Auf ein Glas ..... 2009 Le Vieux Clos, Savennières
Verfasst: Di 13. Mär 2012, 09:03
Ihr kennt doch sicher alle den kleinen Prinzen, also diese naiv-phantastische Erzählung des französischen Schriftstellers Antoine de Saint-Exupéry, mit vollem Namen übrigens Antoine Marie Jean-Baptiste Roger Vicomte de Saint-Exupéry. Wer es nicht gelesen hat, der wird aber sicher auch bei jeder passenden und unpassenden Gelegenheit mit dem etwas melodramatisch angehauchten Zitat traktiert, dass man nur mit dem Herzen gut sehe, alles andere sei für die Augen unsichtbar. Ich bin ehrlich, ich kann diesen Spruch nicht mehr hören oder lesen.
Aber, wer das Buch gelesen hat, weiß sicher auch, dass der kleine Prinz niemals eine Frage vergaß, die er einmal gestellt hatte. Wer Kinder in einem bestimmten Alter hat, weiß, dass dies eine durchaus nervige Angelegenheit sein kann.
Hier ist es allerdings ein Segen, denn es gibt keine Frage, keine Anregung, keine Diskussion, die der Gerald jemals vergisst, selbst wenn er sie selber gar nicht gestellt hat. Und das Gute daran ist, er erwartet keine Antwort von anderen, er setzt sich selbst auf den Hosenboden. Ich sag's ja immer, es ist ein Segen, dass wir den Gerald haben, wenn er nicht wäre, man müsste ihn glatt erfinden.
So auch als im Umfeld der Forengründung die Frage bzw. der Wunsch nach einer weinforumseigenen Rezeptdatenbank auftrat. Denn viele Weine zeigen alle ihre guten Eigenschaften erst in Verbindung mit einem guten Essen. Da hat der Gerald sich hingesetzt und mal schnell, na ja so schnell wie es seine vielfältigen Pflichten erlaubten, eine zusammengestellt.
Ab heute gibt es also eine Datenbank, die nicht nur köstliche Rezepte enthält, sondern zu jedem Rezept auch Weinempfehlungen, denn das ist die eigentliche Idee dahinter, dass jeder, der sich an den Rezepten versucht, zu diesen eine Weinempfehlung bekommt und abgeben kann und soll. Aus diesem Grunde ist die Datenbank mit der Verkostungsnotizdatenbank verknüpft. Wo also ein bereits gespeicherter Wein als passend empfohlen wird, wird der entsprechende Link auf die Notiz angezeigt. Und weil wir ein Weinforum sind, ist die Eingabe technisch so gestaltet, dass man kein Rezept ohne Weinempfehlung hochladen kann, denn noch eine Rezeptseite einfach so, die braucht sicher kein Mensch mehr.
Hier
http://www.dasweinforum.de/viewtopic.php?f=48&t=1686
ist die Gebrauchsanweisung für die Datenbank zusammengestellt, denn natürlich soll sie von allen hier gefüllt und benutzt werden. Damit Ihr schon mal etwas zu lesen habt, haben wir vorab bereits einige Rezepte und die passenden Weinempfehlungen eingetragen. Damit habt Ihr auch ein Muster, wie das funktioniert und aussehen soll. Also, an die Tasten, fertig los, ich bin schon sehr gespannt, was alles zusammenkommen wird.
Die neusten Rezepte werden immer rechts (schaut mal hin!) genau wie die Verkostungsnotizen oder Veranstaltungshinweise angezeigt.
An dieser Stelle müssen wir der Allegro einen ganz großen Dank aussprechen, sie hat freundlicherweise mitgearbeitet und viele ihrer erprobten Rezepte mit Weinempfehlung eingetragen (und ich, die ich ja schon seit einigen Wochen zum Zwecke der Dateneingabe Zugriff auf die Datenbank habe, habe schon zwei nachgekocht – absolute Gelinggarantie!).
Ganz herzlichen Dank Allegro, good job!
