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Suchanfrage: laroque

von Ollie
Mi 11. Feb 2026, 17:44
Forum: Bordeaux und Umgebung
Thema: Bordeaux 2019
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Re: Bordeaux 2019

Sehr schöne Notiz und Einschätzung, und auch wenn ich nur den 2018er (sehr enttäuschend) und 2022er (sehr versöhnend) kenne, so fügt sich das Bild.
pessac-léognan hat geschrieben: Mi 11. Feb 2026, 17:07 Schon bei der Arrivage hatte ich die Frage gestellt: Warum wird hier (bei dem Terroir) nicht ein höherer Anteil CF angestrebt? Warum um Gottes Willen? (Früher war Beauséjour-Bécot ähnlich gelagert - jetzt scheint der in Richtung Größe unterwegs, mit einem deutlich erhöhten CF-Anteil...)
Bemerkenswerterweise hat Laroque durchaus etwa 6 ha Cabernet Franc und um die 1 ha Cabernet Sauvignon bestockt. Wenn David Suire, der sein Handwerk durchaus versteht (cf. Larcis Ducasse, dort mit viel mehr Cabernet), also nicht darauf zurückgreift, dann ist entweder der Wein daraus nicht gut genug, oder der USP "fast reiner Merlot" soll bewahrt werden (mir fällt auf Anhieb kein anderer St-Em ein, der so wenig Cabernet hat, dir?).

In der selben Preisklasse finde ich Ch. Poesia (mit 30% CF) sehr ansprechend. ich hatte neulich den 2019er, und der hat dem 2022er Laroque durchaus das Wasser reichen können. Und wenn man Grand-Corbin-Despagne danebenstellt, kann man sich eine schöne Bodenstudie basteln!

Cheers,
Ollie
von pessac-léognan
Mi 11. Feb 2026, 17:07
Forum: Bordeaux und Umgebung
Thema: Bordeaux 2019
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Re: Bordeaux 2019

Es gibt Weine, von denen man jederzeit ein paar Flaschen im WKS haben sollte, wenn es darum geht, mit einiger Garantie auch (unterschiedlichen) Gästen einen Wein kredenzen zu können, den sie (fast alle) mögen werden, ein Everybody's darling von einigem Niveau. So ein Wein ist wohl der
Château Laroque Saint-Émilion GCC 2019 14.5% ABV
Der fast reinsortige tiefdunkle Merlot (3% CF) sorgte en primeur für einige Furore und heimste dort von den Profikritikern (wenn ich mich richtig erinnere) bis zu 97 Punkte ein.
Und ja: Wer ihn bei der Arrivage (wie ich) kaufte, hat bestimmt nichts falsch gemacht. Schon damals jedoch war das einfach ein fast genial gut gemachter, gastronomischer Merlot, dem ich 91 Punkte vergab, und das würde ich auch jetzt tun, heute eher sogar 92 Punkte. Der immer noch sehr schwarzfruchtige (Brombeeren, schwarze Kirschen, reife Bergheidelbeeren, etwas sehr reifer schwarzer Holunder) Wein mit erdig-steinigem Untergrund (Lehm) und subtilem Holzeinsatz (Zeder und etwas Wacholder), von einer mitnichten störenden Säure und zu Beginn aufrauhenden, feinkörnigen Tanninen gestützt, was ihm einiges an schöner Zukunft verspricht und jetzt für einen mittellangen Abgang sorgt, trinkt sich solo, aber vor allem auch zu Speisen (Fleisch , Käse, vegetarisch) ausgesprochen gut, leistet keinen Widerstand - sehr gut gemacht.
Aber: Das wird nie ein großer Wein, der Wein wird wahrscheinlich ohne schlimme Verschlussphase auskommen und einfach jederzeit und jedermann und jeder Frau Weingenuss auf hohem Niveau bieten. Er wird wohl nie am ersten (oder sogar noch am zweiten Tag) enttäuschen, und dann am 3. oder am 5. Tag oder noch länger, in der geöffneten Flasche leicht gekühlt beiseitegestellt so richtig aufblühen - immer wieder neue Nuancen kreieren - all das, was ein richtig großer Wein bisweilen, zickig und launisch oder hochkomplex so zu "leisten" vermag. So ein Wein ist der Laroque 2019 nicht. Aber problemlos gut halt schon.
Schon bei der Arrivage hatte ich die Frage gestellt: Warum wird hier (bei dem Terroir) nicht ein höherer Anteil CF angestrebt? Warum um Gottes Willen? (Früher war Beauséjour-Bécot ähnlich gelagert - jetzt scheint der in Richtung Größe unterwegs, mit einem deutlich erhöhten CF-Anteil...)
von pessac-léognan
Do 1. Jan 2026, 21:16
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Thema: Bordeaux 2019
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Re: Bordeaux 2019

