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Österreich 2016

Berichte, Erfahrungen, Prophezeiungen
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Gerald

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Re: Österreich 2016

BeitragDo 25. Aug 2016, 15:06

Hallo Herbert,

ich kann nur aus meinem Ort im Weinviertel berichten - und da gab es zwar leichte Minusgrade (-1,8 °C), aber keine erkennbare Schäden, weder bei den (wenigen) Weingärten im Dorf noch bei meinen paar Reben im Garten. Nur bei einigen Nussbäumen in ungünstiger Lage (Kaltluftsee) waren die Triebe abgefroren.

Marillen hatte ich dieses Jahr so viel wie fast nie zuvor (meistens fallen sie aufgrund unserer ziemlich trockenen Lage vor der Reife ab).

Inzwischen haben die Reben bei mir aber durch die vielen Niederschläge in diesem Jahr massiven Peronospora-Befall, Trauben gibt es gar keine mehr (meine Reben werden nie gespritzt, also "mehr als bio" ;) ), ganz anders als im Vorjahr.

Nicht ganz so schlimm (aber teilweise auch nicht viel besser) sieht es aber bei einigen Erwerbsweingärten aus - wer dieses Jahr nicht Unmengen an Pestiziden versprüht hat, wird wohl wenig Freude mit der Ernte haben. :o

Grüße,
Gerald
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olifant

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Re: Österreich 2016

BeitragDo 25. Aug 2016, 16:15

Leo hat geschrieben:... Hier in Deutschland geistert in den letzten Tagen die Bedrohung bes. der Rotweinernte durch die Kirschessigfliege durch alle Medien. Weiß jemand, ob das auch in anderen europ. Rotweinregionen derzeit ein Thema ist ?


Die Südtiroler Winzer sind in diesem Jahr ebenfalls nicht von der zu erwartenden Essigfliegenplage begeistert - warm, aber zu feucht, keine optimale Durchlüftung.
In 2015 war die Essigfliege dort aufgrund der konstant trockenen und windigen Witterung kein grosses Thema.
Grüsse

Ralf
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austria_traveller

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Re: Österreich 2016

BeitragFr 26. Aug 2016, 08:31

Beste Grüße
Gerhard aus Wien
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mixalhs

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Re: Österreich 2016

BeitragFr 26. Aug 2016, 11:51

Ein Weinhändler aus Deutschland bittet um Soli-Beiträge für frostgeschädigte Winzerinnen und Winzer. Gibt es weitere Aktionen dieser Art, vielleicht auch in Österreich?

http://www.vinaturel.de/product_info.php?info=p4202_Unterstuetzung-des-Weingutes-Tscheppe-wegen-Ernteausfall-aufgrund-von-Frost.html
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mixalhs

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Re: Österreich 2016

BeitragFr 26. Aug 2016, 12:07

austria_traveller hat geschrieben:Hier wieder die neuesten Prognosen:
http://derstandard.at/2000043347160/Weinernte-Exzellenter-Jahrgang-bei-geringer-Menge-erwartet


Spannend finde ich die Aussage, dass denen, die nicht gegen Frost versichert waren, Hilfszahlungen aus dem Sonderfonds zustehen, denen die sich versichert hatten und dafür Kosten auf sich genommen haben, aber nicht. Wenn das alles so stimmt (JournalistInnen vereinfachen ja manchmal), bedeutet das, dass in der kurzen Frist die Dummen (genau gesagt: die nicht vorausschauend Denkenden) auf Kosten der Klugen gewonnen haben und dass in der langen Frist Anreize gesetzt werden, sich nicht zu versichern, weil der Steuerzahler die Risiken sowieso übernimmt. Frei nach dem Motto: Gewinne privatisieren, Risiken und Verluste vergemeinschaften!

Sehe ich das richtig? Oder gibt hat jemand Detailinformationen, nach denen sich das doch etwas anders darstellt? Im weiteren Verlauf des Artikels wird ja angedeutet, dass die Versicherten auch Leistungen aus dem Fonds empfangen können, wahrscheinlich aber unter restriktiveren Bedingungen (womit wir dann wieder bei Wettbewerbsverzerrungen und Fehlanreizen sind).
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weingeist

