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Bordeaux 2017

Medoc und seine Appellationen, Bourg und Umgebung, Fronsac, Pomerol, Saint Emilion und Umgebung, Entre Deux Mers, Graves und Pessac-Leognan, Sauternes und Co.
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manubi

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Bordeaux 2017

BeitragSa 10. Feb 2018, 18:35

Nach den bisherigen Veröffentlichungen wird 2017 qualitativ gut bis sehr gut bei sehr geringen Erntemengen. Die Spätfröste im Frühjahr und heftige Hagelschläge kurz vor der Ernte haben zu Einbußen bis zu 50 % geführt. Die Erntetermine waren recht früh, bis Ende der 3. Septemberwoche war der Merlot ziemlich komplett geerntet die Cabernets wurden zum Teil auch schon im September gelesen.

Jetzt heißt es warten bis die ersten Fassverkostungen veröffentlicht werden. Die Spannung bleibt, auch wenn der 2017er voraussichtlich nicht an die Qualität von 2015 oder 2016 heranreichen wird.
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Gerald

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Re: Bordeaux 2017

BeitragDi 13. Feb 2018, 07:57

Zur Info: habe einige Beiträge ohne konkreten Inhalt zum Thema, aber dafür mit verbalem Geplänkel und Antworten darauf bzw. Beschwerden darüber gelöscht. Bitte einfach beim Thema Wein bleiben, für Streitereien gibt es geeignetere Plätze (sowohl im Web als auch im real life) ...

Grüße,
Gerald
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manubi

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Re: Bordeaux 2017

BeitragDi 13. Feb 2018, 09:20

Danke, Gerald!
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Desmirail

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Re: Bordeaux 2017

BeitragDi 13. Feb 2018, 09:33

manubi hat geschrieben:Danke, Gerald!



Ebenfalls Danke an Gerald!
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Deep And House
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harti

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Re: Bordeaux 2017

BeitragDi 13. Feb 2018, 19:01

manubi hat geschrieben:Nach den bisherigen Veröffentlichungen wird 2017 qualitativ gut bis sehr gut bei sehr geringen Erntemengen. Die Spätfröste im Frühjahr und heftige Hagelschläge kurz vor der Ernte haben zu Einbußen bis zu 50 % geführt. Die Erntetermine waren recht früh, bis Ende der 3. Septemberwoche war der Merlot ziemlich komplett geerntet die Cabernets wurden zum Teil auch schon im September gelesen.

Jetzt heißt es warten bis die ersten Fassverkostungen veröffentlicht werden. Die Spannung bleibt, auch wenn der 2017er voraussichtlich nicht an die Qualität von 2015 oder 2016 heranreichen wird.

Hallo Manfred,

geringere Menge kann man mit Kürzung der Allokationen und steigenden Preisen übersetzen. Für mich wird der Jahrgang daher weitgehend von akademischem Interesse sein. Mehr interessieren mich die anstehenden Nachverkostungen der 2015er, bei denen ich mich ganz gut eingedeckt habe.

Grüße

Hartmut

P.S. Kürzlich hatte ich eine 2003er Montrose aus auch Dir bekannter Quelle ;) , ich glaube dieser Wein würde Dir auch sehr gefallen haben 8-) .
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manubi

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Re: Bordeaux 2017

BeitragDi 13. Feb 2018, 21:00

Hi Harti,

freut mich zu hören, dass der Montrose 2003 deine Erwartungen erfüllt.

Zum Jahrgang 2017: für mich selbst ist der auch nur von geringem Interesse, allein schon aus Altersgründen. Aber, wenn man sich die längste Zeit des Lebens damit befasst hat, bleibt doch das Interesse an der Sache. Von 2016 habe ich ein paar Kisten geordert, nur Weine, die (lt. KDD-Expertenmeinung) auch versprechen eine schöne Fruchtphase zu haben.

Im übrigen kaufe ich immer mal wieder ein paar Flaschen alte Jahrgänge, wenn ich sie zu vertretbaren Preisen finde, gerne 1989, aber auch 2010, bevorzugt südliches Medoc. Jetzt kürzlich Les Ormes de Pez 1989, für ca. € 30/btl.; hat einen ct-Community-score von 90,1. Ich habe sowieso den Eindruck, dass 2010er der legitime Nachfolger des 1989ers werden wird. Durchweg gefallen mir die Weine besser als die 2009er

Im Moment habe ich einen 98er La Conseillante im Glas, ein Wein ganz nach meinem Geschmack.

Es bleibt die Erkenntnis, die schon der Geheimrat JWvG in Weimar hatte: das Leben ist zu kurz um schlechten Wein zu trinken.

Gruß an alle, die ich kenne.

Manfred

P.S.:
Wenn ihr mal wieder eine schöne Verkostung macht: über eine Einladung würde ich mich sehr freuen. Und beisteuern könnte ich sicher auch noch den einen oder anderen gut Gereiften . . .
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innauen

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Re: Bordeaux 2017

BeitragMi 14. Feb 2018, 00:52

harti hat geschrieben:geringere Menge kann man mit Kürzung der Allokationen und steigenden Preisen übersetzen.


So ist es und darum ist 2017 ein Segen für den überhitzten Bordeauxmarkt. Das Schlimmste was hätte passieren können, wäre ein weiterer großartiger Jahrgang gewesen. Nach 2015 und 2016 sind die Keller wieder gefüllt. Ein grandioser 2017er hätte sich nur über den Preis verkaufen können und das ist für die Chateau keine Alternative.

