Hallo Weinforum,
es begab sich am 09. Juni 2004. Andreas Ansat auf seiner Reise quer durch
die Republik machte Station in Bochum. Grund und Anlass diesen Besuch mit
einer entsprechenden Probe zu begehen. Mehrfach hin und mehrfach zurück
gemailt kam dann irgendwann das Angebot neben dem Besuch auch noch eine
Vieille Julienne Präsentation durchzuführen. Es bedurfte keiner Sekunde des
Überlegens dieses Angebot mit Freude anzunehmen. Schnell war der
entsprechende Interessentenkreis zusammen, der Livingroom Bochum HYPERLINK
"http://www.livingroom-bochum.de"www.livingroom-bochum.de stellte uns
gewohnt grosszügig Räumlichkeit, Gläser, Kühlung und Personal und so ging es
dann nur noch um die Weinauswahl des zweiten Teils der Probe. Der erste Teil
war ausschliesslich den Weinen der Domaine de la Vieille
Julienne vorbehalten und beim zweiten Teil sollten diejenigen die
entsprechendes im Keller hatten damit zum Gelingen der Probe beitragen. F ür
einen Teil wurde ganz in klassischer Genussscheinmanier ein Weinpool
gegründet (aufgelöst und ausgetrunken dann am 09. Juni).
So begaben sich dann Christine Othmer, Harald Goehlich, Norbert Kreutzer,
Thomas Slawinski, Georg Boening, Georg Bittner, Peter Stobbe, Irmgard und
Bernd Pettrup, Uwe Aust, Tino Seiwert, Andreas Ansat und meiner einer auf in
den Kampf mit rund 27 Weinen.
Stimmen zu den Weinen einiger Teilnehmer im einzelnen (zu den ersten Weinen
haben sich Norbert und Georg ja schon im Forum geäussert, daher hier nur
noch einige kleine Anmerkung meinerseits):
Teil 1 Vieille Julienne Probe
1.) 2003 VJ Vin de Pays Les Fief Rosé
schöner klarer, frischer Rose mit einfachem Trinkvergnügen und als Begleiter
eines Grillabends bestens geeignet
Uwe Aust: 86
2.) 2003 VJ Cotes du Rhone blanc
für mich das erste mal, dass ich weissen CdR von Vieille Julienne probierte.
Eine mehr als positive Überraschung war dieser weisse aus Clairette und
Marsanne. Klar, eindringlich, konzentriert und von präsenter gelber Frucht
dominiert, zeigte er sich schon jetzt charmant unkompliziert und
hervorragend zu trinken. So macht auch weisser CdR richtig spass (85-86)
Uwe Aust: 84
3.) 2000 VJ Vin des Pays Les Fief
Sehr charmanter und wenig komplizierter Südfranzose aus Cabernet-Sauvignon,
Syrah und Merlot. (83-84)
Uwe Aust: 82
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/>4.) 2001 VJ Vin des Pays Classipue
Die zweite VdP Linie mit 50% C-S und 50% Syrah. Wirkt strukturierter als
sein Vorgänger. Lebt sicherlich auch vom Jahrgang. Ganz klare rote Noten und
eine sehr gute Frucht. Tolles Ergebnis für einen VDP (87-88)
Uwe Aust: 86
5.) 2002 VJ Cotes du Rhone
Einer der besseren 2002er Cotes du Rhone. Sicherlich typisch für den
Jahrgang mit seiner etwas härteren Art aber ausreichend Frucht und
Kräuterkomponenten für einen klassischen CdR (84-85)
Uwe Aust: 83
6.) 2002 VJ Châteauneuf-du-Pape
Ebenfalls sehr klassisch mit seiner etwas kernigeren Art und den typischen
Kirschenoten die von kräutrigen Komponenten begleitet werden. Kompakt und
ausreichend strukturiert wird er in den nächsten 5 bis 8 Jahren vergnüglich
unkomplizierten Trinkgenuss bieten. Für den Jahrgang mehr als
erstaunlich (87+)
Uwe Aust: 87
7.) 2001 VJ Cotes du Rhone Vieilles Vignes
Sicherlich einer der besten Cotes du Rhone 2001. Ganz typisch dunkle Noten
und rote Frucht von Kirschen, charmant, dicht und strukturiert. Der macht
über die nächsten Jahre noch viel Vergnügen. (88-90)
Uwe Aust: 89
8.) 1999 VJ Chateauneuf du Pape
Wunderschöner Chateauneuf mit seinen süssen Kirscharomen und seiner jetzt
charmant, samtigen Art. Von guter Struktur und ausreichend Körper für mehr
als ein Jahrzehnt. (90-91)
Uwe Aust: 91
9.) 2001 VJ Chateauneuf du Pape
Präsentiert sich ein stück dichter und körperreicher als sein Vorgänger.
