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Côte de Nuits

Chablis, Auxerre und Umgebung, Côte de Nuits, Côte de Beaune, Châlonnais, Maconnais, Beaujolais und Lyonnais
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octopussy

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Re: Côte de Nuits

BeitragMi 16. Apr 2014, 10:28

Nach dem Besuch bei der Domaine Alain Michelot im Januar diesen Jahres war ich Mitte März nochmal da. Es gab eine Art Open House für Freunde der Domaine mit ein paar Häppchen und einer Reihe Weine zu probieren.

Wir haben mit ein paar 2013er und 2012er Fassproben begonnen. Da die Domaine die 2012er recht spät abfüllt (20 Monate werden es sicher werden), lagen sie noch im Fass. Die Malo war bei den 2012ern schon länger durch, bei den 2013ern noch nicht (dementsprechend waren die 2013er etwas stinkig).

Aus 2013 haben wir probiert den Nuits St. Georges Vieilles Vignes, den Morey St. Denis 1er Cru La Carrière und den Nuits St. Georges 1er Cru Aux Chaignots. Alle drei Weine waren in der Nase nicht zu beurteilen, im Mund zeigte sich eine sehr klare und frische rote Frucht, eine gute Struktur, eine relativ hohe Säure und ein mittlerer Körper.

Die probierten 2012er haben mir ausnehmend gut gefallen, mein Favorit war der Nuits St. Georges 1er Cru Les St. Georges, der für mich dieses Mal fast auf dem Level des Les St. Georges von Thibault Liger-Belair lag und zwar nicht ganz das Niveau des Les St. Georges von Henri Gouges erreichte, aber auch von diesem qualitativ nicht so weit weg war. Ein Wein mit einer herrlichen Fruchtkonzentration und seidigen Struktur. Sehr gut fand ich auch den Aux Chaignots aus 2012. Nicht ganz so überzeugt war ich von dem Clos de Vougeot 2012, der auf mich einen etwas unharmonischen Eindruck machte, seine ganze Power mochte sich noch nicht so recht in ein Gesamtgefüge einpassen.

Danach haben wir dann noch ein paar ältere Jahrgänge probiert. Der 2011er Nuits St. Georges 1er Cru La Richemone zeigte seine Herkunft auf der Vosne-Seite durch eine attraktive Würzigkeit. 2009 Nuits St. Georges 1er Cru Les Vaucrains war ein Power-Wein par excellence, bei dem das Tannin sich schon einigermaßen zivil zeigte, der aber ein echtes Muskelpaket ist und sehr lange brauchen wird, bis er sich harmonisiert. Der gleiche Wein aus 2007 wirkte auf mich noch etwas hart im Tannin. Viel zugänglicher war da der 2007 Nuits St. Georges 1er Cru Aux Chaignots mit seiner pflaumigen Würze und betörenden Duftigkeit. Wieder etwas unzugänglicher war der 2004 Nuits St. Georges 1er Cru La Richemone, der die dem Jahrgang nachgesagten grünen Noten ganz leicht zeigte und nicht ganz die Finesse der übrigen probierten Weine hatte - trotzdem gut.

Als Highlight stand noch eine verstaubte Magnum rum. Wir mussten raten - Lage und Jahrgang. Ich riet 1983 als Jahrgang und hatte keine Ahnung bezüglich der Lage. Es war ein 1976 Nuits St. Georges 1er Cru Aux Chaignots, wunderbar duftig, herrlich rotfruchtig, quicklebendig mit noch viel Frucht und nur ersten Anklängen an Sekundäaraomen (Erde & Trüffel).

Ich bleibe dabei: diese Domaine ist ein echtes Kleinod. Sie spielt sicher nicht auf dem Niveau von Thibault, Gouges oder auch Chevillon, liegt aber m.E. nicht weit hinter den genannten Domaines. Und die Preise sind zivil. Für die 2012er gab es leichte Preiserhöhungen (ca. 8-10%). Trotzdem kostet der 2012 Les St. Georges ab Hof nur knapp über 40 Euro, was für einen solchen Wein wirklich günstig ist.