Das zweitschlechteste wäre ein Murksjahrgang gewesen. Ok. Es gäbe wenig Menge aber eben auch wenig Qualität. Man hätte den Preis etwas senken müssen, aber Probleme gehabt, die immer noch zu hohen Preise zu erklären. Oder man hätte das Preisniveau richtig senken müssen, hätte dann aber die Nachfrage für 2015/16 minimiert.

Statt dessen gibt es die beste Möglichkeit. Ein Wunderüttenjahrgang mit wenig drin in der Tüte. Geringe Menge, gekürzte Allokationen, wegen Hagels manchmal auf 0 Prozent. Andere werden sagen, dass Ihnen 2017 besonders gelungen sei, aber es gäbe so schrecklich wenig davon.

maW. Die Nachfrage sinkt, das Angebot aber noch mehr. Im Ergebnis dürfen die Chateaus die ohnehin hohen Preise oben lassen UND können noch die Allokationen kürzen. Betriebswirtschaftlich ist das nur "geil". Für den Endverbraucher ist es.... Das überlasse ich jedem selbst einzutragen.

Grüße,

wolf
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manubi

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Re: Bordeaux 2017

BeitragMi 14. Feb 2018, 09:46

innauen hat geschrieben:. . .

Andere werden sagen, dass Ihnen 2017 besonders gelungen sei, aber es gäbe so schrecklich wenig davon . . .




Hallo Wolf,

natürlich ist der Jahrgang, der unverkauft in den Kellern liegt, der beste von allen. Das ist übrigens in allen Anbaugebieten so. Insoweit ist das das sprichwörtliche Klappern, das zum Handwerk gehört.

Es ist nun mal ein Markt und die Produzenten verhalten sich einfach nur marktkonform. Es ist normales Marktverhalten, aus der gegebenen Situation das beste zu machen. Die Produzenten werden alles tun, das einmal erkämpfte Preisniveau zu halten. Wir als Konsumenten können nur entscheiden: mitmachen oder nicht.

Inzwischen müssten die Weine ja aus den Gärbottichen in die Fässer umgefüllt sein. Ist bisher über die Qualität noch nichts nach draußen gedrungen? Auch wenn man nicht vorhat, nennenswert zu kaufen: es interessiert einen doch.

Gruß

Manfred
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innauen

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Re: Bordeaux 2017

BeitragMi 14. Feb 2018, 12:22

Hallo Manfred,

genauso ist es. Nach 15 Jahren Subskriptionserfahrung kann ich sagen: Wenn die Chateaus einen Jahrgang verkaufen wollen, dann jubeln sie ihn hoch. Soll der Preis runtergehen, schreiben sie ihn selbst runter.

Nach ihrem Selbstverständnis kann ein Jahrgang nur dann niedriger bepreist werden, wenn es die Qualität erlaubt. Und auf die Qualität haben sie Einfluss (Deklassierung, Selektion, Eigenwerbung). Deshalb wurde 1997 hochgejubelt, obwohl es der Jahrgang nicht hergab (denn die Nachfrage war nach den Hungerjahren 1991-1994 hoch). Und deshalb wurde der Jahrgang 2008 anfangs mit so geringer Leidenschaft angepriesen, obwohl dort vieles sehr viel besser war als im Vorjahr (Finanzkrise).

Wenn der Markt unsicher ist, dann halten sich die Produzenten mit Bewertungen so lange es geht zurück. Ich erinnere mich noch gut daran, dass man was die Aussagen über 2010 anbelangte, lange sehr still, weil man glaubte nach dem Hype über 2009 könne man nicht mehr Wein verkaufen. Ein namhaftes Chateau (Leoville Poyferre) sagte in einer Verkostung über die Fassmusterprobe 2010 sei ein klassisches Jahr. Erst als die wirtschaftlichen Indikatoren nach oben wiesen, haben sie diese Zurückhaltung aufgegeben. 2013 wiederum war ohnehin schlecht, was die Erzeuger dazu bewogen hat, sehr wenig Wein auf den Markt zu bringen, die Subs in wenigen Wochen durchzuziehen und möglichst wenig Gewese um den Jahrgang zu machen, um die Preise nicht durch zu viel Angebot zu versauen (viel dürfte davon in den 2014er Jahrgang geflossen sein). Aus 2014 wiederum hätte man mehr machen können, aber wegen der Eurokrise war die Preisgestaltung (aus heutiger Sicht) moderat und die Anpreisungen über die Qualität hielten sich in Grenzen.

Insofern: Der Preis für 2017 wird in den nächsten acht Wochen gemacht - abhängig von der Marktlage, der Menge und der Qualität des Weines. Und über die letzten beiden Faktoren bestimmen die Chateau selbst. Man kann die unfgefähre Preiserwartung der Chateau aus den Jahrgangsvergleichen herauslesen, die die Chateaus selbst geben.

Ein Beispiel. Figeac 2016. Die Aussage des Weinguts vor der Subs war "Wir auf Figeac (...) glauben nicht, dass 2016 besser als 2010 ist. 2010 ist doch etwas höher einzu­schätzen als 2016" http://www.weinkenner.de/2017/bordeaux- ... r-41982/2/

2010 kam mit 249 Euro auf den Markt. Und 2016 sollte acht Wochen nach diesem Interview mit 200 Euro auf den Markt kommen.


Grüße,

Wolf
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dylan

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Re: Bordeaux 2017

BeitragDo 22. Feb 2018, 18:25

Auf Weinkenner.de findet sich ein interessanter Artikel zum Frost und seinen Auswirkungen:
http://www.weinkenner.de/

Grüße

dylan
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