Konzentrierter in der roten Fruchtgewürzmischung, dezente Noten von Tabak
und Schoko. (91-92+)
Uwe Aust: 92
10.) 2001 Domaine de la Vieille Julienne Chateauneuf du Pape Vieilles Vignes
Welch ein gewaltiger Sprung. Ein riesiges Volumen, enorme Konzentration und
Kraft, grosse schwarze Noten von Kaffee, Schoko, Mokka und roten und
schwarzen Beeren. Tief, lang anhaltend und mit einem seidig dichten Kleid.
Ein riesen Wein! (97+)
Uwe Aust: 97-98+
Das Menue (Carpaccio vom Hirschrücken mit Pfifferlingen; Rinderfilet auf
getrüffeltem Risotto an Balsamico-Rosmarinjus und buntem Gemüse der Saison
und eine Auswahl an französischen Rohmilchkäsen) des Livingroom unterbrach
zwar erst etwas später unsere Probe, aber ab hier beginnt die Zählung der
Weine wieder von neuem und daher dieser kleine Einschub.
Weiter gings mit dem zweiten Teil der Probe, bei dem Christine Othmer,
Harald Goehlich, Georg Bittner, Thomas Slawinski und Bernd Pettrup den
Weinpool bildeten und die anderen Spender bei ihren jeweiligen Weinen
genannt werden.
1.) 1981 Guigal Cote Rotie La Landonne (von Norbert Kreutzer)
sehr reife Noten, Tabak, Leder, Kaffee, präsente Säure, erstaunliche Kraft
für diesen Jahrgang der nördlichen Rhone, richtig gut (88-89)
Uwe Aust:
Gereifter Syrah in der Nase. Speck und Raucharomen. Zerfällt recht schnell.
Aufziehen und in großen Schlücken trinken. Besser als die 84 PP.
88 UA Punkte
Georg Bittner:
Erheblicher Bodensatz, nicht klar. In der Nase getrocknete Pflaumen,
Räucherspeck, Teer, Gewürze. Leichter Hauch von flüchtiger Säure. Mittlerer
bis voller Körper mit einem Touch süßer Frucht und angenehm präsent er Säure.
Im Nachgeschmack tauchen die bereits im Bouquet erkennbaren Rauchnosen
wieder auf. Nach einigen Minuten beginnt die Nase Auflösungserscheinungen zu
zeigen. Trotzdem ist der Wein in einem so guten Zustand, wie man ihn bei
diesem eher mittelmäßigen Jahrgang nicht unbedingt erwarten konnte.
89 GBP
Norbert Kreutzer:
Rubinrote Farbe mit leicht braunen Rändern, in der Nase deutlich gereift,
Waldboden, Pilze, Räucherspeck, würzige Noten, im Mund mittlerer Körper,
reife Frucht, hat immer noch Schmelz, im Vergleich zu dem Ende letzten
Jahres getrunkenen La Mouline 81 eine etwas zu hohe Säure, hat aber eine
schöne Länge, im Mund gibt es aber zunehmend morbide Ansätze, er zerfällt
nach einiger Zeit im Glas, anfangs 89 NK Punkte, später nur noch 87 NK
Punkte, dennoch ein in Würde gereifter Wein aus einem nicht besonders großen
Jahr, aber deutlich besser als die ihm von RP zugebilligten 84 Punkte
2.) 1994 J L Chave Hermitage (von Uwe Aust)
stark erdige Noten, dunkle Aromen, Pfeffer, Kraft, Volumen, schwarze
Kirschen (90-91+)
Uwe Aust:
Deutliche Spur von reifer Syrahfrucht. Elegant und doch Kraftvoll. Wird wohl
bei weiterer Lagerung noch besser werden.
91+ UA Punkte
Georg Bittner:
Intensive Nase von dunklen Beerenfrüchten, Rauch und Gewürzen. Nicht mehr
gänzlich jung, aber noch weit von seiner Reife entfernt. Mittel- bis
schwergewichtig und mit exzellenter Konzentration. Würzige Beerenfrucht.
Guter Biß durch schöne Säurestruktur und feines Tannin. Kraftvoll und
trotzdem elegant und mit einem langen Abgang. So stelle ich mir Weine von
der nördlichen Rhône vor. Schon jetzt gut zu trinken.
