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Bordeaux ganz allgemein!

Medoc und seine Appellationen, Bourg und Umgebung, Fronsac, Pomerol, Saint Emilion und Umgebung, Entre Deux Mers, Graves und Pessac-Leognan, Sauternes und Co.
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Rotundweiss

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Re: Bordeaux ganz allgemein!

BeitragFr 8. Mär 2019, 18:02

Moin in die Runde,

da gibt´s neben den von euch bereits Genannten a.m.S. noch ein paar feine Alternativen:
Calon Segur
Giscours
Domaine de Chevalier
Carmes Haut Brion
Alle in den letzten Jahren mit deutlichem Rückenwind, ungeachtet natürlich der persönlichen
stilistischen Präferenzen.

Genussvolle Grüße,
Georg
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Dilbert

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Re: Bordeaux ganz allgemein!

BeitragFr 8. Mär 2019, 18:41

UlliB hat geschrieben:
Jochen R. hat geschrieben:ich würde UlliB's Liste noch durch
Leo Poyferre und Gruaud Larose
ergänzen.

Hallo Jochen,

was Leo Poyferre betrifft, würde ich Dir rein qualitativ betrachtet sofort zustimmen. Ich hatte auch kurz an den gedacht, zumal er preislich in die gleiche Gruppe wie Leo Barton, Rauzan Segla und GPL gehört. Ich habe ihn dann doch nicht genannt, weil der andere Jochen ("Dilbert") den Leo Barton als Benchmark genannt hatte, und die beiden Leovilles halt eine völlig unterschiedliche Stilistik haben. Ich kann mir gut vorstellen, dass ein Fan vom Barton den Poyferre ablehnt - und umgekehrt. Ich selber bevorzuge den Barton, auch wenn Poyferre in manchen Jahren qualitativ in einem abstrakten Sinn schon mal die Nase vorn hat, aber der ist mir einfach zu modern, zu geschmeidig, und in Jahren wie 2009 dann auch zu neuweltlich. So etwas trinke ich nur, wenn ich zufällig mal Lust drauf habe, und so kommen in meinem Keller auf eine Flasche vom Leo P etwa fünf vom Leo B.


Ich hatte den Poyferre erst ein oder zweimal - stilistisch bin ich in der Tat eher beim LB, da ich lieber Bordeaux klassischer Prägung mag, die dann auch gerne 20 Jahre reifen dürfen. :shock: :lol:

Selbst einen 91er LB fand ich vor etlichen Jahren sehr gut und im besten Sinne klassisch.

Also schon mal vielen Dank für die vielen Tipps, praktischer Weise decken die sich zu einem ganz erheblichen Teil mit meinen Annahmen. Jetzt gilt's nur noch das Ganze in die Tat umzusetzen. :shock: :mrgreen:

Gruß,
Jochen
„Eine Magnum-Flasche? Genau die richtige Größe für einen schönen Abend. Vorausgesetzt, man beginnt mit einem Champagner, man endet das Menu mit einem Sauternes, und man ist allein daheim…“
(Anthony Barton)
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Jochen R.

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Re: Bordeaux ganz allgemein!

BeitragSo 10. Mär 2019, 17:30

Dilbert hat geschrieben:
UlliB hat geschrieben:
Jochen R. hat geschrieben:ich würde UlliB's Liste noch durch
Leo Poyferre und Gruaud Larose
ergänzen.

Hallo Jochen,

was Leo Poyferre betrifft, würde ich Dir rein qualitativ betrachtet sofort zustimmen. Ich hatte auch kurz an den gedacht, zumal er preislich in die gleiche Gruppe wie Leo Barton, Rauzan Segla und GPL gehört. Ich habe ihn dann doch nicht genannt, weil der andere Jochen ("Dilbert") den Leo Barton als Benchmark genannt hatte, und die beiden Leovilles halt eine völlig unterschiedliche Stilistik haben. Ich kann mir gut vorstellen, dass ein Fan vom Barton den Poyferre ablehnt - und umgekehrt. Ich selber bevorzuge den Barton, auch wenn Poyferre in manchen Jahren qualitativ in einem abstrakten Sinn schon mal die Nase vorn hat, aber der ist mir einfach zu modern, zu geschmeidig, und in Jahren wie 2009 dann auch zu neuweltlich. So etwas trinke ich nur, wenn ich zufällig mal Lust drauf habe, und so kommen in meinem Keller auf eine Flasche vom Leo P etwa fünf vom Leo B.


Ich hatte den Poyferre erst ein oder zweimal - stilistisch bin ich in der Tat eher beim LB, da ich lieber Bordeaux klassischer Prägung mag, die dann auch gerne 20 Jahre reifen dürfen. :shock: :lol:
...

Klar, Poyferre ist ganz anders als Barton, würde ersteren bzgl. Reifefähigkeit aber
nicht unterschätzen!
Ich persönlich bevorzuge eher Poyferre: 1990 m. M. nahe der Perfektion, 2003
und 1989 finde ich groß. Und jung kann das auch schon riesig Spaß machen, z. B.
2014.
Und wenn man lange genug warten kann, geht nichts über Las Cases ;-)

Viele Grüße,
Jochen
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graves

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Re: Bordeaux ganz allgemein!

BeitragSo 10. Mär 2019, 21:15

Jochen R. hat geschrieben:
Dilbert hat geschrieben:Ich hatte den Poyferre erst ein oder zweimal - stilistisch bin ich in der Tat eher beim LB, da ich lieber Bordeaux klassischer Prägung mag, die dann auch gerne 20 Jahre reifen dürfen. :shock: :lol:
...

