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Bordeaux 2015 - fettes Jahr, fette Preise?

Berichte, Erfahrungen, Prophezeiungen
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Trinkfreude

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Re: Bordeaux 2015 - fettes Jahr, fette Preise?

BeitragDo 7. Apr 2016, 18:59

UlliB hat geschrieben:Eine Kaufentscheidung oder -nichtentscheidung wäre in dem Fall vorwiegend eine Frage des Alters des Käufers.

Ja, das ist genau das Thema... *seufz* Bei mir waren sogar zwei 86er unter den ersten prägenden Erlebnissen mit gereiftem Bordeaux (Leo B und Montrose), aber die 2010er werden meine Geduld eh schon mehr als ausreichend auf die Probe stellen, da halte ich mich ab jetzt eher an die Jahrgänge/Chateaux, an die man sich etwas früher rantrauen kann.

Soweit die Theorie... :roll:
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Rotundweiss

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Re: Bordeaux 2015 - fettes Jahr, fette Preise?

BeitragSo 10. Apr 2016, 08:09

Heiner Lobenberg hat seine Bordeaux Tasting Tour beendet.

Seine Bewertung des Jahrgangs lässt eher nicht darauf schließen, diesen Jahrgang meiden zu sollen.

http://blog.gute-weine.de/mein-blog/bei ... tungstour/

...oder ist er mal wieder die berühmten 3 - 4 Punkte zu optimistisch ?
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innauen

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Re: Bordeaux 2015 - fettes Jahr, fette Preise?

BeitragSo 10. Apr 2016, 12:43

Rotundweiss hat geschrieben:...oder ist er mal wieder die berühmten 3 - 4 Punkte zu optimistisch ?


Danke für den Link. Und bei Lobenberg muss man auch in schlechten Jahren 3-4 Punkte abziehen :D und 5-6 für Weine, der bei ihm exklusiv angeboten werden :lol:

Grüße,

wolf
„Es war viel mehr.“

Johnny Depp dementiert, 30.000 Dollar im Monat für Alkohol ausgegeben zu haben. (Quelle: „B.Z.“)
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Jochen R.

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Re: Bordeaux 2015 - fettes Jahr, fette Preise?

BeitragSo 10. Apr 2016, 13:11

Hallo Wolf,
muss man z. B. bei A-F-G. (teilweise) auch ;-)

Viele Grüße,
Jochen
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chris75

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Re: Bordeaux 2015 - fettes Jahr, fette Preise?

BeitragSo 10. Apr 2016, 14:38

Hallo zusammen,

ein paar kurze Gedankenfetzen der gerade erlebten UGC-Woche:
1) dtl. weniger Personen an den UGC-Verkostungen anwesend als z.B. 2009/2010
2) Anteil asiatischer Händler max. 10%
3) eher feminine St. Estephes und Pauillacs und nördliche St. Juliens (Alkohol im Schnitt 13°)
4) Beychevelle-St. Juliens (Talbot/Gruaud/Beychevelle/Langoa) und Margaux dtl. stoffiger und homogen
5) rechtes Ufer sehr kräftig mit (mir zu) viel Tannin (wenn auch reif), ein paar positive Ausnahmen (VCC, Canon, Larcis D.)
6) Graves/Pessac-Leognan recht homogen mit den üblichen Stilistikunterschieden und auch eher hohen Alkoholwerten (La Mission-/Haut Brion 14,6%)
7) Sauternes eher auf dem Volumen und der Süße aufbauend (2009?), die Säure wie z.B. 2014 geht mir da ab.

Gruß,
Christian
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Ollie

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Re: Bordeaux 2015 - fettes Jahr, fette Preise?

BeitragSo 10. Apr 2016, 15:17

Die Gebrueder Berry und Rudd bloggen auch:

http://bbrblog.com/tag/bordeaux-2015/

Roger Voss (Wine Enthusiast) ist seit geraumer Zeit mit seinen Notizen draussen:

http://www.winemag.com/?s=2015%20barrel ... t_dir=desc

In der Suchmaske rechts kann man unter "keyword" die Ergebnisse feiner aufdroeseln, indem man "2005 Barrel Sample (<Appellation>)" eingibt (ohne Anfuehrungszeichen, aber mit runden Klammern).

Wie jedes Mal wird man bei "seinen" Chateaux haengen bleiben; den Preis wird man schon sich zu rechtfertigen wissen, egal wie er ausfaellt. Das erklaert vielleicht die Diskussionsmuedigkeit. Man wird ja sehen, wieviel Echo es im September fuer Wiesbaden geben wird...

Cheers,
Ollie
Zuletzt geändert von Ollie am Mo 11. Apr 2016, 21:39, insgesamt 1-mal geändert.
Die Erde ist flach, und wir leben auf ihrer Innenseite.
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Jochen R.

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Re: Bordeaux 2015 - fettes Jahr, fette Preise?

BeitragSo 10. Apr 2016, 20:44

Gabriel ist auf bxtotal.com auch draußen mit seinen Notizen.
Dazu der Tatort, der Abend ist gerettet 8-)
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dyingromeo

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Re: Bordeaux 2015 - fettes Jahr, fette Preise?

BeitragMo 11. Apr 2016, 12:36

Hallo zusammen,

eine Woche en Primeur ist rum und auch wenn ich diesmal nicht so viel Zeit hatte zum Verkosten, wir haben unsere Weine bei Derenoncourt selbst präsentiert, so habe ich doch gut 100 Weine verkosten können.