Darauf geb ich natürlich einen Dienstagswein aus, mit einem guten Schluck arbeitet es sich doch gleich viel besser und zwar auch einen Wein, den ich auf der ProWein das Vergnügen hatte, zu probieren. Ich habe ein paar Jolyweine probiert, kommentiert von Mademoiselle* Virginie Joly, die leider von einer ziemlich heftigen Erkältung heimgesucht war, die Ärmste. Ich hoffe, die hat sie inzwischen überwunden.
2009 Le Vieux Clos
Nicolas Joly, Savennières
der im Gegensatz zu seinem 2010er-Kollegen einen wesentlich geringeren Anteil an Botrytis behaftetem Lesegut aufwies und deswegen gerade wenn er zum Essen gereicht werden soll sicher der etwas unkompliziertere Begleiter ist.
Joly-Weine, so meint man allenthalten, werden am besten als Solitär getrunken. Ich bin da anderer Meinung. Eine wunderbare Erfahrung war ein Clos de la Coulée de Serrant, den ich vorletztes Jahr zum Heilig-Abend-Klassiker "Würstchen mit Kartoffelsalat" aufgezogen habe – ein Gedicht.
Der Vieux Clos ist von hellgelber Farbe mit leicht goldenen Reflexen und verströmt einen zarten Duft vor allem von reifen Früchten, von Bratapfel (der ja gerne auch etwas Mandel und Marzipan mitbringt) und reifen Aprikosen. Um den Gaumeneindruck wirklich wahrzunehmen, bedarf es mehr als eines Schluckes und die Schlucke sollte man auch ein wenig länger in Mund halten. Denn dann spürt man, wie sich die seidig-schmelzige Textur wohltuend auf Zunge und Gaumen legt und sich die feinen Frucht- und Gewürzaromen allmählich ausbreiten, vor allem der würzige Bratapfeleindruck wird dominant und man erschmeckt ein feines, sehr elegantes Süße-Säure-Spiel und spürt den recht kraftvoll-eleganten Körper. Abgerundet wird der Eindruck von einem komplexen und sehr harmonischen Abgang mit einer zarten mineralischen Note.
Ich bin davon überzeugt, wäre der Wein karaffiert gewesen (ich hatte eine erst vor einigen Minuten aufgezogene Flasche erwischt), er hätte sich noch um ein Vielfaches besser, komplexer, eleganter gezeigt. Mademoiselle* Joly empfahl ebenfalls, alle Weine des Hauses mindestens eine Stunde, den Clos de la Coulée de Serrant durchaus auch drei oder mehr Stunden zu karaffieren, ihn dabei aber kühl zu stellen.
Und da das Thema heute "Essen und Wein" ist, hier ein Tipp für eine perfekte Marriage, eine klassische Blanquette de Veau, das weiße Kalbsragout mit den feinen Gemüsen und den jungen Kartöffelchen. Der Wein hat auch kein Problem, mit der Butter und dem Eigelb in der Sauce; auch Spargel mit einer feinen Mousseline und jungen Kartoffeln (dazu vielleicht noch ein zartes Kalbsschnitzel) ist ein wunderbarer Begleiter und selbst zum Dessert, wenn es nicht zu süß ist (und vor allen weder Schokolade noch Nüsse enthält) kann er bestehen, zum Beispiel, da dieses Aroma recht dominant vorhanden ist, zum Bratapfel oder Apfelstrudel mit Vanillesauce.
Und jetzt, kleine Gemeinschaftsaufgabe -> Rezepte und Weinempfehlungen eintragen, an die Tasten – fertig – los!
*Mademoiselle
Per Dekret vom 01.04.2012 ist die Anrede Mademoiselle in Frankreich im offiziellen Schriftverkehr nicht mehr gestattet, was allerdings von nicht wenigen mit Bedauern gesehen wird und auf das im Alltag gesprochene Französisch (hoffentlich) wenig Einfluss haben wird. Der charmant-höfliche Franzose redet jede Frau, die noch ansatzweise jugendlich daherkommt, mit "Mademoiselle" an, unabhängig davon, ob offensichtlich verheiratet oder nicht (weibliche Filmstars sowieso zeitlebens, Mademoiselle Catherine Deneuve, etwas anderes wäre grob unhöflich, ja geradezu ein gesellschaftlicher faux pas). Ich kann mich noch gut erinnern, als der Wirt meiner Stammkneipe in Frankreich, in der Herr susa und ich unseren allabendlichen Pastis zu nehmen pflegen, mich zum ersten Mal mit "Madame" anredete, da wusste ich "susa, der Lack ist ab!")
