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Bordeaux 2017

Medoc und seine Appellationen, Bourg und Umgebung, Fronsac, Pomerol, Saint Emilion und Umgebung, Entre Deux Mers, Graves und Pessac-Leognan, Sauternes und Co.
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Jochen R.

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Re: Bordeaux 2017

BeitragDo 12. Dez 2019, 19:45

Hallo Jean,
ich würde dir empfehlen, eine Probeflasche zu kaufen und dann
nach eigenem Gutdünken entscheiden!
Der 2017er Belgrave trifft sowas von meinen Geschmack, hat aber
fast 20 % Cab. Sauvignon mehr als der hervorragende ´16er und ist
somit zwangsläufig anders.

Viele Grüße,
Jochen
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Alba

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Re: Bordeaux 2017

BeitragSa 14. Dez 2019, 16:33

Hallo,

die wenigen gesubsten 17er dieser Tage eingetroffen /aus FRA direkt, 2 Wochen mit Spedition unterwegs, naja ... :? , aber zumindest sind sie da.
Canon, nach gerade mal einem Tag Ruhe im Keller, schöne und recht offene Nase, rote Früchte, Holz/ Toasting nur dezent wahrnehmbar, bereits überraschend harmonisch und elegant. Macht Spass und das wird, so denke ich, auch so bleiben. Bei weitem nicht die Wucht des 15er oder Struktur des 16ers, eher in der Liga 12/14. Definitiv schöner Wein mit sehr guten Anlagen. Kann sich durchaus entwickeln, jetzt eine Flasche zu opfern ist aber auch kein Fehler (schöne Jung-Bordeaux Erfahrung). Punkte würde ich so gegen 94 sehen.
Im Anschluss ein erstes Glas - um keine Zeit zu verlieren :lol: - ebenso frisch aus der OHK - Calon Segur;
Bei weitem nicht so offen, hier ist vor allem Holz wahrnehmbar, die Cabernet Frucht blitzt bestenfalls durch, tut sich aber schwer (für mich eher Toasting Phase als Frucht Phase ...). Im Mund ist auch in erster Linie Süße wahrnehmbar, der Wein hat eine gewisse Substanz aber irgendwie fehlt im Moment einiges, also eher enttäuschend, auch am 2. Tag keine große Änderung. Von diesem auch in 17 ziemlich hoch gelobten St. Estephe hätte ich mehr erwartet. Hier bin ich eher bei niedrigen 90er Punkten und hoffe wirklich dass sich der Wein entwickelt (wobei er meiner Meinung nie an den 14er rankommen wird, an 16 ist gar nicht zu denken).

Die ersten 17er Eindrücke sind also etwas durchwachsen - speziell wenn man die Preise in Relation nimmt, aber das war ja von Anfang einer der Kritikpunkte, Nachkaufreflex stellt sich nicht wirklich ein.

Beste Grüße
Manfred
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Jochen R.

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Re: Bordeaux 2017

BeitragDo 19. Dez 2019, 20:19

Saint Pierre (St. J.) 2017:
Tief dunkles Weinrot mit violetten Reflexen. Mittelkräftige Nase: Erst mal
blumig und Kokos, parfumiert nuttig! Nach kurzer Zeit im Glas drängen
Leder, Zedern, Vanille und Kirschjoghurt in den Vordergrund und runden
das Ganze wirklich schön ab.
Eher schlank bis mittelgewichtig und eindimensional: auch hier Kirschjoghurt,
floral/würzig, schöne Säure & Adstringenz und sehr lang. Aktuell 89-90+ P.

Bzgl. Jahrgangsvergeiche: 2014 kenne ich nicht - den genialen 2015er gab´s
im franz. Supermarkt seinerzeit ca. 5 EUR günstiger und wäre somit klar
meine Kaufempfehlung (auch im Vgl. mit 2016) für St. Pierre-Fans.

