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Deutschland 2015

Berichte, Erfahrungen, Prophezeiungen
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Bernd Schulz

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Re: Deutschland 2015

BeitragDo 26. Mai 2016, 15:00

Ich werde den Teufel tun, irgendeinen deutschen Wein zu subskribieren, aber ich habe gestern ein gemischtes 12er-Kistchen von Florian Weingarts 2015ern bestellt. Und ich bin sehr gespannt auf das, was da Anfang Juni kommen wird.....

Viele Grüße

Bernd
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Jochen R.

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Re: Deutschland 2015

BeitragDo 26. Mai 2016, 17:06

Bernd Schulz hat geschrieben:Ich werde den Teufel tun, irgendeinen deutschen Wein zu subskribieren, aber ich habe gestern ein gemischtes 12er-Kistchen von Florian Weingarts 2015ern bestellt. Und ich bin sehr gespannt auf das, was da Anfang Juni kommen wird.....

Viele Grüße

Bernd

Hallo Bernd,
das habe ich bis dato auch noch nicht gemacht. Vorreserviert ja und nach Erhalt
(in meinem Fall halt ab Sept. und später) bezahlt. Sehr sympathisch!

Viele Grüße,
Jochen
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Gaston

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Re: Deutschland 2015

BeitragDo 26. Mai 2016, 19:38

Bernd Schulz hat geschrieben:Ich werde den Teufel tun, irgendeinen deutschen Wein zu subskribieren, aber ich habe gestern ein gemischtes 12er-Kistchen von Florian Weingarts 2015ern bestellt. Und ich bin sehr gespannt auf das, was da Anfang Juni kommen wird.....
Bernd


Kannst dich freuen! Ich fand die Weine klasse. Überhaupt – am Mittelrhein gabs m.E. keine Probleme mit einem eventuell zu warmen Jahrgang. Die Weine, die ich probiert habe, waren allesamt frisch, straff, gut strukturiert und ausgewogen mit einer stellenweise richtig knackigen Säure. Befürchtungen von wegen "2011 reloaded" sind – basierend auf den von mir probierten Mustern – unangebracht.
Beste Grüße
Gaston
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Bernd Schulz

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Re: Deutschland 2015

BeitragDo 26. Mai 2016, 20:02

Gaston, deinem Urteil vertraue ich gerne! Und ich freue mich dann nicht nur auf das Weingart-Paket, sondern auch auf meinen Besuch bei Kauer im August! Dort werde ich wohl ebenfalls ganz gut zuschlagen - und im September ist natürlich eine Order bei Müllen fällig.

Ansonsten wird sich zeigen, was für Weine aus 2015 noch den Weg in meinen Keller finden werden. Ich habe da jedenfalls keine übermäßige Eile!

Herzliche Grüße

Bernd
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puschel

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Re: Deutschland 2015

BeitragMo 13. Jun 2016, 18:59

Hallo zusammen,

Der neue Jahrgang 2015 hat mich bisher überzeugt.
Habe bisher noch keinen "fetten Lagenwein" getrunken, d.h. die berechtigten Befürchtungen, sind nicht eingetreten.
Vielmehr sind viele Lagenweine gut strukturiert, elegant manchmal sogar filigran ausgefallen und jetzt schon
harmonischer als vieles aus 2014.
Ich war vor einer guten Woche zur Frühjahrsverkostung bei den Weingütern Wegeler in Oestrich-Winkel eingeladen
Durfte dort die 2015er Rheingau - und Moselrieslinge - vom Weingut in Bernkastel verkosten.
Rheingau
Der Kabinett vom Berg Schloßberg Burgruine Ehrenfels und die Spätlese vom Berg Rottland haben mir am
besten gefallen. Der Kabinett mit klaren, cremigen Birnennoten und feiner, frischer Säure , die Spätlese etwas fruchtiger und saftiger und dichter danach orangige Säure , eben lagentypisch. 8,5 und 8% Alkohol bei 8,4 bzw. 8,8 g/l Säure. Sehr schön wie auch die Auslese aus dem Geisenheimer Rothenberg, eine Auslese mit Potenzial

von der Mosel haben mir am besten gefallen
Der elegante, rassig- feinherbe Bernkasteler Lay, ein toller Sommerwein
Die feingliedrige Spätlese von der Wehlener Sonnenuhr
Die noch etwas verschlossene Spätlese vom Doctorberg, am Gaumen exotische Frucht, dicht, vielschichtig mit viel Schiefermineral und der Kracher ist die Auslese vom Doctorberg mit noch schönerem grandiosen Süße-Säure-Spiel , viel Frucht und tiefgründige Schieferaromatik - bei fast 130 g/l Rz "elegant und fein" - ein Klassewein :)

Wie vor 4 Wochen bei KaJo Christoffel, ein toller jahrgang der 2015er !
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graves

