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Domäne Wachau

Weltkulturerbe und internationales Aushängeschild Österreichs
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Gerald

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Re: Domäne Wachau

BeitragSo 27. Jan 2019, 17:45

Wie angekündigt folgen jetzt die Riesling-Federspiele aus 2017. In Summe finde ich sie ein bisschen weniger spannend als die Veltliner, liegt vielleicht am Jahrgang.

Der "Ortswein" aus Weißenkirchen ganz nett, aber eigentlich auch nicht mehr.

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Die Lagen-Federspiele hingegen recht unterschiedlich, nicht nur in der Aromatik, sondern auch in der Zugänglichkeit direkt nach dem Öffnen bzw. nach ein oder zwei Tagen:

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Während der Tausendeimerberg sofort nach dem Öffnen sich sehr harmonisch und trinkfreudig präsentiert, brauchen die anderen - insbesondere Bruck und Loibenberg - diesmal gleich zwei Tage, um sowohl von der Aromatik als auch vom Eindruck am Gaumen am Höhepunkt zu sein. Und das fast ein Jahr nach Abfüllung ...

Für mich eigentlich ein sehr positives Zeichen und Bestätigung, dass man bei der Domäne die Federspiele (zumindest die von den Einzellagen) praktisch so ernst nimmt wie die mehr als doppelt so teuren Smaragde.

Wenn man allerdings die Federspiele - so wie von vielen Konsumenten verstanden und auch von vielen Weingütern propagiert - als jung zu konsumierender Basiswein sieht, könnte man durchaus enttäuscht werden. Dafür wird wohl eher die "Terrassen"-Linie gedacht sein.

Grüße,
Gerald
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Herr S.

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Re: Domäne Wachau

BeitragFr 22. Mär 2019, 20:11

Moin,

gerade im Glas:

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Ein interessanter Wein, aber weder zum Essen noch Solo passt er irgendwie. Auf jeden Fall horizonterweiternd.

Viele Grüße,
Björn
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Gerald

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Re: Domäne Wachau

BeitragSo 17. Nov 2019, 12:34

Ich habe jetzt die meisten Veltliner Federspiele (Einzellagen) von 2018 ausführlich - also über mehrere Tage - durchprobiert. Allen gemeinsam war eine schöne und vielschichtige Aromatik, auch die unterschiedlichen Weine waren sehr stark differenziert. Ob das jetzt Zufall ist oder tatsächlich etwas mit der Lagencharakteristik zu tun hat, darüber kann man bestimmt diskutieren ...

Der Eindruck am Gaumen war allerdings eher durchwachsen, teilweise wurde die schöne Aromatik durch schale, bittere oder sonstige unharmonische Eindrücke kontrastiert, die sich auch nach einem oder zwei Tagen an der Luft nicht aufgelöst haben.

Highlight für mich war - wie schon öfters in früheren Jahren - der Loibenberg, hier hat mir die mit Kletzen (Dörrbirnen) unterlegte, mineralische Aromatik auch schon in anderen Jahrgängen sehr gut gefallen. Dazu auch wirklich schön am Gaumen.

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Grüße,
Gerald
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mixalhs

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Re: Domäne Wachau

BeitragSo 17. Nov 2019, 16:22

Lieber Gerald,

danke für die Notizen. Hast Du auch Rieslinge probiert? Unter den Federspielen war bisher meistens "Bruck" mein Favorit, unter den Smaragden war es "Achleiten". Hast Du schon Eindrücke von den 2018ern sammeln können.

Herzlichst, Michael
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Gerald

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Re: Domäne Wachau

BeitragSo 17. Nov 2019, 16:43

Hallo Michael,

mit den Rieslingen fange ich jetzt gerade an, gestern geöffnet der Federspiel vom Tausendeimerberg, hat spontan einen sehr guten Eindruck hinterlassen. Aber nachdem ich die Weine immer über 2-3 Tage beobachte (da gibt es oft ja erhebliche Änderungen, positiv oder negativ), muss das endgültige Urteil noch warten ;)

Seit dem "Rückfall" der Domäne zum Naturkork bei den Lagensmaragden kaufe ich eigentlich fast nur mehr Federspiele, und da wiederum besonders die Einzellagen. Da ist meiner Ansicht nach auch das PLV viel besser als bei den mehr als doppelt so teuren Smaragden. Nur die beiden Achleiten-Smaragde habe ich auch im Keller, die gibt es zum Glück auch in der Halbflasche mit Schrauber.

