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Bordeaux 2020

Medoc und seine Appellationen, Bourg und Umgebung, Fronsac, Pomerol, Saint Emilion und Umgebung, Entre Deux Mers, Graves und Pessac-Leognan, Sauternes und Co.
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UlliB

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Re: Bordeaux 2020

BeitragSa 19. Jun 2021, 21:21

Jochen R. hat geschrieben:
diogenes hat geschrieben:
Zumindest ein Versuch, dem Elefanten im Porzellanladen die Aufmerksamkeit zu stehlen.


Jedenfalls wollte ich dem R. Steiner-Antisemit-Biodyn-
Fanclub nicht die Show stehlen ;-)

Häh :?:

Bahnhof...

Hab ich hier vielleicht was verpasst?

Gruß
Ulli
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Matthias Hilse

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Re: Bordeaux 2020

BeitragSa 19. Jun 2021, 21:22

Ingo hat geschrieben:Hawesko verlangt ("nur") 110 € für Carmes, LOB in der 2. Tranche (hört hört!) schlappe 179 € mit 100+ P ("LOL"). Kunterbunt. Die Bewertungen der Profis bis auf Suckle, der kaum erst genommen werden dürfte, eher durchwachsen. Im Kontext der allgemeinen Punkteinflation jedenfalls ernüchternd. Die Verkostungsamateure dürfen verfassen, wie es ihnen beliebt, für mich ohne Relevanz. Das ist alles nur noch absurd.

Es könnte an dieser Stelle für diejenigen, die sich Les Carmes Haut Brion als LCHB anschauen, und die Absurdität nicht Preisen zuweisen, da diese doch kein agierendes Subjekt, sondern (den Geschehnissen) nachlaufendes Objekt sind, interessant sein, kurz etwas zu den zweiten Tranchen zu sagen.

Zunächst setzen zweite Tranchen eine Preisvolatilität voraus, ohne die sie ja keinen Wind hätten, mit dem sie segeln können. Zweite Tranchen sind eine Erfindung aus der Not heraus. Denn sie sagen über die Marktkenntnis des Erzeugers nichts anderes aus, als dass er es auch nicht weiß, um es damit mit einem nichtadeligen deutschen Kaiser, dem aber jüngst ein paar Zacken aus der Krone gefallen sind, zu sagen ("Schau mer mal").

Sie haben auch etwas damit zu tun, dass dem Tranchengeber Arbitrage suspekt ist. Es möchte keinen Dritten an seinem Publizitätswachstum partizipieren lassen.

So gesehen, ist das Feld der zweiten Tranchen fast ausschließlich den Premier Cru vorbehalten (Cheval Blanc beispielsweise ist da viel weiter, weil ihr "Marktmonitoring" vorausschauend die Allokationen dorthin steuert, wo sie auch gebraucht werden); es war schon eine Chuzpe der besonderen Art, dass sich Pontet Canet in der Vergangenheit verschiedentlich der preisheilenden Wirkung einer zweiten Tranche bedient hat.

LCHB wäre nicht es selbst, wenn es nicht versuchte, die zweite Tranche per se neu zu definieren. Denn: zweite Tranchen waren bisher von ephemerer Wirkung: ein Kauf in der zweiten Tranche hat gerade eben keine Allokation für den nächsten Jahrgang ausgelöst.

Schon im letzten Jahr hat LCHB eine zweite Tranche lanciert (und ja: es gibt diese zweiten Tranchen tatsächlich; ich möchte hier einmal ganz ausdrücklich Heiner Lobenberg in Schutz nehmen; das ist kein Marketingtrick von ihm), mit einer Novität, die es so noch nicht gegeben hat. Die Käufe der zweiten Tranche wurden zum Teil als Allokation für die Subs 2020 angerechnet.

Die zweiten Tranchen der bisherigen Machart waren eine Art Überlaufventil: der Erzeuger hat gemerkt: "da geht noch was" und hat "nachgeschossen".