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Re: Deutschland 2015

BeitragMo 13. Jun 2016, 21:20

Tackleberry hat geschrieben:Holger Koch (Winzer vom Kaiserstuhl) hat auf Martin Kösslers Artikel eine lesenswerte Antwort gegeben, wie er mit dem Jahrgang 2015 zurecht kam bzw. gemeistert hat:

Holger Koch
30.Mar.2016
Hallo Martin, habe deinen kontrovers diskutierten Beitrag zum Jahrgang 2015 gelesen. Ich habe 2015 immer für einen anstrengenden und herausfordernden Jahrgang gehalten. Zu heiß zu trocken (wobei das hier bei uns am Kaiserstuhl nur in Junganlagen problematisch war). Vor allem zu schnell in der Reifeentwicklung, kaum 90 Tage von Blüte bis Lesebeginn. Wir haben ab 7 September innerhalb 8 Arbeitstagen 80% der Weißweine gelesen, nach 15 Lesetagen am 24.09. war die Lese weitgehend gelaufen. Für Frische und Mineralität haben wir je ein Fass Grau- und Weißburgunder maischevergoren, um über die Phenolstruktur Pepp in die Weine zu bekommen. Außerdem haben wir im Oktober alle Geiztrauben als Frische-Reserve eingesammelt (immerhin 3000 Liter). Wir glauben, dass wir damit den Jahrgang besser und lebendiger hinbekommen als 2011. Für unseren Betrieb erwarte ich einen populären, gut zu verkaufenden Jahrgang. Ich war seit der Lese bis vor 2 Monaten deutlich skeptischer. Positiv am Jahrgangs war: - Gleichmäßig reife Trauben ohne Botritys, vor allem die fehlende Botritys erhöht Frische und Langlebigkeit enorm. - Die Nächte im September waren durchweg unter 10° C, was die Endreife stark verlangsamt, Säure und Frucht erhalten hat. - Trockenheit und Hitze im Sommer sind zweitrangig, die letzten 3-4 Wochen vor der Lese machen den Jahrgang. In diese Periode fiel leider die letzte Augustwoche, die so warm war, dass die Trauben in der einen Woche über 2,5% vol zugelegt haben, die Zeit davor und danach war eigentlich nicht so ungünstig. Ich erwarte keine UTA (hatten wir noch nie, denke da puffern unsere humusreichen Böden genug). Bitternöten sind etwas vorhanden, aber nicht gravierend, bekommen wir mit langem Hefelager im Fass reduziert. Kein Wein liegt bei uns über 13,5 % vol und damit noch im akzeptablen Rahmen, unsere Frischereserveren im Cuvee werden das ausbalancieren. Ich persönlich bevorzuge vielleicht die filigranen 2014er. Das Gros der Leute wird aber die 2015er Weine lieben, weil es in ihnen was zu schmecken und kauen gibt. Ich gebe dir aber recht und habe auch den Eindruck, dass viele üppige, eingekochte Weine unterwegs sind. Von einem Weinlabor weiß ich, dass viele ihrer Proben über 14%, 15% bis hin zu 16% liegen. Da trifft deine Skepsis dann sicher zu. Liebe Grüße aus Bickensohl, Holger

http://www.weinhalle.de/blog/2016/03/2015-ein-weiterer-jahrhundertjahrgang/

Gruß Alex


Sehr gut geschrieben. Mir fehlen die Kenntnisse, es beurteilen zu können, aber das klingt sehr fundiert und plausibel. Zum Schmunzeln fand ich übrigens folgende Antwort eines Kunden (zugegeben etwas OT) :lol:

Dr. Herbert Horn (20.Mar.2016)
Hallo Herr Kössler, zu "2011. Ein Jahrgang, vor dem ich damals warnte." wegen "Mangel an Extrakt, an Reife und seine relativ magere Struktur...nach dem Frost mit zu langer Trockenheit in einer wichtigen Phase der Traubenentwicklung": Sie haben die Regionen nicht genannt, für die das zutrifft. Nach http://www.captaincork.com/jahrgangsfuehrer#next könnten darunter Mosel und Nahe fallen. Wie sieht es dann bei Heymann-Löwenstein, Van Volxem oder Schäfer-Fröhlich aus? Sie verblüffen beim Sonderangebot des 2011er Chateauneuf-du-Pape von Domaine Charvin mit "Leute, warum nur, so fragen wir uns, hat der Jahrgang 2011 so eine Mißachtung erfahren?" und verweisen darauf, daß Charvin ein exzellenter Winzer ist. Ich hoffe, Sie haben recht, daß dieser Châteauneuf des Jahrgangs 2011 ein exzellenter Wein ist. Ich habe davon 6 Flaschen geordert. Außerdem hoffe ich, daß ich mit den Sonderangeboten 2011 Rasteau "Les Argiles Bleues" von Beaurenard (Opt. >2020+) und 2011 Chateau Guillot Clauzel (Opt. -2022+), die ich vor Erscheinen dieses Blogs erworben habe, keine Probleme bekomme. Zu Ihrer Angabe "Optimale Reife": Def. "Optimale Reife -2022+": optimale Reife bis mindestens 2022. Korrekt? Def. "Optimale Reife >2020+": optimale Reife nach 2020. Korrekt? Vermutlich nein. Viele Grüße H. Horn
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Bernd Schulz

