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Re: Nordrhone
Verfasst: Di 4. Sep 2012, 23:38
von Erdener Prälat
Ich kann Rüdigers Einwand schon nachvollziehen. Auf der anderen Seite sind wir aber in der Regel Privatiers (in bezug auf Wein), und da darf jeder gerne seinen eigenen Geschmack pflegen. Ich zum Beispiel fand den Wein gar nicht prickelnd.

Re: Nordrhone
Verfasst: So 20. Jan 2013, 10:20
von Mr. Nebbiolo
Hallo Rhone Profis,
ich bin in dem Gebiet (fast) komplett ahnungslos. Ich dachte immer, dass die Rhoneweine (süd und nord) in erster Linie aus Grenache, Mouvedre und Syrah sowie weitere ähnlichen Sorten entstehen.
Jetzt habe ich gestern bei einem Händler folgenden Wein probiert und der hat mir sehr gut geschmeckt:
St. Joseph 2008 - Guigal (39,- €)
Ich dachte, bevor ich ihn probiert habe, das eben diese Sorten in dem Wein sind, die sehr gut schmecken können, aber momentan eben weit weg von meinen Vorlieben sind. Ich war dann überrascht, dass der Wein zwar sehr dicht und kompakt war, aber auch elegenat, sehr frisch und ätherisch. Auch keine Syrah Noten und weit weg von fett.
Der Händler sagte mir, dass der Wein aus Gamay vinifiziert wurde. Gamay kenne ich jetzt nur von Beaujolais und etwas Loire und in letzter Zeit schmeckt mir das recht gut.
Ist das richtig, dass der St. Joseph von Guigal aus Gamay ist und wenn ja, gibt es in der Region mehrer Gamay Weine, die ihr empfehlen könnt ?
Re: Nordrhone
Verfasst: So 20. Jan 2013, 10:28
von Mr. Nebbiolo
Noch eine Anmerkung dazu:
Bevor der erste kommt "schau doch einfach auf der Homepage nach"

, das habe ich gerade getan.
Erstens gibt es zwei Saint Joseph von Guigal und beide stehen mit 100 % Syrah drin (den ich getrunken habe, war übrigens ein "Saint Joseph Lieu dit" (was immer das heißen mag).
Ich werde mit dem Händler noch mal sprechen müssen

, er kennt sich eigentlich aber sehr gut aus.
Also muss ich dir Fragen ändern:
Gibt es überhaupt Gamay an der Nordrhone ?
Warum schmeckte mir der Syrah so gut ?

(ist normal nicht so meine Baustelle)
Re: Nordrhone
Verfasst: So 20. Jan 2013, 10:42
von argentum
Hei Klaus
Ich würde eher sagen, dass im Normalfall Nordrhoneweine, zwar im Speziellen eher Cote Roties, je nach Produzent etwas burgundisches haben können, was du ja irgendwie umschreibst.
St Jospeh ist eigentlich immer Syrah, soweit ich weiss und nichts in der Appellation geändert wurde...? Ein Lieu-dit kommt denn auch von einer genau bezeichneten Lage.
Von daher wundert es mich eigentlich nicht, dass dir Syrah schmeckt. Denn entsprechend Pinot und Nebbiolo ist dies aus meiner Sicht die dritte Traubensorte, die es vermag entsprechend dem Terroirgedanken Weine "auszuformen". Es würde mich wundern, wenn du sie gar nicht magst
Salute!
Re: Nordrhone
Verfasst: So 20. Jan 2013, 11:55
von Mr. Nebbiolo
Hi Phillip,
Gott sein Dank, oder eigentlich müsste ich eher leider sagen

gibt es so gut wie keine Weine, die mir gar nicht schmecken.
Jedem Wein, der von einer gewissen Qualität ist, kann ich was gutes abgewinnen
Ich habe, auch mit den Bayerntalkern schon einige Syrah / Shiraz probiert und da schmeckt mir schon viel, aber Kaufreiz hatte ich selten. Ich bin momentan so sehr auf einen bestimmten Weinstil eingestellt, dass mir teilweise schon etwas Angst wird