Die "Zweite Tranche 2.0" ist ein sehr intelligenter Schachzug: nur wer als Händler wirklich Kundschaft für diesen Wein hat (und eben nicht nur die Arbitrageure, die das Licht der Öffentlichkeit scheuen, sobald der günstiste Preis vergriffen ist), wird in der zweiten Tranche kaufen, und damit seine Allokationen für das nächste Jahr stärken. Ob man darüber aber reden muss, um den erhöhten Preis zu rechtfertigen, ist eine andere Sache.

Wenn man nun annimmt, der Erzeuger werde jedes Jahr die Allokationen in der ersten Tranche kürzen (das darf man getrost als Realität betrachten), gleichzeitig eine zweite, meist deutlich teurere Tranche ausrufen, die widerum zum Aufbau von Allokationen dient, so scheint es mir folgerichtig, dass LCHB alles tut, um die Kunden herauszufiltern, denen es wirklich um den Wein geht.

Ich kann mir gut vorstellen, dass weitere Erzeuger diesem Beispiel folgen werden.

Herzliche Grüße,
Matthias Hilse
Zuletzt geändert von Matthias Hilse am Sa 19. Jun 2021, 21:40, insgesamt 1-mal geändert.
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Jochen R.

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Re: Bordeaux 2020

BeitragSa 19. Jun 2021, 21:28

UlliB hat geschrieben:
Jochen R. hat geschrieben:
diogenes hat geschrieben:
Zumindest ein Versuch, dem Elefanten im Porzellanladen die Aufmerksamkeit zu stehlen.


Jedenfalls wollte ich dem R. Steiner-Antisemit-Biodyn-
Fanclub nicht die Show stehlen ;-)

Häh :?:

Bahnhof...

Hab ich hier vielleicht was verpasst?

Gruß
Ulli

Nö, eigentlich nicht!
Aber diogenes ist ja ein Fan der Steiner-Theorien ...
Belgrave ist nichts für Unschuldige
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Matthias Hilse

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Re: Bordeaux 2020

BeitragSa 19. Jun 2021, 21:32

Jochen R. hat geschrieben:...
Jedenfalls wollte ich dem R. Steiner-Antisemit-Biodyn-
Fanclub nicht die Show stehlen ;-)

Bitte entschuldigen Sie, aber das finde ich jetzt wirklich ziemlich unerträglich.

Mit wirklich angeekelten Grüßen,
Matthias Hilse
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Jochen R.

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Re: Bordeaux 2020

BeitragSa 19. Jun 2021, 21:39

Matthias Hilse hat geschrieben:
Jochen R. hat geschrieben:...
Jedenfalls wollte ich dem R. Steiner-Antisemit-Biodyn-
Fanclub nicht die Show stehlen ;-)

Bitte entschuldigen Sie, aber das finde ich jetzt wirklich ziemlich unerträglich.

Mit wirklich angeekelten Grüßen,
Matthias Hilse

Das finde ich auch! Man muss hier im Forum nur
ein bisschen "zurückblättern", da wurden Steiner´s
Methoden erst kürzlich "Schön-geredet". Aber gewiss
nicht von mir ;-)

Viele Grüße,
Jochen
Belgrave ist nichts für Unschuldige
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mthShax

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Re: Bordeaux 2020

BeitragSo 20. Jun 2021, 09:04

Jochen R. hat geschrieben:
Matthias Hilse hat geschrieben:
Jochen R. hat geschrieben:...
Jedenfalls wollte ich dem R. Steiner-Antisemit-Biodyn-
Fanclub nicht die Show stehlen ;-)

Bitte entschuldigen Sie, aber das finde ich jetzt wirklich ziemlich unerträglich.

Mit wirklich angeekelten Grüßen,
Matthias Hilse

Das finde ich auch! Man muss hier im Forum nur
ein bisschen "zurückblättern", da wurden Steiner´s
Methoden erst kürzlich "Schön-geredet". Aber gewiss
nicht von mir ;-)

Viele Grüße,
Jochen


Aha... Und meine Beiträge müssen durch Moderatoren freigegeben werden...

