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Re: Burgund 2014
Verfasst: So 6. Mär 2022, 22:51
von Créot
Lecheneaut Nuits St. George 2014
Richtig gut. Wunderbar zarte und trotzdem intensive Nase mit Waldhimbeere, Minze, Kirsche und Blüten, tolle Tiefe. Richtig gut. Im Mund süß-herbe Sauerkirsche – eigentlich Sauerkirsche in allen Dimensionen, als Saft, als mürbes Fruchtfleisch, etwas Kirschkern (aber kein Likör); tolle Tiefe, schöner Zug, viel Energie, sehr gute Länge. Richtig guter Village, der sich geschmacklich recht klar auf der Vosne-Seite verortet. Es bleibt nur eine Frage: Wie konnte ich so doof sein zum Kurs von 23Euro/Fl. nur 2 Flaschen gekauft zu haben...

Re: Burgund 2014
Verfasst: So 24. Jul 2022, 22:16
von albarello
Heute ein Wein im Glas, den ich vor einigen Jahren bei einem Weinhändler in Dijon gekauft habe:
Givry rouge 2014, Domaine Ragot
Besonders viele Informationen konnte ich zur Domaine leider nicht finden - ganz offensichtlich hat jedoch ein re-branding stattgefunden, zusammen mit einem "upgrade" der website, "renaming" der Weine (den Eindruck eines simplen Villages soll wohl kein Wein mehr machen), "redesign" der Etiketten, das volle Programm.
Muss ich erwähnen, dass mich PR Raketen nicht sonderlich beeindrucken?
Der Wein selbst ist sicher auf der artisanalen Seite und eher zupackend/kräftig als elegant. Trotzdem gefällt er mir von der Stilistik her gar nicht mal so schlecht. Nachdem sich die animalischen Noten vom Beginn etwas verflüchtigt haben, ist die Nase eher auf der blaubeerigen, denn auf der rotbeerigen Seite. Gut stützendes Säuregerüst im Gaumen, Abgang tiptop. Aber woran es ihm mangelt, ist halt die Vielschichtigkeit.. da läuft wirklich nicht viel.
Kann man von einem roten Village aus Givry mehr verlangen? Ich weiss es nicht - da fehlt mir die Erfahrung.
In summa: Gut gemachter Basiswein, bei 20 EUR fürs Burgund gar nicht mal so schlechtes PGV - aber eben.
87 AP
Cheers, Albarello
Re: Burgund 2014
Verfasst: Di 9. Mai 2023, 21:43
von amateur des vins
Heute getrunken:
Dom. Boussey, Monthelie 1er Cru Les Champs Fulliots 2014
Relativ helle Robe, leicht orange Tendenz, leicht trüb.
In der Nase etwas Herbstwald und Pilze, aber durchaus auch (Rest-) Frucht: zunächst Amarenakirsche, später mehr (eingelegte) Erdbeere und Süßkirsche. Etwas "fruchtsüß" (obwohl ganz trocken); dabei keineswegs überreif, sondern mit ausgewogener Reife. Knapp mittelgewichtig; dafür recht kräftige Tannine, die das ganze ein wenig aus dem Gleichgewicht bringen. Milde, aber ausreichende Säure.
Garnicht schlecht! Stimmiger und weniger fragil (bezogen auf die Temperatur), als ich
den 2013er in (verblaßter) Erinnerung habe, und eher androgyn als maskulin. Gemessen an der bereits ganz leicht tertiären Erscheinung, werden sich die Tannine nicht mehr auswachsen, ehe der Wein zerfällt. Andererseits sind sie auch nicht sooo heftig, wenn auch für einen Pinot dieser Substanz etwas prominent. Kleiner Burgunder, der Spaß macht!
Re: Burgund 2014
Verfasst: Fr 6. Okt 2023, 14:20
von EThC
Sehr schöner, vor allem auch nach 9 Jahren völlig kleberfreier Natur-Pinot:

Re: Burgund 2014
Verfasst: Sa 4. Nov 2023, 11:39
von UlliB
Puligny-Montrachet 2014 (Francois Carillon) 13%Vol. Helles Goldgelb. Zunächst fast stumm, blüht der Wein mit etwas Wärme und Luft im großen Glas schön auf, bleibt aber über knapp drei Stunden verfolgt immer noch sehr zurückhaltend. Feine Zitrusnoten, kalkig-mineralisch, ganz leise untermalt von etwas Neuholz. Erste, passende Reifetöne. Sehr gut, aber wer beim Chardonnay auf hohe Intensität steht, wird mit diesemem Wein nicht glücklich werden. Alles ist leise, dezent, feingliedrig.
Gruß
Ulli
Re: Burgund 2014
Verfasst: Mo 1. Apr 2024, 23:00
von EThC
...ich weiß nicht, ob andere Jahrgänge attraktiver sind, der 14er ist jedoch aus meiner Sicht recht unspektakulär und animiert mich nicht dazu, für was aktuelles 60 Euronen auszugeben...

