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Bordeaux 2017

Medoc und seine Appellationen, Bourg und Umgebung, Fronsac, Pomerol, Saint Emilion und Umgebung, Entre Deux Mers, Graves und Pessac-Leognan, Sauternes und Co.
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harti

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Re: Bordeaux 2017

BeitragSo 18. Okt 2020, 15:03

gelöscht, da doppelt
Zuletzt geändert von harti am So 18. Okt 2020, 15:04, insgesamt 1-mal geändert.
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harti

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Re: Bordeaux 2017

BeitragSo 18. Okt 2020, 15:04

UlliB hat geschrieben:
harti hat geschrieben:[...] auch die Besonderheiten in der Rebsortenzusammensetzung (hoher Anteil Cab. Franc), der Lage (mitten in Pessac), der Produktionsweise (biologisch), dem Ausbau (teilweise Amphoren) und letztendlich der verschwindend geringen Menge (6 ha für den Erstwein) dürften mit ursächlich für den Hype sein.

Das ist sicher alles richtig. Aber keiner der genannten Faktoren ist ein Garant dafür, dass ein Wein eine herausragend gute Qualität hat. Und der LCHB 2017 ist für mich eben auch kein herausragend guter Wein.

Hallo Ulli,

mit meiner Aufzählung wollte ich den Hype erklären und nicht eine vermeintlich hohe Qualität ableiten ;)

Übrigens: Neal Martin bewertet den Montrose mit 95 P. und den LCHB mit 93 P. Das geht doch tendenziell in Deine Richtung :?:

Grüße

Hartmut
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UlliB

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Re: Bordeaux 2017

BeitragSo 18. Okt 2020, 15:41

harti hat geschrieben:mit meiner Aufzählung wollte ich den Hype erklären und nicht eine vermeintlich hohe Qualität ableiten ;)

Schon klar.
harti hat geschrieben:Übrigens: Neal Martin bewertet den Montrose mit 95 P. und den LCHB mit 93 P. Das geht doch tendenziell in Deine Richtung :?:

Ja, das tut es. Ich habe es in den letzten Jahren vermieden, öffentlich zu punkten, da das auf Grund völlig unterschiedlicher Skalen zu massiven Missverständnissen geführt hat. Aber hier mache ich es dann doch mal, wenn auch mit ein wenig Spanne, da es sich ja noch um Jungweine handelt: Montrose 95-96 UP, LCHB 91-93 UP, Léo Barton 91-92 UP.

Aber, und da zeigt das ganze Elend der Punkterei: der numerisch geringe Abstand zwischen Montrose und den beiden anderen deutet nicht darauf hin, dass es hier einen Klassenunterschied gibt. Den gibt es aber. Der Montrose spielt in einer anderen Liga, in den letzten Jahren zusammen mit den premiers und LLC und der vorher gelegentlich mal etwas wackeligen Comtesse ganz, ganz weit oben, wo der Fuß keinen Millimeter falsch gesetzt wird. Da kommen andere nur selten mit, Ducru manchmal, auch der Baron hin und wieder, aber z.B. Léo Barton nie. Und dieser LCHB eben auch nicht.

Gruß
Ulli
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pessac-léognan

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Re: Bordeaux 2017

BeitragSo 18. Okt 2020, 19:35

UlliB hat geschrieben:Noch eine Erstbegegnung:

de Pressac 2017 Der wird sicherlich seine Fans finden, aber meins ist das nun gar nicht... da frage ich mich, wie so etwas aus einem hochreifen Jahrgang wie 2018 mit vermutlich dann 15% Alkohol ausfällt :shock:

Gruß
Ulli


Der 18er ist (oder war jedenfalls vor Kurzem) bei Leclerc in F für ca. 26€ erhältlich. 14.5%! Weniger als Pressac 2015 (15%). Der 18er ist noch sehr jung und fruchtig. Trinkig wie eigentlich alle de Pressac jüngeren Datums. Merlotdominiert. Nicht superfein, doch im sicheren Bereich von 90+ (m.E.), den Preis wert, aber wie solche Weine altern, wissen die Götter. Jung genießen, nicht mehr als zehn Jahre warten, dann bekommt man für den Preis, was man von einem modernen rechtsufrigen Bdx dieser Preisklasse erwarten darf. Auf jeden Fall besser als z.B. Fombrauge (selbe Preisklasse), nicht weit unter Grand Mayne (preislich etwas darüber, alkoholmäßig ebenfalls im Bereich von 15% (Saint-Emilion wesentlich darunter gibt's eigentlich gar nicht mehr...).
Gruß
Jean
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UlliB

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Re: Bordeaux 2017

BeitragSo 18. Okt 2020, 20:24

pessac-léognan hat geschrieben:[...] alkoholmäßig ebenfalls im Bereich von 15% (Saint-Emilion wesentlich darunter gibt's eigentlich gar nicht mehr...)

