den besten Überblick über das aktuelle Preisgefüge für Burgunder in Deutschland (jedoch ohne Lécheneaut). Die Preise spiegeln nach meinem Empfinden sogar die jeweilige Nachfrage nach den Jahrgängen. Natürlich ist Burgund mittlerweile teuer, dennoch war ich im Einstiegsbereich gar nicht so häufig enttäuscht, wie nach der "Minenfeld-Theorie" zu erwarten gewesen wäre. Sie stimmt für mich allenfalls, wenn man vom deutschen Spätburgunder her kommt und einen extraktsüßen, nicht zu säurestarken, gerne holzlastigen Wein erwartet und mit kernigen Noten Probleme hat. Tendeziell bepunkte ich diese Weine im Schnitt zwar vielleicht etwas höher, als die französischen Einstiegsweine, charakterlich gefallen mir die burgundischen Vertreter aber häufig deutlich besser und Punkte sind eben nicht der Maßstab für die jeweilige Qualität des Weines. Er muss zur Situation passen. Vielleicht findest du dort ja auch etwas, das dich mal wieder reizt.
Burgund ist für mich - aber das habe ich ja schon in anderen Zusammenhängen gesagt - nicht zu ersetzen, insbesondere vielleicht sogar in weiß. Ich kenne und schätze mittlerweile nicht wenige deutsche Chadonnays, aber eben nur für ihre Eigenart. Im direkten Vergleich kommen für mich die wenigsten ans Burgund ran. Und Marko (war es, glaube ich, auf eurer Probe) hat den entscheidenen Grund für mich wunderbar auf den Punkt gebracht: Es sind tendenziell lautere Weine. Müsste ich mich entscheiden, würde ich mich in den mir zugänglichen Preisklassen immer für Burgund entscheiden.

Lieber Michl,

ich verstehe leider nicht Deine lange "Antwort", ich wollte Dir nur sagen dass Du einen Wein von einem seit Jahrzehnten Top-Erzeuger (und von mir sehr geschätzt) in Nuits-St-Georges getrunken hat.
Ich habe überhaupt nichts über Deutschland vs. Burgund angesprochen.

Gruss
Rolf

PS. Wegen Deine Erwähnung von unserer Frankfurt Ch-Probe, kann ich Dir sagen dass wir einige Weine hatten wo alle um den Tisch überzeugt waren dass ein Deutscher ein Burgunder war und auch umgekehrt dass ein Burgunder ein Deutscher war. So einfach war es wirklich nicht immer das Ursprungsland einzuordnen. Das wirst Du auch sehen wenn Du meine und Marko's VKN für die individuellen Weine liest.
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Re: Burgund 2013

BeitragSa 13. Jul 2019, 13:25

...nur, daß niemand definiert hat, was mit der Erwartung "deutsch" oder "französisch" eigentlich verbunden wird. Das hat mich schon an dem Abend irritiert, und auch jetzt ist es mir unklar. Mit ein Grund, warum ich für mich anstatt des "vs." das Ganze als ein "und" betrachtet habe. ;)

Im Gegensatz kann man sehr wohl hinterher feststellen, was einem besser gefallen hat. Und da meine ich in der Gruppe eine Tendenz zu den deutschen bemerkt zu haben, während meine Favoriten sich schließlich als Franzosen herausstellten.

Ist es nicht schön, daß es beides und noch viel mehr gibt, und für fast jeden etwas dabei ist? 8-)

Sorry für das Offtopic. Sollten wir vielleicht im Zweifel im anderen Thread weiterdiskutieren.
Besten Gruß, Karsten
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