. Ich hatte die letzten 14 Tage 2 Prioratos, einen Ch9dP und einen Roussilon, die alle qualitativ sehr gut waren und ich hatte trotzdem 0 Trinkspaß und war eben nicht zufrieden, da die ja alle nicht ganz günstig sind.
Diese Art von Syrah muss ich dann noch mal verfolgen, sie müssen aber wohl schon etwas reifer sein.
Re: Nordrhone
Verfasst: So 20. Jan 2013, 12:28
von Oberpfälzer
Hallo Klaus,
bei den BT gab es einmal Syrah von der nördlichen Rhone (6. BT in 2007 mit Cote Rotie von Ogier, der mit gut 5 Jahren viel zu jung war). Etwas schlummert noch in meinem Keller - auch wenn es noch zu wenig ist. Denn auch ich mag diese kühle, mittelkräftige Interpretation von Syrah viel mehr als die weiter südlich oder in Australien, Südafrika oft anzutreffenende schwerere, hitzigere, fettere Art.
Re: Nordrhone
Verfasst: So 20. Jan 2013, 12:28
von C9dP
Hallo Klaus,
dein Händler liegt mit Gamay komplett daneben. Die einzig erlaubte rote Rebsorte in der AOC St. Joseph ist Syrah. Das burgundische könnte eventuell eher am Jahrgang liegen, denn an der Rebsorte im allgemeinen. Ich kenne den Wein im speziellen aber nicht, da die "kleineren" Weine von Guigal bisher noch nicht in meinem Glas waren und die LaLas mir zu teuer sind.
Re: Nordrhone
Verfasst: So 20. Jan 2013, 13:57
von argentum
Mr. Nebbiolo hat geschrieben:Hi Phillip,
Gott sein Dank, oder eigentlich müsste ich eher leider sagen

gibt es so gut wie keine Weine, die mir gar nicht schmecken.
Jedem Wein, der von einer gewissen Qualität ist, kann ich was gutes abgewinnen
Ich habe, auch mit den Bayerntalkern schon einige Syrah / Shiraz probiert und da schmeckt mir schon viel, aber Kaufreiz hatte ich selten. Ich bin momentan so sehr auf einen bestimmten Weinstil eingestellt, dass mir teilweise schon etwas Angst wird

. Ich hatte die letzten 14 Tage 2 Prioratos, einen Ch9dP und einen Roussilon, die alle qualitativ sehr gut waren und ich hatte trotzdem 0 Trinkspaß und war eben nicht zufrieden, da die ja alle nicht ganz günstig sind.
Diese Art von Syrah muss ich dann noch mal verfolgen, sie müssen aber wohl schon etwas reifer sein.
Also ich kann jetzt auch nicht behaupten, dass ich jeden Syrah mag der der Nordrhone entstammt. Auch hier ist das mir doch noch recht Produzenten abhängig. Cote Rotie mag ich halt wirklich besonders von Jamet oder zum Beispiel Clusel Roch... Aber auch aus Cornas, St Joseph oder gar dem Crozes Hermitage Gebiet gibt es schöne Weine. Wenn du mal Lust hast zu experimentieren, schau dich mal bei Yann Chave um, der hat einen sehr interessanten Crozes Le Rouvre... oder St Jospeh könnte evtl. Gonon interessant sein, der in letzter Zeit massiv zugelegt hat. Cornas wäre natürlich Allemand ein Thema, da ja Clape nicht mehr ganz sooo preiswert ist. Naja, auch hier: probieren musst wohl selber...
Aber ei, wenn der Wolfgang ne Pulle aus seinen Beständen herzaubert würde ich mich auch mit ner Pulle Rostiang oder Jamet an einer kleinen Tour d'Horizon durch Ampuis und seine Weinlagen anschliessen... was meinst?

Bedingung: es ist wieder mal ein Besuch in der Schweiz zwingend!
Und ja: Ich mag sie auch lieber reifer... da diese Weine dann auch vielschichtiger wahrnehmbar sind!
Re: Nordrhone
Verfasst: So 20. Jan 2013, 19:41
von austria_traveller
argentum hat geschrieben:könnte evtl. Gonon interessant sein, der in letzter Zeit massiv zugelegt hat.
Hast du dazu genauere Erfahrungen ?
Re: Nordrhone
Verfasst: So 20. Jan 2013, 20:32
von argentum
Genauere Erfahrungen zu Gonon?
Naja, ich habe seinen St Joseph schon probiert und war sehr zufrieden. Waren aber nur jüngere Jahrgänge, da er mir vorher nie auf den Radar gekommen ist. Was ich aber probieren durfte, waren stets St Josephs die mir persönlich gefielen. Obwohl ich zuerst nicht sicher war ob sie mir persönlich zu massig sind oder ob dies einfach an der Jugendlichkeit der probierten Weine lag. Denn irgendwie erschienen mir diese Weine auch sehr elegant, sinnlich und eben für mich jetzt schlussendlcih ausgewogen beschreiben.
Sehr schön ist denn auch der weisse St Joseph (oliviers)...
Also von mir hast du den Segen dies zu probieren