Re: Burgund 2014
Verfasst: Di 4. Jun 2024, 19:03
von EThC
...10 Jahre schwefelfrei, ob das gutgeht?

Re: Burgund 2014
Verfasst: Sa 2. Mai 2026, 17:30
von EThC
...neulich der erste von 3 Pinots zum Bœuf bourguignon:
2014er
[Pinot noir] – Vosne-Romanée AC, Domaine Berthaut-Gerbet

Re: Burgund 2014
Verfasst: So 30. Aug 2026, 18:59
von Schönibert
2014 Jean-Jacques Confuron Côte de Nuits Villages La Montagne
Der Wein ist von Anfang an voll da und strahlt eine Wärme aus, die ich bei früheren Flaschen nicht so wahrgenommen hatte. Und ich bin hier mittlerweile definitiv im Wald unterwegs mit Unterholz, beginnend fallendem Laub, erdigen Aromen oder Champignon, und nicht mehr im Fruchtkorb. Auf der Mittelstrecke zieht das Tanin immer noch ganz gut. In der Nase kommt dann später auch Leder. Und Gewürze, hier ist sowas wie Wacholderbeeren drin und Piment-Pfeffer.
Re: Burgund 2014
Verfasst: Di 15. Sep 2026, 18:13
von Gaston
Gaston hat geschrieben: ↑Do 27. Jan 2022, 13:59
Neulich im Glas:
Bourgogne rouge 2014, Leroy
Der "Basis"-Pinot von Leroy. Tolle, verführerische, harmonische, sehr edel wirkende Nase. Am Gaumen extrem harmonisch und balanciert, aromatisch sehr fein und elegant, von mittlerer Statur, feiner Säurenerv, komplett stimmige Struktur, grossartig zu trinken, gar nicht kompliziert, natürlich keine Mega-Tiefe oder Komplexität, dennoch hervorragend.
Punktemässig wäre ich hier bei 90-91 P., und ich mag mir gar nicht vorstellen, was in den höheren Leroy-Ligen für Qualität im Glas ist, wenn mir schon dieser einfache Bourgogne dermassen gefällt.
Ich hab mal kurz gegoogelt: der 2017er Bourgogne rouge kostet im Handel derzeit etwa 120-130 €. Villages kosten das vier bis fünffache, bei 1er Crus aufwärts sind wir bereits im vierstelligen Bereich. Das ist natürlich aberwitzig und selbstverständlich völlig jenseits meiner Möglichkeiten. Irgendwie frustriert mich angesichts der Preise und also quasi Unerreichbarkeit so ein positives Burgund-Erlebnis fast mehr, als die ganzen mässigen Bugunder, die man ja auch hin und wieder erwischt.
So, am Wochenende mit Freunden die letzte von insgesamt 6 Flaschen dieses Weines geköpft. (Ich habe mir den Karton mit einem Freund geteilt, und wir haben alle Flaschen gemeinsam getrunken). Zunächst zu dieser Flasche: absolut grandios! Harmonisch und elegant, gleichzeitig viel Substanz und auch Tiefe, enorme Länge. Wir waren begeistert.
Allerdings fällt die Gesamtbilanz der 6 Flaschen ernüchternd aus. Von den 6 Flaschen waren 2 grandios (die Erste und die Letzte), 2 Flaschen liessen uns eher ratlos zurück (Korkschleicher?) und 2 Flaschen waren nicht zu trinken, einmal massiver Kork, einmal oxidiert. Überhaupt erschien mir die Korkqualität mässig - für das relativ junge Alter ziemlich durchnässt, einmal sogar ganz locker sitzend und leicht aus dem Flaschenhals ausgetreten. Angesichts des Renommés des Weinguts äusserst enttäuschend.