Klar, Poyferre ist ganz anders als Barton, würde ersteren bzgl. Reifefähigkeit aber
nicht unterschätzen!

Jüngere Leoville Poyferres - also nach 2008 - habe ich noch nicht getrunken. Gut denkbar, dass sich - insbesondere mit der Weinikone Leoville Poyferre 2009 - die Stilistik nachhaltig gedreht hat. Zu älteren Leoville Poyferres kann ich aber sagen, dass sie - zumindest nach meiner stichpunktartigen Erfahrung - nicht minder Langläufer sind als Leoville Barton.

In einer kleinen Doppelvertikale vor drei Jahren schlugen sich beide sehr gut. Ich sah - insbesondere mit zunehmendem Alter - den Leoville Poyferre vorne. Auch andere Proben, an denen ich teilnehmen konnte, haben diesen Trend - für mich - bestätigt.

Damit will ich Leoville Barton keinesfalls dissen. Das sind tolle Weine und immer eine sichere Bank. In meinem Keller sind sie sogar zahlreicher vertreten (etwa im Verhältnis 2 : 1)
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Stephane Franc

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Re: Bordeaux ganz allgemein!

BeitragSa 23. Mär 2019, 16:43

Hallo Zusammen !

Hat jemand eine Ahnung, was die Buchstaben C R D auf den OHK bedeuten ? Hab im Netz nix dazu gefunden.

Danke an einen Antworter im Voraus !
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Ollie

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Re: Bordeaux ganz allgemein!

BeitragSa 23. Mär 2019, 17:18

Die Erde ist flach, und wir leben auf ihrer Innenseite.
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Stephane Franc

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Re: Bordeaux ganz allgemein!

BeitragSa 23. Mär 2019, 20:10

Oh,
G
ganz herzlichen Dank, lieber Olli !
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UlliB

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Re: Bordeaux ganz allgemein!

BeitragMi 27. Mär 2019, 18:08

Gerade im aktuellen Falstaff gelesen, den ein Versender freundlicherweise einer Lieferung beigepackt hat: Chateau Lafon-Rochet, ein recht bekannter 4e GCC aus St. Estephe, hat im Herbst letzten Jahres bekanntgegeben, sich von der biologischen Bewirtschaftung abzuwenden und zur konventionellen Weinbergsarbeit zurückzukehren. Das Gut befand sich seit 2010 in der Konversion zur Biodynamie.

Das alleine ist schon bemerkenswert genug, da es dem mittlerweile auch in Bdx herrschenden Megatrend zur biologischen Bewirtschaft entgegenläuft. Pikant wird die Sache nun dadurch, dass kürzlich in den Weinen der Jahrgänge 2013, 2014 und 2015 (d.h. in Weinen aus der Konversionsphase, in der schon biologisch gearbeitet werden muss) Rückstände von chemisch-synthestischen Pestiziden gefunden wurden, unter anderem auch von dem vermutlich karzinogenen Fungizid Folpet. Damit erscheint die Mitteilung vom Herbst letzten Jahres in einem etwas anderen Licht.

Lafon Rochet gehört der Famile Tesseron, zu wesentlichen Teilen dem Bruder des Besitzers von Ch. Pontet-Canet (Pauillac 5e GCC), welches mittlerweile biozertifiziert ist.

Gruß
Ulli
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amateur des vins

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Re: Bordeaux ganz allgemein!

BeitragMi 27. Mär 2019, 18:26

Interessant! Danke für die Info.

Da kann jetzt allerdings jeder für sich spekulieren oder es bleibenlassen...

Aber was mich in dem Kontext interessieren würde:
Werden Bio(dyn)-Weine regelmäßig kontrolliert, sporadisch, vereinzelt oder stichprobenartig? Wer macht das (Amt, Organisation), und wo wird das ggf. veröffentlicht?
Besten Gruß, Karsten
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UlliB

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Re: Bordeaux ganz allgemein!

BeitragMi 27. Mär 2019, 19:28

amateur des vins hat geschrieben:Werden Bio(dyn)-Weine regelmäßig kontrolliert, sporadisch, vereinzelt oder stichprobenartig? Wer macht das (Amt, Organisation), und wo wird das ggf. veröffentlicht?

Keine Ahnung. Eine systematische und engmaschige analytische Kontrolle kann ich mir nicht vorstellen, Aufwand und Kosten dafür sind doch erheblich. Mir sind bislang nur stichprobenartige Untersuchungen bekannt, die von Verbraucherschutz- und Umweltverbänden initiiert und berichtet wurden. Um so etwas scheint es sich in diesem Fall auch zu handeln; Zitat aus einer französischen Website:

"Ce mercredi, un collectif d’associations enfonce le clou. Alerte pesticides Haute Gironde, Alerte aux toxiques, Collectif Info Médoc pesticides, ont fait analyser les millésimes 2013, 2014 et 2015, le 2016 n’étant pas disponible, précise le collectif."

Ein Rechtsbruch liegt hier übrigens nicht vor, da Lafon Rochet ja noch nicht bio-zertifiziert war, und die gefundenen Mengen die gesetzlich vorgeschriebenen Rückstandshöchstmengen für konventionell erzeugte Produkte nicht überschritten haben. Das Problem ist hier nur, dass sich das Chateau jahrelang als einer der "Pioniere der Biodynamie" im Médoc stilisiert hat, was nun offensichtlich unwahr ist. Die Presse titelt in Frankreich dann auch: "Des analyses confirment que le château Lafon-Rochet n’a jamais tenté une conversion en bio."

Der Falstaff überschreibt seine Meldung etwas einfacher: "Lafon Rochet: Alles nur Schmu!"

Gruß
Ulli
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