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Carnuntum

Kamptal, Kremstal, Traisental, Weinviertel, Wagram, Thermenregion, Carnuntum
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Gerald

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Re: Carnuntum

BeitragSo 17. Nov 2013, 11:33

Zuletzt im Glas: der seit vielen Jahren produzierte "Markenwein" mit dem schönen, bunten Vogel auf dem Etikett:

Bild

"Objektiv gesehen" (falls es so etwas bei Wein überhaupt gibt) sicher kein schlechter Wein. Nur leider genau in dieser Stilistik (dunkelbeerig, körperreich, säurereich), für die ich mich einfach nicht begeistern kann. Da ist mir persönlich die leichtere, säurebetontere Stilistik mit den typischen Kirsch-Pilz-Noten aus den kühleren Anbaugebieten Niederösterreichs lieber. Ist aber wohl reine Geschmackssache ...

Grüße,
Gerald
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Zürcher

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Re: Carnuntum

BeitragSa 7. Dez 2013, 21:33

Hallo zusammen,

Wahrlich selten so einen tollen Wein getrunken!

grassl, Schüttenberg, 2009

Eine wunderbare fruchtige Nase, Cassis, dunkle Beeren, fantatstisch. Dasselbe Spiel am Gaumen, tolle Frucht, Leder- und Tabaknoten, zum abbeissen, gute Säure, lang anhaltender Abgang. Mir fällt nichts ein, was ich beanstanden könnte. Übrigens, es handelt sich um einen 100% Zweigelt, eigentlich ein einfacher Wein. Ich kann, wenn ich ehrlich bin, keinen Punktebazug geben. Vielleicht könnte er ein wenig komplexer sein, da zur Zeit die Fruchtnoten im Vordergrund sind. Ich gebe diesem Wein 97/100 Punkten. Je 1 Punkt Abzug Nase/Gaumen/Potential (da er jetzt bereits genial ist und ich ihn mir nicht viel besser vorstellen kann).

Grüsse aus Zürich
Sacha
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Weinbertl

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Re: Carnuntum

BeitragSa 7. Dez 2013, 22:32

hallo Sacha,

deine VKN verleitet zum Kaufen, der Wein ist nämlich im Handel noch verfügbar. Das einzige was mich irritiert ist die Wertung des Falstaff mit 91 P. Nachdem Falstaff ja generell (zu) hoch bewertet, wäre die Differenz zu Deinen Punkten schon eklatant. Darum würde ich gerne noch eine zweite Meinung hören. Hat vielleicht sonst noch jemand diesen Wein probiert?
Grüße
Robert
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Zürcher

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Re: Carnuntum

BeitragSa 7. Dez 2013, 23:19

Hallo weinbertl,

Meine Frau ist auch begeistert, aber das genügt dir wohl nicht ;) . Hab diese Einzelflasche von meinem Händler geschenkt erhalten und bin vielleicht nicht ganz objektiv, da ich ganz allgemein die grassl-Stilistik liebe. Wenn ich den Preis berücksichtige, dann aber klar eine Kaufempfehlung meinerseits.

Grüsse,
Sacha
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robertz

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Re: Carnuntum

BeitragSa 11. Jan 2014, 20:40

Hallo

Ich habe nun meinen ersten Blaufränkisch vom Spitzerberg wieder einmal probiert, er zeigt sehr schön die Lagerfähigkeit guter österreichischer Rotweine. Man spürt, dass damals das Barrique auch von Johannes Trapl noch stärker verwendet wurde, trotzdem kommt die Spitzerberg-Charakteristik bereits schön durch und gibt dem Wein die nötige Struktur. Im Laufe der Jahre hat J. Trapl das Holz noch deutlich zurückgenommen.

Bild

Für die damals gezahlten 17 EUR wahrlich ein schöner Tropfen, die nächsten Flaschen haben keine Eile und werden von mir in den nächsten Jahren geöffnet.

Liebe Grüsse
Robert
Vergeblich klopft, wer ohne Wein ist, an der Musen Pforte. ;)
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weinfidél

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Re: Carnuntum

BeitragSa 11. Jan 2014, 22:38

Big like! :D
Schönes Wochenende!
Rico
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robertz

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Re: Carnuntum

BeitragSo 19. Jan 2014, 22:30

Hallo

Nun habe ich den kleinen Bruder von Trapls Spitzerberg, den Blaufränkisch Prellenkirchen geöffnet, diesmal den Jahrgang 2007.
Bild
2007 wurde das Holz von J. Trapl schon deutlich zurückgenommen, insbesondere beim kleinen Prellenkirchen. Dieser BF ist nichts für Leute mit Säureproblematik. Mich erinnert diese Stilistik an klassischen Nebbiolo, z.B den Nebbiolo Langhe von Brezza oder Produttori Barbaresco.

