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Bordeaux 2020

Medoc und seine Appellationen, Bourg und Umgebung, Fronsac, Pomerol, Saint Emilion und Umgebung, Entre Deux Mers, Graves und Pessac-Leognan, Sauternes und Co.
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Alba

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Re: Bordeaux 2020

BeitragFr 18. Jun 2021, 16:33

Fasano hat geschrieben:Von 2017 wird in 10 Jahren keiner mehr reden.Es ist und bleibt ein kleiner Jahrgang. Auch wenn LCHB in 2017 einen guten Wein gemacht hat, der Preis ist in 2017 überzogen (wie fast alle 2017er).


Also das sehe ich pauschal nicht ganz so, ein kleiner JG is m.E. vielleicht 13 (oder 07). Klar 17 ist nicht auf dem Niveau von 16 / 18 /19, aber klein :?:
Er war und ist auch für mich uninteressant, vor allem eben wegen der Preisgestaltung, aber bei LCHB denke ich dass man viel Spass haben kann (mal sehen was Adrian nach heute Abend berichtet), definitinv sehr gut ist jedenfalls Canon auch in 2017. WEIT über 07, 13, und auch 06, 08, sogar tendenziell über 12. Sowas bekommt man nicht aus einem kleinen Jahrgang hin. Auch SHL und einiges anderes (Montrose, Comtesse) soll durchaus Klasse haben, aber eben im Kontext zu wenig Preisabstand zu 16 & Co.

Meine persönliche Einschätzung und mit einem fast "2017 leeren Keller" (muss also nicht getätigte Käufe hier verteidigen :lol: )

Gruß
Manfred
Zuletzt geändert von Alba am Fr 18. Jun 2021, 16:35, insgesamt 1-mal geändert.
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innauen

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Re: Bordeaux 2020

BeitragFr 18. Jun 2021, 16:34

und ich wundere mich, dass man sich über einen kryptisch schreibenden Weinhändler wundert. Ja wie soll man denn sonst schreiben, wo hier Mitwettbewerber und Negociants mitlesen? Wenn bei Diplomaten von einer "offenen Aussprache" die Rede ist, weiß man ja auch was das bedeutet (= man hat sich angebrüllt). Die kryptische Sprache hilft, dass man sich zwei Wochen danach dennoch erneut gemeinsam an den Verhandlungstisch setzen kann.

Andersherum wird ein Schuh draus. Händler, die eine allzu offene Sprache sprechen, haben meist mehr zu verstecken. Beispiel

"kann ihnen diesen Wein in Subskription nicht empfehlen" = habe keine Allokationen davon bekommen

"kistenweise einlagern" = 50% Marge

"wir konnten nachkaufen = wir verkaufen ihnen den Wein, den wir in erster Tranche gekauft haben, jetzt zum Preis der zweiten Tranche

"Fast so gut wie sein großer Bruder" = Für jede Kiste Erstwein habe ich zwei Kisten Zweitwein kaufen müssen.

tbc ;)

Grüße,

wolf
„Es war viel mehr.“

Johnny Depp dementiert, 30.000 Dollar im Monat für Alkohol ausgegeben zu haben. (Quelle: „B.Z.“)
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UlliB

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Re: Bordeaux 2020

BeitragFr 18. Jun 2021, 17:25

innauen hat geschrieben:"kann ihnen diesen Wein in Subskription nicht empfehlen" = habe keine Allokationen davon bekommen

"kistenweise einlagern" = 50% Marge

"wir konnten nachkaufen" = wir verkaufen ihnen den Wein, den wir in erster Tranche gekauft haben, jetzt zum Preis der zweiten Tranche

"Fast so gut wie sein großer Bruder" = Für jede Kiste Erstwein habe ich zwei Kisten Zweitwein kaufen müssen.

Ha, die sind gut ;)

Gefühlt dutzende Mal so oder so ähnlich gelesen. Und dabei häufig auch an eben diese Klartext-Übersetzungen gedacht :lol:
innauen hat geschrieben:tbc ;)

Ja, bitte.

Gruß
Ulli
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UlliB

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Re: Bordeaux 2020

BeitragFr 18. Jun 2021, 17:49

Apropos Hype und "preislich auseinanderfallender Markt": Canon sollte bei einem ex nego - Preis von 96 € mit den sonst üblichen Margen einen EVP von etwa 132 € haben. Millesima nimmt jetzt gerade 160 €, Lobenberg bietet den Wein ganz exklusiv für seine "Grand Cru" - Kunden zu absolut großzügigen 175 € an, und das aktuelle Angebot des hier schreibenden Händlers liegt bei 149 €.

Irgendwo oben fiel schon mal das Wort "Arbitrage" :mrgreen:

Aber morgen sieht das alles vermutlich schon wieder ganz anders aus.

Gruß
Ulli
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Matthias Hilse

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Re: Bordeaux 2020

BeitragFr 18. Jun 2021, 19:39

medoc hat geschrieben:Wieviel Cabernet Franc hat er denn?
Laut Dunnuck 40% und
laut Hilse Rebsorten: 75% Merlot, 8% Cabernet Franc , 17% Cabernet Sauvignon
Biodynamisch ist schon einmal ein Argument, Cabernet Franc wäre ein Zweites.

