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Coteaux Champenois
Verfasst: Mo 26. Mai 2014, 19:41
von Ostbelgier
Selten sind sie, die stillen Kollegen der schäumenden Champagner, und hierzulande habe ich noch nie ein Exemplar beim Händler gesehen.
Nun, zum heutigen Geburtstagsessen haben Frau Ostbelgier und ich diese Einzelflasche genossen, die wir letztes Jahr bei c-comme in Epernay (tolle Bar mit Verkauf) erstanden hatten:
Xavier Leconte:Les Coteaux d' Aime ohne Jahrgang. Laut Etikett aus Pinot Meunier und im Holz ausgebaut. Blass ist er, im Duft Kräuter und frisches Heu. Am Gaumen knalltrocken, ein wenig zitronig-limettig und im Nachhall bilde ich mir dezent Haselnüsse ein. Zweifelsohne ist der Wein seinen Preis (über 15 Euro) nicht wert, aber den Fisch hat er prima begleitet und er bekommt bei mir 2 Raritäten-Punkte extra

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Viele Grüße
Markus
Rosé des Riceys
Verfasst: Mo 18. Mai 2026, 19:15
von Schönibert
2021 Morize Pere et Fils Rosé des Riceys
Schon klar, das wird eher nischig bleiben hier, ich mach daher auch mal kein neues Thema auf für den Rosé des Riceys, auch wenn und weil er innerhalb der Champagne-Stillweine so ein seltener Sonderling ist.
Ich kenne Rosé des Riceys schon sehr lange. Entweder bist du ein Fan - oder du findest ihn schräg. Der Wein polarisiert und ja, er ist speziell. Ich bin ein Riesen-Fan.
Der heute vor mir stehende gefällt mir allerdings etwas weniger, als er eigentlich sollte. Was hier auffällt ist eine doch recht dominante Säure, die ich von diesem Wein-Typ eher nicht kenne. Das ist gehaltvoll, baut ordentlich Struktur auf und nimmt sich wirklich Zeit für dich, wenn du die Säure - rote Johannisbeeren - beiseite geschoben hast. Herb, das wird altes Holz sein, gehört dazu und erwarte ich, genauso wie ein oxidativ anmutendes Aromenspektrum, das aber zu diffus ist, als dass ich es beschreiben könnte.
Rosé des Riceys, ein durchaus ernsthafter Wein, der sich seine Freunde aussucht. Oder anders, auf der Terrasse biedert der sich nicht an. Er mag aus der Zeit gefallen sein und ist deswegen eine Zeitkapsel, ein Geheimnis, das sich für mich immer wieder zu lüften lohnt.
Re: Coteaux Champenois
Verfasst: Mo 18. Mai 2026, 19:52
von EThC
...ich hatte bisher mit dem Typus noch kein großes Glück, hab mich jedoch bis jetzt nicht intensiver damit beschäftigt; ein Rosé des Riceys von Gallimard war mir zuletzt deutlich zu süß. Was sind denn Deine Favoriten?
Re: Coteaux Champenois
Verfasst: Mo 18. Mai 2026, 19:58
von Schönibert
Hallo Erich,
verrückt. Denn süß wäre nun tatsächlich das letzte Attribut, dass ich den Weinen attestieren würde. Kenne aber den Gallimard nicht. Gut war ich mit den früheren Jahrgängen dieses hier beschriebenen Morize gefahren und Morel sowie ganz besonders, aber das ist sehr alte Schule, Defrance.
Re: Coteaux Champenois
Verfasst: Mo 18. Mai 2026, 20:48
von Dominik Mueller
Danke für deine sehr interessante Notiz, Schöni. Auf dem Gebiet herrscht bei mir noch völlige Unerfahrenheit. Es ist immer schön zu sehen oder zu lesen, wenn sich Weinnerds auch abseits der ausgetretenen Wege bewegen und davon berichten.
Re: Coteaux Champenois
Verfasst: Mo 18. Mai 2026, 21:49
von EThC
Schönibert hat geschrieben: ↑Mo 18. Mai 2026, 19:58
süß wäre nun tatsächlich das letzte Attribut, dass ich den Weinen attestieren würde
...nicht richtig süß wie z.B. ein Ratafia de Champagne, aber für meinen Geschmack halt mit zu viel Restzucker, so daß der schon maskierend wirkt. Vielen Dank für den Hinweis, hab ich mal auf die lange Wunschliste gesetzt...

Re: Coteaux Champenois
Verfasst: Mo 18. Mai 2026, 22:33
von Schönibert
Dazu bitte gern einen jungen, ganz cremigen Chaource.
Re: Coteaux Champenois
Verfasst: Di 19. Mai 2026, 08:04
von EThC
Schönibert hat geschrieben: ↑Mo 18. Mai 2026, 22:33
Dazu bitte gern einen jungen, ganz cremigen Chaource.
...ja, könnte gut passen. Gibt's zum Glück bei unserer Metro