93 Punkte.
Norbert Kreutzer:
Rubinrote Farbe mit aufhellenden Rändern, in der Nase für einen 94er
Hermitage erstaunlich reif, sehr offen, eher leichtgewichtig, im Wein ein
schöner, eher mittelgewichtiger Stoff, reif, sauber, aber in der Mitte sehr
viel Säurespitzen, ihm mangelt es an jeglichem Charme, aber das geht auch im
Hermitage besser, schön, aber nicht groß, ordentliche Länge, 88 NK Punkte
3.) 1998 Guigal Cote Rotie Chateau d'Ampuis (Pool)
ganz tiefes schwarz, Fleisch, Leder, Kaffee und Kakaonoten, schwarz-rote
Frucht, riesen Körper und Konzentration, sehr gut eingebundenes Holz, riesen
Wein ... den könnte ich, wenn ich könnte, täglich trinken (95-96)
Uwe Aust:
Obwohl er sich recht verschlossen präsentierte, wie immer ein Gedicht.
Natürlich kann man Ihm vorwerfen das er zu international ist. Aber ein Wein
mit seiner Konzentration und Power, bei gleicher Finesse und Eleganz,
erweckt ein Wohlgefühl in mir ( von Kopf bis Fuß).
93 + UA Punkte
Georg Bittner:
Im Bouquet zeigt der Wein eine schöne, noch sehr jugendliche Beerenaromatik
(Cassis), rohes Fleisch und leicht erdige Nuancen. Das neue Holz ist noch
nicht hundertprozentig eingebunden, stört aber nicht. Am Gaumen sehr gute
Konzentration und mit schöner Struktur. Gut eingebundene Tannine und sehr
präsenter Säure. Sehr langer Abgang. Der Wein sollte mit zunehmender Reife
noch erheblich an Komplexität und Harmonie dazu gewinnen. Zur Zeit ist er
definitiv zu jung und wirkt auch ein wenig verschlossen.
92+ GBP
Norbert Kreutzer:
Kirschrote Farbe, in der Nase springt einem sofort eine eindringliche,
ausdrucksvolle, sehr aromatische Frucht entgegen, tiefe, reife Beerenfrucht,
etwas Holz, im Wein mit intensiver, saftiger Frucht ausgestattet, große
Länge, viel Schmelz, seidige Tannine, den Kritikpunkt "internationaler Stil"
kann ich aber auch nachvollziehen, dennoch großer Wein der lange im Mund
bleibt, noch zu jung, 94 NK Punkte
4.) 1990 Domaine du Pegau Chateauneuf du Pape Cuvee Laurence (von Georg
Boening)
dominierende kräuterwürzige Noten, tiefe Aromen von schwarzen und roten
Früchten, dezente Portaromatik ... leider nicht in der Form wie die zuletzt
auf dem Weingut getrunkene Flasche, was aber auch nicht weiter verwunderlich
ist, da diese Flasche zu den letzten Abfüllungen in der Mitte der 90er Jahre
gehörte (91-92+)
Uwe Aust:
Toller CdP. Präsentierte sich in Top Verfassung. Reichlich Port - Töne und
sehr harmonisch.
93 UA Punkte
Georg Bittner:
In der Nase gereift erscheinend. Süßkirschen, Schokolade, Leder und ein
mineralischer Unterton. Im Mund dann mit viel Druck, exzellenter
Konzentration und einer die Süße ausbalancierenden Säure. Schmeckt nach
Kirsche und Schokolade. Sehr langer Abgang. Zu einem Riesenwein fehlt wohl
ein wenig Komplexität, aber der Wein ist jetzt perfekt zu trinken und
einfach schweinedelikat
90 GBP
Norbert Kreutzer:
Rubinrote Farbe mit leicht braunen Rändern, in der Nase bereits erste
oxidative Noten, hat aber immer noch Struktur, im Wein mittlerer Körper,
reife Tannine, recht hoch in der Säure, Frucht ist deutlich aber bereits
sehr reif, dem Wein fehlt es aber an Schmelz bzw. Charme, macht derzeit
einen eher robusten Eindruck, aber in Würde gereift, hat noch eine passable
Länge, 89 NK Punkte
5.) 1990 Clos des Papes Magnum Chateauneuf du Pape (von Uwe Bende)
ganz gross, sehr überschwängliche rote und schwarze Frucht von Kirsche
dominiert, Volumen, Kraft, Struktur, Länge, Dichte und Komplexität wie es
einen wundervollen in ehren gereiften Chateauneuf ausmacht, der ist einfach
nur "schweinelecker" (95-97)
Uwe Aust:
Ei,jeijei !!!! Finde keine Tasten oder Worte. Herr Bende zur nächsten
Magnumvorstellung reserviere ich hiermit im voraus.