Danke für den Nachtrag zum Laroque 2019. Dann sollte ich auch wieder mal eine testen, nachdem ich von der Flasche bei der Arrivage nicht ganz so angetan war wie einige Profis.
von Trotzki
Do 1. Jan 2026, 20:39
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Thema: Bordeaux 2019
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Re: Bordeaux 2019

Nachtrag Laroque: Am zweiten Tag deutlich frischer, harmonischer und trinkiger. Doch froh, habe ich noch sechs Flaschen im Keller.
von Trotzki
Do 1. Jan 2026, 16:29
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Thema: Bordeaux 2019
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Re: Bordeaux 2019

Insgesamt sehr trinkfreudig. Ich finde komplex, sehr elegant und doch einfach zu trinken (im positiven Sinn gemeint). 19/20 Punkten.
Kann ich vollumfänglich unterschreiben! Bin grosser Fan vom C. Klar, man muss die Stilistik mögen und über die Punktevergabe kann man auch streiten, aber für mich wären das auch 19/20 in Sachen "Drinkability" und Preis-Leistung.
Ähnlich Spass, aber (leider) bei höherem Preis und ebenfalls aus Pessac, macht der Chateau Seguin 2019, der etwas beschwingter und leichtfüssiger (positiv gemeint) daher kommt, als z.B. die 2015/2016 er.

Gestern Laroque 2019 im Glas gehabt. Natürlich ganz andere Stilistik. Bei dem ging mir die Trinkfreudigkeit fast völlig ab. Natürlich ein schöner Wein, intensive Kirscharomatik, etwas Rauch/Speck? Sehr geschmeidig und konzentriert, Tannine und Säure schön stützend, eigentlich auch nicht zu süss, aber für mich war der Alkoholgehalt zu sehr präsent.

Happy New Year allen Weinfreunden (und -Freundinnen)!
von TOM
Mi 9. Apr 2025, 16:07
Forum: Bordeaux und Umgebung
Thema: Bordeaux 2019
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Re: Bordeaux 2019

Château Laroque - Saint Emilion Grand Cru Classé
Im Duft Veilchen, Metall und Herzkirsche. Im Mund gut eingebundene Säure, Orangenschale, Bitterschokolade, Schlehe, Heidelbeere. Im ewig langen Nachhall trockene Tannine, Heidelbeere, Mon Cherie, Minze, Rosmarin, Espresso, nach einer Weile cremiger Honig. Sehr lang, sehr vielschichtig.

Gegenüber der letzten Probe (Ende 2022) hat sich die Frucht etwas zurückgezogen, dafür kommen Kräuter-, Espresso- und florale Aromen hinzu, der Wein ist vielschichtiger geworden. In meinen Augen ist der Wein zurzeit noch wirklich schön zu trinken. Ob und wann er sich zurückzieht, kann ich nicht beurteilen.

Gegenüber dem kürzlich probierten und viel diskutierten 2018er Laroque finde ich den 2019er deutlich schöner und vielschichtiger, aber das kann ja mit dem 2018er noch werden. Ich habe mal nachgeschaut, was der ein oder andere Verkoster zum Trinkfenster des 2018er gesagt hat: Jean-Marc Quarin (94 Punkte) spricht von einem Trinkfenster 2028 – 2045 und Yves Beck (93-94 Punkte) spricht von einem Trinkfenster 2024-2043
von Bradetti
Do 23. Mai 2024, 13:45
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Thema: Bordeaux 2019
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Re: Bordeaux 2019

Gestern im Glas:

2019 Chateau Moulin Haut Laroque

Recht dunkel, Duftet nach Pflaume, Brombeere, Kirsche, etwas Holunder (?), Minze und bissel Tabak sind auch dabei.
Am Gaumen recht samtiger Auftritt mit gleichem Fruchtkorb, schöner Säure, auch minzige Frische. Recht langer Nachhall, in dem dann auch leichte Adstringenz zu verzeichnen ist, die hier bissel Ecke / Kante im Gesamteindruck gibt.