Viele Grüße,
Jochen
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pessac-léognan

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Re: Bordeaux 2017

BeitragDo 19. Dez 2019, 22:03

Nach all dem bisher über 2017 Geschriebenen muss ich sagen, liebe Bdx-Freunde, dass ich überhaupt nicht unglücklich bin, aus dem Jahrgang nichts subskribiert zu haben (übrigens auch nicht aus 2018). Ich bin üppig mit 14 (sehr günstig!), 15 und 16 ausgestattet und werde wenig von 17 nachkaufen, wenn die Preise fallen, mehr von 18, falls letztere halten, was die Profiverkoster versprachen, und falls sie sich in der Flasche nicht zu üppig entwickeln (und die Preise dannzumal stimmen).
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Jochen R.

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Re: Bordeaux 2017

BeitragFr 20. Dez 2019, 01:30

pessac-léognan hat geschrieben:Nach all dem bisher über 2017 Geschriebenen muss ich sagen, liebe Bdx-Freunde, dass ich überhaupt nicht unglücklich bin, aus dem Jahrgang nichts subskribiert zu haben (übrigens auch nicht aus 2018). Ich bin üppig mit 14 (sehr günstig!), 15 und 16 ausgestattet und werde wenig von 17 nachkaufen, wenn die Preise fallen, mehr von 18, falls letztere halten, was die Profiverkoster versprachen, und falls sie sich in der Flasche nicht zu üppig entwickeln (und die Preise dannzumal stimmen).

Die paar wenigen Notizen hier sind ein erster Eindruck und ohne jemand zu
Nahe treten zu wollen mit Vorsicht zu genießen (zu diesem frühen Zeitpunkt
nach der Abfüllung und wenn man nicht selber probiert hat!).

Aber ich denke es läuft darauf hinaus: "crowdpleaser" werden die 2017er nicht,
ihre Fans wird der eine oder andere Wein trotzdem finden, da Wette ich meinen
... drauf ;-)
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pessac-léognan

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Re: Bordeaux 2017

BeitragFr 20. Dez 2019, 11:50

Da hast du natürlich recht, lieber Jochen. Solche allgemeinen Aussagen sind immer problematisch. Ich denke trotzdem, dass das PLV in der Sub bei den meisten Weinen aus dem durchschnittlichen Jahrgang 17 eher schlecht ist. Die Preise hatten (bei vielen Weinen) nach zwei sehr guten Jahren wieder stark angezogen, um eine adäquate Korrektur hat man sich (u.a. mit dem Hinweis auf die teils geringen Mengen | Frost) gedrückt.
Aber selbstverständlich gibt es auch aus mittleren Jahren gute, ja sehr gute Weine, übers Band mit gutem bis sehr gutem PLV gibt es sie in der jüngeren Vergangenheit aber eher selten, m.E. zum letzten Mal 2014 (nach dem und dank dem wirklich schlechten 13er). Die Preise verharrten in einer Art Schockstarre, die Noten der Primärverkostungen waren gut, aber nicht berauschend (überdurchschnittlich viele nach der Abfüllung besser). So rasch wird man z.B. kaum mehr einen Ducru Beaucaillou für deutlich unter 100€ bekommen, wie das in der Sub 14 der Fall war, oder einen Rauzan Ségla für weniger als 50€!
Sogar bei den 15ern konnte man wohl noch mehrheitlich von der 13er 'Schockstarre' profitieren, zumindest bei den sehr guten Margaux wie Rauzan Ségla oder Brane Cantenac, aber auch bei dem von dir erwähnten Saint-Pierre aus Saint-Julien. Umso besser!

Gruß
Jean
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Jochen R.

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Re: Bordeaux 2017

BeitragFr 20. Dez 2019, 12:45

pessac-léognan hat geschrieben:Da hast du natürlich recht, lieber Jochen. Solche allgemeinen Aussagen sind immer problematisch. Ich denke trotzdem, dass das PLV in der Sub bei den meisten Weinen aus dem durchschnittlichen Jahrgang 17 eher schlecht ist. ...

