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Bordeaux 2015 - fettes Jahr, fette Preise?

Berichte, Erfahrungen, Prophezeiungen
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Trinkfreude

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Re: Bordeaux 2015 - fettes Jahr, fette Preise?

BeitragMi 20. Jan 2016, 20:55

octopussy hat geschrieben:Der Markt gibt Preise wie 2009 und 2010 nicht mehr her. Aber teurer als 2014 dürfte es auf jeden Fall werden. Mein Tipp sind Preissteigerungen von durchschnittlich +10% zu 2014.

Dein Wort in der Chateauxbesitzer Gehörgang... ja, der Markt ist gegenüber 09/10 deutlich abgekühlt (China). Aber bei den Chateaux ist nach den miesen bis mittelprächtigen Kampagnen der Jg. 11-14 das Bedürfnis sicher groß, mal wieder einen Top-Jahrgang ausrufen (und entsprechend bepreisen) zu können. Jedenfalls zielen die von den Chateaux gezogenen Vergleiche mit anderen Jahrgängen fast ausnahmslos auf 05, 09, 10. An dieser Stelle geht es in den einschlägigen Interviews zwar vordergründig immer um die Stilistik der Weine, aber implizit wird natürlich auch eine Preistendenz mitgesendet.
Nach allem, was man liest, dürften die 2015er aufgrund der zugänglichen Jahrgangscharakteristik als Fassproben relativ einfach zu verkosten sein und im Vergleich zu anderen Jahren "crowd pleaser"-Charakter haben - auch wenn sicher der ein oder andere Verkoster wegen bestimmter Merkmale (hoher Alkohol, niedrige Säure, ...) seine Bedenken anmelden wird, so wird wohl doch kein Mangel an positiven Stimmen herrschen. Und seit die Chateaux dazu übergegangen sind, als Anhaltspunkt für den Sub-Preis nicht mehr das Preisniveau früherer Kampagnen, sondern die aktuellen Marktpreise ähnlich bepunkteter Jahrgänge heranzuziehen, befürchte ich durchaus Schlimmeres als +10%.
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Trinkfreude

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Re: Bordeaux 2015 - fettes Jahr, fette Preise?

BeitragMi 20. Jan 2016, 21:49

Hier mal ein Sammelsurium von Aussagen zum Jahrgang, die ich so gefunden habe.

Einige Resumés des Jahrgangs direkt aus der Erntezeit:

Einige O-Töne von den Chateaux, überwiegend aus den letzten Wochen – hier ist der Tenor meist schon recht „bullish“:
    • Sehr umfassend bei Chris Kissack:
    http://www.thewinedoctor.com/blog/category/bordeaux/
    Wenn man hier rückwärts durch die Seiten blättert, findet man Statements von Yquem, Larcis Ducasse, Palmer, Las Cases, Pichon Baron, Mouton, Pontet Canet, Lanessan, Haut Bailly, Brown, J. Malthus und (etwas älter) Smith Haut Lafitte.
    • Auch James Molesworth hat mal gefragt, aber das ist (wie üblich) schon erheblich seichter:
    http://www.winespectator.com/blogs/archive/id/20
    (auf der ersten Seite Clos l'Église, Barde-Haut, Poesia, eine Seite weiter dann Smith-Haut-Lafitte und Pichon Lalande)

Gruss Jürgen
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UlliB

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Re: Bordeaux 2015 - fettes Jahr, fette Preise?

BeitragDo 21. Jan 2016, 09:44

Trinkfreude hat geschrieben: [...] Und seit die Chateaux dazu übergegangen sind, als Anhaltspunkt für den Sub-Preis nicht mehr das Preisniveau früherer Kampagnen, sondern die aktuellen Marktpreise ähnlich bepunkteter Jahrgänge heranzuziehen, befürchte ich durchaus Schlimmeres als +10%.

Yep. Ich auch. :(

Aber gedulden wir uns noch rund vier Monate. Dann ist aus Vermutung Wissen geworden.

Gruß
Ulli
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chris75

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Re: Bordeaux 2015 - fettes Jahr, fette Preise?

BeitragDo 25. Feb 2016, 23:32

So langsam geht´s los......Christian Moueix, nicht gerade einer, der die Werbetrommel rührt.....aber seht selbst:

https://www.jamessuckling.com/bordeaux-2015---christian-moueix-discusses-merlot-in-the-right-bank.html

Gruß, Christian
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harti

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Re: Bordeaux 2015 - fettes Jahr, fette Preise?

BeitragDo 31. Mär 2016, 16:26

Hallo zusammen,

das Interesse am 2015er hier im Forum ist ja beachtlich :roll: . Keine Spekulationen mehr, wohin die Preise gehen 8-) . Oder trauen sich die Bordeaux-Freunde nach der Pauschalverunglimpfung durch ein Mitglied mit Basecap und Sonnenbrille nicht mehr aus der Deckung :?: Ich persönlich werde mir nächste Woche ein Bild machen können, u.a. ob der Cheval Blanc wirklich so gut ist, wie hier behauptet wird:

http://www.bloomberg.com/news/articles/ ... g-bordeaux

Erfahrungsberichte dürfen von mir dieses mal allerdings nicht erwartet werden.

Grüße

Hartmut
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Ollie

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Re: Bordeaux 2015 - fettes Jahr, fette Preise?