97 UA Punkte ..... [Anmerkung des Autors: Reservierung ist vermerkt!]
Georg Bittner:
Vielschichtige und expansive Nase nach süßen roten Früchten, Schokolade,
rohem Wildfleisch und Gewürzen. Mit einer Superkonzentration, enormen Druck
am Gaumen und trotzdem in totaler Harmonie durch die schöne Säure, die die
natürliche Süße sehr gut ausbalanciert. Endloser Abgang. Absolut großartig.
95 GBP
Norbert Kreutzer:
rubinrote Farbe mit braunen Rändern, in der Nase reife Frucht, Noten von
Waldboden und Pilzen, im Wein mit kräftigem Körper ausgestattet, intensiver,
fleischiger Stoff, tolle Gerbstoffstruktur, fest, reife Tannine, gut
eingebundene Säure, harmonisch entwickelt, sehr lang, toller Wein, 95 NK
Punkte
6.) 1995 Domaine de Marcoux Chateauneuf du Pape Vieilles Vignes (Pool)
gehört ganz sicher zu den Besten 95er Chateauneuf, sogar einen Hauch vor 95
Centenaire; schon jetzt mit ausgeprägter Reife, wundervoll konzentriert,
lang anhaltend, harmonisch und mit gewaltiger Struktur, ein riesen Wein mit
Potenzial zu noch mehr (96-97+)
Uwe Aust:
Habe diesen Wein schon mehrmals probiert, aber noch nie so gut. Rückt immer
näher an den '98 oder '00 heran.
96 UA Punkte
Georg Bittner:
Sehr reife rote und schwarze Früchte, delikate Brombeermarmelade, Lakritz
und irgendwie orientalische Gewürze. Exzellente Konzentration und immense
Kraft und trotzdem von unglaublicher Finesse. Das Tannin ist bestens
integriert, kaum Ecken und Kanten und trotzdem nicht strukturlos. Superber
Nachgeschmack nach süßer Frucht. Jetzt schon absolut wundervoll zu trinken
und trotzdem wahrscheinlich von erheblicher Lebensdauer.
96 GBP
Norbert Kreutzer:
Rubinrote Farbe mit aufhellenden Rändern, in der Nase hervorragende
Reifeentwicklung, dunkelrote Beerenfrucht, dabei nobel, elegant, im Wein mit
intensivem, dichten Körper ausgestattet, ein saftiger, wunderschön gereifter
Stoff mit dichter aber weicher Tanninstruktur, Säure kaum merkbar,
unheimlich filigraner, eleganter Stoff, sehr lang, großer Wein, 95-96 NK
Punkte
7.) 1995 Domaine de la Vieille Julienne Chateauneuf du Pape Reserve (von
Andreas Ansat)
Ich muss gestehen, dass ich den 95er Reserve nicht so gewaltig dicht,
konzentriert, charmant und körperreich erwartet hatte. Er besticht durch
seine unheimlich ausgewogen kraftvolle Art, seine vielschichtigen tiefen und
lang anhaltenden Frucht- und Kräuteraromen. Spielt für mich allemal in der
Liga von Centenaire und Marcoux VV aus dem selben Jahr. (94-96)
Uwe Aust:
ganz hervorragend. Erheblich besser als erwartet. Wirkt sehr jugendlich und
ist erst in 5 - 8 Jahren auf Ihren Zenit. Nicht mit 2000 oder 2001
zuvergleichen, ein anderer Still, trotzdem richtig gut. vergebe stolze 94 UA
Punkte
Georg Bittner:
Profunde Nase nach dunklen Beeren, Schokolade, Marzipan und Gewürzen. Sehr
gute Konzentration, eher mittelgewichtig mit relativ hoher Säure. Sehr
schöner, fruchtbetonter Abgang. Besticht eher durch Harmonie und Eleganz als
durch reine Kraft. Könnte durch weitere Lagerung noch komplexer werden.
89 GBP
Norbert Kreutzer:
Rubinrote Farbe, in der Nase schön gereift, Noten von Waldboden, Pilzen,
Kräuter, im Wein sehr feine, schlanke, elegante Frucht, eher mittlerer
Körper, Säure erscheint mir hinten etwas hoch, fast spitz, dem Wein mangelt
es etwas an Dichte, zumindest im Vergleich am heutigen Abend, schöner Wein
aber nicht ganz groß, 89 NK Punkte
8.) 1996 Henri Bonneau Chateauneuf du Pape (von Uwe Bende)
es korkte im Wald und im Bonneau ... C'est la vie .. das gehört halt nun mal
dazu wenn man ordentlich verschlossenen Wein haben möchte ... zahlen und
fröhlich sein und weiter gings
9.)1999 Domaine Clos du Caillou Chateauneuf du Pape Reserve (Pool)
tolles Konzentrat, riesiger dunkler Körper aber noch deutlich verschlossen
in der Frucht, trotzdem deutete er schon jetzt an was wir an grosser Frucht
noch erwarten können (95+)
Uwe Aust:
Nicht so stark wie erwartet. Andere fanden Ihn super. Das Potenzial auf 96
UA Punkte hat er.