Trinkt sich richtig gut – also nix Verschlussphase oder so und für 19EUR war das ein Klasse-Kauf, wie ich jetzt feststelle….
von Chrysostomus
Fr 5. Aug 2022, 13:07
Forum: Bordeaux und Umgebung
Thema: Bordeaux 2019
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Re: Bordeaux 2019

Ich kann mich den Vorpostern (Sorgenbrecher und einige Tage davor auch Alba) nach weiteren Verkostungen vollinhaltlich anschließen - meine Feststellungen zu 2019 (ich vergleiche für mich die Arrivage hier mit der Arrivage 2018):

- 2019 ist sicher ein großer Jahrgang für die Zukunft, hat aber derzeit noch durchwegs viel Babyspeck auf den Hüften
- 2018 waren einige Weine schon in der ersten Phase durchaus komplex und ausgezeichnet (verkostet zB Pichon Baron, Phelan Segur, Labegorce, Marquis de Calon, Marquis d'Alesme, Leoville Poyferre, Capbern, Dalem, Sansonnet...) Alkohol durchwegs schön eingebunden, meist keine störende Hitze, allerdings sind viele der Weine schnell in den Verschluss gegangen (schon in der 2.Hälfte 2021! - wer erst im/nach dem Sommer 2021 geliefert bekommen hat, hat teilweise positive Überraschungen versäumt...)
- 2019 "hält" sich, was den Verschluss betrifft, deutlich besser, es fehlt für mich aber gegenüber 2018 an der Komplexität in der ersten Phase (diese kommt aber sicher noch mit Zeit- man merkt das auch daran, dass die Weine mit Luft und am 2.Tag deutlich gewinnen, was 2018 in dieser Form nicht sooo deutlich der Fall war)
- die Unterschiede zwischen den Weinen waren für mich 2018 auch besser auszumachen, 2019 kommt hier etwas homogener daher. Die Weine wirken 2019 untereinander sehr ähnlich, Beispiele dazu weiter unten...

Ich kann, wie gesagt, nur meine persönlichen Eindrücke schildern - mag sein, dass der eine oder die andere völlig andere Erkenntnisse gewonnen hat.

zuletzt verkostet:

Laroque 2019: deutlich rotbeerig im Duft, etwas Wärme spürbar. Dieser Eindruck erhärtet sich leider im Geschmack. Preiselbeerkompott würde ich hier finden, auch grüne Oliven (Geruch). Insgesamt, wie von Manfred (Alba) schon geschrieben, ein derzeit noch eher "flacher", eindimensionaler Eindruck, ohne den Wein schlecht reden zu wollen. Der Alkohol ist hier, im Gegensatz zu den unten stehenden Weinen, deutlicher zu spüren. 89/100
La Dame de Montrose 2019: im Vergleich zu Laroque der komplexere Wein, macht deutlich mehr Spaß. Der Cabernet-Anteil kann hier seine Vorzüge schon ausspielen, offensichtlich gelingt das dem Merlot (beim Laroque) noch nicht. Wir waren uns in der Runde einig: hier kommt etwas wirklich Schönes in Zukunft! 92/100
Grand Puy Lacoste 2019: Verspricht, typisch für 2019, viel für die Zukunft, es ist die "Frucht-Wucht" des Jahrgangs vorhanden, die Pauillac-Typizität blieb mir jedoch verschlossen. Alkohol gut eingebunden, keinerlei "Hitze", aber noch etwas eindimensional...Wirkt der Dame dM noch sehr ähnlich. 92/100
Marquis de Calon Segur 2019: Hier hat der 2018er die Nase vorne (was man auch vom Erstwein behauptet), wobei der Vergleich wahrscheinlich hinkt. Der MdCS 2018 ist vielleicht der P/L-Wein des Jahrgangs, auf CT überschlagen sich (aus meiner Sicht zu Recht) diesbezüglich die Lobeshymnen. 2019 kommt auch beim MdCS etwas flacher, wenn auch jahrgangstypisch mit immens viel Frucht daher. Die Komplexität und den Blumenkorb an filigranen Düften des 2018er lässt er noch vermissen. 91/100
Fleur Cardinale 2019 war auch vor einiger Zeit dabei, ich hab aber auf Notizen vergessen und kann nur sagen, dass er solide war, besser als Laroque, gutes P/L-Verhältnis