Tja. Glücklicherweise gibt es ja auch noch was anderes als St. Emilion...

Gleich weiter mit 2017, und der hier hat "nur" 13,5%Vol, ist aber auch nicht gerade der Brüller:

Batailley 2017 (Pauillac 5e GCC) 13,5%Vol. Farblich nicht ganz so dunkel wie der de Pressac, aber dafür ganz dunkle Nase, tintig, Pflaume; auch Holz, das aber nicht zu aufdringlich. Im Gaumen ebenfalls dunkle Frucht, sehr viel Tannin; zwar sehr dicht, aber nicht besonders komplex, robust, gar ein wenig grob, aber recht guter Abgang.

Ok, das ist durchaus zivilisierter als die Batailleys vor 20 Jahren, besonders was das Tannin betrifft, das deutlich feinkörniger und geschliffener daherkommt, aber rustikal ist der Wein im Kontext der grand crus aus dem Médoc immer noch. Und das wird sich wohl auch nicht mehr ändern, terroir halt, ein Bauer, der jetzt im Maßanzug erscheint, aber trotzdem ein derber Geselle bleibt. Entgegen anderen Meinungen für mich in Pauillac unter den klassifizierten Gewächsen immer noch am unteren Ende.

Gruß
Ulli
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amateur des vins

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Re: Bordeaux 2017

BeitragSa 24. Okt 2020, 21:54

Clos Louie 2017

Tiefdunkles Granatrot, fast intransparent.
Sehr reife Nase; schwer zuzuordnen (→ Rebsorten nachgesehen). Cranberry und etwas Pflaume; Rosenblüte, ein Hauch schwarzer Pfeffer; ein wenig Leder.
Am Gaumen dito; viel kühler, als nach der Nase erwartet, und auch "schwärzer". Reichlich sehr feine Tannine, schöne Säure, die frischer ist, als es der Extrakt verrät, fast ganz leicht Spitz.

Roc de Cambes 2017

Tieferes Rot als Rubin~, aber kein Granat~. Sehr dunkler Kern, habe ich aber auch schon schwärzer gesehen (z.B. 2009). Etwas trübe.
Intensive, sehr verführerische Nase: reife Süßkirsche, ein kleines bißchen Amarenakirsche, gewürzt mit Pinienzapfen und ein wenig After Eight sowie einer Spur hellen Leders.
[+10'] Am Gaumen wieder sehr kirschig, hier ohne Amarena~, dafür aber mit Knüppern. Schöne frische Säure (aber mehr muß nicht sein) und mittelkräftige mittelfeine Tannine. Zum Abgang hin wird die Frucht von einer nicht übermäßigen, etwas kokelig wirkenden Bitternote abgelöst. Diese ist moderat genug, um nicht eindeutig unangenehm zu werden, aber grenzwertig. Sehr schöner Wein für den Jg. mit perfekt auf die Spitze getriebener Reife, wie eigentlich immer.

Beide Weine haben einiges gemein: In den guten Jahren der jüngeren Vergangenheit waren sie sehr üppig, mit hohem Alkohol um die 15%, den sie aber aufgrund der Substanz gut verstecken konnten. Mit schöner Frische haben sie das Abgleiten in die Marmelade um Haaresbreite vermieden.

Entsprechend gespannt war ich auf diesen Jg., und erhoffte mir weniger Üppigkeit und mehr Eleganz. Das habe ich auch durchaus so vorgefunden: Beide haben auch rund einen Prozentpunkt weniger Alk. als in den beiden Vorgängerjahren. Die Kehrseite der Medaille ist: Man merkt doch deutlich, daß das Jahr nicht soviel hergab, und ich bilde mir ein, daß man schmeckt, daß mehr "gemacht" wurde. Dennoch sind das gute Weine: Man darf nicht vergessen, daß "hors catégorie" das neue Normal ist...
Besten Gruß, Karsten
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