91 + UA Punkte
Georg Bittner:
Sehr jung wirkende Nase nach Cassis, Brombeeren und Lakritz. Mit vollem
Körper, sehr guter Konzentration und Struktur. Süße und Säue stehen etwas
nebeneinander. Die Tannine sollten sich mit einiger Lagerung etwas
abmildern. Langer Abgang. Scheint sich insgesamt in einem eher
verschlossenen und unharmonischen Stadium zu befinden. Ganz sicher zu jung
und eventuell mit viel Luft nach oben.
88+ GBP
Norbert Kreutzer:
Rubinrote Farbe, in der Nase etwas eigenwillig, leichte Sauerkraut-Note?, im
Wein aber intensive, saftige Frucht, konzentriert, noch jugendliche
Tanninstruktur, gut eingebundene Säure, gute Länge, 92+ NK Punkte (mit einer
schöner Nase wäre er noch höher zu punkten)
10.) 1999 Chateau Beaucastel Chateauneuf du Pape Hommage A Jacques Perrin
(Pool)
die erste Flasche korkte, glücklicherweise konnten wir noch kurzfristig
Ersatz besorgen der es dann auch in sich hatte: gewaltig konzentriert, tief
und lang anhaltende schwarz-rote Frucht, ganz dicht und gewaltig, sicherlich
noch deutlich zu jung und nur einen Hauch von 2000 und 2001 (die ich beide
in der Liga um die 98-100 sehe) entfernt, dennoch ein riesen Wein, ein
grosses Konzentrat (97+)
Uwe Aust:
Meine erste " Hommage ", verdammt viel Stoff. 20 Jahre mindestens im Keller
vergessen. Wird mal vielleicht 98 UA bekommen.
94 + UA Punkte
Georg Bittner:
In einer Blindprobe hätte ich den Wein eventuell für den besten Bandolwein
meines Lebens gehalten. Der hohe Anteil an Mourvèdre kommt deutlich durch.
In der vielschichtigen Nase Brombeeren, Kirschen, Leder, Wildfleisch, Teer
und Trüffeln. Beeindruckende Konzentration, sensationelle Struktur durch
Unmengen bestens integrierter Tannine, eine dezente Süße und sehr präsente
aber nicht aggressive Säure. Unglaublich guter Abgang. Total eigenständige
Interpretation von Ch9, einfach mit Klasse. Spektakulärer Abgang Sollte
Jahrzehnte halten und dabei immer besser werden.
96 GBP
Norbert Kreutzer:
Tiefrote dunkle Farbe, in der Nase dichte, konzentrierte Frucht, das
berühmte Beaucastel-Stinkerl (Mourvèdre-dominiert) kann ich bei diesem Wein
nicht feststellen, im Wein ein sehr konzentrierter, dichter, noch etwas
jugendlicher, unfertiger Tropfen mit einer kompakten Tanninstruktur, einer
gut eingewobenen Säure, auf mich wirkt der Wein derzeit etwas verschlossen,
weist eine gute Länge auf, groß, 95+ NK Punkte
11.) 2000 Chateau Rayas Chateauneuf du Pape (Pool)
in der Farbe sehr hell, von seinen Aromen aber dennoch sehr vielschichtig
und auch Gaumen ein grosses Spektrum von süssen Kräutern, exotischen und
roten Früchten, schwarze Aromen von Tabak und Kaffee, nicht so konzentriert
und dicht wie seine Vorgänger, von etwas leichterem Stil ... ganz sicher
nicht der stärkste Rayas aber wie ich finde ein sehr guter Vertreter,
wenngleich doch ein wenig enttäuschend für diesen Jahrgang (91-92+)
Uwe Aust:
Ich gehöre zur Fraktion: Schade. !!! Hätte mich so gefreut, wenn dieser Wein
seinen Namen gerecht geworden wäre.( '85, 89, 90, und 96 Rayas schon
mehrfach getrunken). Eine riesige Enttäuschung.