Hallo Jean,
ich möchte die teilweise absurde Preisentwicklung gar nicht schön Reden,
kann dem nach meinen bisherigen Stichproben (Labegorce, Belgrave, St. Pierre)
inkl. diverser "Kleiner" wie z. B. Pey La Tour (in erster Linie als Kochweine
gekauft, aber natürlich auch probiert) - jedenfalls bisher - nicht zustimmen.

Dagegen fand ich das PLV vieler hochgejubelter 2015er eher schlecht. Mit so
vielen Vorschußlorbeeren ausgestattet, scheint so etwas aber gerne ausgeblendet
zu werden.

Viele Grüße,
Jochen
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TOM

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Re: Bordeaux 2017

BeitragFr 20. Dez 2019, 13:32

Jochen R. hat geschrieben:...in erster Linie als Kochweine gekauft, aber natürlich auch probiert)

Ja, ja, ich koche auch gerne mit Wein. Manchmal kommt er bei mir sogar ins Essen :lol:

Aber in der Sache muss ich Dir bei den 2015ern Recht geben, mit 2017 habe ich noch keine Erfahrung.
Ich bin mal gespannt, ob 2018 nicht eine Kopie von 2015 wird. Auch 2018 war ja hochbejubelt, ein warmes Jahr und hat hohe Alkoholwerte...
Man muss immer etwas haben, worauf man sich freut. (Eduard Mörike)
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stollinger

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Re: Bordeaux 2017

BeitragFr 20. Dez 2019, 14:00

Jochen R. hat geschrieben:
pessac-léognan hat geschrieben:Da hast du natürlich recht, lieber Jochen. Solche allgemeinen Aussagen sind immer problematisch. Ich denke trotzdem, dass das PLV in der Sub bei den meisten Weinen aus dem durchschnittlichen Jahrgang 17 eher schlecht ist. ...

Hallo Jean,
ich möchte die teilweise absurde Preisentwicklung gar nicht schön Reden,
kann dem nach meinen bisherigen Stichproben (Labegorce, Belgrave, St. Pierre)
inkl. diverser "Kleiner" wie z. B. Pey La Tour (in erster Linie als Kochweine
gekauft, aber natürlich auch probiert) - jedenfalls bisher - nicht zustimmen.

Dagegen fand ich das PLV vieler hochgejubelter 2015er eher schlecht. Mit so
vielen Vorschußlorbeeren ausgestattet, scheint so etwas aber gerne ausgeblendet
zu werden.

Viele Grüße,
Jochen


Hallo Jochen,

ich habe deine Verkostungen mit Interesse verfolgt, anhand meiner kleinen Stichprobe kann ich nachvollziehen und zustimmen, dass man dem Jahrgang etwas abgewinnen kann. Zumindest für das linke Ufer, vom rechten kenne ich nichts.

Ich denke, wir sind uns aber auch einig, dass 2014 und 2016 qualitativ und preislich attraktiver sind. Die Gerbstoffqualität in 2017 fand ich nicht so erwähnenswert, es wirkt fast etwas grün und der Eindruck von Tiefe will nicht entstehen. Meine Stichproben, und was man aber aus 2015 liest, waren dunkel und kräftig gefärbt, hatten insg. etwas unnahbares; viele, reife Gerbstoffe. Auch wenn sich diese eher unzugänglich präsentierten, behalte ich meinen Glauben, dass auf lange Sicht die 2015er mehr zu bieten haben werden als die Weine aus 2017; besonders gemessen am Preis.

Grüße, Josef
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pessac-léognan

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Re: Bordeaux 2017

BeitragFr 20. Dez 2019, 14:44

stollinger hat geschrieben:Auch wenn sich diese eher unzugänglich präsentierten, behalte ich meinen Glauben, dass auf lange Sicht die 2015er mehr zu bieten haben werden als die Weine aus 2017; besonders gemessen am Preis.

Grüße, Josef


Davon, lieber Josef, bin ich ebenfalls überzeugt, zumindest in der Breite gesehen.
Gerade die Margaux waren in der Sub 15, gemessen an der (vermutlichen) Qualität, keineswegs überteuert.

Gruß
Jean
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