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Medoc und seine Appellationen, Bourg und Umgebung, Fronsac, Pomerol, Saint Emilion und Umgebung, Entre Deux Mers, Graves und Pessac-Leognan, Sauternes und Co.
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Re: Bordeaux 2014

Do 11. Apr 2019, 19:09

Jochen R. hat geschrieben:
Sauternes hat geschrieben:...
Da das bessere des guten Feind ist, sehen ich nach dem probieren des 16er Jahrgang keine Argumente für den Kauf vom 14er, außer dem Preis natürlich.

Grüße Heiko

Hallo Heiko,
Leoville Poyferre (wird gerade im 16er-Thread diskutiert), Rauzan Segla
oder Pichon Comtesse - nur mal 3 Beispiele für ganz phantastische 2014er -
kosteten etwa halb so viel wie die entsprechenden ´16er jetzt.

Viele Grüße,
Jochen


Deiner Liste, lieber Jochen, könnte man auch noch den Ducru Beaucaillou 2014 beifügen, für den dieselbe Preisrelation zutrifft, bei ebenfalls grandioser Qualität des 2014ers.

Re: Bordeaux 2014

Do 11. Apr 2019, 20:00

Nach dem lesen der Bewertungen zu den vorgeschlagenen Weinen muss ich sagen, ja es sind wohl einige der besten Weine aus 2014, vielleicht fehlt noch Montrose, aber 2014 hat es bisher in überschaubarer Menge zu mir geschafft, aus dem Kopf so etwa 20x rot und 12x Sauternes, da wird wohl wenig bis nix mehr dazu kommen.
Außer es tritt ein ungeahnter Fall von plötzlicher Geldschwemme ein, dann könnte ich drüber nachdenken.
Trotzdem Danke für die Antworten :) .

Gruß Heiko

Re: Bordeaux 2014

Mi 24. Apr 2019, 19:22

Hallo,

über Ostern gab es unter Anderem: Chateau de Francs - Les Cerisiers 2014:

Bild

Sehr offen, wirkt auch noch sehr jung. Ziemlich expressiv fruchtig, obwohl mir das in der kühlen, leicht herben Richtung durchaus gefällt. Für einen 2014er sehr kräftig und voll. Wenn man sich auf die künstliche Stilistik einlässt und etwas großzügig über den Alkohol wegsieht, ist der Wein angenehm zu trinken. Für 9€ schon reichlich unterhaltsam. Es muss halt nicht immer Deichkind sein, zu Britney Spears kann man auch tanzen.

Grüße, Josef

Re: Bordeaux 2014

Di 30. Apr 2019, 19:37

Château d'Armailhac Grand Cru Classé de Pauillac 2014 13.5% Alkohol

P&P bei knapp 18°
Farbe: dunkel rot, undurchsichtig, aber klar, in keiner Weise schwarz
Nase: feinduftig, Pflaume, etwas Birnenbrot, Walnuss mit leisen Feigentönen, réglisse.
Gaumen: réglisse dominierend, aber nicht unangenehm, jung, aber mit feinen ersten Reifetönen, Tannine kaum merkbar oder dann bereits gut eingebunden. Überhaupt keinen Verschluss zeigend.
Abgang: kurz, aber durchaus angenehm mit leisen Rauchtönen.
Fazit: ein im Alter von 4 1/2 Jahren bereits erstaunlich trinkbarer Pauillac, ohne Ecken und Kanten, eher auf der filigranen Seite.
Erinnert mich an einen an Ostern bei einer Einladung getrunkenen Château Coufran 2009 (obwohl im Unterschied zu diesem untypischen Pauillac nicht merlot-, sondern wie üblich in Pauillac cabernet-dominiert), allerdings filigraner und weniger burschikos (zeigt sich an der viel feineren und zurückhaltenderen réglisse-Note), auch weniger alkoholdominiert, weniger schwer, aber bezüglich Trinkfreude vergleichbar.
Erstaunlich, dass ein Pauillac dieses Alters bereits so zugänglich ist, da sind Welten zwischen diesem Wein und dem Château Meyney 2014, der im Duft gewaltige Wow-Effekte hinterlässt, aber noch keinen wirklichen Trinkgenuss bietet, dafür ein unvergleichlich höheres Potenzial erahnen lässt.
Insgesamt bezüglich Wertigkeit am ehesten mit dem Labegorce 2014 zu vergleichen.

Kein großer Wein, aber ein Genuss-Wein für die kurze und vielleicht mittlere Dauer (bis 2026?). Den vollen Preis von 44 € wäre er nicht wert, den damals bezahlten halben Preis aber sehr wohl!. Da bin ich durchaus gespannt auf meine Haut-Batailley und GPL (letztere werde ich aber wohl noch etwa 5 Jahre liegen lassen) 2014, auch Rauzan-Segla, Ducru Beaucaillou, Haut Bailly, DdC und Malartic-Lagraviere 2014 werde ich trotz dieses frühreifen Pauillac nicht früher als gedacht öffnen...