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Re: Österreich 2016

BeitragFr 26. Aug 2016, 12:44

Hallo Michael!
In Österreich wirst Du - wenn Du das System etwas kennst - noch immer relativ einfach zu irgendeiner Förderung kommen. Ich denke da gerade an die letzte sozialpolitische Diskussion (an welcher ich aber nicht teilgenommen habe ;) ) ---> http://derstandard.at/2000041097474/Soz ... eht-weiter
Wobei, ich habe kein Problem damit, dass die "kleinen" Betriebe, die sich in der globalen Wirtschaft sicher schwer tun, unterstützt werden, meist profitieren von solchen Aktionen aber eben gerade die "Großen" (eben wegen ihrer Größe) :(
Liebe Grüße
weingeist
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Blaufränkisch

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Re: Österreich 2016

BeitragSa 27. Aug 2016, 19:49

Hier ein Link, der die in den letzten Posts angesprochenen unterschiedlichen Wahrnehmungen in Sachen Ertragserwartung vielleicht ein wenig erklärt: http://www.der-winzer.at/?id=2500%2C5515233%2C%2C

In Niederösterreich wird nach ersten (immer nur sehr groben, aber immerhin) Prognosen insgesamt sogar mit etwas mehr Wein als im Vorjahr gerechnet und mit nicht viel weniger als der langjährige Durchschnitt. Im Burgenland und noch viel mehr in der Steiermark (und in Niederösterreich lokal in Teilen einiger Teilgebiete (westliche Wachau,...) sieht es ganz, ganz anders aus. (Dazu sollte man im verlinkten Artikel zum zweiten Bild durchclicken.)

Was das Ausdünnen betrifft, so habe ich selber auch heuer ausgedünnt, obwohl meine Ertragserwartungen insgesamt irgendwo zwischen 30 und 50 Prozent liegen. Was bringt mir ein nicht erfrorener, daher überertragsbedingter schwacher Weißburgunder, wenn mir der Chardonnay fehlt? Nichts außer Kunden, die verärgert sind, weil ihre Qualitätserwartung nicht erfüllt wird. Und das läßt sich schwerer erklären, als eine Mengenknappheit.

Auch in Frostweingärten habe ich punktuell ausgedünnt, denn der eine Stock mit sehr vielen Trauben dazwischen würde zwar die Gesamtmengenbilanz aufbessern, die potentielle Qualität der teilerfrorenen Stöcke links und rechts daneben, die nur zwei, drei Trauben tragen aber dramatisch mindern. Und zwei Lesedurchgängen zahlen sich nicht immer aus bzw. stellt sich dann immer noch das Problem was man mit dem qualitativ bescheidenen Ertrag der Massenstöcke machen soll.

Ach ja, und Weingeist: Mir ist das Frostereignis auf jeden Fall schlimm genug.
Zuletzt geändert von Blaufränkisch am Sa 27. Aug 2016, 20:03, insgesamt 1-mal geändert.
Hier gibts mehr von mir zu lesen: www.bernhard-fiedler.at
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Blaufränkisch

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Re: Österreich 2016

BeitragSa 27. Aug 2016, 20:00

Was die von Gerald angesprochenen "Unmengen an Pestiziden" betrifft, so sieht man auch daran, wie unterschiedlich man die Regionen bewerten muß. Mir wird 2016 als eher trockener Jahrgang in Erinnerung bleiben und ich bin mit unserem normalen, eher reduzierten Pflanzenschutzprogramm locker und deutlich unter der Schadschwelle von Peronospora geblieben.

In einigen Gebieten Niederösterreichs hingegen gibt es perobedingte Totalausfälle, weil es dort deutlich mehr geregnet hat.

Mit den Förderungen bin ich im übrigen auch nicht glücklich, ganz abgesehen davon, dass ich sowieso mit dem Ertrag nicht so niedrig liegen werde, wie für die Entschädigungen notwendig. Soweit ich weiß, erhalten die langjährig Versicherten auch diese Leistungen, wenn sie unter den - ich glaube - 2000 Liter pro Hektar liegen. Und die, die nicht versichert sind, müssen sich zumindest beim Antrag auf die Förderungen fürs nächste Jahr oder länger versichern.

Ich war nie gegen Frost versichert und bin es seit dem Vorjahr auch nicht mehr gegen Hagel. In meinem Namen haben unsere Interessensvertreter aber nicht diese Fördermaßnahmen urgiert, ich habe mir das schon für mich selber gut überlegt und durchgerechnet und kann auch mit 2016 bei allen Schwierigkeiten im Detail durchaus umgehen.
Hier gibts mehr von mir zu lesen: www.bernhard-fiedler.at
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