Liebe Grüße, Robert
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Tackleberry

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Re: Carnuntum

BeitragSo 9. Mär 2014, 21:35

Zum dritten Mal den Wein über mehrere Jahre getrunken. Zum ersten Mal aber habe ich mir was notiert:

http://wolfswinejournal.wordpress.com/2014/03/09/glatzer-st-laurent-altenberg-2006/

Heute im Glas: einen St. Laurent aus der Spitzenlage Altenberg vom Weingut Glatzer aus Göttlesbrunn. Ja, jenes kleine Göttlesbrunn, dass auch andere Spitzenwinzer wie Pitnauer und Grassl beherbergt. “Qualitätsdorf” möchte man fast meinen, doch habe ich bisher zu wenige Weine von dort probieren können um dies auch zu untermauern.

Im Anbaugebiet Carnuntum, nahe Wien gelegen, ist die Gegend rund um Göttlesbrunn in Deutschland eher weniger bekannt. Allein aufgrund seiner Größe von gerade 910 ha, im Vergleich dazu das benachbarte Gebiet ‘Neusiedler See’ 7649 ha, als auch bekannteren Winzern aus anderen Regionen, stehen andere Anbaugebiete eher im Fokus von Weinfreuden.

Geschuldet dem kalkhaltigen Schotterboden auf dem die Reben gepflanzt wurden, sowie dem pannonischen Klima, vermittelt der Wein in der Nase, als auch im Mund, einen recht kühlen, zurückhaltenden Eindruck. Mit einer 14-monatigen Lagerung im Barrique ist der entsprechende Toast zwar geschmacklich zu vernehmen, jedoch sehr zurückhaltend bzw. gut eingebunden. Selbst die Säure ist nach 6 Jahren kaum verflacht und gibt dem Wein nötige Frische. Der mittlere Körper überzeugt mit einem Trinkfluss, der Lust auf ein weiteres Glas macht. Wiesenkräuter, Schwarz- und Johannisbeeren harmonieren wunderbar miteinander.

Der Wein ist als Speisebegleiter zu italienischer Pasta oder einfach solo zu trinken mehr als empfehlenswert.

Mir bleibt dann nur noch eins zu sagen: habe die Ehre, hebe die Haare, zum Wohl sein!


Schönen Sonntag noch.

Gruß Alex
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Zürcher

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Re: Carnuntum

BeitragMo 9. Jun 2014, 21:02

Hallo,
sitzen nach dem Nachtessen (Grill mit Schweinsnierstücksteaks) auf dem Balkon und lauschen dem Wind und dem Donnergrollen und fragen uns, ob das Gewitter noch kommt oder ob es verblasen wird. Zum Essen gab's die Basisqualität vom Grassl, in der Selection Schwander Version, vom 2011. Eigentlich dachten wir, ein idealer Wein, den wir auch am nächsten Tag ohne Qualitätsverlust weitertrinken können, denn zum Apero gabs schon Weissen (aagne, sauvignon blanc), doch er ist soooo süffig und passt so schön: sehr fruchtiger und trinkfreudiger Zweigelt, geradelinieg, ehrlich, unkompliziert. Es fällt uns sehr schwer, den Zapfen wieder drauf zu tun, und schliesslich ist Pfingsten ja auch ein Festtag. Ich habe ihn sehr gern und gebe ihm mit leichtem Sonnenbrand (oder -stich?) 89 Punkte.
Grüsse aus dem noch trockenen Zürich, Sacha
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Timo09

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Re: Carnuntum

BeitragFr 29. Mai 2015, 21:48

Böheim Grüner Veltliner Privat 2012:

Mittleres Gelbgün mit hoher Viskosität.
Bei 14,5 % hatte ich einen kräftigen und überzogenen Veltliner erwartet. Direkt nach dem Öffnen ins Glas, dran gerochen und.....Nichts! Ersten Schluck genommen und...Nichts! Keine Aromen, nur viel Struktur. Cremigkeit, Gerbstoffe und feine Säurespur im Mund. Extrem verschlossen.

Erst am 5. Tag im Kühlschrank halbwegs da. Mittelkräftige Nase mit Tropenfrüchten, vor allem Ananas, welche mit dezenter Würze unterlegt ist. Einigermaßen komplex, Alkohol sticht ganz leicht hervor(aber bei weitem nicht so schlimm wie man erwarten konnte).
Cremiger Gaumen, ganz leicht bittere Gerbstoffe, gute Säure. Nicht so fruchtig wie die Nase, mehr Struktur. Nur ganz leicht gelbe Frucht, sonst Tabak und erdige Töne.
Langer Abgang in dem sich die Säure und seine „Erdigkeit“ die Waage halten.

Schwieriger Wein aber keinesfalls schlecht. Fordernd und sich nicht wirklich offenbarend in diesem jungen Stadium. Werde den Wein aber trotzdem beobachten und verfolgen ob sich der letzte Rest Alkohol auch noch einbindet. Ich sehe schon noch gute Anlagen für eine weitere positive Entwicklung.

Zur Zeit 85p, aber mit großem Verbesserungspotenzial. Nächste Flasche erst 2017.
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