Klares Fazit: St. Emilion hat mE die Nase deutlich vorn und der Jahrgang erinnert in seiner Art doch irgendwie an 1998. Da kommt Großes auf uns zu. Sicherlich haben es einige mit der Konzentration deutlich übertrieben, aber wer diesen üppigen Stil liebt, wird auch in 2015 sehr glücklich.
Ich suche ja eher nach Eleganz und Feinheit in den Weinen...und bin deshalb eher selten in St. Emilion zu Hause. Aber in 2015 gibt es hier wirklich großartige Weine zu entdecken.
Hier eine kleine Auswahl der verkosteten Weine...
Angeführt von Cheval Blanc (was eine Nase, kein Zweitwein! 98-100/100), Ausone (was für eine Macht! 98-100/100), Le Dom (hier ist die Gratwanderung zwischen Konzentration und Eleganz wunderbar geglückt! Geniale Nase! 97-99+), Canon (klassischer Stil, viel Saft, sehr elegant. 96-98/100), Beausejour Duffau (tolle Balance zwischen Konzentration und Terroir 95-97+/100 ), Troplong-Mondot (sehr komplex und tief! 95-97+/100) Pavie Macquin (der Beste den ich je probiert habe, mineralisch, zeigt sein hervorragendes Terroir. 94-96/100), Peby Faugeres (moderner Blockbuster, der die Kurve kriegt, wenn auch nicht mein Wein 95-97+/100), Valandraud (enorm konzentriert, mächtig aber richtig gut! 94-96), Soutard (klassischer Stil, mineralisch und sehr elegant, trotz des mächtigen Tannins. 92-94/100),Clos la Madeleine (saftig bis ins lange Finale! 91-93/100)

Die anderen AOP folgen die Tage!
weinfreudige Grüße
Christian

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harti

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Re: Bordeaux 2015 - fettes Jahr, fette Preise?

BeitragMo 11. Apr 2016, 13:33

Hallo miteinander,

eine spannende und sehr anstrengende Verkostungswoche liegt hinter mir. Ein paar persönliche Einschätzungen möchte ich nun doch abgeben, bitte habt aber Verständnis dafür, dass ich mich mit Kaufempfehlungen zurückhalten möchte, dafür sind meine Einzelwein-bezogenen Eindrücke zu flüchtig.

Ganz grundsätzlich finde ich den Vergleich mit anderen sehr guten Jahrgängen der jüngeren Vergangenheit sehr schwierig, denn viele Weine sind nicht so expressiv in der Frucht wie z.B. 2005, 2009 oder 2010. Bei manchen Weinen musste man regelrecht nach der Frucht suchen. Insofern ist die Bezeichnung „klassischer Jahrgang“ nicht unberechtigt, soll heißen: Gutes, reifes Tannin, frische (vereinzelt aggressive) Säure, angenehme Alkoholgehalte, verhaltene Frucht. Das Prädikat Jahrhunderjahrgang verbinde ich mit diesen Eigenschaften nicht.

Der allgemeinen Einschätzung, dass es sich bei 2015 auf der rechten Seite um einen hervorragenden Jahrgang handelt, möchte ich aber zustimmen (wer wäre ich auch, etwas anderes zu behaupten?). Mir gefallen die Weine sogar generell besser als in 2009 und insbesondere in 2010, weil sich die Alkoholwerte auf deutlich niedrigerem Niveau bewegen. Zudem finde ich die Weine aufgrund der höheren Anteile von Cabernets (Franc und teilweise Sauvignon) aromatisch sehr interessant.

Auf der linken Seite gehöre ich eher zu dem „Lager“, dass eine differenzierte Einschätzung der Qualitäten erforderlich ist. Sehr gelungen und sehr einheitlich finde ich die Weine der Appellation Margaux und des südlichen Haut-Médoc (einschließlich Moulis und Listrac). Weiter südlich und nördlich sehe ich das Bild weniger einheitlich, neben sehr gelungenen Weinen gibt es auch solche, die ich eher als weniger erfolgreich werte. Teilweise erschien mir das Säuregerüst als zu agressiv, teilweise fehlte es zu sehr an Frucht. Besonders mit einigen Weinen aus Pessac-Léognan, Saint-Julien und - in geringerem Maße - aus Pauillac hatte ich Schwierigkeiten. Saint Estèphe hat mir dagegen fast ausnahmslos sehr gut gefallen.

Bei den Weißweinen habe ich mich nicht so umgetan, da die wenigen Muster, die ich verkostet habe, mir zu wenig Spannung, Frucht und Säure hatten. Bei den Sauternes habe ich nur Yquem und Suduiraut probiert, beide mit einem Feuerwerk an Aromen und in diesem Stadium ganz großartig, aber beide leider auch mit sehr wenig Säure (ob so etwas gut altert?).

Grüße

Hartmut
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Trinkfreude

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Re: Bordeaux 2015 - fettes Jahr, fette Preise?

BeitragMi 13. Apr 2016, 10:44

Hallo Hartmut,

vielen Dank für Deinen Bericht. Wenn ich das richtig sehe, scheint ab jetzt die Diskussion zu den 2015er Bdx eher im anderen Thread (bei den Weinbauländern) weiterzugehen, daher frage ich mal dort weiter und nicht hier...

VG Jürgen
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