82 UA Punkte
Georg Bittner:
Von einer erheblichen Süße geprägte Grenachenase nach Kirschmarmelade,
Walderdbeeren und Gewürzen. Sehr körperreich und nahezu süß am Gaumen; mit
wenig Säure und einer samtigen Textur. Zu einer wirklich überzeugenden
Struktur fehlt es mir etwas an Säure und Tannin. Außerdem müsste die
Konzentration noch besser sein. Sehr guter Abgang. Absolut verführerisch zum
jetzt trinken, aber die Aussichten bezüglich guter Alterung erscheinen mir
etwas zweifelhaft.
Zweifelsohne ein sehr guter Wein, aber in Hinsicht auf die Reputation des
Winzers und des Jahrgangs ein wenig enttäuschend.
90 GBP
Norbert Kreutzer:
Ziegelrote Farbe mit braunen Rändern, in der Nase leichtgewichtig, für den
Jahrgang eine untypisch frühe Reifeentwicklung, hat Noten von
Beerenkonfitüre, im Wein mittlerer Körper, überraschend schlank, dennoch
weist er eine gewisse Intensität auf, aber aus meiner Sicht mangelt es ihm
an Tiefe und Dichte, hat keine Zukunft versprechende Tanninstruktur, kommt
mir derzeit eher wie ein konzentrierter Fruchtsaft vor, gute Länge, für
einen Rayas eher enttäuschend, Insbesondere im Vergleich zu dem grandiosen
85er, ich kann mir nicht vorstellen, daß er sich die nächsten 15 Jahre
positiver entwickelt, 89 NK Punkte
12.) 2000 Domaine du Pegau Chateauneuf du Pape Cuvee da Capo (von Peter
Stobbe)
für mich die bislang beste Probe des 2000er Da Capo (das Prozedere des
Umfüllens in eine neutrale Flasche und wieder zurück und dann rund drei bis
vier Stunden stehen lassen hat sich bei allen Weinen [ab Jahrgang 1999]
positiv bemerkbar gemacht); ein wuchtig konzentrierter Wein mit
vielschichtigen Aromen von Kirschlikör bis zu schwarzen Portnoten, grossem
Körper und Volumen, Dichte und langem Abgang (98+)
Uwe Aust:
Aus 5 Fässern probiert und jetzt das zweitemal aus der Flasche. Den
Fassproben 98+ UA gegeben. Diese Flasche habe ich erheblich besser gesehen
als den ersten Da Capo
97+ UA Punkte
Georg Bittner:
Äußerst beeindruckende, fast portweinähnliche Nase nach Kirschwasser,
dunklen Beeren, Lakritze, Garriguekräutern und Gewürzen. Von geradezu öliger
Viskosität und mit unglaublicher Konzentration. Das zweifelsohne reichlich
vorhandene Tannin verschwindet völlig hinter den Lagen von süßer Frucht.
Äußerst langer, leicht alkoholgeprägter Abgang. Wie Vintage Port aus Ch9,
ganz unglaublich. Nicht gerade mein Lieblingsstil, aber trotzdem
95 GBP
Norbert Kreutzer:
Tiefrote Farbe, in der Nase jugendliche, saubere, ausdrucksvolle Frucht,
tiefdunkle Beeren, Holunder, Brombeere, hat Würze, nicht so verschlossen wie
erwartet, im Wein sehr dicht, die Tannine stehen derzeit sehr im
Vordergrund, was mich aber überhaupt nicht stört, hinten ist aber die Frucht
erkennbar, großes Potential, der Wein vermittelt derzeit eine dem Portwein
vergleichbare Struktur, sehr lang, groß, viel zu jung aufgezogen, Potential,
97+ NK Punkte
13.) 2001 Les Cailloux Chateauneuf du Pape Cuvee Centenaire (von Tino
Seiwert)
präsentierte sich wie viele andere Weine des Abends von grosser
Konzentration, tiefe und gewaltiger Länge. Erstaunlich bei einem solchen
Konzentrat aus Chateauneuf ist die doch spürbare Säure. Dennoch ein grosser
Wein der sich ganz sicher hervorragend entwickeln wird (95-97+)
Uwe Aust:
Nase ins Glas gehalten. Sofort erkannt. "Centenaire". Im Moment zwei Element
die mich an diesen Traumwein stören, welche aber mit Lagerung sich
ausgleichen müssten. Das Säureschwänzle und ein wenig fehlendes Fett. Dann
98+ UA Punkte
94+ UA Pukte
Georg Bittner:
Intensives Bouquet nach getrockneten Pflaumen, Himbeeren und Gewürzen mit
mineralischem Unterton. Neues Holz ist nicht zu erkennen. Sehr dicht und mit
vollem Körper. Sehr tanninreich und mit erheblicher Säure. Nicht ganz
harmonisch. Exzellenter, würziger Abgang. Der Wein sollte von einer langen
Lagerung außerordentlich profitieren, denn alle Komponenten sind vorhanden.
