Auf ein Glas ..... 2009 Frühlingsplätzchen Grauburgunder
Verfasst: Mo 26. Mär 2012, 09:05
Besagter Lenz ist da …
ist eines dieser wunderbar saloppen und bei aller Zärtlichkeit auch immer ein wenig melancholischen Gedichte von Erich Kästner. "… Der Frühling kommt in Gang. Die Bäume räkeln sich. Die Fenster staunen. Die Luft ist weich, als wäre sie aus Daunen. .." und zum Schluss die zauberhafte Erkenntnis "… Die Sonne heizt und nimmt am Winter Rache. Es ist zwar jedes Jahr dieselbe Sache, doch ist es immer wie zum ersten Mal…"
Wer das vergangene Wochenende nicht für ein perfektes gehalten hat, dem ist nicht zu helfen, oder er lebt auf den Antipoden: hier war strahlend blauer Himmel, seidig duftige Luft, die Mandelbäumchen blühen und die verliebten Kater jagen ihren Herzensdamen nach. Und wer nicht sieht, schmeckt und riecht, dass Frühling ist, der hört es aber doch wenigstens, das Nachbarschaftskonzert aus Rasenmähern, Hochdruckreinigern, Häckslern und Heckenscheren, begleitet von den Rufen kurzbehoster Haushaltungsvorstände, die ihre Gattinnen oder hoffnungsvollen Nachkommen lautstark auffordern, Arbeitsgerät zu bringen, Wasserhähne auf- oder zu zudrehen oder die Leiter zu halten.
Gut, es mag spießig sein, aber als letzten Samstagmittag Nachbars Stentorstimme keinen Widerspruch duldend "Mittagsruhe" in die frühlingshafte Kakophonie der umliegenden Gärten dröhnen ließ und danach für eine gute Stunde wirklich wohlige Ruhe herrschte, da war ich ihm insgeheim richtig dankbar.
Frühling ist auch die Zeit des Entrümpelns, das schwere Winterbettzeug, die Winteranoraks und die wollgefütterten Stiefel werden in Sommerschlaf geschickt, Haus und Garten werden geputzt, damit sie mit der Sonne um die Wette glänzen können, die Gartenmöbel werden aus dem Winterschlaf befreit und die frisch gewaschenen Auflagen laden zum ersten Sonnenbad ein. Nach der langen Fastenzeit ist der gute Katholik auch an seiner Seele geläutert und feiert mit dem Osterfest seine Erlösung.
Nun ist sie auch wieder gekommen, die Zeit der Frühlingsweine, der leichten, duftigen, am liebsten mit nicht so viel Alkohol, weil draußen an der frischen Luft genossen wirkt der doch viel schneller. Und ich muss immer mal ein Frühlingsplätzchen trinken, nicht weil Weine dieser herausragenden Lage an der Nahe allesamt den vorgenannten Kriterien entsprächen, nein, einfach um des Namens willen. Selbst stoffig-komplexe Weine bekommen alleine durch den Namen eine besondere Duftigkeit.
Leider ist das mit dem wenigen Alkohol immer schwieriger, unter 12 vol% gibt es ja kaum noch was, da kann ich verstehen, wenn jemand doch unversehens zum Mineralwasser greift und den durchaus mit Vergnügen trinkbaren Weißwein doch lieber zur Schorle macht.
Da hab ich was
2009 Grauburgunder Monzinger Frühlingsplätzchen QbA
Udo Weber, Nahe
ein ordentlicher Grauburgunder der fein nach Melone und etwas Mango duftet und eine ganz feine nussige Note aufweist, die man auch am Gaumen wiederfindet, wo sich der Wein mit etwas Schmelz, angenehmer Säure, Zitrus- und Kräuternoten präsentiert, bis zum mittellangen Abgang. Ein netter Begleiter zu einem Salat mit allen Kräutern, die der Garten jetzt schon hergibt, Bär- und Schnittlauch ist bei mir z.B. schon reichlich vorhanden, die ersten Blättchen Liebstöckel zeigen sich und Majoran ist auch schon schnittfertig, dazu gegrillter Ziegenkäse auf Toast, ruhig noch ein paar Oliven dazu – das ist Frühling – mit Frühlingsplätzchen.
Der Wein ist mit seinen 13 vol% Alkohol sicher nicht gerade zu den Leichtgewichten zu zählen, weswegen es verziehen sei, wenn man ihn auch mal mit ein bisschen möglichst neutral schmeckendem mittelstark perlenden Mineralwasser vermischt. Die ehrfurchtgebietenden Emrich-Schönlebers kommen dann mal zu besonderen Gelegenheiten dran, der hier ist was für jeden Tag, vor allem für schöne Frühlingstage.