89/90 Punkte

Re: Bordeaux 2014

Di 30. Apr 2019, 22:08

Hallo Jean,

gute Idee, den 2014-er Haut Bailly liegen zu lassen. Der war unlängst im Programm bei einer Bordeaux-Verkostung eines Schweizer Weinhändlers mit Rene Gabriel. Verschlossen! Bei dem aufgerufenen Preis wäre es auch wirklich schade drum.

Viele Grüße,
Jens

Re: Bordeaux 2014

Mi 1. Mai 2019, 18:39

pessac-léognan hat geschrieben:Château d'Armailhac Grand Cru Classé de Pauillac 2014 13.5% Alkohol

P&P bei knapp 18°
Farbe: dunkel rot, undurchsichtig, aber klar, in keiner Weise schwarz
Nase: feinduftig, Pflaume, etwas Birnenbrot, Walnuss mit leisen Feigentönen, réglisse.
Gaumen: réglisse dominierend, aber nicht unangenehm, jung, aber mit feinen ersten Reifetönen, Tannine kaum merkbar oder dann bereits gut eingebunden. Überhaupt keinen Verschluss zeigend.
Abgang: kurz, aber durchaus angenehm mit leisen Rauchtönen.
Fazit: ein im Alter von 4 1/2 Jahren bereits erstaunlich trinkbarer Pauillac, ohne Ecken und Kanten, eher auf der filigranen Seite.
Erinnert mich an einen an Ostern bei einer Einladung getrunkenen Château Coufran 2009 (obwohl im Unterschied zu diesem untypischen Pauillac nicht merlot-, sondern wie üblich in Pauillac cabernet-dominiert), allerdings filigraner und weniger burschikos (zeigt sich an der viel feineren und zurückhaltenderen réglisse-Note), auch weniger alkoholdominiert, weniger schwer, aber bezüglich Trinkfreude vergleichbar.
Erstaunlich, dass ein Pauillac dieses Alters bereits so zugänglich ist, da sind Welten zwischen diesem Wein und dem Château Meyney 2014, der im Duft gewaltige Wow-Effekte hinterlässt, aber noch keinen wirklichen Trinkgenuss bietet, dafür ein unvergleichlich höheres Potenzial erahnen lässt.
Insgesamt bezüglich Wertigkeit am ehesten mit dem Labegorce 2014 zu vergleichen.

Kein großer Wein, aber ein Genuss-Wein für die kurze und vielleicht mittlere Dauer (bis 2026?). Den vollen Preis von 44 € wäre er nicht wert, den damals bezahlten halben Preis aber sehr wohl!. Da bin ich durchaus gespannt auf meine Haut-Batailley und GPL (letztere werde ich aber wohl noch etwa 5 Jahre liegen lassen) 2014, auch Rauzan-Segla, Ducru Beaucaillou, Haut Bailly, DdC und Malartic-Lagraviere 2014 werde ich trotz dieses frühreifen Pauillac nicht früher als gedacht öffnen...

89/90 Punkte


Am zweiten Tag hat sich der Wein weiter geöffnet. Die gestern noch dominierenden réglisse-Noten sind in den Hintergrund getreten und machen Platz für die Amarenakirsche, die den Trinkfluss und die Trinkfreude wiederum erhöht. Der Wein ist nach wie vor nicht hoch komplex, verdient aber nun satte 90 Punkte!

Re: Bordeaux 2014

Di 11. Jun 2019, 23:16

Käfi hat geschrieben:
Käfi hat geschrieben:Ich habe am Samstag einen Chateau du Retout Cru Bourgeois 2014 aufgemacht.
Die Nase ist schon vielversprechend, aber am Gaumen ist er total zugenagelt. Außer kantiges Tannin, herbe und bittere grüne Noten und viel Säure ist nix da.

am Sonntag und Montag eigentlich kaum Veränderung. Die halbe Flasche ist noch da, ich bin mal gespannt ob sich der noch öffnen wird.


Nach ueber einem Jahr die naechste Flasche, in NYC fuer 14 Dollar + 5% Tax auf der Upper West Side geshoppt :)
(Dass es hier in teuerster Gegend die meissten Weine aus Frankreich guenstiger gibt als zu Hause finde ich sehr interessant btw.)

Deutliche Veraenderung zum letztem Mal: massive dunkle Frucht, Blaubeere, Pflaume, Graphit, etwas kalkik/staubig und sehr griffiges Tannin. Das ganze noch etwas "gruen", ich denke nach 1-2 Tagen Luft wird er heute Abend nochmal zulegen.


Ich hake hier mal ein und muss sagen, dass ich selten so eine tolle Flasche für 15 € verputzt habe. Ja, meine Bordeaux-Karriere ist noch sehr jung, aber beim Retout 2014 kommt momentan einfach alles zusammen, was ich mir bei gutem PLV erhofft habe. Schöne Frucht, sehr gute Trinkigkeit nach ca einer Stunde Luft. Noch besser dann an Tag 2 und 3 und jetzt ist er weg.
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