Wie man an der subjektiven Bewertung erkennt, ist das alles Jammern auf hohem Niveau und ich habe noch nicht die 1. oder 2. Reihe der Weine angegriffen (denen gebe ich lieber mehr Zeit). Die Kraft der Weine ist schon jetzt erkennbar, sie brauchen aber sicherlich einige Zeit, um an Komplexität, Terroireigenheit und Spannung zu gewinnen. Dann werden auch die Punkte steigen....aber war das nicht bei den meisten Jahrgängen so...?
von Alba
Mi 20. Jul 2022, 20:32
Forum: Bordeaux und Umgebung
Thema: Bordeaux 2019
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Re: Bordeaux 2019

Hallo,

werfe auch mal meine bisherigen Verkostungserkenntnisse der 19er in den Ring —
vorab und pauschal gesagt fand ich die 18er vor einem Jahr expressiver, offner und in der Phase einfach mit mehr Spaß zu trinken. Die 19er kommen für mich mit weniger momentanem Charme und mehr „hintergründiger Klasse“ daher.
Also keine Bedenken wegen der Qualität an sich, aber halt im Moment nicht der Bringer mit super Fruchtphasen Trinkfluss.
Weine bei denen ich das im 1:1 Vergleich (ohne detaillierte Notizen und natürlich 10–12 Monaten dazwischen :roll:) festgestellt habe — Leoville Poyferre und Rauzan Segla (da fand ich die 18er nahezu genial), ebenso beim Dame de Montrose. Ohne Vergleich, aber auch der Lagrange 19 etwas hinter den Erwartungen bleibend – dafür der preislich ähnliche Croix de Beaucaillou im Moment recht schön und durchaus auch im Moment eine Trinkempfehlung.
Zum rechten Ufer – für mich eine Erstbegegnung der Laroque und eben so lala, ganz okay für den Subspreis aber ob mich das jemals aus den Socken haut ? Eher nicht.
Das bisher schönste Erlebnis und ohne Umschweife jetzt und immer groß der Canon, am Niveau der großen Jahrgänge, 98 P. für mich ohne wenn und aber, da kann auch noch mehr gehen und ein würdiger Teilnehmer an kommenden Canon Vertikalen :mrgreen: , einfach am rechten Ufer „mein“ Château.
Wobei zu sagen – noch keine peers verkostet, Clinet, Conseillante, Beau S. Becot und Co. noch ungeöffnet \ nicht angeliefert.
Ebenso wie weitere linksufrige 19er (Ducru, die Pichons, Montrose etc.) erst kommen, nach den bisherigen Erfahrungen werde ich da aber eher keine Flasche(n) jung anfassen. Es sei denn hier im Forum gibt es Stimmen die mich umstimmen — sag niemals nie :D .
Das ist ja das schöne am Hobby Wein für mich, weder Wissenschaft noch Investment— einfach Emotion und Genuss, wenn Lust und Laune — pnp und wider alle Vorsätze rein ins Glas.

In diesem Sinn, Grüße aus der Bretagne
Manfred
von pessac-léognan
So 5. Jun 2022, 08:23
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Thema: Bordeaux 2019
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Re: Bordeaux 2019

Malescot Saint-Exupéry GCC de Margaux 2019 14%alc
Ein Kraftwein, wirkt aber im Moment völlig unausgewogen und verholzt, deshalb keine detaillierten Notizen. Aktuell nicht mehr als 88 Punkte.
Gesamthaft bin ich bezüglich der bis jetzt probierten 19er nicht ganz so euphorisch.
In Margaux hat mich nur Giscours (an Weihnachten 2021) vorbehaltlos überzeugt (kann, wie dort beschrieben, richtig groß werden), Ferrière hatte Kork, Dauzac ist ein Hammerwein, aber absolut nicht margaux-typisch, Malescot siehe oben. RS und DV habe ich noch nicht probiert.
(Sehr) gut mit großem Potenzial m.E. Lagrange.
Für den Preis großartig Marquis de Calon (trotz hohem Alkohol von 15%). Trinkig und recht gut, aber überhaupt nicht typisch Saint-Estèphe: Lilian Ladouys (ich könnte hierzu dasselbe sagen wie hier gelesen zu d'Aiguilhe 2019).
Den Preis wert: Laroque, wenn auch (noch) weit weg von den zum Teil vergebenen 94+.
La Gaffelière, DdC, LP, Clinet, Batailley und weitere noch nicht probiert.
SHL, Larcis-Ducasse, Feytit-Clinet und La Croix Ducru Beaucaillou noch nicht eingetroffen.

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