Grüße,
Gerald
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robertz

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Re: Domäne Wachau

BeitragSo 17. Nov 2019, 21:44

Hallo
Bin zwar nicht Gerald, hatte aber gestern als Check den GV Achleiten Smaragd im Jungweinstadium getestet:
Schon vorab, die von Gerald beschriebenen bitteren Eindrücke habe ich beim Jahrgang 2018 schön des Öfteren beobachtet, ich empfinde sie oft als ‚braune‘ Töne, manchmal interessant als zusätzliche mineralische Komponente, manchmal als unharmonisches Bitterl.
Nun zum GV Achleiten SM 2018: über 6 Std beobachtet im Zalto Universal: helles strahlendes goldgelb; frische gelbe Nase, Zitrus, auch Zitrusblüten und Zesten, leichte Animalik mit dezentem Gummi folgt kurzfristig, etwas grüne Kräuter im Hintergrund, Weingartenpfirsich, helle kalkige Mineralik, wird mit Luft immer runder und cremiger; am Gaumen schöne stützende Säure, straffer Gaumen, wechselt mit Luft auf orange Seite, anfangs reife Zitrus, dann eher unreife Orange, auch hier Weingartenpfirsich, am Gaumen goldgelbe Mineralität im Hintergrund, schöne Länge, etwas braune Mineralität an den Zähnen, braucht Zeit, 93+ RPunkte

Bei den Federspielen habe ich heuer nur den GV Kaiserberg gekauft, anbei zum Vergleich:
Mitte Oktober, auch im Zalto Universal über Stunden verkostet: mittleres strohgelb; eher ausgeprägte Nase, gelb-grün; etwas Bananenschale, dezente Apfelnote, auch gelbe Blüten, etwas Stroh, schließt mit Luft wieder den Bogen zur Frucht, Orange, Zitronenzesten, dahinter dezenter Feuerstein; am Gaumen schöne Säure, Zitrus und eher gelbe frische Steinobstnoten, deutliche helle Mineralität, im Hintergrund kommt Pigmentpfeffer hervor, frisch und doch cremiger Gaumen, feine Länge, dezenter herber mineralischer Nachhall, 91 RPunkte

Schöne Grüße aus Wien, Robert
Vergeblich klopft, wer ohne Wein ist, an der Musen Pforte. ;)
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Gerald

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Re: Domäne Wachau

BeitragSo 29. Dez 2019, 13:24

So, jetzt noch die gesammelten Notizen von den Rieslingen:

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Die vier probierten Federspiel-Rieslinge eigentlich alle sehr schön, besonders die attraktive und vielfältige Aromatik kann begeistern. Einziger kleiner Kritikpunkt ist, dass der Eindruck am Gaumen schon nach einem Tag offen in der Flasche etwas an Harmonie verliert, das war bei früheren Jahrgängen meist nicht der Fall.

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Der Achleiten-Smaragd wirklich beeindruckend, fast idealtypisch für einen jungen Riesling Smaragd. Allerdings - das kann man dem konkreten Wein aber natürlich nicht anlasten - finde ich keine richtige Kontinuität innerhalb der Jahrgänge, die vom Führungsduo der Domäne bei Präsentationen immer wieder genannte Lagentypizität und Wiedererkennbarkeit ist zumindest für mich kaum zu erkennen. Im Vorjahr war die Achleiten im Vergleich zu den anderen Smaragd-Rieslingen sehr deutlich von dunklen, geheimnisvollen Noten geprägt. Jetzt wiederum exotisch-schmeichelnd.

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Aber tolle Rieslinge gibt es natürlich auch bei anderen Weingütern. Bei Roséweinen - zumindest was ich bisher probiert habe - hingegen ist der Rosé 1805 aus Pinot Noir und Zweigelt auch in diesem Jahrgang eine Klasse für sich.

Grüße
Gerald
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Gaston

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Re: Domäne Wachau

BeitragFr 14. Feb 2020, 19:39

Nachdem ich mit meinem letzten Veltliner-Erlebnis nicht ganz glücklich war (http://www.dasweinforum.de/viewtopic.ph ... 7&start=80), wollte ich zu etwas Bewährterem greifen. Allerdings habe ich bei der Bestellung geflissentlich übersehen, dass ich mir einen Smaragd in den Einkaufskorb gelegt habe:

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Ja, das kommt meiner Vorstellung von einem GV schon deutlich näher als der Veltliner von Stagard, aber es ist halt ein Smaragd - schon sehr breite Schultern, viel Power, nicht wirklich animierend. Andererseits ist das sicherlich ein guter Essensbegleiter. Ich denke an ein Kaninchen in Sahne-Senfsoße oder an einen böhmischen Rinder-Rahmbraten, das könnte gut passen.

Zum "Einfach-so-am-Freitag-abend-dahersüppeln" aber ungeeignet. Und vor allem wahrscheinlich auch zu früh geöffnet. Ganz guter Wein - aber zum falschen Zeipunkt geöffnet und auch nicht wirklich mein Beuteschema.
Beste Grüße
Gaston
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