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Re: Lisa Bunn

Verfasst: Fr 18. Sep 2026, 21:58
von Bernd Schulz
Ebenso stark wie der Weißburgunder präsentiert sich Lisa Bunns Gutsriesling aus 2025:

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Kein VDP-Winzer müsste sich schämen, wenn er eine solche Qualität als Ortswein verkaufen würde. Der Wein ist mit nur 2 Gramm Rz/l rein analytisch für einen Riesling ganz schön trocken, aber er verfügt aufgrund seiner delikaten, völlig unaufgesetzt wirkenden Frucht trotzdem über viel Charme. Auf seiner Zutatenliste findet sich weder CMC noch Gummi arabicum noch sonst irgendein Quatsch, und chaptalisiert wurde er offenkundig auch nicht. Ein Gutsriesling, wie ich ihn mir wünsche - besser geht es in dieser Preisklasse wohl kaum!

Herzliche Grüße

Bernd

Re: Lisa Bunn

Verfasst: Mo 21. Sep 2026, 21:52
von Bernd Schulz
Jetzt liegt Lisa Bunns 25er Grauburgunder in meinem Glas:

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Der Weißburgunder gefällt mir noch besser, aber auch der Grauburgunder zeigt, dass 2025 bei Lisa Bunn offenbar ein erfreulicher Jahrgang war - wenn Grauburgunder aus Rheinhessen, dann so! Alle Komponenten greifen schön ineinander, und für einen Wein, der nicht einmal 10 Euro kostet, wird hier eine Menge geboten. Ganz hervorragend kann ich ihn mir als Essensbegleiter vorstellen, da er über genug Kraft und Dichte verfügt, um neben Gerichten aus hellem Fleisch oder Geflügel bestehen zu können.

Herzliche Grüße

Bernd

Re: Lisa Bunn

Verfasst: Mi 23. Sep 2026, 21:30
von Bernd Schulz
Mit halbtrockenen Roséweinen kann man mich normalerweise jagen, aber nachdem Florian Weingart (mir) gezeigt hat, dass ein Rosé durchaus eine gewisse Dosis Restzucker aufweisen kann, ohne in den üblichen Kitsch abzugleiten, macht mir auch Lisa Bunns 25er Rosé mit seinen 7 Gramm Restzucker pro Liter einigen Spaß:

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Das ist kein Wein, den ich jeden Abend trinken möchte, aber so ab und an mal kann er aus meiner Perspektive durchaus eine erfreuliche (und in seiner besonderen, mit dem üblichen Supermarktstil überhaupt nicht vergleichbaren Art) auch ungewöhnliche Abwechslung darstellen. Vieles bis fast alles geht - wenn es nur hinreichend qualitätsbewusst gemacht ist....

Herzliche Grüße

Bernd

Re: Lisa Bunn

Verfasst: Mi 23. Sep 2026, 21:53
von Ralf Gundlach
Bernd Schulz hat geschrieben: ↑Mi 23. Sep 2026, 21:30 Mit halbtrockenen Roséweinen kann man mich normalerweise jagen, aber nachdem Florian Weingart (mir) gezeigt hat, dass ein Rosé durchaus eine gewisse Dosis Restzucker aufweisen kann, ohne in den üblichen Kitsch abzugleiten, macht mir auch Lisa Bunns 25er Rosé mit seinen 7 Gramm Restzucker pro Liter einigen Spaß:

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Das ist kein Wein, den ich jeden Abend trinken möchte, aber so ab und an mal kann er aus meiner Perspektive durchaus eine erfreuliche (und in seiner besonderen, mit dem üblichen Supermarktstil überhaupt nicht vergleichbaren Art) auch ungewöhnliche Abwechslung darstellen. Vieles bis fast alles geht - wenn es nur hinreichend qualitätsbewusst gemacht ist....

Herzliche Grüße

Bernd
Hallo Bernd,

ich glaube, das wäre nix für mich. Warum füllt die Frau Bunn diesen Rose mit 7 Gramm Restzucker ab wie die meisten Ticke-Tacke-Winzer in Deutschland? Sowas verstehe ich dann aus rein qualitativen Ansprüchen nicht. Aber, und das ist wahrscheinlich die Erklärung verkauft er sich so besser.

Gruß

Ralf

Re: Lisa Bunn

Verfasst: Mi 23. Sep 2026, 22:03
von Bernd Schulz
Hallo Ralf,
Ralf Gundlach hat geschrieben: ↑Mi 23. Sep 2026, 21:53 Warum füllt die Frau Bunn diesen Rose mit 7 Gramm Restzucker ab wie die meisten Ticke-Tacke-Winzer in Deutschland?
Gemäß meiner Vermutung hat Lisa Bunn den Wein mit 7 Gramm Restzucker abgefüllt, weil es ihr diesmal als zum Grundmaterial besonders gut passend erschien.
Ralf Gundlach hat geschrieben: ↑Mi 23. Sep 2026, 21:53 Sowas verstehe ich dann aus rein qualitativen Ansprüchen nicht.
Was genau hat der Restzuckergehalt mit qualitativen Ansprüchen zu tun? Ich dachte eigentlich, über die simple Gleichung "trocken = gut" wären wir schon einigermaßen hinweg.....