Aber, wer das Buch gelesen hat, weiß sicher auch, dass der kleine Prinz niemals eine Frage vergaß, die er einmal gestellt hatte. Wer Kinder in einem bestimmten Alter hat, weiß, dass dies eine durchaus nervige Angelegenheit sein kann.
Hier ist es allerdings ein Segen, denn es gibt keine Frage, keine Anregung, keine Diskussion, die der Gerald jemals vergisst, selbst wenn er sie selber gar nicht gestellt hat. Und das Gute daran ist, er erwartet keine Antwort von anderen, er setzt sich selbst auf den Hosenboden. Ich sag's ja immer, es ist ein Segen, dass wir den Gerald haben, wenn er nicht wäre, man müsste ihn glatt erfinden.
So auch als im Umfeld der Forengründung die Frage bzw. der Wunsch nach einer weinforumseigenen Rezeptdatenbank auftrat. Denn viele Weine zeigen alle ihre guten Eigenschaften erst in Verbindung mit einem guten Essen. Da hat der Gerald sich hingesetzt und mal schnell, na ja so schnell wie es seine vielfältigen Pflichten erlaubten, eine zusammengestellt.
Ab heute gibt es also eine Datenbank, die nicht nur köstliche Rezepte enthält, sondern zu jedem Rezept auch Weinempfehlungen, denn das ist die eigentliche Idee dahinter, dass jeder, der sich an den Rezepten versucht, zu diesen eine Weinempfehlung bekommt und abgeben kann und soll. Aus diesem Grunde ist die Datenbank mit der Verkostungsnotizdatenbank verknüpft. Wo also ein bereits gespeicherter Wein als passend empfohlen wird, wird der entsprechende Link auf die Notiz angezeigt. Und weil wir ein Weinforum sind, ist die Eingabe technisch so gestaltet, dass man kein Rezept ohne Weinempfehlung hochladen kann, denn noch eine Rezeptseite einfach so, die braucht sicher kein Mensch mehr.
Hier
http://www.dasweinforum.de/viewtopic.php?f=48&t=1686
ist die Gebrauchsanweisung für die Datenbank zusammengestellt, denn natürlich soll sie von allen hier gefüllt und benutzt werden. Damit Ihr schon mal etwas zu lesen habt, haben wir vorab bereits einige Rezepte und die passenden Weinempfehlungen eingetragen. Damit habt Ihr auch ein Muster, wie das funktioniert und aussehen soll. Also, an die Tasten, fertig los, ich bin schon sehr gespannt, was alles zusammenkommen wird.
Die neusten Rezepte werden immer rechts (schaut mal hin!) genau wie die Verkostungsnotizen oder Veranstaltungshinweise angezeigt.
An dieser Stelle müssen wir der Allegro einen ganz großen Dank aussprechen, sie hat freundlicherweise mitgearbeitet und viele ihrer erprobten Rezepte mit Weinempfehlung eingetragen (und ich, die ich ja schon seit einigen Wochen zum Zwecke der Dateneingabe Zugriff auf die Datenbank habe, habe schon zwei nachgekocht – absolute Gelinggarantie!).
Ganz herzlichen Dank Allegro, good job!
Darauf geb ich natürlich einen Dienstagswein aus, mit einem guten Schluck arbeitet es sich doch gleich viel besser und zwar auch einen Wein, den ich auf der ProWein das Vergnügen hatte, zu probieren. Ich habe ein paar Jolyweine probiert, kommentiert von Mademoiselle* Virginie Joly, die leider von einer ziemlich heftigen Erkältung heimgesucht war, die Ärmste. Ich hoffe, die hat sie inzwischen überwunden.