Hier sind meine Notizen des Besuchs: http://www.verkostungsnotizen.net/vkn_l ... he+starten
Beste Grüße, Stephan
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Von-Mises

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Re: Côte de Nuits

BeitragDi 2. Sep 2014, 12:31

Hallo zusammen
Zu Alain Michelot hätte ich mal ein paar Fragen
Ich habe ein Angebot diverse Nuits-St.-Georges von Michelot mit Rabatt erwerben zu können. Die Preise sind, soweit ich das beurteilen kann, akzeptabel, allerdings kenne ich die Weine nicht und bin auch wegen der grossen Jahrgangsauswahl überfordert. Aus NSG kenne ich zudem grundsätzlich kaum etwas.
Da hier ja schon detailliert über Michelot diskutiert wurde, wäre ich für Ratschläge sehr dankbar. Dies sind die Weine:

Champs-Perdrix, 1er Cru: 2007, 2008 , 2010, 2011
Les Saint Georges, 1er Cru : 2007, 2008, 2009, 2010
Chaignots, 1er Cru : 2007, 2009, 2010
Richemone, 1er Cru: 2008

Welche Lagen und Jahrgänge wären zu bevorzugen?
Wieveil Zeit benötigt z.B. der Les Saint Georges bis zur idealen Trinkreife? Bin eher Fan von reifen Burgundern… und habe auch die nötige Geduld... :)
Vielen Dank im Voraus.
Gruss
Oliver
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octopussy

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Re: Côte de Nuits

BeitragDi 2. Sep 2014, 13:47

Hallo Oliver,

vom Les St. Georges würde ich auf jeden Fall was nehmen. Der ist spitze. Wenn du Zeit und Geduld hast, nimm 2010 und 2009 (trinkreif geschätzt frühestens ab ca. 2020). 2007 sollte früher trinkreif sein (so ab ca. 2016/2017), viele 2007er rote Burgunder trinken sich aktuell schön, haben noch ein wenig Potenzial, werden aber wohl nie die Komplexität anderer Jahrgänge erreichen.

Champs Perdrix und Richemone sind beides kleine Lagen, die man selten bis nie von anderen Erzeugern sieht (Richemone von Perrot-Minot). Ich kann die Weine aus den Lagen auch nur schwer einschätzen. Den Chaignots von Michelot fand ich aus den probierten Jahrgängen (1976, 2007, 2012) sehr gut, als Charakteristika könnte man etwas Würze, pflaumige Noten und recht zivile Tannine nennen.

In der Qual der Wahl würde ich wohl Les St. Georges und Chaignots vorziehen.

Grob geschätzt würde ich denken, dass die Jahrgänge in der folgenden Reihenfolge trinkreif werden, wobei sich 2009 auch irgendwann mal so richtig verschließen könnte:

2007
2009
2011
2008
2010
Beste Grüße, Stephan
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Von-Mises

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Re: Côte de Nuits

BeitragDi 2. Sep 2014, 21:52

Hallo Stephan
Vielen Dank für die hilfreichen Tipps. Werde den Les St. Georges nehmen.
Gruss
Oliver
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vanvelsen

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Re: Côte de Nuits

BeitragFr 13. Mär 2015, 17:59

Hallo zusammen.

Da es keinen expliziten Thread gibt zum Thema Echezeaux erlaube ich mir meine Eindrücke von unserer Probe vom letzten Montag hier einzustellen. Wir haben insgesamt 16 Weine von verschiedenen Lieux-dits und unterschiedlichen Jahrgängen verkostet.

Nachfolgende meine Notizen:
http://vvwine.blogspot.ch/2015/03/16-ec ... e-von.html

Gruss,

Adrian
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Michl

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Re: Côte de Nuits

BeitragDi 8. Jan 2019, 20:43

Von der Domaine Forey Père et Fils habe ich in den letzten Jahren immer den Basis-Pinot gekauft, weil er preislich in den 0er Jahren noch völlig auf Niveau der deutschen Basis-Spätburgunder lag und auch heute nur unwesentlich teurer ist. Mal war die Qualität für den aufgerufenen Preis und die Region klasse (2009), mal weniger gut. Im Vergleich getrunken fällt der 14er gegenüber dem 16er drastisch ab und gehört leider zu den Enttäuschungen. Der 16er ist ein ganz guter Wein, aber für den Preis auch keinen Nachkauf wert. Den 15er habe ich in besserer Erinnerung.

Bild

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Viele Grüße

Michl
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Herr S.

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Re: Côte de Nuits

BeitragDi 26. Mär 2019, 21:02

Moin,

zwar nicht direkt Cotes de Nuits aber knapp darüber:

Bild

Zum Preis von 17,90€ keine wirkliche Konkurrenz zu vielen deutschen Spätburgundern mit ggf. geringerem Preis.

Viele Grüße,
Björn
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"Tout homme a droit à vingt quatre heures de liberté par jour"
(Wandspruch im "Het Goudblommeke in Papier")
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