Herzliche Grüße

Bernd

Re: Lisa Bunn

Verfasst: Mi 23. Sep 2026, 22:16
von Ralf Gundlach
Bernd Schulz hat geschrieben: ↑Mi 23. Sep 2026, 22:03 Hallo Ralf,
Ralf Gundlach hat geschrieben: ↑Mi 23. Sep 2026, 21:53 Warum füllt die Frau Bunn diesen Rose mit 7 Gramm Restzucker ab wie die meisten Ticke-Tacke-Winzer in Deutschland?
Gemäß meiner Vermutung hat Lisa Bunn den Wein mit 7 Gramm Restzucker abgefüllt, weil es ihr diesmal als zum Grundmaterial besonders gut passend erschien.
Ralf Gundlach hat geschrieben: ↑Mi 23. Sep 2026, 21:53 Sowas verstehe ich dann aus rein qualitativen Ansprüchen nicht.
Was genau hat der Restzuckergehalt mit qualitativen Ansprüchen zu tun? Ich dachte eigentlich, über die simple Gleichung "trocken = gut" wären wir schon einigermaßen hinweg.....

Herzliche Grüße

Bernd
Hallo Bernd,

bei Rose sehe ich es anders in der Regel, so ähnlich wie bei Roten. Ich kann mit Restzucker in der Höhe in Roses nix anfangen genau wie in Rotweinen. Es mag mal interessante Ausnahmen geben wie anscheinend bei Florian Weingart. Aber generell verstehe ich trotzdem nicht, warum man das machen muss. Aber ich muss es ja auch nicht verstehen. Aber ich denke schon, dass es auch mit dem Absatz zu tun hat. Roses mit Restsüsse verkaufen sich wahrscheinlich besser. Als ich bei Stubits im Buschenschank war gab es dort auch einen Rose mit ordentlich Restsüsse, der dort vor allem von den Damen sehr rege konsumiert wurde.

Gruß

Ralf

Re: Lisa Bunn

Verfasst: Mi 23. Sep 2026, 22:25
von Schönibert
Ich folge euch erstmal aufmerksam im Hintergrund bei diesem spannenden Diskurs, aber ich habe (i) eine sehr eigene Ansicht zu nicht ganz mehr trockenem sowie zu übertrockenem Rosé und (ii) langjährige Beobachtungen von Veranstaltungen wie insbesondere dem Freitags-Börsenwein oder dem Rheingauer Weinmarkt in Frankfurt, bei dem von sehr jung bis sehr alt alles dabei ist.

Re: Lisa Bunn

Verfasst: Mi 23. Sep 2026, 22:33
von Bernd Schulz
Ralf Gundlach hat geschrieben: ↑Mi 23. Sep 2026, 22:16 .....bei Rose sehe ich es anders in der Regel, so ähnlich wie bei Roten. Ich kann mit Restzucker in der Höhe in Roses nix anfangen genau wie in Rotweinen. Es mag mal interessante Ausnahmen geben wie anscheinend bei Florian Weingart. Aber generell verstehe ich trotzdem nicht, warum man das machen muss.....
Hallo Ralf,

in der Regel sehe ich es bei Rotweinen und Rosés kaum anders, aber es gibt nun mal (für mich) die Ausnahmen, welche die Regel bestätigen.
Ralf Gundlach hat geschrieben: ↑Mi 23. Sep 2026, 22:16 Aber ich denke schon, dass es auch mit dem Absatz zu tun hat. Roses mit Restsüsse verkaufen sich wahrscheinlich besser.
Dass es mit dem Absatz zu tun hat, denke ich im Falle des Bunnschen Rosés aus 2025 ehrlich gesagt überhaupt nicht. Denn auf dem Etikett fehlt sehr ehrlicherweise :!: die Bezeichnung "trocken" - und das ist mittlerweile hierzulande ein deutliches Manko im Hinblick auf den Absatz...

Herzliche Grüße

Bernd

Re: Lisa Bunn

Verfasst: Mi 23. Sep 2026, 22:38
von EThC
...grundsätzlich wird's auch möglich sein, bei 7 g/l RZ (und genügend Säure) was für mich Animierendes in rosa in Flasche und Glas zu bekommen, aber als selbstverständlich ordne ich das nicht mehr ein, weshalb ich's blind auf keinen Fall kaufen würde...

Re: Lisa Bunn

Verfasst: Do 24. Sep 2026, 10:17
von UlliB
Bernd Schulz hat geschrieben: ↑Mi 23. Sep 2026, 22:33 [...] auf dem Etikett fehlt sehr ehrlicherweise :!: die Bezeichnung "trocken" - [...]
Das ist nicht unbedingt "ehrlicherweise", sondern vielleicht rechtlich geboten. Es ist nämlich keineswegs so, dass ein Wein mit 7 Gramm Restzucker automatisch die Bezeichnung trocken tragen darf. Das gilt nur, wenn der Restzuckergehalt nicht mehr als 2 Gramm höher ist als der Säuregehalt. Und da kommt es durchaus auf die Nachkommastelle an, und die weist die Homepage von Lisa Bunn nicht aus.

Außerdem gibt es da eine Inkonsistenz: da steht in der Weinbeschreibung beim Restzucker zwar 7 g/L, bei den Nährwertangaben aber bei Zucker 0,9g/100mL, was 9 g/L entsprechen würde, und damit wäre der Wein rechtlich gesehen nicht mehr trocken. Was da nun stimmt, müsste man bei der Winzerin fragen.

Aber zum eigentlichen Thema: Restzuckergehalte in der Gegend von 6 oder 7 Gramm sind bei deutschem Rosé auch bei absoluten Topbetrieben nicht ungewöhnlich. Nach wirklich trockenem Rosé muss man schon ein wenig suchen, und das nicht nur bei deutschen Produkten.

Gruß
Ulli