Seite 7 von 8

Re: Wein und Hausmannskost

Verfasst: So 6. Sep 2026, 14:22
von amateur des vins
Bernd Schulz hat geschrieben: So 6. Sep 2026, 14:16 Je nach Zubereitung des Haarwilds funktioniert eine restsüße Rieslingspätlese für mich sehr gut als Begleitung, wenn sie schon mindestens 20 (besser 30) Jahre auf dem Buckel hat. Junge, noch primärfruchtige Spätlesen dagegen passen nach meinem Geschmack weder zu Wild noch zu sonstigen Fleischgerichten.
Ich werde es bei Gelegenheit mal wieder probieren...

Re: Wein und Hausmannskost

Verfasst: So 6. Sep 2026, 16:10
von Schönibert
Es passt nicht mehr wirklich hier rein, aber weil wir grad so schön im Thema was passt wozu sind. Meine literarische Neuerwerbung unterhält den Leser diesbezüglich sehr gut. Sie empfiehlt zu trockenem Sherry Folgendes:

- Oliven,
- Spargel (hier wird grüner gemeint sein),
- Kaviar und
- Schildkrötensuppe. Aha! Meinungen? Mal eine an- oder aufsetzen? 😅 Ich habe ein altes Kochbuch, den Walterspiel, darin gibt es ein sehr anschaulich beschriebenes Rezept zur Zubereitung.

Nota bene: Ölsardinen werden zum Sherry hingegen nicht explizit empfohlen, was mich zugegebenermaßen schon etwas enttäuscht. Nun denn. 😄 Wenigstens krieg ich damit wieder die Kurve zur Hausmannskost.

Re: Wein und Hausmannskost

Verfasst: So 6. Sep 2026, 16:40
von UlliB
Schönibert hat geschrieben: So 6. Sep 2026, 16:10 - Schildkrötensuppe. Aha! Meinungen? Mal eine an- oder aufsetzen? 😅
Das Thema hat sich ja glücklicherweise erledigt.
Ich habe ein altes Kochbuch, den Walterspiel, darin gibt es ein sehr anschaulich beschriebenes Rezept zur Zubereitung.
Ach ja, Walterspiel, und das Restaurant "Erbprinz" in Ettlingen. In den 60ern war das eines der ersten Restaurants in Deutschland, das einen Michelin-Stern bekam. Und jeder, der damals zur High Society gehörte oder meinte, dazuzugehören, musste dort mal einkehren.

Der Standard zur Eröffnung eines Menus war da tatsächlich die Schildkrötensuppe, die galt seinerzeit kulinarisch als das non-plus-ultra. Vor einigen Jahren habe ich in der Zeit ein Interview mit einem Koch gelesen, der damals dort gearbeitet hat. Der hat berichtet, dass die Suppe tatsächlich aus Lacroix-Dosen kam (heute unvorstellbar für eine besternte Küche), die wurde lediglich mit etwas Sherry verfeinert, mit einer Sahnehaube versehen, und diese mit ein wenig Curry bestäubt. Im Hof des Restaurants hätten sich die leeren Dosen zu Bergen getürmt. :mrgreen:

Gruß
Ulli

Re: Wein und Hausmannskost

Verfasst: So 6. Sep 2026, 17:13
von maha
Bin ich der einzige der zu nem Pfälzer Teller (Saumgen, Bratwurst, Leberknödel, Sauerkraut, Bratkartoffeln) einen Riesling bevorzugt? Ich würde sogar so weit gehen zu sagen daß das in der Pfalz die einzig zugelassene Kombi ist :lol: :lol: (Herr S. Bitte um Meinungen 8-))

Re: Wein und Hausmannskost

Verfasst: So 6. Sep 2026, 17:43
von UlliB
maha hat geschrieben: So 6. Sep 2026, 17:13 Bin ich der einzige der zu nem Pfälzer Teller (Saumgen, Bratwurst, Leberknödel, Sauerkraut, Bratkartoffeln) einen Riesling bevorzugt? Ich würde sogar so weit gehen zu sagen daß das in der Pfalz die einzig zugelassene Kombi ist :lol: :lol: (Herr S. Bitte um Meinungen 8-))
Ich bin zwar nicht Herr S., aber das sehe ich auch so.

