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Jahrgang 2026
Verfasst: Sa 8. Aug 2026, 17:41
von UlliB
Laut Spiegel hat die Weinlese 2026 in Frankreich am 8. August begonnen, im Languedoc vereinzelt schon Ende Juli:
https://www.spiegel.de/panorama/klimawa ... f05c5078e4
Es geht wohl zunächst nur um die Trauben für Schaumweine, die naturgemäß nicht zu reif sein dürfen. Aber dort, wo die Wasserversorgung noch ausreichend war, könnte auch die Hauptlese bereits im August beginnen.
2026 wird vermutlich in vielen Gebieten in Europa ein denkwürdiger Jahrgang werden.
Gruß
Ulli
Re: Jahrgang 2026
Verfasst: Sa 8. Aug 2026, 19:14
von EThC
UlliB hat geschrieben: ↑Sa 8. Aug 2026, 17:41
2026 wird vermutlich in vielen Gebieten in Europa ein denkwürdiger Jahrgang werden.
...das hat man von 2018 auch gesagt und tatsächlich werden bereits Vergleiche mit diesem Jahr gezogen. Das kann für mich eigentlich nur heißen: "auslassen!"

Re: Jahrgang 2026
Verfasst: Sa 8. Aug 2026, 19:45
von Rieslingfan
2026 ist sicherlich ein extrem herausfordernder Jahrgang für die Winzer, doch ich bin zuversichtlich, dass auch dieser Jahrgang gute Weine hervorbringt.
Re: Jahrgang 2026
Verfasst: Sa 8. Aug 2026, 19:46
von UlliB
EThC hat geschrieben: ↑Sa 8. Aug 2026, 19:14
UlliB hat geschrieben: ↑Sa 8. Aug 2026, 17:41
2026 wird vermutlich in vielen Gebieten in Europa ein denkwürdiger Jahrgang werden.
...das hat man von 2018 auch gesagt und tatsächlich werden bereits Vergleiche mit diesem Jahr gezogen. Das kann für mich eigentlich nur heißen: "auslassen!"
Die gesamteuropäische Situation überblicke ich nicht, es scheint da dieses Jahr aber überall sehr heiß und trocken zu sein.
Was Deutschland betrifft, haben in diesem Sommer die Temperatursummen und die Trockenheit bereits jetzt alle historischen Werte übertroffen und regelrecht pulverisiert, auch die von 2022, 2018, und 2003 - und das bei Weitem. Und der Sommer ist ja noch nicht vorbei, meteorologisch ist damit erst in gut drei Wochen Schluss. Bei mir (Voralpenland, knapp 600m Seehöhe) sind für die nächsten neun Tage gleich mal Höchststemperaturen von über 30° angesagt, bei Null Niederschlag.
Entscheidend für das Resultat dürfte bei vielen Lagen die Verfügbarkeit von Wasser sein, und da ist die Situation in vielen Gegenden äußerst angespannt. Da geht es inzwischen nicht mehr nur um Qualität, sondern um die Frage, wieviel Erntemenge es überhaupt noch gibt.
Gruß
Ulli
Re: Jahrgang 2026
Verfasst: Sa 8. Aug 2026, 20:26
von EThC
Rieslingfan hat geschrieben: ↑Sa 8. Aug 2026, 19:45
2026 ist sicherlich ein extrem herausfordernder Jahrgang für die Winzer, doch ich bin zuversichtlich, dass auch dieser Jahrgang gute Weine hervorbringt.
...das Bessere ist der Feind des Guten...
Re: Jahrgang 2026
Verfasst: So 9. Aug 2026, 08:28
von Alba
EThC hat geschrieben: ↑Sa 8. Aug 2026, 20:26
Rieslingfan hat geschrieben: ↑Sa 8. Aug 2026, 19:45
2026 ist sicherlich ein extrem herausfordernder Jahrgang für die Winzer, doch ich bin zuversichtlich, dass auch dieser Jahrgang gute Weine hervorbringt.
...das Bessere ist der Feind des Guten...
wie immer, glücklicherweise ist das Bessere als auch das Gute im Bezug auf Wein eine Frage des persönlichen Geschmacks bzw. der Vorlieben; ums krass zu verdeutlichen - dem einen schmeckt halt eine säurebetonter, schlankerer Stil (sagen wir vereinfacht kühles Jahr) besser, andere bevorzugen konzentrierte, alkoholstärkere Sachen und werden wohl das als das Bessere benennen.
Schön dass das jeder noch selber benennen darf für sich und nicht jedem Trend folgen muss. Der 22er Jahrgang in Bord. hat es ja anschaulich gezeigt; von großer Skepsis bis fast Ablehnung auf der anderen Seite Jubelgeschrei. Sehr schön so.
Zurück zum Jahrgang 2026, dass der sicher sehr herausfordernd bis existenzbedrohend ist (für große Bereiche der Landwirtschaft - nie da gewesene Hitze, Wasserversorgung) scheint klar. Wenn ich mich da aber so umschaue, seit Wochen schon keine grünen Wiesen mehr, Bäume die im großen Stil die Blätter werfen, ... dann ist mir, auch als Weinliebhaber, die Jahrgangsqualität mal sch...- egal; ich fürchte für manche Winzer geht's leider schlichtweg ans Eingemachte. Schon von da her werde ich 26 sicher nicht komplett auslassen.
Im schlimmsten Fall kommt da einiges zusammen: am Markt Überkapazitäten, fallende Preise bei mehr Aufwand (=Kosten) und dann on top eine vorauseilende, negative Jahrgangseinschätzung ...
