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Deutschland 2014

Berichte, Erfahrungen, Prophezeiungen
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UlliB

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Re: Deutschland 2014

BeitragFr 12. Sep 2014, 09:38

Update von Dirk Würtz:

http://wuertz-wein.de/wordpress/2014/09 ... #more-7485

Schaut man sich den Wetterverlauf der letzten Wochen an, kann das wohl kaum überraschen. Und nach stabilem Wetter sieht es auch in den nächsten Tagen nicht aus (sofern man häufigen Regen nicht als stabil ansieht).

Noch schlimmer sieht es wohl in Österreich aus. Ich war ein paar Tage geschäftlich in Wien und habe nebenbei im Umland mal ein paar Winzer abgeklappert. Das hat meinen Wortschatz hinsichtlich österreichischer Kraftausdrücke deutlich bereichert :o

Gruß
Ulli
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Gerald

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Re: Deutschland 2014

BeitragFr 12. Sep 2014, 09:45

Ja, gerade in den sonst relativ niederschlagsärmeren Regionen (die Hauptweinanbaugebiete in Niederösterreich) hat es die letzte Zeit sehr oft geregnet, gerade zur ungünstigsten Zeit. Und auch dieses Wochenende bietet wieder große Regenmengen - fast ohne Pausen. :o

Bernhard Fiedler schreibt auch etwas dazu auf seinem Blog: http://www.bernhard-fiedler.at/weblog/

Grüße,
Gerald
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Gerald

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Re: Deutschland 2014

BeitragMi 17. Sep 2014, 14:55

Im Falstaff wird berichtet, dass der Jahrgang in Deutschland ingesamt recht gut aussieht.

http://www.falstaff.de/weinartikel/jahr ... -8858.html

Wie das mit den weniger euphorischen Stimmen anderswo in Einklang zu bringen ist? Hat sich die Lage zuletzt deutlich gebessert oder ist das von Region zu Region komplett unterschiedlich?

Grüße,
Gerald
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UlliB

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Re: Deutschland 2014

BeitragMi 17. Sep 2014, 15:22

Gerald hat geschrieben:Im Falstaff wird berichtet, dass der Jahrgang in Deutschland ingesamt recht gut aussieht.

http://www.falstaff.de/weinartikel/jahr ... -8858.html

Wie das mit den weniger euphorischen Stimmen anderswo in Einklang zu bringen ist? Hat sich die Lage zuletzt deutlich gebessert oder ist das von Region zu Region komplett unterschiedlich?

Ich denke, Du kannst die Verhältnisse für ganz Deutschland tatsächlich nicht über einen Kamm scheren. Während wir hier im tiefen Süden (ich wohne ca. 70km nördlich vom Bodensee) seit Juli im Regen förmlich abgesoffen sind, wurde es mit jedem Kilometer weiter nördlich trockener und schöner. Vor zwei Wochen war ich in Mainfranken (knapp 200km nördlich), da war die Stimmung bei den Winzern tatsächlich sehr gut. Etwas problematischer sieht es wohl an der ganzen Rheinschiene aus.

Das Spiel ist in den meisten Gebieten zumindest bei den späten Sorten wirklich noch nicht entschieden. Nach dem, was ich bisher mitgekommen habe, würde ich zwar nicht mit einem extrem guten Jahrgang rechnen. Aber ein schlechter muss es auch nicht werden (kann aber natürlich noch passieren, wenn es jetzt munter weiter regnet).

Gruß
Ulli
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Gerald

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Re: Deutschland 2014

BeitragMi 17. Sep 2014, 15:36

Aha, danke für die Information.

Das mit dem Nachsäuern (wie im Link erwähnt) ist mir aber auch nicht ganz klar, besonders in den - laut dir ja "regenverwöhnten" ;) - Gebieten im Süden (z.B. BW). Hat hier die Säure durch besondere Reife abgenommen :? oder hängt das mit der erhöhten Kaliumaufnahme in regenreichen Jahren zusammen, wie mir einmal in einem großen österr. Weingut erklärt wurde? Durch mehr Kalium im Most wird ja dann entsprechend viel Weinsäure als Weinstein ausgefällt.