Aber bitte als Riesling nicht irgendwelches superfeines Zeug und erst recht kein GG, sondern einen authentischen Literwein. Rustikal zu rustikal, das passt.

Spindler in Forst ist für so etwas eine gute Adresse - sowohl für das Essen als auch für den dazu passenden Wein.

Gruß
Ulli

Re: Wein und Hausmannskost

Verfasst: So 6. Sep 2026, 18:19
von EThC
maha hat geschrieben: So 6. Sep 2026, 17:13 Bin ich der einzige der zu nem Pfälzer Teller (Saumgen, Bratwurst, Leberknödel, Sauerkraut, Bratkartoffeln) einen Riesling bevorzugt? Ich würde sogar so weit gehen zu sagen daß das in der Pfalz die einzig zugelassene Kombi ist :lol: :lol: (Herr S. Bitte um Meinungen 8-))
...bin zwar kein Pfälzer, aber ich kenne einen... :mrgreen:
Und ja, gerne mit Riesling, wobei ich je nach Machart nicht auf rustikale Riesling beschränkt bin, zu zart besaitet darf er aber auch nicht sein...

Re: Wein und Hausmannskost

Verfasst: So 6. Sep 2026, 19:00
von Schönibert
UlliB hat geschrieben: So 6. Sep 2026, 10:55 Gerade gestern gab es bei uns Nürnberger mit Sauerkraut und Bauernbrot. Dazu gab es norddeutsches Bier, das passte perfekt ;)
Ich werf das von Ulli in die Runde. Wäre grundsätzlich intuitiv auch bei dem eher rustikalen (süd)pfälzer Riesling. Aber ein gutes Bier macht hier doch auch den Job. Und jetzt Feuer frei, ich bin in Stellung! 💪

Re: Wein und Hausmannskost

Verfasst: So 6. Sep 2026, 19:13
von UlliB
Schönibert hat geschrieben: So 6. Sep 2026, 19:00
UlliB hat geschrieben: So 6. Sep 2026, 10:55 Gerade gestern gab es bei uns Nürnberger mit Sauerkraut und Bauernbrot. Dazu gab es norddeutsches Bier, das passte perfekt ;)
Ich werf das von Ulli in die Runde. Wäre grundsätzlich intuitiv auch bei dem eher rustikalen (süd)pfälzer Riesling. Aber ein gutes Bier macht hier doch auch nen guten Job. Und jetzt Feuer frei, ich bin in Stellung! 💪
Naja, bei Nürnbergern, Sauerkraut und fränkischem Bauerbrot (mit viel Kümmel!) wäre ich weinmäßig tatsächlich eher bei Silvaner unterwegs, aber auch hier nur der rustikale Typ. Knalltrocken, nicht viel Alkohol, und knackig.

Aber die Bieralternativen vor Ort sind gewaltig. Dutzende von Klein- und Kleinstbrauereien. Unfiltriertes Kellerbier, oder auch Rauchbier (ab dem dritten schmeckt es angeblich), oder Dunkles, die Bandbreite ist enorm. Und passt meistens besser als Wein.

Gruß
Ulli

Re: Wein und Hausmannskost

Verfasst: So 6. Sep 2026, 19:29
von Schönibert
Riesling bezog (s)ich auf den Pfälzer Teller, Ulli.

Zu Nürnbergern mit Kraut und sehr gern stark gekümmelten Brot würde ich gar keinen Wein trinken sondern nur fränkisches Bier. Ohne Rauch.

Re: Wein und Hausmannskost

Verfasst: So 6. Sep 2026, 19:40
von UlliB
Schönibert hat geschrieben: So 6. Sep 2026, 19:29 Riesling bezog (s)ich auf den Pfälzer Teller, Ulli.
Ah, danke, das war mir nicht klar.
Zu Nürnbergern mit Kraut und sehr gern stark gekümmelten Brot würde ich gar keinen Wein trinken sondern nur fränkisches Bier. Ohne Rauch.
Mit dem Rauchbier ist es für mich nicht so einfach.

Da gibt es welche, bei denen ich denke, dass die nur jemandem gefallen können, der vorher ein paar Marlboro reingezogen hat.

Aber die sind nicht alle so. Das Bamberger "Spezial" ist vergleichweise moderat, und bei dem gefällt mir tatsächlich schon das zweite Glas ;)

Gruß
Ulli