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Re: Champagner
Verfasst: Do 10. Sep 2026, 13:07
von EThC
...äußerst schöner Urlaubseinstieg:
2016er Pinot noir – Concordance – extra brut – Champagne
[AOP], Marie-Courtin

Re: Champagner
Verfasst: Sa 12. Sep 2026, 17:34
von Schönibert
N.V. Bruno Paillard Champagne Extra Brut Premiere Cuvée
Degorgiert 5/20
Steht voll im Saft und tritt richtig breit auf. Nachhaltig antreibende Perlen. Frischer Zitronenschnitzer. Mürbeteig-Tartelette mit vollreifen Mirabellen und Sahnehäubchen drauf. Etwas weiße Kreide. Altert auf der Flasche saugut.
Re: Champagner
Verfasst: So 13. Sep 2026, 17:50
von Schönibert
N.V. Ruinart Champagne Brut Rosé
Holt dich ganz gut ab, voll auf der Frucht, Erdbeeren oder noch deutlicher, rote Johannisbeeren. Leicht angetoastetes Weißbrot, kein Brioche. Dahinter etwas Ätherisches, Kiefern, etwas Orangenschale.
Durch und durch ein Auftritt, über dem man wenig meckern kann, außer dass der gar keine Ecken und Kanten hat, an denen man sich abarbeiten könnte. Insofern nice für einen Sonntagnachmittag. Diese Flasche war ein Geschenk.
Diese Flasche ist auf dem Rückenetikett mit dem Code LAPSS versehen.
Re: Champagner
Verfasst: So 20. Sep 2026, 18:21
von Schönibert
N.V. Gosset Champagne Brut Grande Réserve
Frontal erstmal Toast, aber mit Gefühl, gerade so angegoldet, kein bisschen mehr. Dazu Kernobst, und zwar Birne, recht ordentliche Säure, wobei die Dosage das ganz gut kalibriert. Karamell, Hefe/Backstube, Williamsbirne (als Schnaps), etwas Holz.
Ich finde, das ist ein toller Wein und für die neulich bei der Ringeltaube im Angebot stehenden 29,xx ein totaler No-Brainer.
Re: Champagner
Verfasst: Mi 23. Sep 2026, 20:44
von amateur des vins
Gab's letztens im 5+1 bei Lobenberg und las sich wild, aber spannend:
Vincent Couche, Rosé Désir
Kreide und Silex, 90 PN / 10 Ch, Naturhefen, Hälfte im Faß, nicht gefiltert, nicht geschwefelt, je nach Lesart brut Nature oder zéro.
Satt lachsfarben, sehr reichliches superfeines Mousseux.
In der Nase erst Erdbeere, dann komplexe Hefearomen, die mich eher an Bier als an Brot erinnern. Schließlich dunkelgrünblättrige Würze. Und dann wieder von vorne.
Am Gaumen tatsächlich ganz leicht naturig, aber nicht fatal. Lebt vorwiegend von der Spannung zwischen hellroter Frucht und dunkelwilder Hefe. Die Blätter sind schwer einzuordnen - vielleicht irgendwo zwischen Waldmeister und Lorbeer.
Lobenbergs Beschreibung kann ich nicht ganz, aber doch weitgehend nachvollziehen.
Für einen zéro erstaunlich saftig. Dicht, intensiv und komplex.
Vielleicht nicht ganz anfängerkompatibel. Aber hochinteressant, und den Flasche-leer-Test mit Bravour bestanden.
Danke, Nora!
Re: Champagner
Verfasst: Mi 23. Sep 2026, 22:08
von Schönibert
Find das immer wieder verrückt, dass ein Rosé-Champagner tatsächlich aus roten und weißen Weinen „gemischt“ (ja, haut mich dafür) wird. Ich dachte recht lange, das sei grundsätzlich illegal rote bzw. blau-schwarze und weiße, naja grüngelbe, Trauben zu verschneiden und das Ergebnis als Rosé zu verkaufen. Bis mir ein Winzer in der südlichen Champagne seinen Rosé Saignée erklärte und da ging mir dann ein Licht auf.