Prost
ist eines dieser wunderbar saloppen und bei aller Zärtlichkeit auch immer ein wenig melancholischen Gedichte von Erich Kästner. "… Der Frühling kommt in Gang. Die Bäume räkeln sich. Die Fenster staunen. Die Luft ist weich, als wäre sie aus Daunen. .." und zum Schluss die zauberhafte Erkenntnis "… Die Sonne heizt und nimmt am Winter Rache. Es ist zwar jedes Jahr dieselbe Sache, doch ist es immer wie zum ersten Mal…"
Wer das vergangene Wochenende nicht für ein perfektes gehalten hat, dem ist nicht zu helfen, oder er lebt auf den Antipoden: hier war strahlend blauer Himmel, seidig duftige Luft, die Mandelbäumchen blühen und die verliebten Kater jagen ihren Herzensdamen nach. Und wer nicht sieht, schmeckt und riecht, dass Frühling ist, der hört es aber doch wenigstens, das Nachbarschaftskonzert aus Rasenmähern, Hochdruckreinigern, Häckslern und Heckenscheren, begleitet von den Rufen kurzbehoster Haushaltungsvorstände, die ihre Gattinnen oder hoffnungsvollen Nachkommen lautstark auffordern, Arbeitsgerät zu bringen, Wasserhähne auf- oder zu zudrehen oder die Leiter zu halten.
Gut, es mag spießig sein, aber als letzten Samstagmittag Nachbars Stentorstimme keinen Widerspruch duldend "Mittagsruhe" in die frühlingshafte Kakophonie der umliegenden Gärten dröhnen ließ und danach für eine gute Stunde wirklich wohlige Ruhe herrschte, da war ich ihm insgeheim richtig dankbar.
Frühling ist auch die Zeit des Entrümpelns, das schwere Winterbettzeug, die Winteranoraks und die wollgefütterten Stiefel werden in Sommerschlaf geschickt, Haus und Garten werden geputzt, damit sie mit der Sonne um die Wette glänzen können, die Gartenmöbel werden aus dem Winterschlaf befreit und die frisch gewaschenen Auflagen laden zum ersten Sonnenbad ein. Nach der langen Fastenzeit ist der gute Katholik auch an seiner Seele geläutert und feiert mit dem Osterfest seine Erlösung.
Nun ist sie auch wieder gekommen, die Zeit der Frühlingsweine, der leichten, duftigen, am liebsten mit nicht so viel Alkohol, weil draußen an der frischen Luft genossen wirkt der doch viel schneller. Und ich muss immer mal ein Frühlingsplätzchen trinken, nicht weil Weine dieser herausragenden Lage an der Nahe allesamt den vorgenannten Kriterien entsprächen, nein, einfach um des Namens willen. Selbst stoffig-komplexe Weine bekommen alleine durch den Namen eine besondere Duftigkeit.
Leider ist das mit dem wenigen Alkohol immer schwieriger, unter 12 vol% gibt es ja kaum noch was, da kann ich verstehen, wenn jemand doch unversehens zum Mineralwasser greift und den durchaus mit Vergnügen trinkbaren Weißwein doch lieber zur Schorle macht.
Da hab ich was
2009 Grauburgunder Monzinger Frühlingsplätzchen QbA
Udo Weber, Nahe
ein ordentlicher Grauburgunder der fein nach Melone und etwas Mango duftet und eine ganz feine nussige Note aufweist, die man auch am Gaumen wiederfindet, wo sich der Wein mit etwas Schmelz, angenehmer Säure, Zitrus- und Kräuternoten präsentiert, bis zum mittellangen Abgang. Ein netter Begleiter zu einem Salat mit allen Kräutern, die der Garten jetzt schon hergibt, Bär- und Schnittlauch ist bei mir z.B. schon reichlich vorhanden, die ersten Blättchen Liebstöckel zeigen sich und Majoran ist auch schon schnittfertig, dazu gegrillter Ziegenkäse auf Toast, ruhig noch ein paar Oliven dazu – das ist Frühling – mit Frühlingsplätzchen.
Der Wein ist mit seinen 13 vol% Alkohol sicher nicht gerade zu den Leichtgewichten zu zählen, weswegen es verziehen sei, wenn man ihn auch mal mit ein bisschen möglichst neutral schmeckendem mittelstark perlenden Mineralwasser vermischt. Die ehrfurchtgebietenden Emrich-Schönlebers kommen dann mal zu besonderen Gelegenheiten dran, der hier ist was für jeden Tag, vor allem für schöne Frühlingstage.
Prost