2009 Le Vieux Clos
Nicolas Joly, Savennières
der im Gegensatz zu seinem 2010er-Kollegen einen wesentlich geringeren Anteil an Botrytis behaftetem Lesegut aufwies und deswegen gerade wenn er zum Essen gereicht werden soll sicher der etwas unkompliziertere Begleiter ist.
Joly-Weine, so meint man allenthalten, werden am besten als Solitär getrunken. Ich bin da anderer Meinung. Eine wunderbare Erfahrung war ein Clos de la Coulée de Serrant, den ich vorletztes Jahr zum Heilig-Abend-Klassiker "Würstchen mit Kartoffelsalat" aufgezogen habe – ein Gedicht.
Der Vieux Clos ist von hellgelber Farbe mit leicht goldenen Reflexen und verströmt einen zarten Duft vor allem von reifen Früchten, von Bratapfel (der ja gerne auch etwas Mandel und Marzipan mitbringt) und reifen Aprikosen. Um den Gaumeneindruck wirklich wahrzunehmen, bedarf es mehr als eines Schluckes und die Schlucke sollte man auch ein wenig länger in Mund halten. Denn dann spürt man, wie sich die seidig-schmelzige Textur wohltuend auf Zunge und Gaumen legt und sich die feinen Frucht- und Gewürzaromen allmählich ausbreiten, vor allem der würzige Bratapfeleindruck wird dominant und man erschmeckt ein feines, sehr elegantes Süße-Säure-Spiel und spürt den recht kraftvoll-eleganten Körper. Abgerundet wird der Eindruck von einem komplexen und sehr harmonischen Abgang mit einer zarten mineralischen Note.
Ich bin davon überzeugt, wäre der Wein karaffiert gewesen (ich hatte eine erst vor einigen Minuten aufgezogene Flasche erwischt), er hätte sich noch um ein Vielfaches besser, komplexer, eleganter gezeigt. Mademoiselle* Joly empfahl ebenfalls, alle Weine des Hauses mindestens eine Stunde, den Clos de la Coulée de Serrant durchaus auch drei oder mehr Stunden zu karaffieren, ihn dabei aber kühl zu stellen.
Und da das Thema heute "Essen und Wein" ist, hier ein Tipp für eine perfekte Marriage, eine klassische Blanquette de Veau, das weiße Kalbsragout mit den feinen Gemüsen und den jungen Kartöffelchen. Der Wein hat auch kein Problem, mit der Butter und dem Eigelb in der Sauce; auch Spargel mit einer feinen Mousseline und jungen Kartoffeln (dazu vielleicht noch ein zartes Kalbsschnitzel) ist ein wunderbarer Begleiter und selbst zum Dessert, wenn es nicht zu süß ist (und vor allen weder Schokolade noch Nüsse enthält) kann er bestehen, zum Beispiel, da dieses Aroma recht dominant vorhanden ist, zum Bratapfel oder Apfelstrudel mit Vanillesauce.
Und jetzt, kleine Gemeinschaftsaufgabe -> Rezepte und Weinempfehlungen eintragen, an die Tasten – fertig – los!
*Mademoiselle
Per Dekret vom 01.04.2012 ist die Anrede Mademoiselle in Frankreich im offiziellen Schriftverkehr nicht mehr gestattet, was allerdings von nicht wenigen mit Bedauern gesehen wird und auf das im Alltag gesprochene Französisch (hoffentlich) wenig Einfluss haben wird. Der charmant-höfliche Franzose redet jede Frau, die noch ansatzweise jugendlich daherkommt, mit "Mademoiselle" an, unabhängig davon, ob offensichtlich verheiratet oder nicht (weibliche Filmstars sowieso zeitlebens, Mademoiselle Catherine Deneuve, etwas anderes wäre grob unhöflich, ja geradezu ein gesellschaftlicher faux pas). Ich kann mich noch gut erinnern, als der Wirt meiner Stammkneipe in Frankreich, in der Herr susa und ich unseren allabendlichen Pastis zu nehmen pflegen, mich zum ersten Mal mit "Madame" anredete, da wusste ich "susa, der Lack ist ab!")