Schönen Abend, hier heute mal ohne Champagne(r), leider.
Re: Champagner
Verfasst: Mi 23. Sep 2026, 22:28
von amateur des vins
Schönibert hat geschrieben: ↑Mi 23. Sep 2026, 22:08
Find das immer wieder verrückt, dass ein Rosé-Champagner tatsächlich aus roten und weißen Weinen „gemischt“ (ja, haut mich dafür) wird. Ich dachte recht lange, das sei grundsätzlich illegal rote bzw. blau-schwarze und weiße, naja grüngelbe, Trauben zu verschneiden und das Ergebnis als Rosé zu verkaufen. Bis mir ein Winzer in der südlichen Champagne seinen Rosé Saignée erklärte und da ging mir dann ein Licht auf.
...und ich dachte lange, so würden alle Rosés gemacht.
Bis ich das Weinthema zu vertiefen begann.
Re: Champagner
Verfasst: Mi 23. Sep 2026, 22:29
von EThC
...da muß man schon ein bißchen unterscheiden, bei einem
ist der Pinot-Anteil als Rosé (ob Saignée oder nicht nicht, sei mal dahingestellt) mit dem Chardo cuvetiert worden, es gibt aber auch welche, bei denen PN (und / oder PM) mit Maischestandzeit -also richtig rot- mit dem Chardonnay verschnitten wird, dann liegt der rote Anteil aber nur bei 5 bis 8 %, sonst wird's zu dunkel...
Re: Champagner
Verfasst: Do 24. Sep 2026, 09:45
von UlliB
Schönibert hat geschrieben: ↑Mi 23. Sep 2026, 22:08
Ich dachte recht lange, das sei grundsätzlich illegal rote bzw. blau-schwarze und weiße, naja grüngelbe, Trauben zu verschneiden und das Ergebnis als Rosé zu verkaufen.
Bei Stillwein aus Deutschland ist das immer noch so, zumindest wenn es sich um Qualitätswein oder Prädikatswein handelt (§32 WeinV). Rosé darf ausschließlich aus roten Trauben hergestellt werden. Ein roséfarbener Wein, der aus einem Verschnitt von roten und weißen Trauben hergestellt wird, ist ein
Rotling.
Für deutschen Schaumwein habe ich entsprechende Regelungen auf die Schnelle nicht gefunden.
Bei Champagner gilt aber ohnehin das französische Bezeichnungsrecht - sofern es für Rosé-Schaumweine nicht irgendwelche EU-Regeln gibt, die dann auch für deutschen Schaumwein gelten würden.
Gruß
Ulli
Re: Champagner
Verfasst: Do 24. Sep 2026, 20:45
von amateur des vins
Gestern habe ich noch überlegt, was ich zu "Knusperfisch" (Seelachs mit Haube aus getrockneten Tomaten, schwarzen. Oliven, Knäckebrot und Olivenöl sowie Zucchini und Paprika) aufmachen soll. Heute stellte sich die Reihenfolge zu Sushi als eindeutig richtig heraus:
Philipponnat, Réserve Perpétuelle brut
Vendange 2021 44%, Rest aus dem Holz, 100% première Presse, 66 PN/32 CH/2 Meunier, Dég 01/2026, Dosage 8 g/l.
Süß riecht nicht, habe ich gelernt. Aber ich kann mich des Eindrucks nicht erwehren: Süße macht auch mit der Nase irgendwas.
Der Kontrast zum Couche könnte, auch jenseits der Dosage kaum größer sein: War jener wild, komplex, ever-changing, ist dieser sanft, ausgewogen, süffig - und auch etwas glattgebügelt.
Zu meiner Verblüffung merkte Mme - seit jeher Freundin "süffiger" und auch nicht zu trockener Weine - mehrfach an, daß dieser "recht süß" oder "fast schon zu süß" sei. Ich empfand das nicht so, gerade zu Sushi, aber komplett unauffällig ist die Dosage nicht. Nach dem Glückskeks wurde das Urteil relativiert.
War jetzt zwar ganz gut, aber letztlich doch zuwenig interessant, um's unbedingt weiter zu verfolgen.