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Re: Deutschland 2015

BeitragMo 13. Jun 2016, 22:27

Nach wie vor habe ich keine übermäßige Eile damit, die 2015er zu probieren, und logischerweise hüte ich mich deshalb auch noch für etliche Monate vor einer genaueren Einschätzung des Jahrgangs.

Habe bisher noch keinen "fetten Lagenwein" getrunken


Ich schon: Gestern z.b. wurde mir von meinen Eltern die 2015er Randersackerer Sonnenstuhl Silvaner Spätlese trocken aus dem Hause Trockene Schmitts eingeschenkt. Extrem problematisch fand ich diesen Wein jetzt nicht, aber mit seinen 13,5 Volt (ohne jede Anreicherung!) und seinem massiven Körper lag er für mich schon dicht an der Grenze zur Adipositas - meinen persönlichen Vorlieben entspricht solch ein Panzerkreuzer aus einem Betrieb, der ansonsten nicht unbedingt zu einer besonders fetten Stilistik neigt, eher weniger!

Andererseits hatte ich auch schon ein paar ziemlich attraktiv bis sehr schön erscheinende 2015er im Glas.

Langer Rede kurzer Sinn: Auch im Juni 2016 habe ich noch kein klares Bild vom Jahrgang 2015. Und ich glaube, dass es zum jetzigen Zeitpunkt immer noch sehr schwer ist, zu einem klaren Bild zu gelangen.

So um Weihnachten herum habe ich vielleicht schon eine etwas eindeutigere Meinung....

Herzliche Grüße

Bernd
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puschel

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Re: Deutschland 2015

BeitragDi 14. Jun 2016, 20:15

Hallo Bernd,

13,5 Volt und massiver Körper

das ist ärgerlich , wird mir irgendwann in diesem Jahr aber sicherlich auch passieren :(

Ich stimme dir zu, eine klare Aussage oder ein klares Bild zum 2015er Jg kann man sicherlich
erst Ende des Jahres bzw. frühstens Ende des Jahres abgeben.
Im Sept. kommen viele Weine u.a. die GG / 1.Gewächse erst in die Flasche...!

A b e r :) die von mir bisher verkosteten Lagenweine von Rheingau und Mosel
auch "die trockenen Prädikatsweine" waren richtig gut
Beispiel e aus dem Rheingau
Hr. Neher -Weingut Mohr, zertifiziertes Bioweingut , Lorch nördl. Rheingau hat eine kräuterwürzige Alte Reben Spätlese 2015 mit 12,5% S 8 g/l Rz 5,5 g/l ausgebaut
Dirk Friesenhahn , Weingut Friesenhahn aus Aulhausen einen frischen, strukturierten Alte Reben Riesling vom Katerloch / Drachenstein / Rüdesheim 11,5% S 8,8 g/l Rz 8,4 g/l ausgebaut, ein feiner Alltagswein .. für 7,90€/fl.
Die trockenen Wegeler`s vom Rheingau und auch von der Mosel haben zw. 12 und 12,5 Volt
Was mich auch so fröhlich stimmt, die Weine-Rieslinge haben alle Säure zw. knapp 8-10 g/l
Bin Ende Juni wieder an der Mosel , schaun wir mal, hoffe mein Bild vom tollen 2015er Jg. verfestigt sich weiter :D
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Bernd Schulz

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Re: Deutschland 2015

BeitragDi 14. Jun 2016, 21:08

puschel hat geschrieben:...Hr. Neher -Weingut Mohr, zertifiziertes Bioweingut , Lorch nördl. Rheingau hat eine kräuterwürzige Alte Reben Spätlese 2015 mit 12,5% S 8 g/l Rz 5,5 g/l ausgebaut....


Das ist jedenfalls ein guter Hinweis! Im August bin ich wieder in Bacharach, und da ich schon länger plane, von dort aus auch mal ein Lorcher Weingut heimzusuchen, werde ich eventuell bei Mohr vorbeischauen!

Herzliche Grüße

Bernd
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puschel

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Re: Deutschland 2015

BeitragDi 14. Jun 2016, 21:34

Hallo Bernd,
Da solltest du auch den Lorcher Schlossberg 34 verkosten
Auf dem Schlossberg stehen die ältesten Rebstöcke des Rheingau ,aus 1934.
Ein feingliedriger klarer, schlanker Riesling mit viel säurefrischer Schiefermineralität
Gruß Adi
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