BeitragDo 31. Mär 2016, 17:47

Die Preise werden steigen, und ich werde GPL kaufen wie verrueckt, Baseballcap* hin oder her. :mrgreen:

Wieso keine Berichte mehr? :(

Cheers,
Ollie

*Basecap ist, scheint's, das hutgewordene Handy.
Die Erde ist flach, und wir leben auf ihrer Innenseite.
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innauen

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Re: Bordeaux 2015 - fettes Jahr, fette Preise?

BeitragDo 31. Mär 2016, 18:01

Hallo,

stimmt. Der 2009er Hype will sich nicht mehr so richtig einstellen. Ich denke, alle Interessierten rechnen jetzt schon mit Preisen auf dem Niveau von 2010+. So lief das Spiel ja immer: In guten Jahren müssen auch die schlechten verkauft werden. 2011 - 2014 müssen noch an die Konsumenten gebracht werden und seitdem Luther die Bibel ins Deutsche übersetzt hat, erzwingen die Chateaus diese Nachfrage immer durch höhere Preise für den neuen Jahrhundertjahrgang nie durch Preisabschläge auf alte Jahrgänge. Letzteres ist auch schon deshalb ausgeschlossen, weil sie damit den Warenbestand bei den Negociants (mit denen sie vielfach geschäftlich und familiär verbunden sind) abwerten würden.

So weit so schlecht. Schlecht ist aber auch das gesamtwirtschaftliche Klima. Der chinesische Markt ist mausetot. Brasilien und Russland stecken in einer Rezession. Der Euroraum wackelt. Einzig die USA sind ein attraktiver Markt - beim gegenwärtigen Wechselkursniveau sind europäische Waren aber immer noch teuer. Dazu sind einige Negociants in wirtschafftliche Schräglagen gekommen, weil sie auf einem großen Berg unverkaufter teurer Bordeaux sitzen. Die Neigung weitere Massen teurer Weine aufzunehmen, ist bei etlichen Akteuren begrenzt.

Sofern also einige Chateaus das Gefühl haben, verkaufen zu müssen, sind hohe Preise also möglicherweise schwerer durchsetzbar.Und tatsächlich gibt es Gerüchte in diese Richtung. Nicht von den Premier Cru. Die bedienen ohnehin einen anderen Markt. Aber auch die 5er bis 3er Grand Crus wollen verkauft werden. Ich unke das ja schon seit Jahren. Schaun mer mal, ob es in diesem Jahr so weit ist.

Grüße,

Wolf
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Johnny Depp dementiert, 30.000 Dollar im Monat für Alkohol ausgegeben zu haben. (Quelle: „B.Z.“)
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Desmirail

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Re: Bordeaux 2015 - fettes Jahr, fette Preise?

BeitragDo 31. Mär 2016, 19:10

BDX ist für mich out.
Ich beschäftige mich nicht mehr mit BDX, seit 2011.
Wie voll soll der Keller denn noch werden und was viel drängender ist, wann soll man das denn alles saufen?

Den 20-30 jährigen gehört die Welt!

Mit 70 weiß ich vermutlich nicht mehr was ich trinke, mit 80 ist meine Zunge bestimmt taub und mit 90 gib es diese wahrscheinlich überhaupt nicht mehr und ob man so ein Alter überhaupt erreicht ...? :lol:


OT:

Ansonsten sind namentliche Ansprachen natürlich immer netter, aber jeder so wie er mag, besonders Schlaumayer, geht halt in Richtung TAW und damit für mich den Bach runter. Rege ist vieles nicht mehr. So jetzt wieder die übliche Arro :!:
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octopussy

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Re: Bordeaux 2015 - fettes Jahr, fette Preise?

BeitragMo 4. Apr 2016, 13:29

harti hat geschrieben:Erfahrungsberichte dürfen von mir dieses mal allerdings nicht erwartet werden.

Willst du nicht wenigstens deine Top 10 Weine nennen oder sowas?

Ich persönlich werde die Kampagne aussitzen, egal wie die Preise aussehen werden. Ich habe eindeutig zu viel Bordeaux im Keller und trinke immer weniger davon. Galloni hat sich schon einmal mit einer kleinen Vorschau gemeldet und berichtet, dass er den Jahrgang ziemlich heterogen findet und nicht die Konsistenz wie z.B. in 2005, 2009 und 2010 sieht.
Beste Grüße, Stephan
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innauen

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Re: Bordeaux 2015 - fettes Jahr, fette Preise?

BeitragMo 4. Apr 2016, 15:15

octopussy hat geschrieben: Galloni hat sich schon einmal mit einer kleinen Vorschau gemeldet und berichtet, dass er den Jahrgang ziemlich heterogen findet und nicht die Konsistenz wie z.B. in 2005, 2009 und 2010 sieht.


Das sagt eine andere Quelle auch. Seltsam. Mit Blick auf den Wetterbericht hätte man anderes erwartet. Große Jahre zeichnen sich für mich eben auch dadurch aus, dass man relativ blind kaufen kann. Diese Möglichkeit scheint 2015 aber wohl nicht bereitzuhalten. Auch habe ich gehört (ja, ja. Keine Pauschalurteile), dass das rechte Ufer Vorteile vor dem linken haben soll. Und bei den Besuchern sind die Amerikaner zurück. Kein Wunder. Sind sie doch das einzige Land, das sich auf Grund von Konjunktur und Wechselkurs auch höhere Tarife einigermaßen wird leisten können. Ob´s reicht, die Preise wieder auf das Niveau von 2009 zu heben?

Gruß,

wolf

P.S. Übrigens macht sich bei mir nach zehn Jahren Subs auch eine gewisse Bordeauxmüdigkeit bemerkbar. Schade :? Wo ist die nächste Generation?
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