Können wir die Verschwörungstheorien hinter uns lassen und zurück zum Thema kommen? Falls Sie, Jochen, den grundsätzlichen Nutzen von biodynamischem Anbau infrage stellen wollen, gibt es bestimmt einen besseren Ort als diesen dafür. Für die Diskussion über Sinn und Unsinn von Waldorfpädagogik oder über die (sicherlich streitbare) Person Rudolf Steiner sollten Sie aber vermutlich das Forum wechseln.
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Delacamp

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Re: Bordeaux 2020

BeitragSo 20. Jun 2021, 14:32

Meine Subskriptionserfahrung beschränkt sich bis jetzt auf bescheidene 4-5 Jahre und ich bewege mich eher im unteren bis mittleren Preissegment. Nachdem ich dieses Jahr bis jetzt Ferriere, Phelan Segur und Grand Corbin Despagne mitgenommen haben, würde ich gerne noch ein paar Flaschen Domaine de Chevalier rouge dazunehmen. Da ich keine Vertikalen-Ambitionen habe, frage ich mich allerdings, ob es nicht vernünftiger wäre (falls "Vernunft" in diesem Kontext überhaupt relevant ist...), ein paar Flaschen aus 2019 zu bestellen. Eher günstiger und ähnliche Kritiken zur Qualität - gibt es Meinungen dazu...?
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Bradetti

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Re: Bordeaux 2020

BeitragSo 20. Jun 2021, 17:15

Bei DdC hatte ich mich für den '19er entschieden und würde den auch nachkaufen, bevor ich beim '20er zuschlage...
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UlliB

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Re: Bordeaux 2020

BeitragSo 20. Jun 2021, 17:27

In der kommenden Woche wird die Kampagne voraussichtlich beendet werden. Gefühlt war sie unglaublich zäh, objektiv hat sie aber nicht viel länger gedauert als in den meisten Vorjahren.

Ich habe mal zusammengestellt, was noch fehlt (Ergänzungen / Korrekturen sind willkommen):

St. Estephe: Cos d'Estournel, Montrose

Pauillac: Mouton Rothschild

St. Julien: Léoville Las Cases, Ducru Beaucaillou, und interessanterweise auch Léoville Poyferré. Der war sonst nicht so spät unterwegs, vielleicht kommt er gleichzeitig mit dem Clos Fourtet. Ich vermute, dass der teurer wird als der Léo Barton und damit die alte Hackordnung wiederherstellt, die letztes Jahr unterbrochen wurde.

Margaux: Chateau Margaux

Pessac-Léognan: Haut Brion, La Mission HB, Haut Bailly, SHL

Pomerol: La Conseillante, VCC. Ach ja, und für die Millionäre natürlich noch Pétrus und Le Pin ;)

St. Emilion: da verliere ich regelmäßig den Überblick. Auf jeden Fall fehlen noch Figeac, der schon weiter oben erwähnte Clos Fourtet, und Beausejour Duffau - die sind alle drei zum Kreis derer zu zählen, die Ambitionen zur Aufstufung zum 1er GCC "A" haben. Die besten Chancen hat da wohl Figeac, da wird der Preis dieses Jahr für den Endverbrauer wieder satt über 200 € liegen.

Angenehme Überraschungen wird es jetzt ohnehin keine mehr geben. Der Release von Canon hat die Richtung für die letzte Woche vorgegeben.

Gruß
Ulli
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Matthias Hilse

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Re: Bordeaux 2020

BeitragSo 20. Jun 2021, 17:32

UlliB hat geschrieben:In der kommenden Woche wird die Kampagne voraussichtlich beendet werden. Gefühlt war sie unglaublich zäh, objektiv hat sie aber nicht viel länger gedauert als in den meisten Vorjahren.

Ich habe mal zusammengestellt, was noch fehlt (Ergänzungen / Korrekturen sind willkommen):

...

Margaux: Chateau Margaux

...

Gruß
Ulli

Interessanterweise fehlt da der Palmer, die in diesem Jahr am gleichen Tag wie Margaux herauskommt.

Herzliche Grüße,
Matthias Hilse
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