92 + GBP
Norbert Kreutzer:
Rubinrote Farbe, in der Nase dichte, konzentrierte Frucht, tiefe
Beerenaromatik, fast likörartig, im Wein saftige, konzentrierte Frucht,
leichte Rauchnoten, sehr intensiv, sehr dicht, gute Tanninstruktur, aber
auch präsente Säure, sehr lang, großer Wein, 98+ NK Punkte
14.) 2001 Vignobles Jean Royer Chateauneuf du Pape Hommage a mon Pere (von
Tino Seiwert)
keine Notizen, keine Punkte; dennoch ein hervorragender Wein wenngleich auch
nicht ganz in der Liga einiger seiner Vorgänger
Uwe Aust:
Nicht in dieser Runde getrunken wäre er ein" Großer Wein". Mir zu oxidativ
ausgebaut.
92 + UA Punkte
Georg Bittner:
Bereits sehr offene Nase nach Süßkirschen, Brombeeren, animalischen Noten
und Gewürzen. Sehr voller Körper mit viel Druck am Gaumen; mit exzellenter
Konzentration und einem schönen Biß, der durch einen relativ hohen
Tanningehalt und eine schöne Säure bedingt wird. Langer Abgang. Traditionell
gemachter Chateauneuf, sehr gelungen.
92 GBP
Norbert Kreutzer:
Rubinrote Farbe, in der Nase von hoher Intensität, ich vermisse etwas die
vor einigen Wochen festgestellte, komplexe Aromatik, die mich unter an
Lebkuchen und weihnachtliche Gewürze erinnerte, scheint sich etwas
verschlossen zu haben, im Wein dichte, konzentrierte, reife Beerenfrucht,
Kräuter und Würze, dabei sehr jugendlich, ein massiver Wein mit toller
Tanninstruktur, Säure ist vorhanden kommt aber nicht durch den Körper durch,
Holz ist wahrnehmbar aber nicht im Vordergrund, großer Wein, toll, 95+ NK
Punkte
15.) 2001 Tardieu Laurent Chateauneuf du Pape Cuvee Speciale (von Uwe Aust)
besonders interessant ist, das das Lesegut dieses Weines von Royer stammt.
Einzig die Ausbaumethode war eine andere.
Uwe Aust:
neben Rayas der kontroverseste Wein des Abend. Ich fand Ihn super ( die
Flasche kam aus meinem Keller.) und an diesen Wein glaube ich. Dichte
Struktur, der Holzton für mich hervorragend ( dieser Wein ist kein
Biberwein). Nur lagern muß er wirklich. Freue mich auf die nächsten
Flaschen. Wer genau so denkt ist natürlich eingeladen. [Anmerkung des
Autors: Ich muss meine Denke noch mal überprüfen, fühle mich daher
eingeladen

]
96 + UA Punkte
Georg Bittner:
Moderner Stil mit reichlich neuem Holz. Kirschen, Schokolade, Kakao, Kokos
in der Nase. Die Barriquenoten sind viel zu dominant. Am Gaumen sehr voll
und mit exzellenter Konzentration. Samtige Textur. Der Geschmack wird wieder
vom neuen Holz geprägt. Langer Abgang. Mag sein, dass sich der massive
Holzeinsatz irgendwann „auswächst", oder sogar auszahlt. Zur Zeit wirkt der
Wein wie mit einem Barriquefass vergewaltigt. 89 GBPunkte, da es Tardieu
Laurent nicht gelungen ist, die sehr gute Qualität des Ausgangsmaterials zu
ruinieren.
