Hallo zusammen,
Freitag bestand mal wieder die Gelegenheit, einige 2011er Côte de Nuits Pinots ausgezeichneter Erzeuger bei Norbert Müller zu probieren, nämlich von
Thibault Liger-Belair,
Jean Tardy und
Follin-Arbelet. Um es gleich vorwegzunehmen: die Probe war der Oberknaller und lässt mich ganz neu über den Jahrgang nachdenken. Gerade Thibault hat auch 2011 wieder absolute Wunderwerke in die Flasche gezaubert, wenn auch einige Weine derzeit noch etwas reduziert und schwefelig sind.
1. Ouverture: Thibault Liger Belair Hautes Côtes und Bourgogne
Der
2011 Hautes-Côtes de Nuits "Le Clos de Prieuré" war wie schon in den Vorjahren sehr gut gelungen, klar, präzise, fein und knackig in der Säure und im Tannin. Der
2011 Bourgogne "Les Grands Chaillots", den ich in den Vorjahren stets herausragend fand, fand ich dieses Mal hingegen sehr schwierig, hielt ihn zunächst fälschlicherweise für korkig, das war aber nur schwefelige Reduktion, die auch mit Luft nicht ganz weggehen wollte. Anderen hat der Wein sehr gut gefallen, ich konnte mich auch am Ende beim Nachprobieren nicht so begeistern wie für denselben Wein aus 2008, 2009 und 2010.
2. Nuits St. Georges/Vosne Romanée Villages von Thibault Liger Belair und Jean Tardy
Als nächstes hatten wir jeweils einen Nuits St. Georges und einen Vosne-Romanée von Thibault und von Jean Tardy. Die beiden Jean Tardy Weine, die ich jeweils vorher schon probiert hatte, haben sich mittlerweile gefangen und sind jetzt wirklich gut. Sehr würzig in der Nase, noch mit etwas Holz, aber sehr fein und spannend. Im Mund sehr schlank, aber mit exzellenter Struktur, wie mit dem Lineal gezogen.
Die beiden Thibaults waren auch exzellent, wobei der Nuits St. Georges "La Charmotte" aktuell recht stark vom Holz und auch noch etwas von der Reduktion geprägt ist. Aber da wächst tolles heran. Die unbestreitbare Klasse ist auch beim Vosne-Romanée "Aux Réas" erkennbar, der Wein ist richtig toll, aber leider auch richtig teuer

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Insgesamt waren das vier spitzenmäßige Weine, bei denen Unterschiede zwischen Nuits St. Georges und Vosne-Romanée gut zu erkennen waren, wobei der Nuits St. Georges Bas de Combe auch ein Vosne-Romanée sein könnte (und auch geografisch an der Grenze liegt).
3. Das große Finale
Zum Ende wurde dann noch ein Feuerwerk gezündet, das einem schmerzhaft vor Augen geführt hat, warum für die besten Burgunder Pinot Noirs so ein hoher Preis verlangt wird. Das Trio aus
Liger-Belair 2011 Nuits St. Georges 1er Cru Les St. Georges,
Liger-Belair 2011 Clos de Vougeot und
2011 Follin-Arbelet Romanée St. Vivant war einfach Weltklasse. Der Les St. Georges war schon voll da, sehr üppig in der Nase, vollmundig am Gaumen, irre mineralisch, wunderbar strukturiert. Da bleiben kaum Wünsche offen. Der Clos de Vougeot war etwas zurückhaltender, hatte aber alle Anlagen des Les St. Georges und vielleicht sogar noch ein paar mehr. Der Follin-Arbelet RSV war fast so gut wie der außerirdische RSV aus 2010, vielleicht nicht ganz so unmittelbar faszinierend, aber die Unterschiede sind klein.