Hoffe ich täusche mich.
LG
Manfred
Re: Jahrgang 2026
Verfasst: So 9. Aug 2026, 08:57
von EThC
Alba hat geschrieben: ↑So 9. Aug 2026, 08:28
wie immer, glücklicherweise ist das Bessere als auch das Gute im Bezug auf Wein eine Frage des persönlichen Geschmacks bzw. der Vorlieben; ums krass zu verdeutlichen - dem einen schmeckt halt eine säurebetonter, schlankerer Stil (sagen wir vereinfacht kühles Jahr) besser, andere bevorzugen konzentrierte, alkoholstärkere Sachen und werden wohl das als das Bessere benennen.
...natürlich! Und das ist auch gut so! 2018 hat(te) seine Fans und das wird bei 2026 auch so sein. Und falls es da tatsächlich eher kleine Ernten geben sollte, will ich den Fans die Sachen natürlich nicht wegtrinken...

Sicher wird auch aus dem Jahrgang der ein oder andere Wein in mein Glas finden, hinterherlaufen werde ich den Sachen aber vermutlich nicht. Allerdings ist der Jahrgang ja noch nicht in der Flasche, also alles noch unter einem gewissen Vorbehalt, aber die Skepsis ist bei mir aktuell schon recht groß. Insbesondere Blindkäufe wird's von meiner Seite daher höchstwahrscheinlich nicht geben, allenfalls vielleicht bei ein paar Naturweinadressen...
Re: Jahrgang 2026
Verfasst: Sa 5. Sep 2026, 11:04
von Sauternes
Eine neue Einschätzung über die Qualität des Jahrgang 2026:
https://wein-sammeln.de/blogs/unser-wei ... rsprechend
Re: Jahrgang 2026
Verfasst: Sa 5. Sep 2026, 13:16
von Ursula
Zum Weinjahrgang 2026 in D:
da ich in meiner beruflichen Praxis häufig in der Pfalz und in Rheinhessen ( den beiden größten Anbaugebieten im Land ) unterwegs bin,die amtl. Mitteilungen der dort ansässigen amtl.Weinbauanstalten regelmäßig studiere und nicht zuletzt auch immer wieder per Fahrrad in der Gegend unterwegs bin, hier meine höchst persönlichen Eindrücke vom bisherigen Weinjahr 2026.
Ein Weinjahr mit deutlich weniger Niederschlägen und noch mehr Wärme als erwünscht.Relativ wenig Winterfeuchtigkeit im Boden.
Nachteil : nicht selten Trockenstress in Anlagen mit hoher Stockbelastung ( mehr als 6 Fruchtaugen pro m2), bes. bei Minimalschnittanlagen, die schon seit Wochen auffällig hellgrün bis angewelkt dastehen.Aber Stress auch in Böden mit mangelndem Humusgehalt und somit auch mangelnder Wasserspeicherfähigkeit.
Vorteil :es waren generell deutlich weniger Einsätze gegen Pilzkrankheiten zu unternehmen, auch weniger Bodenbearbeitungsmaßnahmen.Weniger Dieselverbrauch ! Dichtpflanzungen mit Schattenwurf und tieferem Einwurzeln zeigten sich vom Wettergeschehen unbeeindruckt.
Die Ernte setzte schon Mitte August für die Gewinnung von Sektgrundweinen ein, derzeit ( 5.Sept.) wird vereinzelt auch schon Riesling eingefahren.
Die Öchslewerte sind durchweg gut bis sehr gut ( bis fast zu gut für trockene Weine ), die Säurewerte tendieren niedriger als 2025. Da wird ( wie auch in Frankreich z.B. ) öfter mal eine Säuerung zum Absenken des pH-Wertes ratsam sein ( um BSA zu vermeiden ).
Die Traubenbeeren sind oft etwas kleiner als üblich,die Traubenkerne färben gut durch und geschmacklich kann man nicht meckern.Verlockend aromatisch ( außer in den Trockenstressanlagen, da sieht es traurig aus ).
Zum Ertragsniveau kann ich keine Angaben machen, das schwankt wie immer von Betrieb zu Betrieb gewaltig.
Von Spitzenwinzern weiß ich aber, daß sie insbesonders in säureärmeren Jahren den Pressdruck in den Keltern stark reduzieren, um die höheren Säuregehalte der Vorlaufmoste zu bewahren.Bei den für uns interessanten Gütern wird man mit 30-40 hl pro ha gewiß gewiß wieder zufrieden sein.
Und wenn der 26er dann auch wieder mundwässernd schmeckt, sind wir gewiß gerne dabei.
Gruß Ursus
Re: Jahrgang 2026
Verfasst: So 6. Sep 2026, 17:25
von maha
Wir haben heute im Assmannshauser Höllenberg Pinot gelesen. Und wir waren uns alle einig daß wir selten so schönes Lesegut einfahren konnten. Gesunde, feste und kompakte Trauben, perfekt reif und super aromatisch. Keinerlei Fäulins (war bei der Trockenheit auch nicht zu erwarten). So schnell waren wir in den letzten 5 Jahren noch nie durch.
Auch in den Ingelheimer Lagen sieht es gut aus. Die Mengen sind etwas geringer, aber die Qualität ist hervorragend. Die jungen Anlagen hatten natürlich sehr mit der Trockenheit zu kämpfen. Hier musste etwas mehr selektioniert werden. Aber die alten Reben konnten so runter geschnitten werden.
Gruß Marko