Norbert Kreutzer:
Rubinrote Farbe, in der Nase intensive, konzentrierte Beerenfrucht, noch
sehr jugendlich, im Wein ein konzentrierter, hochklassiger Stoff voller
Saft, hervorragend seidige Tanninstruktur, gut eingebundene Säure, sehr,
sehr lang, möglicherweise durch den Holzeinsatz begründet, ich kann
allerdings keinesfalls finden, daß der Holzeinsatz im Vordergrund steht,
dazu ist der Wein zu konzentriert, für mich ein toller Wein, 98+ NK Punkte
16.) 2001 Domaine de la Vieille Julienne Chateauneuf du Pape Cuvee Reserve
(von Andreas Ansat)
ach, was soll ich über diesen Wein nur schreiben???? ... gewaltig, riesig,
enorm, füllig, hedonistisch, vielschichtig, verführerisch, einnehmend,
betörend, reich, konzentriertes Konzentrat; einfach ein unglaublicher Wein,
den der geneigte Weinliebhaber wenigstens einmal jugendlich probiert haben
sollte .. bei diesem Wein verliert man sich, man wird gefangen von dem
Volumen, dem Extraktreichtum, der Fülle, der Tiefe, der Vielschichtigkeit,
dem Charme und dem nicht enden wollenden Abgang ... Robert Parker hat es für
meinen Geschmack auf den Punkt gebracht in dem er schrieb: "Jean-Paul Daumen
(only 43 years old) is at the top of his game ... and we are all the
beneficiaries" .. so ist es!!!! ... Punkte??? ... ja, so viel wie geht:
(100+!!) .. ich kann Jean-Paul Daumen nur beglückwünschen zu diesem
unglaublichen Wein den er dem geneigten Weintrinker zur Verfügung stellt und
mich bedanken, dass ich das Glück hatte davon probieren zu dürfen .. wäre
ich der Winzer, würde ich davon nicht eine Flasche verkaufen
Uwe Aust:
Mindestens 100 UA Punkte ! Für alle die weniger geben : Über Geschmack läßt
sich streiten, über diesen Wein nicht !!!
10000000000000000000000000000000000000000000000000 +++++++++++++ UA Punkte
Georg Bittner:
Spektakuläre, bereits sehr offene Nase nach schwarzen Kirschen, Brombeeren,
Nougat, Kräutern und Gewürzen. Voller Körper, enorme Dichte und trotzdem mit
einer durch und durch harmonischen Struktur. Tannine und Säure sind bestens
eingebunden, die Frucht rein und unverfälscht. Absolut elegant. Welch ein
Unterschied zu Tardieu Laurent. Großartiger und endloser Abgang. Kann das
eigentlich mit längerer Lagerung noch besser werden? Wahrscheinlich ja!
97 + GBP ... [Anmerkung des Autors: Besser nicht, es wird anders!]
Norbert Kreutzer:
Cuvée aus Trauben von überwiegend 100 Jahre alten Grenache-Reben und wenig
Syrah. Schwarzrote Farbe, in der Nase hochkonzentriert, wahnsinnige Frucht
von dunkelrote Beeren, dicht und konzentriert, im Wein ein absolut großer ,
konzentrierter Stoff, kein Holz gesehen, perfekte Harmonie, grandios, 99+ NK
Punkte (100 wenn er diese Klasse auch ins Alter übertragen kann), ein
Erlebnis, daß man nicht so schnell vergißt
Christine Othmer schrieb in einer Mail an mich:
So einen herrlichen Wein wie die Vieille Julienne habe ich noch nie zuvor
getrunken, und schon das hätte den Aufwand gerechtfertigt. [Anmerkung des
Autors: Wie wahr!]
Fazit Norbert Kreutzer:
Da kann man einfach nur sagen: Gigantisch. Unvergeßlich. Wirklich große
Klasse. Ganz wichtig: kein Wein hat mich durch Stallaromen/Brett negativ
beeinflußt. Damit hatte ich bei früheren Rhône-Proben häufiger ein Problem.
Dank an Uwe für die Organisation dieses einzigartigen Events. Besonders
schade, daß es mir noch immer nicht gelungen ist, die Klasse von Henri
Bonneau festzustellen.
Fazit Georg Bittner:
Denkwürdige Probe, welche die gesamte stilistische Spannbreite dieses doch
relativ kleinen Gebietes aufgezeigt hat. Einige klare Weltklasseweine und
ohne einen Ausfall, was will man mehr.
An dieser Stelle gilt mein erster und besonderer Dank Andreas Ansat und
Jean-Paul Daumen. Andreas dafür das er den Weg über Bochum gemacht hat und
uns diese wundervollen Weine der Domaine de la Vieille Julienne
präsentierte. Jean-Paul Daumen dafür das er Andreas eingestellt hat, ihn
durch die Republik hat ziehen lassen und das er solch unglaubliche Weine
produziert. Auch Tino Seiwert gilt mein Dank für seine lange Anreise, seine
gekonnt fundierten Statements zu den einzelnen Weinen und seine diese Probe
bereichernde Art. Dem Livingroom Bochum wie schon fast gewohnt für die
grosszügige Aufnahme unserer Gruppe und allen Teilnehmern die zum Gelingen
dieser für mich wahrhaft genialen Probe beigetragen haben.
Ich hoffe derart konzentriert "schweineleckere" Weine werden wir noch so
manches mal in so entspannter Atmosphäre geniessen können.
In diesem Sinne einen herzlichen Gruß besonders an alle Rhoneliebhaber und
die die es werden wollen
Uwe Bende
Gruß aus Oberhausen
Norbert