Grüße,
Gerald
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UlliB

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Re: Deutschland 2014

BeitragMi 17. Sep 2014, 15:39

Gerald hat geschrieben:Das mit dem Nachsäuern (wie im Link erwähnt) ist mir aber auch nicht ganz klar, besonders in den - laut dir ja "regenverwöhnten" ;) - Gebieten im Süden (z.B. BW). Hat hier die Säure durch besondere Reife abgenommen :? oder hängt das mit der erhöhten Kaliumaufnahme in regenreichen Jahren zusammen, wie mir einmal in einem großen österr. Weingut erklärt wurde? Durch mehr Kalium im Most wird ja dann entsprechend viel Weinsäure als Weinstein ausgefällt.

Keine Ahnung, genau das habe ich mich auch gefragt. Vielleicht ist alles einfach nur ausreichend durch das ganze Wasser verdünnt :evil:

Dazu könnte sich ja mal einer der hier schreibenden Winzer äußern.

Gruß
Ulli
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OsCor

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Re: Deutschland 2014

BeitragMi 17. Sep 2014, 16:50

Nicht dass es hier nicht geregnet hätte (hier ist ein paar Kilometer NE vom Kaiserstuhl), aber die Hauptsorge schien mir die Kirschessigfliege zu sein. Wir hatten hier keinen Dauerregen, sondern es hat halt immer wieder mal geregnet und hatte Zeit zum Abtrocknen.
Man rechnet bei guter Qualität (10-20 Öchslegrade mehr als im Vorjahr) mit ca. 40% mehr Ertrag als 2013.

Quelle: Präsident des Weinbauverbandes in der Badischen Zeitung Online heute.

Oswald
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Bernd Schulz

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Re: Deutschland 2014

BeitragMi 17. Sep 2014, 16:57

Man rechnet bei guter Qualität (10-20 Öchslegrade mehr als im Vorjahr) mit ca. 40% mehr Ertrag als 2013.


Solche Meldungen sind immer mit großer Vorsicht zu genießen. Die schieren Oechslegrade haben heutzutage wenig bis nichts mit "guter Qualität" zu tun - siehe 2003 und 2006!

Ich war ja im August eine Woche am Rhein, und da war das Wetter richtig gut. Die Trauben sahen insgesamt auch alles andere als schlecht aus. Ich denke, man weiß einfach jetzt überhaupt noch nichts Genaues.

Das Spiel ist in den meisten Gebieten zumindest bei den späten Sorten wirklich noch nicht entschieden.


Eben!

Viele Grüße

Bernd
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OsCor

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Re: Deutschland 2014

BeitragMi 17. Sep 2014, 22:09

Die schieren Oechslegrade haben heutzutage wenig bis nichts mit "guter Qualität" zu tun - siehe 2003 und 2006!

Behauptet ja auch keiner. Aber ohne Öchsle bzw. Mostgewicht geht auch nichts :) Ein gewisses Potential wäre also vorhanden.
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Bernd Schulz

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Re: Deutschland 2014

BeitragMi 17. Sep 2014, 22:55

Aber ohne Öchsle bzw. Mostgewicht geht auch nichts :)


Ganz ohne Oechsle wird es verflixt wässrig :mrgreen: . Und mit sehr geringen Oechslegraden (wie in gar nicht so wenigen Jahrgängen vor 1990) sieht es immer noch äußerst problematisch aus.

Mit relativ wenig Oechsle geht hingegen erstaunlich viel - siehe 2008! Während und kurz nach der Lese wurde dieser Jahrgang (auch in den einschlägigen Foren!) aufgrund der vergleichsweise geringen Mostgewichte immer wieder negativ beurteilt, aber er zählt nach wie vor zu meinen Favoriten in diesem Jahrtausend.

Die Rolle, die es in Deutschland mal als Qualitätskriterium gespielt hat, hat das Mostgewicht mittlerweile weitestgehend verloren. Aber die Funktionäre der Weinbauverbände wissen das nicht oder wollen es nicht wissen. Es ist ja so schön einfach, mit Oechslewerten zu protzen, um möglichst schon vor der Lese von einem qualitativ höchst ansprechenden Jahrgang zu faseln....

Viele Grüße

Bernd
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