Wir geben momentan noch jeweils die Bepflanzung für das gesamte Weingut ann, weswegen die Daten auf unserer Webseite zur jeweiligen Assemblage des Jahrgangs nicht aussagefähig sind. Etwa ab August werden dann die Verschnitte bei jedem Jahrgang separat angegeben. Das ist viel Arbeit, die sich während der Primeurphase schlecht erledigen wird. Ich bitte diese etwas altertümliche und ungenaue Darstellung zu entschuldigen.

Herzliche Grüße,
Matthias Hilse
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vanvelsen

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Re: Bordeaux 2020

BeitragFr 18. Jun 2021, 19:40

So, wie versprochen, zwei VKNs von heute zu zwei "kleinen Jahrgängen" von LCHB. Ich vertraue da gerne auf meinen Gaumen und kann gewisse, oben genannte Urteile nicht bestätigen.

2014, Château Les Carmes Haut-Brion, Frankreich, Bordeaux, Péssac-Léognan: Dunkles Bordeaux, noch immer jugendlicher Glanz. Feinduftige Nase, reife, dunkle Kirschfrucht, viel Würzigkeit, Kardamom, Anis, etwas Schwarztee und Veilchenblüten. Im Gaumen mit weichem Auftakt, die Frucht ist knackig, auf den Punkt gereift, der Wein ist bereits wunderbar zugänglich, besticht mit den für Les Carmes Haut-Brion (seit G. Pouthier das Gut leitet) bekannten, superfeinen Tanninen, top balanciert, mit knackiger Säure und null Alkoholüberhang. Ein herrlicher Wein. Jetzt bis 2035+. 93/100 vvPunkten.

2017, Château Les Carmes Haut-Brion, Frankreich, Bordeaux, Péssac-Léognan, Dichtes Rubin. Die Nase zeigt Tiefgang und Komplexität, deutlich rauchige Noten, schwarze Kirsche, Lakritze, getrocknete Blüten, Szechuan Pfeffer. Im Auftakt fruchtbetont, präzis, super zugänglich und verführerisch, zeigt Dichte und Kraft, eine feine Cremigkeit, hat aber kein Gramm Fett auf den Rippen, auch dieser Wein ist perfekt ausgewogen, die Tannine feinmaschig und die Säure belebt, er zeigt Spannung, baut am mittleren Gaumen noch aus und hallt im Abgang auf einen Mix aus Gewürzen sowie dunklen und roten Beeren nach. Ich kann mir kaum vorstellen, dass jemand diesen Wein nicht mag. Balance, Eleganz, Trinfkluss. Einfach schön! Jetzt-2040+. 96/100 vvPunkten

Ob der Preis korrekt ist, muss natürlich jeder für sich entscheiden. Aktuell kostet er in der Schweiz 84 Franken (also ca. 76 Euro) - in meinen Augen ist das für diese Qualität nach wie vor sehr überschaubar und jeden Cent wert.

Gruss und Happy Weekend.

Adrian
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Bradetti

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Re: Bordeaux 2020

BeitragFr 18. Jun 2021, 20:33

Hi Adrian, hatte mir kürzlich bei Hawesko (mit Gutschein) die letzte verfügbare Flasche vom '18er LCHB geholt.
Wie hattest du diesen bepunktet?
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LaVo

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Re: Bordeaux 2020

BeitragFr 18. Jun 2021, 20:43

vanvelsen hat geschrieben:So, wie versprochen, zwei VKNs von heute zu zwei "kleinen Jahrgängen" von LCHB. Ich vertraue da gerne auf meinen Gaumen und kann gewisse, oben genannte Urteile nicht bestätigen.

Hallo Adrian,
vielen Dank für deine Notizen! Ich habe LCHB noch nie getrunken, habe auch nur ein paar Flaschen vom 16er hier. Hatte schon öfter eine Flasche in der Hand und wollte sie öffnen, um den Wein auch mal zu testen und um mir selber ein Bild zu machen (gerade in Anbetracht der Folgejahrgänge). Hattest du den 16er zuletzt mal im Glas? Geht das gerade oder ist der total verschlossen? Vielen Dank (auch für andere Meinungen)!
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OsCor

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Re: Bordeaux 2020

BeitragFr 18. Jun 2021, 20:46

Für mich als nur gelegentlichen Rotweintrinker (Bochdó schon zweimal nicht :-) ) aber doch passionierten Weintrinker liest sich dieser Faden wie ein Fortsetzungsroman - hochinteressant und gelegentlich auch höchst amüsant…

Sorry für OT :-)
Oswald
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Jochen R.

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Re: Bordeaux 2020

BeitragFr 18. Jun 2021, 20:59

Oswald,
zumindest wäre der Restzucker dein kleinstes Problem :mrgreen:
Belgrave ist nichts für Unschuldige
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